Nachdem ich Samstag Mittag endlich die Mitteilung bekam, dass das letzte Stück meines Equipments angekommen sei - das wohl wichtigste: die Hängematte - holte ich es ab und packte meinen Rucksack. Ich habe viel zu viel eingepackt, denn meine Hygiene im Freien bezog sich auf das abend-/ morgendliche Zähneputzen und gegessen habe ich kaum etwas von den Dingen, die ich mitnahm. Ich hätte mehr essen sollen, bekam jedoch nichts runter. Auch Wasser hatte ich zu viel mit, zumal ich kurz vor meinem Ziel einen Abstecher zum Rewe machte und mich hier hätte nochmal eindecken können. Vor meiner nächsten Tour in dieses Gebiet weiß ich es besser.

Die Wanderung habe ich sehr genießen können.. Die Farben, Gerüche und Geräusche.. Aber ihr kennt das.


Ca. 1.5h vor Sonnenuntergang, nach etwas über 20km Wanderung, erreichte ich das Zielgebiet und verließ den Waldweg auf der Suche nach einem geeigneten Platz. Den Folgenden wählte ich aus.

Nachdem der Abstand zwischen den beiden vorderen Bäumen zu hoch war, wählte ich jene jeweils dahinter.
Beim Aufbau ist natürlich nicht alles glatt gegangen, war es doch mein erster Versuch. Zuerst wählte ich die falschen Bäume, musste beide Straps also versetzen, und danach musste ich die Einstellung jeweils zweimal korrigieren, bis die Matte in einer gescheiten Höhe hing. Noch etwas zu hoch, wie ich jetzt weiß, aber ich konnte ein- und aussteigen.

Das Tarp habe ich am Ende noch etwas versetzt, damit der Rucksack auf der anderen Seite im Trockenen hing.
In Vertrauen auf den Wetterbericht - ich werde hier wohl mal Geld in eine gescheitere App investieren müssen - verzichtete ich für den Start auf Underquilt und/ oder Isomatte. Ergo wärmte mich lediglich mein Ponco Liner und der war für die herrschenden Temperaturen - geschätzte 8 Grad gegen 2 Uhr nachts - nicht ausreichend. Ich habe also gefroren und kaum geschlafen
Mit dem Untergang der Sonne verstummten die Geräusche im Wald. Man hörte nur mehr einige Autos in der Ferne vorbei rauschen. Erst gegen 4 Uhr machte der erste Vogel mit 4 kurzen Lauten auf sich aufmerksam, wenige Minuten später begann ein weiterer das Konzert des Waldes einzuläuten. Bis 6 Uhr lag ich da, es regnete mittlerweile wieder, und rubbelte mir mit den Händen über die Arme, den Oberkörper und die Beine
Dann putzte ich die Zähne, packte zusammen und machte mich auf die 20km zurück nach Erfurt zu wandern.
Es war nicht annähernd perfekt, aber.. Ich wollte ein Abenteuer und das bekam ich auch. Vor dem nächsten Start werde ich mir wohl noch eine gescheite Isomatte oder einen Underquilt ordern müssen, ich bin mir noch nicht sicher. So kann ich den Poncho Liner dann auch als Decke verwenden und rutsche nicht so in der Matte hin und her. Ansonsten war es in der Hängematte bequemer als ich befürchtete. Ohne die Kälte hätte ich bestimmt gut durchgeschlafen.
