Ich verwende seit Jahren Catch-All-Säcke. Angefangen habe ich mit den Hennessy Snake Skins, weil ich dachte, dass der Auf- und Abbau dadurch einfacher wird. Das war aber nicht der Fall. Später habe ich mir eine ebenfalls zweiteilige, aber deutlich größere Hülle von einem nicht mehr existierendem Hersteller gekauft. Das fand ich für zu Hause oder im stationären Camp praktisch - aber nicht zum wandern. Mein letzter Kauf war ein extra großer, einteiliger SLD Catch-All Sack aus Silnylon. Den benutze ich immer noch, habe mir aber mittlerweile mehrere Klone in anderen Längen genäht.
Zum in den Rucksack packen mag ich diese Hüllen nicht, denn ich verteile die einzelnen Teile lieber strategisch günstig im Rucksack -- und gefühlt nimmt die Wurst deutlich mehr Platz in Anspruch als die Einzelteile. Zu Hause ist es aber praktisch, die Wurst tagsüber in den Schrank (oder sonst wohin) hängen zu können. Wenn ich draußen schlafe und die Hängematte länger an einem Ort hängt, ziehe ich den Sack tagsüber über das komplette Set-Up (je nach Isolierung ist der Sackumfang von ca. 110 cm etwas knapp - meine nächste Hülle wird deutlich größer, damit ich nicht alles so stark komprimieren muss). Mir hat schon eine Katze an die Hülle gespritzt, und Vögel (unter dem Tarp!) drauf gekackt. Die Hülle kann ich einfach waschen, und weil sie wasserdicht ist, ist nichts auf Hängematte und Quilts gekommen. Außerdem wissen Fremde nichts mit einer Hängewurst anzufangen, wenn ich mal länger auf einem Campingplatz bleibe und tagsüber unterwegs bin.
Mit meiner Nutzung im Kopf würde ich folgendes sagen:
- fertige Hüllenlänge = Ridgelinelänge + mindestens 15 cm
jedenfalls wenn man die Hängematte verpackt hängen lassen will - Umfang mindestens 110 cm
sofern man einen 3-Jahreszeiten oder Winter Underquilt verwendet - eher mehr, wenn man zusätzlich Top Quilt / Schlafsack und Kissen ohne große Stopferei mit einpacken möchte - zum Installieren sind zwei große Öffnungen mit Zugkordeln an beiden Ende praktisch, aber für die tägliche Nutzung bleibt eine Seite permanent geschlossen.
- nachdem ich mir die Nähte aufgerissen habe, weil ich die Zugkordel als "Spannriemen" missbraucht habe, habe ich mir an die Enden kleine Gurtschlaufen genäht, in die jeweils eine Gummikordelschlaufe eingeknotet ist. Lasse ich die verpackte Hängematte hängen, hänge ich die Gummikordelschlaufen in die Aufhängung ein, damit der Inhalt nicht teilweise aus der Hülle rutscht.
- als Stoff würde ich immer einen wasserdichten Stoff wählen, weil der Inhalt dann einfach besser geschützt ist. Abgesehen davon bleibt die Hülle bei mir immer am Fußende, d.h. sie schützt die Hängematte bzw. den Underquilt an dieser Seite vor Regen. Zur Not kann ich das Tarp etwas mehr zum Kopfende hin aufhängen, wenn ich mehr Wetterschutz brauche als ich dabei habe.
- ein eigenes "Abteil" für die Aufhängung brauche ich nicht, weil die bei mir komplett abnehmbar ist und ich sie lieber separat verpacke.
Kompressionsriemen finde ich kontraproduktiv, denn dann hat man ein einziges großes, bretthartes Packstück das im Rucksack ungünstige Leerräume hinterlässt, die ich nicht nutzen kann. Aber wie gesagt finde ich auch, dass ich ein riesiges Packstück nie so effektiv packen kann, wie mehrere kleine Packstücke. Bei mir verkürzt sich auch die Auf- und Abbauzeit nicht. Eingesparte Zeit wird an anderer Stelle verbraten (z.B. damit, das Packstück in den Rucksack zu quetschen). Aber das geht vielleicht nur mir so.