Da es auf meine Vorstellung ein paar Fragen nach meinen Nähprojekten gab, hier eins meiner neueren Stücke.
Für mein Fahrrad wollte ich eine möglichst regendichte Rahmentasche anfertigen, die genau in die Rahmengeometrie passt und beim Entnehmen von großen Trinkflaschen aus den Flaschenhaltern nicht im Weg ist.
Als Material habe ich gelbes X-Pac VX21 von ExTex gewählt.
Die schwarzen Streifen an der schmalen Seite ist aus 500den Cordura-Resten, die ich noch von einem anderen Projekt übrig hatte.
Der Reißverschluss ist YKK AQUAGUARD 3C Meterware.
Im Inneren gibt es zwei Netzfächer für Kleinkram, einen Mini-Karabiner an einem kurzen Gewebeband für das Schlüsselbund:
und links eine Durchführung für ein Kabel von der Powerbank:
Damit die Tasche nicht durchhängt und trotzdem mit nur zwei Klett-Gurten (40mm) am Oberrohr hält, habe ich sie innen mit zwei Bambusstäben verstärkt. Die Stäbe laufen auf der Innenseite durch Schlaufen auf der Höhe der Klett-Bänder und sind am Ende in kurzen Gurtband-Tunneln fixiert. Den einen Tunnel kann man mit Klett öffnen, so dass man zur Not die Stäbe entfernen kann.
Das ist notwendig, wenn man die Tasche auf links drehen muss, um ggf. eine Naht zu flicken.
Da mir eine Rahmentasche einmal vom geparkten Rad gestohlen wurde, wollte ich noch eine Möglichkeit schaffen, die Tasche mit anzuschließen, damit der Diebstahl zumindest erschwert wird.
Dazu habe ich hinten (auf dem Photo unten links) einen Corduraschlauch in einer Schlaufe angenäht. Im Inneren habe ich einen alten Bremszug vom Fahrrad vierfach als Ring gelegt und die Enden zusammen gekrimpt.
Die Tasche kann man so sehr einfach mit einem Schloss am Rahmen sichern.
Die Schlaufe mit den Bremszügen bekommt man zwar mit einem Seitenschneider und etwas Geduld durchgeknabbert. Aber das zieht dann schon etwas Aufmerksamkeit auf sich und sie ohne Werkzeug einfach so mitzunehmen, das funktioniert eben nicht.
Viel kleiner dürfte die Tasche für meinen Geschmack nicht sein, denn dann würde es extrem fummelig, alle Elemente anzubringen. Gefühlt habe ich mindestens genauso viel Zeit mit der Planung (immer wieder Maßnehmen am Rad und dem Tüfteln, in welcher Reihenfolge die Teile zusammengenäht werden) verbracht, wie mit dem eigentlichen Nähen.
Wie viel Zeit ich insgesamt daran gesessen habe, kriege ich nicht mehr zusammen, weil sich die Arbeit über mehrere Wochen in kleinen Häppchen zwischen 30 und 90min verteilt hat.