Beiträge von Hammock Fairy

    Wolle ist mir auch sympathisch - dürfte aber deutlich schwerer sein als Synthetik, und belastet damit den Trägerstoff mehr. Bei einem separaten Underquilt mit eigenem Trägerstoff kein Problem - aber wenn du die Isolierung direkt auf die Hängematte nähst, wird der Stoff doppelt belastet: von oben relativ flächig von dir, und von unten punktuell von der Isolierung. Das kann zu sehr sichtbaren Fadenverschiebungen und großen Nahtlöchern führen. Ob das auf Dauer ein Problem für den Stoff ist, weiß ich aber nicht. Es sieht auf jeden Fall beängstigend aus.

    Ich würde eher einen dauerhaft mit der Hängematte verbundenen Underquilt nähen. Das heisst du nähst eine Hängematte und einen symmetrischen Wooki-Klon, liegst ein paar mal Probe, und wenn alles passt, nähst du die Seiten zusammen. Oder du wählst eine etwas weniger dauerhafte Art der Verbindung mit Druckknöpfen.

    Ich glaube, da kommen viele Probleme zusammen. Der Umstieg auf die Hängematte ist häufig nicht ganz einfach, weil es ungewohnt ist in der Luft hängend zu schlafen. Da ist das Unterbewusstsein Anfangs immer etwas alarmiert. Dann kommt die Spinnenangst dazu - wobei ich mich frage, wie du bisher damit klar gekommen bist? Auf dem Boden kreucht und fleucht noch wesentlich mehr viel- oder keinbeiniges Getier herum. Mit dem Zelt ist man da ja wesentlich näher an der Action dran.

    Oder war das gar deine erste Übernachtung in freier Natur? Dann ist es ja noch aufregender. Dazu die volle Blase - das ist ein Rezept für eine unruhige Nacht. Da hättest du wohl selbst mit einer perfekt passenden Hängematte kein besseres Ergebnis erzielt. Aus diesen Gründen ist es auch schwierig bis unmöglich zu identifizieren, ob die Art der Hängematte wirklich das Hauptproblem war.

    Grundsätzlich bin ich kein Fan von der Chameleon, weil sie einen sehr großen Durchhang hat, und das Netz so geschnitten ist, dass die Seiten hochgezogen werden. Eine doppellagige Hängematte mit zwei Lagen 1.6 Hexon (40D) dürfte eher nicht zu dehnbar sein. Auch war ich überrascht, dass die meisten meiner schwereren Kunden dehnbarere Hängematten bevorzugt haben. Meiner Erfahrung nach ist die Pi-mal-Daumen-Regel:

    Leichter Hänger -> wenig dehnbare Hängematte

    Schwerer Hänger -> dehnbare Hängematte

    Bei deinem Gefühl zu tief einzusinken tippe ich eher auf ein zu "tiefes" Design. Wenn du die Möglichkeit hast, probiere vielleicht mal eine Warbonnet Hängematte oder eine andere Hängematte mit verhältnismäßig längerer Ridgeline aus.

    Wenn das Seitenschlafen ein wirkliches Problem darstellt, müsstest du einen anderen Hängemattentyp testen. Wobei dein Gewicht die Auswahl stark einschränkt. Bei Brückenhängematten bleibt eigentlich nur eine Towns End Big Guy Bridge - bei 90° Hängematten nur die Amok Draumr (nicht die UL Version). Wenn du dich doch mit einer Gathered End Hammock anfreunden kannst, hättest du deutlich mehr Auswahl.

    Ansonsten bleibt nur das Zelt. Bei den beschriebenen Problemen ist es allerdings fraglich, ob ein Zelt die bessere Lösung ist.

    Als Nicht-Baum-Experte denke ich im Übrigen, dass es bei der Baumschonung nicht um Polsterung (= maximale Anpassung an Konturen) geht, sondern um das möglichst großflächige Verteilen der Kräfte. Denke mal an die Tragegurte bei einer schweren Einkaufstasche - was ist angenehmer unter einem schmalen Tragegurt: ein großes Stück weicher Schaumstoff oder ein breites und dickes Stück relativ festes Leder? Meiner Erfahrung nach drückt sich der Gurt schnell unangenehm durch zu weiche Polsterung.

    Wenn es meine Hängematte und meine Bäume wären, würde ich eine ganz normale Gurtaufhängung wählen, und sie bei jeder Nutzung aufhängen und anschließend wieder abnehmen. Wenn die Hängematte sehr viel genutzt und evtl. sehr stark belastet wird (z.B. tobende Kinder, mehrere Personen?), würde ich extra breite Gurte um den Baum verwenden. Gurte würde ich grundsätzlich nicht über längere Zeit draußen hängen lassen, weil das schnell an die Substanz geht. UV-Strahlung plus Wind und Wetter kriegen Plastik überraschend schnell klein.

    Wenn ich die Aufhängung tatsächlich am Baum lassen wollen würde, würde ich es vermutlich mit Ketten und einer Unterlage um den Baum versuchen. Ich könnte mir vorstellen, dass ein alter, zurecht geschnittener Autoreifen hier gute Dienste leistet.

    Ich kenne nur eine GE Hängematte, in der Bauchschlafen möglich ist, und zwar die traditionelle, mexikanische Hängematte. Aber die eignet sich natürlich nicht zum wandern. Insofern würde auch ich auf Cross Hammock verweisen. Ebenso gut dürfte eine Towns End Brückenhängematte sein, aber auf meine musste ich mehrere Monate warten, und durch die Kleinserienproduktion ist sie auch kein Schnäppchen. Als Nicht-Bauchschläfer hätte ich die Warbonnet Ridgerunner als nicht geeignet eingeschätzt - aber ich hatte Bauchschläfer zum Probeliegen da, und die waren der Meinung, dass man gut auf dem Bauch schlafen kann.

    Eine andere Option könnte das Haven Tent sein. Das habe ich aber selbst noch nicht getestet.

    Ich arbeite auch nicht mit Winkeln - das ist viel zu ungenau. Am besten arbeitet man die einzelnen Einstellungen der Reihe nach ab. Ich hänge die Blackbird meist erstmal intuitiv so auf, dass das Fußende etwas höher hängt als das Kopfende. Dann setze ich mich kurz in die Matte und checke die Ridgelinespannung der beladenen Matte. Siehe dazu auch hier:

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    Bis du die für dich ideale Ridgelinespannung kennst, würde ich mit einer Spannung anfangen, bei der du die Ridgeline ungefähr um 45° ohne extreme Anstrengung biegen kannst. Wie in meinem Video gezeigt musst du die Aufhängung kürzen wenn die Ridgeline zu wenig gespannt ist, oder verlängern wenn sie zu stark gespannt ist.

    Wenn die Ridgelinespannung passt, fehlt nur die Neigung. Wie stark das Gefälle am besten sein sollte, hängt von deiner Größe ab. Bei der XLC hast du mit der Footbox einen guten Anhaltspunkt. Deine Fersen sollten nicht hinter dem tiefsten Punkt der Footbox zu liegen kommen. Kurze Leute haben viel Spielraum und können sich aussuchen, ob sie näher am Fußende oder näher am Kopfende liegen wollen. Bei langen Leuten wird es im Kopfbereich schnell zu beengt. In jedem Fall lege ich mich so in die Hängematte, wie ich auch in der Nacht liegen möchte. Zieht mich die Schwerkraft Richtung Fußende, muss ich die Baumgurte am Fußende höher schieben. Zieht mich die Schwerkraft Richtung Kopfende, muss ich die Baumgurte am Kopfende höher schieben. Kann ich ganz entspannt liegen, kann ich die Gurte so hängen lassen.

    Zu lang war mir bisher noch keine Hängematte - vorausgesetzt ich kann sie noch aufhängen. Ab 5 m braucht man halt sehr viel Höhe. Und komforttechnisch bringt es mir nicht mehr viel.

    Zu breit war mir bisher nur die mexikanische XXL Hängematte von alasiesta die ich vor 2 Jahren testen durfte. Da die Hängematte aus Baumwollfäden ist, ist sie vergleichsweise schwer, und der Rand ist mir immer ins Gesicht gefallen. Deshalb habe ich mir die schmalere Mexi 3 bestellt, mit der ich sehr zufrieden bin. Bei wenig dehnbaren Campinghängematten mit ausreichender Länge ist es aber noch nie vorgekommen, dass mir eine zu breit war. Meine breiteste DIY ist ca. 195 cm breit - und mir hängt nichts ins Gesicht.

    Also rein vom Liegekomfort her wäre meine Antwort: es kommt auf das Material an.

    Wenn natürlich noch andere Faktoren wie Gewicht, Packvolumen, Tarp, Aufhängehöhe und Platzverbrauch zu berücksichtigen sind, gibt es natürlich "zu groß". Da ist meine Regel: so klein wie möglich, so groß wie nötig.

    Ich mag das 1.9 oz Ripstop Nylon von Ripstop by the Roll lieber als das 70D Ripstop Nylon von ExTex. Der RbtR-Stoff ist etwas weicher aber fester gewebt, und ist auch ein paar Zentimeter breiter. Wenn es ihn in extra breit gäbe, wäre es wohl mein Lieblingsstoff. Er näht sich auch gut und ist super robust. In meinen 1.9 oz Matten haben schon viele Kinder getobt, und sie haben keinen Schaden genommen.

    Unter den extra breiten Stoffen ist das 1.7 oz Hexon Wide mein Lieblingsstoff. Wenn er etwas fester gewebt wäre, wäre er meine Nummer 1. So muss man halt etwas aufpassen.

    Ansonsten würde ich empfehlen, Stoffe in unterschiedlichen Denier auszuprobieren (also z.B. 30D, 40D und 70D), um herauszufinden was für dich bequem ist. Wenn du schon mit dem Gedanken einsteigst, mehr als eine Matte zu nähen, wirst du ohnehin nicht eher ruhen, als bis du alle Stoffe durchgetestet hast. Einlagig und doppellagig. Ich spreche aus Erfahrung ^^

    Welche Breite ist sinnvoll? Normale Stoffbahnen sind ja ca. 150cm. Bei TreeGirl gibt es auch breitere Stoffbahnen. Ich kann nicht abschätzen wie sich die Breite auswirkt. Meiner Vermutung nach ist eher die Länge ausschlaggebend für den Komfort?

    Ich verwende immer erstmal die maximale Breite. Irgendwann wirst du die für dich ideale Breite wissen, aber dazu musst du testen, testen, testen. Ansonsten gilt: Breite bringt nichts ohne Länge. Die typischen "Double Hammocks" mit 285 cm x 200 cm sind ziemlich sinnlos, da bei kurzen Hängematten die Seiten extrem hochgezogen werden. Je länger die Hängematte ist, desto mehr Breite ist nutzbar. Mehr als die Körpergröße steigert den Liegekomfort selbst nicht mehr, aber ich mag es, in einer überbreiten Hängematte hin und her rutschen zu können und einen großen Sweet Spot zu haben.

    Allerdings nützt Breite auch bei großer Dehnung nichts, weil man dann so tief einsinkt, dass man wie in einer Badewanne liegt.

    Mein Lieblings-Top-Quilt: Western Mountaineering Alder MF

    OK, das ist ein luxuriöser Deckenschlafsack, aber ich nutze ihn seit 11 Jahren als Top Quilt. Die Footbox ist besser als von jedem Top Quilt Hersteller, und wenn's kalt wird, kann man den Quilt als Schlafsack nutzen. Da der Alder für meine 165 cm größer ist als nötig, habe ich mir von ZPacks deren Schlafsack-Modell zu einem kleineren Klon modifizieren lassen. Mit dem bin ich auch sehr zufrieden, aber ich glaube, sie erfüllen mittlerweile keine Sonderwünsche mehr.

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    Wie hoch sind denn deine Aufhängepunkte? Traditionelle Hängematten müssen glücklicherweise nicht so exakt aufgehängt werden wie Campinghängematten. Ich kann im Übrigen mexikanische Hängematten (aus frei beweglichen Strängen) als Bettersatz sehr empfehlen. Für mich sind sie deutlich bequemer als brasilianische Hängematten (aus fest verwebten Strängen).

    Wenn du dir ein Zelt kaufst, verlangst du dann, dass du es zwischen zwei Bäume hängen kannst, falls du mal keinen geeigneten Zeltplatz findest?

    Eine gute Hängematte ist für das Aufhängen konstruiert - nicht für das Aufstellen auf dem Boden. Es gibt Hängematten, mit denen man sowohl hängen als auch zelten kann (z.B. Cross Hammock oder Haven Tent) - aber dazu müssen immer Kompromisse gemacht werden. Grundsätzlich ist es möglich, jede Hängematte auch auf dem Boden aufzubauen (siehe z.B. die Anleitung von Hennessy), aber ich würde das tunlichst vermeiden, weil immer die Gefahr besteht, die Hängematte zu beschädigen.

    Mein Rat wäre: wenn du ohnehin alles neu anschaffen musst, überlege dir genau wofür du die Ausrüstung einsetzen willst. Wenn du davon ausgehst, häufig auf dem Boden schlafen zu müssen, schaffe dir ein gutes Zelt und eine gute Isomatte an. Wenn du wirklich hängen willst, plane deine Touren entsprechend und besorge dir ein gutes Hängematten-Set-Up. Wenn du wirklich auf eine Isomatte bestehst, kauf dir keine Gathered End Hängematte (also eine Hängematte, deren Liegefläche aus einem rechteckigen Stück Tuch besteht, dass an den Enden gerafft ist), sondern bestell dir lieber eine Brückenhängematte (z.B. Warbonnet Ridgerunner) oder eine 90° Hängematte (z.B. Cross Hammock oder Amok Draumr). Mit einer Isomatte in der GE Hängematte wirst du nicht glücklich, zumal du ja aus Komfortgründen zur Hängematte wechseln willst.

    Ansonsten kannst du Geld sparen, wenn du vor dem Kauf bei einem erfahrenerem Hänger probeliegen kannst. Wobei du nur das Geld für schlechte Ausrüstung sparst und vermutlich mehr Geld für gute Ausrüstung ausgibst. Von Amazonas habe ich noch keine bequeme Hängematte benutzt. Überhaupt ist es sehr unwahrscheinlich, dass du für 150 € zeitnah eine gute Netzhängematte bekommst. Khibu hat eine sehr brauchbare Hängematte für 145 € - aber ich musste selbst im Winter ca. 2 Monate auf meine Khibu warten. Jetzt, in der absoluten Hochsaison dürfte die Wartezeit deutlich länger sein.

    Was den Mückenschutz betrifft: es gibt Leute, die selten Probleme mit Mücken haben, und es gibt solche, die jede Mücke im Umkreis von 100 m anziehen. Ich gehöre zur letzteren Gruppe und werde nicht nur von Mücken geliebt, deshalb würde ich nie ohne Netz los ziehen. Wenn du aber zur ersteren Gruppe gehörst, kannst du dir die Ausgabe für ein Netz zunächst sparen.