Moin zusammen,
eigentlich bemerken uns Wildtiere im Wald oder sonst wo in bestimmt über 90% aller Fälle immer irgendwie. Entweder durch Geräusche die wir verursachen, durch Sicht oder unseren Geruch. Manche Tierarten haben dann auch noch andere „Sinne“ wie z.B. elektromagnetische Ortung oder Temperaturunterschiedswahrnehmung (z.B. einige Schlangenarten).
Die Frage ist dann wie sie uns einschätzen......als Gefahr oder nicht. Jedes Tier hat auch eine sogenannte Fluchtdistanz. D.h. man kommt bis auf eine gewisse Distanz (das variiert je nach Tierart und Situation) an die Tiere ran bevor sie die Flucht ergreifen oder gar angreifen.
Wenn man z.B. auf einem viel begangenen Weg/Pfad wandert sind Wildtiere es gewohnt dass dort zwischendurch Menschen entlang gehen. Und sie schätzen diese Menschen nicht unbedingt als direkte Gefahr ein. Läuft man aber querfeldein ist das etwas ungewohntes und die Tiere fliehen wahrscheinlich früher.
Dann spielen noch Erfahrungen mit Menschen oder auch Hunde Begegnungen eine Rolle.
In der tiefen Wildnis sind Tiere oft weniger Schreckhaft gegenüber Menschen als z.B. in heimischen Gefilden.....weil sie noch keine Erfahrungen mit Menschen haben (vor allem keine schlechten). Dann lässt die Neugier oft etwas mehr Nähe zu. Vor allem Tiere die um ihre Abwehrhaftigkeit wissen lassen andere Wesen oft sehr nahe an sich ran bevor sie reagieren.
Wildtiere die oft Beute anderer Tiere werden sind meist schreckhafter als ihre Jäger.
Um noch ein Beispiel aus der Fischwelt zu nennen: Angelt man z.B. in einem betriebsamen Hafenbecken stört es die Fische wenig wenn man selbst am Angelplatz laut und nahe am Wasser agiert. Trampelt man aber an einem ruhigen Waldsee ans Wasser und wirft sein Gerödel ans Ufer, ruft vielleicht noch laut dem Angelkumpel rüber er soll schon mal das Bier kaltstellen, war es das wohl für die nächsten Stunden mit dicke Fische fangen. Es sei denn man angelt in sehr weiter Entfernung.
Gerade große Fische ihrer Art sind da sehr empfindlich! Die sind nicht so groß geworden weil sie schlau sind (es gibt keine schlauen Fische wie manche Angler, speziell Karpfenangler behaupten)
sondern weil sie grundsätzlich viel scheuer sind als ihre Artgenossen! Und bei jedem kleinsten Verdacht die Sache könnte einen Haken haben, Reißaus nehmen.
Ich schätze die Sache mit dem wie wir uns Tarnen Situationsbedingt und mit der Örtlichkeit ein.
Da Tiere meist mit allen ihren Sinnen zugleich arbeiten kann es natürlich von Vorteil sein wenn man einen oder mehrere ihrer Sinne täuschen kann!
Noch ein kleines Beispiel zum Schluss:
In meiner Zeit als Zootierpfleger (mein erlernter Beruf) hatten wir mehrere Kronenkraniche frei im Tierpark rumlaufen, die wenn sie mich sahen, sofort Reißaus genommen haben (ich musste sie ein paar mal einfangen, deshalb konnten sie mich nicht „leiden“🤭😁).
An freien Tagen bin ich manchmal noch durch den Tierpark spaziert. Ich konnte machen was ich wollte, mich verkleiden, in einer Gruppe Besucher mitlaufen oder so tun als wolle ich garnicht in ihre Richtung, sie haben mich immer schon von weitem erkannt. Und weg waren sie😂
In diesem Sinne.....Gruß von der Ostsee