Beiträge von Roli

    Schön. Der Notfall plan mit dem Auto find ich gar nicht schlecht - hatte ich vor Jahren auch mal gebraucht. Trockene Wechselkleidung und trockene Decke (Rettungsdecke) würde ich noch auf die Packliste setzen für Nachahmer. Scheint aber so als hättest du dich gut informiert und es hat ja auch geklappt :)

    Ja der Notfallplan hat mir auch ein bisschen die Nervosität genommen. Den behalte ich mir sicher für die ersten paar Touren im Hinterkopf. ^^
    Das Buch war echt eine coole Sache und echt super verständlich aufbereitet. Ohne dem wäre ich nie auf die Idee mit den Tropfschnüren gekommen und die Diagramme mit den Knoten waren auch ein Lebensretter, als mir beim Abspannen vom Tarp die billigen Plastik- Spanner abgebrochen sind. :)

    ich wünsch Dir noch viele weitere gute Hängs.

    Und danke für die Erinnerung an die Spontanität :thumbup:

    bekommen wir noch Fotos? ;)

    Leider habe ich fast keine Fotos gemacht. :(
    Aber beim nächsten Mal wird das Handy öfter gezückt. ;)

    Die erste Tour

    Achtung: Langer Post

    Die jährlichen Campingausflüge mit den besten Freunden zählen zu meinen schönsten Erinnerungen meiner Jugend. Keiner hatte viel Geld für teure Partyurlaube oder zum Mieten eines großen Ferienhauses. Alles was wir uns mit 18 Jahren leisten wollten war im Torbole auf den Campingplatz. Jeder suchte sich alles was irgendwie zum Campen benutzt werden konnte in Papas Garage zusammen, alles rein in den alten Peugeot meiner Eltern,... noch ein kurzer Zwischenstopp um ein paar blechummantelte Kaltgetränke zu kaufen und auf geht´s.

    „Wird schon gut gehen!“ „Die Luftmatratze ist praktisch! Auf der kann man schwimmen und schlafen.“ „Wie sollen in Zelte, die ewig nicht benutzt worden sind, Löcher kommen?“ „Wieso soll man im Sommer einen Schlafsack brauchen?“

    Mit dieser positiven Naivität sind wir damals zum 1. Männerurlaub aufgebrochen. Alles ist schief gegangen, aber egal die Trips wurden zur Tradition.

    Wieso erwähne ich das?

    Das erste Mal bleibt dir immer in Erinnerung. Von Jahr zu Jahr wurde die Ausrüstung besser. Wir Investierten in ein Tolles neues Zelt; jeder kaufte eine Isomatte. Das Abenteuer wurde immer weniger und jetzt sind wir an dem Punkt angelangt wo die wichtigste Frage ist: „Brauchen wir im Ferienhaus ein Badezimmer pro Schlafzimmer?“

    Doch vor 2 Wochen hat mich die Abenteuerlust gepackt. Ich hatte mir bereits vor einigen Monaten einen Top- und Underquilt gekauft, weil man könnte ja mal im Wald pennen. Das Tarp kam bei früheren Biwak Touren zum Einsatz. „Also hab ich alles, was kann da Schiefgehen?“

    Hab ich schon Mal ein Tarp über einer Hängematte aufgespannt?- Nop

    Einen Underquilt praktisch angelegt?- Natürlich nicht.

    Schon mal länger als eine Stunde in so einer Hängematte geschlafen?- Was nicht ist, kann noch werden.

    Wie wird das Wetter?- Sicher wärmer als bei uns.

    Was ist dein Plan B?- Meine Isomatte liegt im Auto, falls alle Stricke reißen.

    Wo geht’s hin?- Hmmmm gute Frage. Was meint Google? (so bin ich auf das Forum gestoßen)

    Der Plan ging mir nicht mehr aus dem Kopf! „In zwei Wochen geh ich alleine Campen, mit Hängematte.“ Noch schnell auf Amazon das Buch „The Ultimate Hang“ bestellt, damit man ja nicht unvorbereitet an die Sache rangeht. Zeit für eine Probenacht hatte ich aus beruflichen und privaten Gründen leider nicht.

    Also Stopfte ich am Dienstag alles und noch ein bisschen Campingausrüstung in meinen größten Wanderrucksack und los ging die wilde Reise.

    Und zu meinem Erstaunen ist alles gut gelaufen!  :) Am Campingplatz erntete ich zwar einige schiefe und verwunderte Blicke. Die Frage „Wie kann man bei 10°C in einer Hängematte schlafen?“ wurde mir 10mal pro Tag gestellt. Aber ich wurde nicht nass, mir war nicht kalt und die Notlösung „Auto“ wurde nicht gebraucht.

    Ich checkte zwar bei jedem Regenschauer ca. 50mal, ob die Tropfschnüre ihre Arbeit erfolgreich durchführten. An meiner Ridgeline hingen zur Vorsicht 1.000 Sachen (Handschuhe, 2. Paar Socken, Skiunterwäsche, Schal,...) und die Abspannung von meinem Tarp glich eher einer schnellen Notlösung, als mit Selbstvertrauen aufgebaut.

    Fazit: Einfach mal was neues Ausprobieren! Ich denke, dass mir dieser erste Ausflug die Tür zu einer neuen Art des Reisens geöffnet hat. Beim ersten overnighter gleich All- in zu gehen, einen eher Notdürftigen Plan B zu haben, die Ausrüstung quasi aus der Packung zu holen und das Ganze in einem fremden Land zu machen war sicher nicht die schlauste Idee.

    Aber trotzdem bin ich froh es so gemacht zu haben. Learning by doing- war schon immer meine Devise.

    Für alle Fans der Hardfacts:

    Camping Platz: Camping Pivka Jama (siehe POI)

    Hängematte: PureHang XXL

    Tarp: 3mx3m

    Topquilt: Amazonas

    Underquilt: Amazonas

    Ridgeline: Ticket To The Moon Ridgeline Pro Kit

    Danke fürs Lesen und LG Roli

    Guten Morgen aus Österreich

    Mein Name ist Roli, ich bin 29 Jahre jung und komme aus der Bergwelt Österreichs. Vor ca. 2 Wochen bin ich auf dieses Forum gestoßen, weil ich (auf der Suche nach einem "Abenteuer") einen Campingplatz für meine 1. Versuche beim Camping mit der Hängematte gesucht habe. Da bei uns Hängematten nicht nur ein seltenes Bild am Badesee oder bei Wanderungen sind hat es mich erstaunt wie viele Leute sich für so ein Hobby begeistern und mit welcher Hilfsbereitschaft hier jeder bei allen Fragen unterstützt wird. :)
    Von meinen Erfahrungen und natürlich den POI- des Platzes werde ich weiter berichten und ich freue mich auf eure Meinungen, Vorschläge und natürlich auf den ein oder anderen Rat.

    lg Roli