Beiträge von remorque

    Anders als bei duckstance habe ich es immer noch nicht geschafft, eine Hängemattenübernachtung mit Tourenski zu verbinden. Dafür reiste ich einmal mehr von zu Hause mit dem Rad an.

    Am Abend war ich zu beschäftigt, um Fotos zu machen. Der Biwakplatz musste gefunden und eingerichtet werden, was sich aufwändiger darstellte, als erhofft. Anschliessend ging es ans Schneeschmelzen und Würstegrillen. Zusätzlich musste ich noch meinen Hund trösten, der lieber zu Hause auf dem Sofa geblieben wäre.

    So ging der Abend dahin, es war windig und mild und bald legte ich mich zur Ruhe.

    In der Nacht regnete es leicht und am Morgen präsentierte sich die Aussicht aus der Hängematte so

    Ich ass ein paar Kräcker, fütterte den Hund

    und sammelte mein Zeug wieder ein (irgendwann muss ich mir einen transportablen Verankerungspunkt organisieren, damit hätte man soooo viele zusätzliche Möglichkeiten).

    Anschliessend überlegte ich, was ich noch tun könnte. Das Wetter sah stabiler aus als erwartet, also entschied ich mich für eine Gassirunde. Ich liess den Rucksack liegen und spazierte los den Berg hoch.

    Das ging besser als gedacht und so fanden wir uns bald hier wieder.

    Wobei zugegebenermassen die Perspektive meistens so war.

    Wir erreichten den Gipfel.

    Und nach einem längeren Abstieg auch wieder das Gespann.

    Es war die ganze Zeit so mild, dass das gefühlt der erste Frühlingsovernighter war.

    Wow, der Hang ist zwar Klasse aber wohl gefühlt hätte ich mich da nicht...?(

    Alles halb so wild. Es war abgesprochen und so urban ist der Veloständer nun auch wieder nicht. Er steht in einer ruhigen - abgesehen von den Kirchenglocken - Ecke eines Ortes mit etwas über 5000 Einwohnern und in der neblig-kalten Nacht war eh niemand unterwegs 😉

    S. Auerteig ja, es hat da in der Decke Kletterhaken; wohl zum Abseilen neben dem Wasserfall.

    @kalt war es nicht wirklich. Unter dem Fels ist die Temperatur nie unter 0°C gesunken. Der Ausschlag kommt vom Zähneputzen, das Thermometer ist bei der Zahnbürste und beides habe ich in die Jackentasche gesteckt.

    Am Feuer war es eh warm mit all dem Fels rundherum, der die Wärme reflektierte, und in der Hängematte war es auch kein Problem. Der Kollege am Boden hatte zwei billige Schlafsäcke ineinander gesteckt und auch warm geschlafen.

    Am Morgen sind mir meine Füsse über den Underquilt gerutscht, weil ich die Hängematte an den Füssen zu wenig hoch gekriegt hatte und so erwachte ich mit kalten Füssen, aber da war es schon 8:00 Uhr und hell, also kein Problem.

    Schöner Dezemberovernighter - aber es gibt einen Haken

    Zu dritt brechen wir am Nachmittag zu einer kurzen Wanderung ab Bahnhof Steg im Tösstal auf. Bald verlassen wir die Zivilisation und wandern in das Tal der Töss hinein.

    Wir gewinnen langsam an Höhe und so nimmt der Schnee zu.

    Weiter hinten wird das Tal enger. Ich habe den Rucksack des Jahres dabei. Glühwein, allerhand Spezereien, Klimbim für den Hund...

    Beim Eindunkeln erreichen wir das Ziel und beginnen es uns gemütlich zu machen. Wir schleppen Holz und während der Kollege versucht, Feuer zu machen, suche ich einen Baum, den ich in der Höhle verkeilen kann als zweiten Aufhängepunkt für die Hängematte.

    Als ich erfolgreich aus dem Tobel wieder hochgeklettert komme, sind da plötzlich noch andere Menschen und es kommen noch mehr; am Schluss sind es gefühlt 30 Jugendliche und 10 erwachsene Leiter, die unsere gemütliche Höhle bevölkern, Baustellenscheinwerfer installieren und Raclette am Feuer machen wollen.

    Also ziehen wir uns in einen ruhigeren Winkel zurück, wo es zwar keine Feuerstelle hat, aber ich hab ja den X-Fire. Erst mal Glühwein auf den Schock. Ja, es zieht etwas.

    Einige Stunden und viele Gesänge später haben wir die Kartoffeln verspiesen und braten das Fleisch, während wir notgedrungen den Ausführungen des Leiters über den Herrn Jesus und die Hölle lauschen.

    Als wir gerade mit der Hauptspeise fertig sind, kommt der Prediger zu uns rüber und fragt uns, ob wir auch Waffeln vom Feuer wollen - da sagen wir natürlich nicht nein. Nach etwa drei Stunden zieht die Gruppe ab und wir haben wieder unsere Ruhe.

    Es ist jetzt allerdings schon recht spät und so ziehen wir uns bald in die Horizontale zurück. Während der Kollege den Boden bebrütet, habe ich mit etwas gebastelt.

    Am Morgen haben wir dann unsere Ruhe. Das Wetter ist wohl zu schlecht für Ausflügler.

    Wir haben die Feuerstelle jetzt für uns allein, gekocht wird trotzdem auf dem X-Fire und der Hund wärmt den Schoss oder umgekehrt.

    Und nach mehreren Gängen (Pancakes, Wurstresten, Kartoffeln mehrmals Tee) machen wir uns gegen Mittag auf den Weg zurück in die Zivilisation.

    Das Wetter ist in der Zwischenzeit auch besser geworden.

    Es war

    Wääje, Chueche, Flade, Tünne oder Turte heisst das Ding in der Schweiz und jetzt kommst du mir noch mit Auflauf 😵

    Zum Nachbacken: Den Teig mit Ei, Zwiebel, Lauch, Kartoffel und reichlich Käse belegen, gut pfeffern, etwas Salz und fertig (vielleicht wäre Blumenkohl tatsächlich besser als Kartoffeln, denn die waren nicht ganz durch).

    Heute mal was versucht: Kann ich mit dem X-Fire einen Kuchen backen?


    Zuerst etwa eine halbe Stunde Oberhitze.

    Das dauert, also gleich Tee gekocht.

    Und dann auch noch Würste gegrillt, ohne Bild.

    Dann ca. 10min Unterhitze. Und dann der Test:

    Hat hervorragend geklappt 👏

    Das ist schrecklich, keine Frage.

    Nur: Kühe töten häufiger. Gut, es gibt sicher mehr Kühe als Hütehunde, darum ist das Kuhindividuum wahrscheinlich weniger gefährlich als so ein Hund.

    Und dann gibt es da noch diese vierrädrigen Dinger auf der Strasse. Ok, auch hier, von denen gibt es noch mehr als Kühe (in der Schweiz ca. 4x so viele) und sie sind allgegenwärtig, also ist das einzelne Auto weniger gefährlich als eine Kuh. Doch das Risiko für mich von einem Auto getötet zu werden ist in der Schweiz etwa 200-300x höher als von einer Kuh als von einem Hund.

    Ich war diesen Sommer in Frankreich unterwegs, wo es auch viele Hütehunde hat, und natürlich war mir mulmig, obwohl ich selbst einen Hund, also ein Hündchen, habe (das war nicht dabei). Ab und zu hatte es keine Wanderwege und ich musste auf der Strasse wandern - da war mir viel weniger mulmig, obwohl ich wahrscheinlich mehr Grund dazu gehabt hätte. Kurz, es gibt Risiken, die wir uns gewohnt sind, und die nehmen wir viel weniger wahr, als exotische Risiken, die wir uns nicht gewohnt sind.

    So, wie's aussieht, muss ich mich ans Risiko Hütehund gewöhnen, denn der Wolf ist bei uns aufgetaucht und mit ihm die Hütehunde.

    Tolle Bilder Belian!

    Wir waren ebenfalls auf einem Overnighter, allerdings mit Fahrrädern. Start in Bern, dann hoch Richtung Napf

    Hier kämen verschiedene Schwertransporter und Wanderwagen an ihre Grenzen (war nur etwa 100 Höhenmeter so 😅)

    Hinten wieder runter und Feuer machen! (funktioniert tatsächlich tadellos 👌)

    und abhängen.

    Tags darauf sind wir dann noch nach Luzern gefahren. Mit Schwung

    oder gemütlich

    Am Ziel.

    Ich bin ja so ein Alpencamper und in der Praxis habe ich mir noch nie Gedanken über den Luftdruck gemacht, sondern nur über die Temperatur und auch da nie wegen der Feuchtigkeit.

    Wenn Nebel angesagt ist, wird kurzfristig meist dessen Obergrenze prognostiziert, falls möglich ist es also besser drüber zu schlafen (ist auch schon schief gegangen und ich erwachte am Morgen in einem tropfenden Wald, doch da hat das Moskitonetz das allermeiste aufgefangen).

    Ich finde die Überlegungen zu Luftdruck und Feuchtigkeit ja interessant, nur stellt sich mir die Frage, inwiefern die unterwegs relevant sein könnten. Messt ihr unterwegs die Luftfeuchtigkeit und berechnet dann die zu erwartende Luftfeuchtigkeit für verschiedene potentielle Lagerplätze in verschiedenen Höhenlagen bei Annahme der zu erwartenden Temperatur? Und entscheidet euch dann aufgrund dieser Resultate für einen Lagerplatz?

    Wenn ich oben schlafen will, dann schlafe ich oben, wenn unten, dann unten und Hinweise darauf, was schlauer ist, ziehe ich aus der Beobachtung der Natur, also ob es gewittrig ist, es irgendwo Nebel hat oder zu erwarten ist, wie der Wind weht, wie warm es ist etc. Und natürlich, falls möglich, aus der Wettervorhersage.

    Ich mach neides: Minimalistisch mit der Hängematte und luxuriös (Heizung!) im VW-Bus, beides das ganze Jahr über.

    Mit dem Bus in die Natur geht nicht denn man braucht ja eine Strasse. Doch dem Trend sei Dank gibt es immer mehr offizielle Stellplätze in Bauernhand. Das ist dann häufig recht idyllisch, von November-April auch einsam und auch den Sommer über versammeln sich da keine Massen, da meist nur eine Handvoll Plätze am selben Ort vorhanden sind.

    Einfall losziehen und im erstbesten Gebüsch campen wie mit der Hängematte geht so natürlich nicht, es braucht etwas Planung. Und im Idealfall steht man dann auch länger am gleichen Platz und nutzt ihn als Ausgangsort für muskelbetriebene Ausflüge, denn auch das stimmt: es hat schon genug Autos auf der Strasse. Alles in allem also ein eher inkonsequentes Vergnügen.

    Aber eben: Ein Vergnügen. Ich schlafe herrlich im Bus und dann in der Morgensonne bei Minusgraden vor dem Bus Pancakes mit allem Klimbim und Gedöns backen hat halt schon was.

    So aus meiner Perspektive kann ich fast nicht nachvollziehen, wenn Leute aus Gegenden mit so viel unberührter Natur wie in Neuseeland oder Kanada zu uns kommen, um zwischen Äckern, Weinbergen und alten Dörfern rumzuwandern. Aber wahrscheinlich macht das gerade den Reiz aus, dass es so anders ist. "Everything is so old and historical!"

    Danke für eure Kommentare.

    Das mit dem Wasser war meistens kein Problem, da es in praktisch jedem Dorf öffentliche Trinkwasserbrunnen gibt, die meist auch auf OSM eingetragen sind und sonst sind die Mairie oder die Kirche und natürlich der Friedhof immer eine gute Adresse. Schwieriger war es nur da, wo ich mangels Dörfern auf natürliche Wasservorkommen angewiesen war, die waren tatsächlich sehr unzuverlässig.

    am meisten beneide ich Dich um Dein fließendes Französisch.

    Französisch kann man lernen. Hab ich auch gemacht 🥸

    Die ultimative Tour in Frankreich wäre wohl die: https://www.hexatrek.com/en

    Ich hab ein paar Hexatreker getroffen, die kommen sogar aus Neuseeland und Kanada, um in Frankreich zu wandern.

    ...und was ist das da für eine Zugmaschine?

    Der Rahmen ist ein PlanetX Goldrush, die Gabel eine Spork von RodeoLabs, Räder von Hunt mit Conti Raceking 50mm, Antrieb Sram Force&Garbaruk, Lenker Ritchey Beacon. Ich mag das Rad sehr, weil es sehr vielseitig ist, leider ist der Rahmen nicht 100% präzise gearbeitet.