Beiträge von JockelH

    Danke, barfuß ! Zur Heringsfrage kann man auch auf S. 254 von "The Ultimate Hang" (2. Ausgabe) nachlesen, was Derek Hansen zu senkrecht eingeschlagenen Heringen schreibt: "weak".

    Er empfiehlt auch, den Hering 90° zur Leine in den Boden zu schlagen.

    Und hier kommen wir dann vielleicht alle auf einen Nenner:

    M.E. das beste Abspann-Ergebnis erzielt man bei einem Hering mit möglichst langer, flacher Abspannleine. Dann ist der Hering so gut wie senkrecht im Boden und bildet gleichzeitig einen rechten Winkel zur Leine.

    So hält dann das Tarp auch Orkanböen an der Küste aus. Eher reißt die Leine oder das Tarp (leider so erlebt).

    Hey Levi , danke für den Link, das finde ich sehr interessant.

    Leider kann ich da keine Begründung für die "Heringsthese" finden.

    Bleiben wir mal lieber bei den Hängematten!

    Das Ergebnis meiner Bierdeckelrechnung:

    In der Theorie reduziert sich das Drehmoment durch Neigen der Pfosten um 30° nach außen auf 2/3 im Vergleich zu senkrechten Pfosten.

    Wen Physik nervt, der sollte hier abbiegen und unten beim :thumbup: wieder einsteigen.

    Voraussetzung ist, dass die Zugkraft am Aufhängepunkt als statisch entlang der Leine wirkt (schaukeln gilt nicht ;) ) und die Pfosten perfekt ausgerichtet sind, so dass keine Kraft zur Seite wirkt.

    Dazu ein Hängewinkel von 30° und Belastung mit gut 80kg , die mit 800N Zugkraft wirken, sowie 2m Höhe des Hängepunktes. (Alles stark vereinfacht, weiß ich, aber es soll ja zu Fuß zu rechnen sein).

    Dann bringt das Schrägstellen eine Reduktion des Drehmoments von 1386Nm auf 924Nm (genau 2/3).

    :thumbup: Das hieße für mich, dass die Fundamente oder Hülsen weniger seitlich belastet werden und die Pfosten selbst nicht so stark ausgeführt sein müssen.

    Wem das zu theoretisch ist, kann ja mal in dem Post Portable Hammock Stands von Derek Hansen schauen, wie in praktisch allen Beispielen die Pfosten ausgerichtet sind :)

    Vielleicht ist ja auch ein Statiker im Forum, der die Rechnung korrigiert?

    Levi Dass Heringen senkrecht im Boden besser halten als solche, die rechtwinklig zur Leine im Boden stecken, kann ich aus 35 Jahren Zelterfahrung von Jurte bis Leichtgewicht absolut nicht bestätigen.

    Uups, als Bodenschläfer geoutet ;)

    Der Pfosten muss natürlich länger sein, um auf dieselbe Aufhänghöhe zu kommen, wenn er schräg steht. Insofern interessant, ob das Drehmoment, dann trotz des längeren Hebels kleiner wird.

    Ich male heute Abend mal ein Kräfteparallelogram dazu.

    Jetzt warten erstmal Familie und die Elche auf mich :)

    Hat eigentlich einmal jemand probiert, die Pfosten nicht senkrecht, sondern deutlich nach außen geneigt (also in V-form) im Boden zu verankern?

    Dann sollte das Drehmoment wesentlich geringer ausfallen und ein Großteil der Kräfte entlang des Pfostens wirken.

    Nach dem Prinzip funktionieren ja auch diverse freistehende Ständer oder temporäre Konstruktionen, die mit Seil und Hering gehalten werden.

    Ja, das stimmt, wuppitom, Messerwetzern wird die Tasche nicht ewig standhalten.

    Wie das so ist mit Schlössern und Co.: 100%igen Schutz gibt es nicht, man kann es den Dieben nur etwas schwerer machen, so dass sie im besten Fall an exponierter Stelle von der Beute ablassen.

    Nach all der Tüftelei wollte ich wenigstens dafür sorgen, dass man die Tasche nicht en passant mitgehen lassen kann.

    S. Auerteig Da hast Du mich jetzt getriggert.

    Einen Bolzenschneider habe ich im Urlaub nicht dabei, aber ich habe mal den Wirecutter von meinem Multitool auf 2,5mm Dyneema angesetzt.

    Nach 10x Schneiden nur sporadisch ausgefranst:

    Nach 20x Schneiden ist immerhin einer von 8 Strängen klar durchgeschnitten:

    Das ganze habe ich ohne Spannung auf der Kordel getestet. Wenn man das Material straff hält, ist es deutlich einfacher zu schneiden, man hat aber immer noch gut zu tun, bis das Material durch ist.

    Ich schätze, dass ein Bolzenschneider nicht viel erfolgreicher ist, da er die Fasern vermutlich auf der Schneidfläche verteilt plattdrückt.

    Für die nächste Diebstahlsicherung würde ich also 4-5 Runden Dyneema als Continous Loop sehr locker in den Corduraschlauch legen. Dann kann man das Dyneema nicht straff ziehen.

    Das dürfte Langfinger von einer schnellen Akquise abhalten.

    Danke für Eure positiven Rückmeldungen!!

    Eine kleine Ergänzung:

    Heute würde ich anstelle des Bremszuges lieber ein paar Runden Dyneema in die Schlaufe für den "Diebstahlschutz" einarbeiten.

    Das ist nicht nur leichter und weniger steif, man muss auch weniger Angst um die Nadel haben, wenn man drüber näht.

    Das war schon etwas grenzwertig.. ;)

    Da es auf meine Vorstellung ein paar Fragen nach meinen Nähprojekten gab, hier eins meiner neueren Stücke. Für mein Fahrrad wollte ich eine möglichst regendichte Rahmentasche anfertigen, die genau in die Rahmengeometrie passt und beim Entnehmen von großen Trinkflaschen aus den Flaschenhaltern nicht im Weg ist.

    Als Material habe ich gelbes X-Pac VX21 von ExTex gewählt. Die schwarzen Streifen an der schmalen Seite ist aus 500den Cordura-Resten, die ich noch von einem anderen Projekt übrig hatte. Der Reißverschluss ist YKK AQUAGUARD 3C Meterware. Im Inneren gibt es zwei Netzfächer für Kleinkram, einen Mini-Karabiner an einem kurzen Gewebeband für das Schlüsselbund:

    und links eine Durchführung für ein Kabel von der Powerbank:

    Damit die Tasche nicht durchhängt und trotzdem mit nur zwei Klett-Gurten (40mm) am Oberrohr hält, habe ich sie innen mit zwei Bambusstäben verstärkt. Die Stäbe laufen auf der Innenseite durch Schlaufen auf der Höhe der Klett-Bänder und sind am Ende in kurzen Gurtband-Tunneln fixiert. Den einen Tunnel kann man mit Klett öffnen, so dass man zur Not die Stäbe entfernen kann. Das ist notwendig, wenn man die Tasche auf links drehen muss, um ggf. eine Naht zu flicken.

    Da mir eine Rahmentasche einmal vom geparkten Rad gestohlen wurde, wollte ich noch eine Möglichkeit schaffen, die Tasche mit anzuschließen, damit der Diebstahl zumindest erschwert wird. Dazu habe ich hinten (auf dem Photo unten links) einen Corduraschlauch in einer Schlaufe angenäht. Im Inneren habe ich einen alten Bremszug vom Fahrrad vierfach als Ring gelegt und die Enden zusammen gekrimpt. Die Tasche kann man so sehr einfach mit einem Schloss am Rahmen sichern. Die Schlaufe mit den Bremszügen bekommt man zwar mit einem Seitenschneider und etwas Geduld durchgeknabbert. Aber das zieht dann schon etwas Aufmerksamkeit auf sich und sie ohne Werkzeug einfach so mitzunehmen, das funktioniert eben nicht.

    Viel kleiner dürfte die Tasche für meinen Geschmack nicht sein, denn dann würde es extrem fummelig, alle Elemente anzubringen. Gefühlt habe ich mindestens genauso viel Zeit mit der Planung (immer wieder Maßnehmen am Rad und dem Tüfteln, in welcher Reihenfolge die Teile zusammengenäht werden) verbracht, wie mit dem eigentlichen Nähen.

    Wie viel Zeit ich insgesamt daran gesessen habe, kriege ich nicht mehr zusammen, weil sich die Arbeit über mehrere Wochen in kleinen Häppchen zwischen 30 und 90min verteilt hat.

    Über Spleißwerkzeug wurde hier ja schon einiges geschrieben.

    Ich habe bisher nur die 2,5mm Dyneema Kordel von ExTex mit einem simplen, dünnen Stahldraht gespeißt und bin damit super zurecht gekommen

    Der Quantensprung war allerdings die Investition in eine microverzahnte Kevlar-Schere, nachdem ich einen Cutter am Dyneema stumpf geschnitten hatte.

    Die Schere schneidet Dyneema wie Butter und macht das Ausdünnen der Enden erheblich einfacher. Wer möchte, kann damit die einzelnen Stränge auch noch diagonal schneiden, um die Übergänge noch sanfter zu gestalten.

    Hallo :)

    Ich würde mich freuen, wenn du deine Projekte fotografierst und hier auch einstellst.

    Ja, ich kann gern ein paar von meinen Projekten vorstellen. Rund um die Hängematte ist die Palette noch sehr überschaubar.

    Vielleicht meine Fahrradtaschen für den einen oder anderen auch interessant?

    Da ich die Struktur hier noch nicht 100%ig verinnerlicht habe: Wo wäre ein guter Platz dafür? Ein neues Album erstellen?

    Moin zusammen,

    ich bin ein Gearfreak und habe vor zig Jahren angefangen, Taschen und andere Ausrüstungsgegenstände zu nähen. Damals war "Make Your Own Gear" zumindest mir noch kein Begriff.

    Ich bin gern draußen, radle und zelte seit meiner Jugend gern und habe es immer genossen, zwischendurch einmal in einer Hängematte abzuhängen.

    Bisher fehlte mir allerdings ein Leichtgewicht, bei Touren blieb die Matte deshalb oft zu Hause und meine Matten kamen hauptsächlich auf dem Balkon, in der Wohnung oder auf kurzen Ausflügen zum Einsatz, noch nicht über Nacht. Die Kinder sind inzwischen größer, die Urlaube dürfen wieder abenteuerlicher werden, kann also noch etwas werden..

    Da ich ein "langes Ende" bin, sind viele Matten von der Stange zu klein für mich.

    Ich habe im Frühjahr Euer Forum entdeckt und schon viele wertvolle Infos daraus gewonnen. 1000 Dank!

    Inzwischen habe ich mir zwei Hängematten genäht, diverse Whoopie Slings Loops etc gespleißt, experimtiere gerade mit meiner ersten Ridgline und bin gespannt, was ich hier noch lernen und hoffentlich beitragen kann!