Beiträge von grobinger

    Nachdem was ich so bisher aufgenommen habe, sind bequemere Hängematten zunächst mal größer und aus weniger dehnbaren Stoff. Das sind leider gleich zwei Parameter, die so ein Packmaß wenn auch nur leicht, aber denn noch erheblich anschwillen lässt.

    Und genau da irrst Du Dich imho, der Größenunterschied ist gar nicht so wirklich groß und auch eine 11 oder gar 12 Fuß Matte ist nicht so viel größer, als dass es ein totaler gamechanger wäre. Auf jeden Fall wäre mir persönlich der Komfortgewinn den geringen Mehrplatzbedarf wert und ich würde da erst einsparen, wenn alle anderen Einsparpotentiale ausgeschöpft wären. Meine persönliche Meinung, und Du machst das wie Du es für richtig hälst. Weil es hier ein Hängemattenforum ist kann man aber ja mal ne Diskussion vom Zaun brechen. ;) Die beste Ausrüstung ist natürlich die, die man schon hat, aber hier hätte sich die Gelegenheit geboten mal was neues zu probieren. Wenn Du Bock drauf hast kann ich Dir auch gerne mal ne Hexon 1.6 Matte schicken zum Probeliegen ;)

    Ich wage zu behaupten, dass die Notwendigkeit dafür gar nicht so groß ist. Hatte mir da anfangs auch Gedanken gemacht, aber es ist einfach kein praktisch relevantes Problem, vor allem wenn man eh noch shockcord-Schlaufen am Tarp hat.

    Habe nach langer Zeit wieder mal draußen in der Hängematte übernachtet.

    Hier ich auch! Nach der folgenschwer verunglückten Anreise zum Inseltreffen das erste mal wieder über Nacht im Wald gewesen. Dank vollkommen absurdem Wetter minimalistisch und unauffällig mit Sommerequipment im Tagesrucksack, habe aber ohnehin niemanden getroffen auf dem Weg. Schöne Lichtung gefunden und weil es so schön ist dann auch Cabriocamping ohne Tarp und sternenklare Nacht genossen und gepennt wie ein Stein. Gegen halb 7 geweckt worden von einem bellenden Rehbock, aber das war ganz recht so, wollte mich eh früh vom Acker machen. Ein Blick auf den sleep tracker meiner Uhr ergab sogar einen absoluten Bestwert was Schlafqualität angeht, na sowas!

    Vielen Dank für die vielen Posts. Ich suche eher eine "normale" Hängematte, also keine Cross Hammock. Gibt es da weitere Ideen? Muss da auch nicht Ultraleicht sein, einfach besser als Onewind. Sagen wir mal max. 600 Gramm.

    Den Rest kann ich auch woanders einsparen.

    LG

    Wie alle Vorredner ja schon treffend gesagt haben, Dehnung korreliert mit dem Stoffgewicht und da geben sich dann von der Dehnbarkeit ähnliche Stoffe einfach nicht viel. Ob Hexon 1.6 von , 40D von Warbonnet oder die OneWind ist eigentlich egal. Gewichtsunterschiede kommen dann zum Großteil von der unterschiedlichen Ausstattung wie zb. ein- oder doppelseitiger Reißverschluss, das shelf von der WB XLC usw. Einzig die Aufhängung ist bei Warbonnet bißchen schwer, aber die kannst Du ja je nach gusto austauschen und bist preislich immer noch sehr gut.

    Das Biwakieren ist häufiger zulässig. Die Grauzone besteht nun darin, ob Hängematten mit Tarp unter das Biwakieren fallen. Das ist halt nicht deutlich geklärt. Tarps sind in Berlin aber zum Beispiel beim Biwakieren verboten.

    Wie immer gilt, ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung, im Berliner Waldgesetz heißt es:

    Ein Tarpaufbau ist sicherlich eine zeltähnliche Lagerstätte, da beißt die Maus keine Abspannleine ab. Hingegen ist z.B. in den Landeswaldgesetzen von Bayern und Baden-Würtenberg explizit nur das Aufstellen von Zelten genannt und nur ein Zelt ist ein Zelt, ein Tarp mit oder ohne Hängematte eben nicht. Auch das Betretungsrecht des Waldes ist weitgreifend geregelt und hat zumindest in Bayern Grundrechtsrang (Art. 141 Abs. 3 BV), es ist dem Eigentümer bzw. Besitzer von Waldgrundstücken nur unter gewissen in erster Linie forstlichen und jagdlichen Vorraussetzungen erlaubt Waldgrundstücke zu sperren. Solange Du da nur liegst und pennst und nix kaputt machst dabei hat selbst der Eigentümer keine rechtliche Grundlage Dich vom Grundstück zu entfernen. Im BayWaldG heißt es so schön:

    Zitat


    Das Betreten des Waldes zum Zweck des Genusses der Naturschönheiten und zur Erholung ist jedermann unentgeltlich gestattet.

    Und was könnte genüsslicher und erholsamer sein, als in der Hängematte zu schlummern? ;)

    Die Mär von der rechtlichen Grauzone hält sich sehr hartnäckig durch ständige Wiederholung, wird aber dadurch nicht richtiger. Es ist nur insonfern eine Grauzone, als dass manche Gesetzgeber offenbar nicht an alles gedacht haben, aber irgendwie auch keine Anstalten macht, daran etwas zu ändern. Ist ja auch nicht so dass es im Wald vor tarpierenden Bushcraftern nur so wimmelt. Die Probleme dürften in erster Linie an gewissen hotspots bestehen, die aber eh dann anderweitig durch Ausweisung von Schutzgebieten oder Erlass einer Verordnung durch die jeweilige Kommune abgefangen werden können oder die Leute aufgrund von Müll, Feuer und/oder Lärm ohnehin im Ordnungswidrigkeitenbereich agieren.

    Wie gesagt, ein Blick ins Gesetz und man weiß was man darf und das ist in vielen Bundesländer auch gar nicht mal so wenig. Was praktisch passiert steht natürlich auf einem anderen Blatt und ich würde auch sagen, dass es zumindest anständig ist, sich ein anderes Plätzchen zu suchen wenn irgendwen die eigene Anwesenheit stört. Meine Begegnungen mit der Obrigkeit und Waldbesitzern verliefen nach teilweise anfänglicher Skepsis aber immer positiv. Einfach anständig verhalten und gut.

    Meiner Meinung nach ist die Sachlage ziemlich klar: sofern es nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist das Übernachten im Wald - auch in Schutzhütten - bestenfalls eine Grauzone.

    Juristische Spitzfindigkeit: Die Sachlage ist in Deutschland eigentlich genau anders rum, solange etwas nicht explizit verboten ist, ist es erlaubt.

    Macht die Sache auch nicht legaler und zeigt das du einer von denen bist, die keinen Respekt vor der Natur haben.

    Ich erinner Dich daran, wenn das nächste hot tent video bei Dir online geht oder die Bushbox lodert (ja, auch Spiritus und Gaskocher ist eine offene Flamme und damit illegal im Wald). Daran ob etwas in Deutschland legal ist, würde ich nicht unbedingt beurteilen wie störend der Eingriff in die Natur ist. Wenn ich im Winter nachts im wenig frequentierten Wald hänge (legal) und meinen Tee schlürfe und meine Instand Nudeln koche beunruhige ich das Wild sicher mehr, als derjenige der im Siebengebirge am Rheinsteig in einer Schutzhütte pennt, wo tagsüber hunderte bis tausende Mensch vorbeikommen und das Wild die Menschen auch einfach gewöhnt ist oder sich da eben sowieso nicht mehr blicken lässt. Ich vermute auch, dass das der Grund ist warum die zuständige Behörde da draufgehauen hat, weil das einfach eine stark frequentierte Gegend ist und man aus "wenn das jeder machen würde!"-Gründen ein Exempel statuieren wollte und eben genau nicht weil das ein besonders sensibles Ökosystem wäre, das einen einzigen müden Wanderer in einer Schutzhütte nicht verkraften würde. Die Welt ist leider nicht so schwarz-weiß wie man das manchmal gerne hätte...

    Edit:

    Und bitte nicht falsch verstehen, ich persönlich würde micht auch nicht in ein Naturschutzgebiet hängen. Ich finde nur die große Empörung über diesen Typen einfach albern. Jeder soll mal vor seiner eigenen Haustür kehren und das eigene Verhalten reflektieren, da ändert sich dann mehr zum positiven als wenn alle mit dem Finger auf den bösen Influencer zeigen, der in Wahrheit jetzt auch nix dramatisch schlimmes getan hat.

    Darum sagte ich ja:

    Es gillt immer: Schutzgebiete sollten zum Schutz der Wildtiere bei Dämmerung verlassen werden.

    Fragst Du die zuständigen Behörden auch bevor Du Deine Bushbox anfeuerst? Wir bewegen uns mit unserem Hobby alle mehr oder weniger in rechtlichen Graubereichen, die nur deshalb nicht schlichtweg illegal sind, weil der Gesetzgeber keine Campinghängematten kennt. Deswegen finde ich die Häme jemandem gegenüber nicht angebracht, der zwar etwas möglicherweise illegales getan hat, aber im wesentlichen nichts schlimmeres getan hat als fast alle hier. Das Wild beunruhigst Du auch durch Deine pure Anwesenheit in Nichtschutzgebieten, deswegen bellen die Rehviecher ja zb.

    Das musst du die zuständige Behörde fragen. Nach meinem Verständins gilt das für die Zeit von Einbruch der Dämmerung bis Sonnenaufgang. Tagsüber kann man die Hütten so lange nutzen wie man mag.

    Das entspricht sicher nicht der Rechtslage. Für das verbotene Lagern kommt es ja nicht auf die Tageszeit an, davon ist in den einschlägigen Rechtsgrundlagen nichts zu lesen.

    Naja, in einem Naturschutzgebiet zu übernachten, sich dabei zu filmen und auch noch zu sagen wann und wo man gerade ist, ist nicht so klug. Ich denke mal da wollte die Behörde ein Exempel statuieren damit Nachahmer abgeschreckt werden.

    Er hat allein in Schutzhütten übernachtet, nicht in einem hochsensiblen Ökosystem mit nem Dutzend Kumpanen campiert und gelagerfeuert. Was in der Gegend auch vollkommen üblich ist, zb. verläuft genau da ja auch zb der Rheinsteig. Unabhängig von der Rechtslage fällt es mir da auch schwer, einen moralischen Vorwurf zu konstruieren.

    ... und das ist gut so — wobei die Strafe wahrscheinlich zu niedrig war: Unser Rechtssystem ist einfach nicht darauf vorbereitet, dass man mit lautem Gejammer über Geldbußen am Ende noch Gewinn machen kann.

    Sorry aber das ist doch in diesem konkreten Fall Quatsch. Der Betreffende hat nix anderes gemacht, als die allermeisten hier auch so treiben und die Rechtsauffassung der Behörde war durchaus sagenwirmal recht kreativ. Das derjenige sich darüber aufregt fande ich zumindest legitim und die verhängten Ordnungsgelder waren in einem Rahmen, für die ein kleiner Youtube viele Jahre lang Übernachtungsvideos produzieren muss ^^