Ich will die gute Diskussion nun mit meinen Bildern und Beschreibungen anreichern, wie ich letztlich befüllt habe und was dabei heraus gekommen ist.
Wie gesagt habe ich 500g 730er Daune und Taffeta von ExTex verwendet, nehme an, die Daune stammt von polnischen Weihnachtsgänsen.
Der Quilt ist so breit wie eben möglich war, da ich gern auf der Seite mit angewinkelten Beinen schlafe. Und er sollte v.a. auch als Zusatzdecke meinen Cumulus Taiga 250 aufstocken, ohne zu stark zu komprimieren. Habe aber richtige Falze und Schlaufen dran, um ihn auch mal als Underquilt nutzen zu können (für Freunde oder Familie).
Und ich vermute jetzt mal, dass mein neues Baby auch single mich bis in den Minusbereich wärmen sollte. Geräumiger ist der quilt sowieso, sodass es weniger oft zu unfreiwilligen Wärmeverlusten an den Seiten kommen sollte. (Sehen wir dann bald...)
Steghöhe kam am Ende auf ca. 7cm, leider etwas ungleichmäßiger als gewollt. Der Bausch, sagen wir 8..10cm (mess ich noch nach).
Das Overfill ergab rechnerisch ungefähr 12%, je nachdem, wie definiert. Ich verstehe Overfill als zusätzliche Übermenge (in g oder %) zum Normalfill, welches m.E. auch schon leicht komprimiert sein muss, da sonst nix stabil wäre. Komplett unkomprimierte Daune ist, was lose im Messbecher liegt bzw durch die Luft schwebt, das kann man nicht sinnvoll in einem Produkt so verwenden. Normalbefüllung hat also immer bereits leichte Komprimierung zum Ziel. Wieviel das ist, hängt von vielen Dingen ab, u.a. sicher auch von der Kammerform, also ob die Daune leicht verrutschen kann.
"Over"fill bringt dann noch zusätzlich Reserven in puncto Alterung oder Feuchtigkeit oder eben "Sicherheit" der Isolation.
Ich habe mich an den Rechner gehalten (da skalierbare Erfahrungswerte) und wollte bei meinem gewählten Volumen einfach sicher gehen, dass die Daune gut verteilt bleibt. Und natürlich, dass die 500g (bzw.480g) für dieses Volumen sicher reichen und ich den Quilt nicht später auftrennen und nachfüllen muss.
Soweit bin ich zufrieden, v.a. die Breite ist phantastisch!!! Das extra Gewicht nehme ich dabei gern in Kauf. (Frosttest steht aber noch aus).
20g gingen in das runde Kissen, das ich im Fussbereich mit einknubbeln kann, sodass das Schnürloch definitiv keine kalten Füße bewirken sollte. Kann man sicher aber auch als Kniekehlen- oder Nackenkissen verwenden. (Sehr angenehm weich an den Füssen!)
Gesamtgewicht mit Kissen ca. 830g, also kein Superleichtgewicht, aber das war auch nicht das Ziel.
Bilder:
Ca. 10g Daune fest im Griff...:

Den Arm nach dem Abschütteln herausziehen:

Die frei umherschwebende Daune wird mit dem Strumpfsauger wieder eingesammelt.
(Heisser Tipp; Den Raum VORHER ordentlich absaugen. Staubfluffis isolieren zwar auch, riechen aber nicht immer so gut...
)
Fertig befüllt. Die meiste Daune "vernähfreundlich" aber unvorhersehbar (noch ungleichmäßig) "am Boden":

...fertig verschlossen, mittlerweile gut verteilt und fluffig.

Das Fusskissen ist sehr angenehm, stellt den Fussbereich auch etwas auf, gut so!

Mehr Bilder zu den Schnürlösungen hatte ich ja bereits letzte Woche eingestellt, im unbefüllten Zustand. (Also der Quilt jetzt.)
Auf dem letzten Bild sieht man hoffentlich meine "Werkzeuge":

Die größte Herausforderung war (wie erwartet) die Elektrostatik. Deswegen habe ich den Befüllofanten auch gleich am Anfang von seiner Pflicht befreit, die Daune klebt einfach zu sehr an den Kunststoffflächen, jedes unnütze Umgreifen habe ich letztlich zu vermeiden gesucht.
(Eng zwischen den Fingern geklammert klebt/hängt die Daune aber gut an sich selber, und ist dann eben auch stark komprimiert also gewichtseffizienter transportiert, siehe obiges Bild.)
Im Prinzip habe ich jede Kammer bis zum Zielgewicht händisch befüllt und immer wieder den ganzen Quilt Kammer für Kammer nachgewogen. Papier, Stift und Rechner sind dabei unerlässlich, sonst weiss man irgendwann nicht mehr, wieviel nun genau in jeder Kammer gelandet ist.
Vorher (ausserhalb) kammerweise abwiegen ging irgendwie nicht, zu grosse Verluste durch Aufbauschen und elektrostatische Widerspenstigkeit sowie Schneegestöber-Risiko.
Nach Gefühl die Füllung einschätzen (und vor dem Zunähen noch anpassen) geht m.E. auch nicht, da man am Anfang zu veränderlich "stopft". Zumindest beim ersten Mal. (Stark aufschütteln verbietet sich vor dem Zunähen von selbst.)
Das Füllen hat mich alles in allem ca. 4...5h gekostet. Das Zuschneiden, Anzeichnen und Nähen vermutlich 10 Stunden.
So richtig daneben gegangen ist zum Glück nichts, bin eigentlich sehr zufrieden (von den üblichen Fadenendknäueln und ungeraden Nähten abgesehen). Sicher war es gut, dass ich mir immer viel Zeit zum Überlegen für den nächsten Schritt genommen habe (nicht in obiger Zeitschätzung eingerechnet) und auch dank eurer guten Tipps und anderer Anleitungen im Netz.
Alles in allem wars ein sehr beglückendes Projekt - und ich freue mich auf viele schöne Nächte im Freien!!!