Beiträge von Morti75

    Hallo,

    gestern habe ich mich wieder auf den Weg in die Pfalz gemacht, dieses Mal mit Frau, Tochter und Hund. Für die "erste Nacht" meiner Drei Begleiter auf einem Trekkingplatz, haben wir uns den Platz 13 - Frankenstein ausgesucht. Der ausschlaggebende Grund war allerdings, dass sonst niemand dort gebucht hatte und wir nicht wussten, wie unser Hund sich auf so einem Platz verhält. Ein Test ohne weitere Gäste hielten wir da für angebracht.

    Frankenstein ist ein kleiner Ort zwischen Kaiserslautern und Neustadt / a.d.Weinstraße. Laut den Informationen, die man zur Buchungsbestätigung erhält, ist der Startpunkt der Parkplatz am Bahnhof Frankenstein. Dort angekommen fanden wir aber keinen Parkplatz und das Bahnhofsgebäude ist Aufgrund Sanierungsmaßnahmen geschlossen. Man kann aber direkt an der Hauptstraße auf beiden Seiten unbegrenzt parken.

    Die Koordinaten hatte ich zuvor bereits in unser Navi eingegeben und los ging es Richtung Trekkingplatz. Nach kurzer Wegstrecke auf einer Teerstraße geht es rechts auf einen steilen Pfad, welcher aber nicht ausgeschildert und ohne Navi kaum zu erkennen ist. Dieser Pfad schlängelt sich immer aufwärts und ist wie aus dem Bilderbuch. Tolle Kieferwälder, große Sandsteinformationen, aber stets stramm bergauf. Bis zum Camp muss man knapp 200hm überwinden, was bei den Temperaturen schon ziemlich mühsam war, vor allem für meine Tochter.

    Kurz vorm Ziel leuchtet schon das Toilettenhäuschen aus hellem Holz uns entgegen und nach etwas kraxeln durch frisch gefällte Baumkronen stehen wir mitten auf dem Platz. Dieser Anblick entschädigt für die Mühe des Aufstiegs und wir sind total begeistert. Eine schön angelegte Feuerstelle in der Mitte des von Laub befreiten Platzes. Hier gibt es genug Möglichkeiten für Hängematten und wir entscheiden uns direkt für 4 Bäume, die wir in unser Lager verwandeln.
    Nachdem wir unsere Matten und Tarps aufgebaut haben, inspizieren wie den Platz und die nähere Umgebung. Das Toilettenhäuschen ist sehr sauber und gepflegt, es liegen Späne zum abdecken bereit. Einziger Kritikpunkt: die Tür geht nicht zu, da die Knie im Weg sind. Dummerweise ist die Türseite auch noch zur Feuerstelle zugewandt, was evtl. unangenehm sein kann. Da wir alleine waren, war das aber kein Problem. Der Platz liegt sehr schön auf einer Ebene, die großen Bäume spenden Schatten und überall liegen Sandsteine. Es gibt einen Kasten mit Logbuch, in das wir uns auch gleich eintrugen.

    Jetzt ging es daran, Feuerholz zu sammeln. Wir hatten uns bei Abfahrt über die Waldbrandwarnstufe informiert und für dieses Gebiet lagen derzeit keine Warnungen vor. Auch auf der Homepage stand, dass derzeit keine Waldbrandgefahr besteht. Feuerholz gibt es zur Genüge, man muss es nur aufsammeln. Das Feuer brannte schnell und wir machten uns an die Zubereitung des Abendessens.
    Durch Knurren unseres Hundes wurden wir plötzlich auf Besuch aufmerksam. Der Platzwart kam mit dem Fahrrad zu uns und stelle sich höflich vor. Er wies uns darauf hin, dass wohl doch erhöhte Brandgefahr bestand und wir sollten doch bitte das Feuer klein halten und nach Beendigung des Essens löschen. Nach kurzem Gespräch und Begutachtung unserer Hängematten war er auch schon wieder verschwunden.

    Die Hitze und die Zubereitung des Abendessens offenbarte uns, dass wir wohl zu wenig Wasser dabei hatten. Ok, also muss der Papa wohl zur Quelle laufen und die Vorräte auffüllen. Die Koordinaten der nächsten Quelle sind ebenfalls im Infoschreiben angegeben. Diese befindet am Wormser Deich und soll 500 Meter entfernt sein (500 Meter meinte ich irgendwo gelesen zu haben, es steht nicht im pdf). Auf dem Navi konnte ich erkennen, dass die Quelle eigentlich direkt gegenüber des Platzes liegt. Da kann man doch bestimmt den Hang runter rutschen und somit abkürzen....das funktionierte aufgrund des unwegsamen Geländes eben nicht und ich musste auf dem Waldweg zur Quelle laufen. Die ganze Aktion dauerte dann fast 2 Stunden und war sehr anstrengend. Ist doch eigentlich logisch, dass die Quelle an einem Weiher/Teich im Tal liegen muss ;-). Die 500 Meter sind korrekt, aber halt leider Luftlinie.

    Zur Schlafenszeit hangen wir noch unsere Vorräte an die Bäume, um diese vor Mäusen zu schützen. Vor 2 Wochen hatte ich auf einem anderen Platz bereits Lehrgeld gezahlt und unfreiwillig die Mäuse gefüttert.
    Meine Tochter lag in ihrer TTTM Double, mit DD Hammock Underblanket und Moskitonetz, meine Frau und ich jeweils in einer Amok Draumr 3.0 mit Amok-Tarp. Der Hund einfach auf seiner Decke auf einem Groundsheet unter meiner Matte. An Schlaf war allerdings nicht zu denken, denn der Hund musste sämtliche Geräusche mit lautem Knurren kommentieren. Meine Tochter bekam daraufhin Angst, dass Tiere in unser Lager eindringen und uns was antun könnten. Es halfen auch keine beruhigenden Worte und somit wurde die Draumr in eine 2 Personen-Matte umfunktioniert. Das war natürlich mehr als unbequem und so lag ich die meiste Zeit wach und wartete auf den Sonnenaufgang.

    Um 6 Uhr war es dann soweit und wir konnten endlich aufstehen. Nach dem Frühstück packten wir dann gleich zusammen und machten uns auf den Rückweg nach Frankenstein.

    Trotz der "Umstände" hatten wir unseren Spaß und werden auch noch andere Plätze ausprobieren. Beim nächsten Mal werden wir uns aufteilen, Tochter und Hund bleiben bei Oma und Opa, meine Frau und ich auf dem Trekkingplatz ;)

    [USER="4216"]Musikologe[/USER]
    Auf Deine Frage, ob dieser Platz für Einsteiger geeignet ist, kann ich ohne Einschränkung mit ja antworten. Du wirst begeistert sein von der schönen Natur rund um das Lager. Viel Spaß!

    Viele Grüße
    Andreas

    PS: Fotos folgen gleich, muss ich von der Cloud hochladen

    Bei mir haben sie auf dem Platz in Eußerthal gewütet. Exped-Bag durchgenagt und Nüsse angeknabbert. Der Bag war im verschlossenen Rucksack am Baum aufgehangen, so in etwa 1,50 Meter Höhe. Der Rucksack blieb zum Glück verschont....

    Danke Euch beiden,

    den Hund in die Matte mit reinnehmen fällt aufgrund des Gewichtes von knapp 40 Kilo aus ;-), das hatte ich auch nicht geplant. Bei der nächsten Tour werde ich ihm eine Unterlage mitnehmen und ein kleines Tarp darüber spannen, Fotos und Bericht folgen....

    An ein Zelt habe ich auch schon gedacht, aber ich weiß nicht ob er das kaputt macht wenn er draußen was hört.

    Hallo,
    eigentlich folgt mir mein Hund wie ein Schatten. Bisher habe ich ihn bei den Touren mit Übernachtung nicht mitgenommen (waren ja auch erst wenige), weil ich nicht wusste, wie er sich verhält wenn das Herrchen nicht neben ihm liegen kann.
    Wie handhabt ihr das? Liegt der Hund unter Eurer Hängematte? Meiner ist ziemlich wachsam und hätte ja so freie Sicht auf alles was sich nachts so bewegt......

    Danke und Grüße
    Andreas

    Danke,

    meinst Du, man könnte den Stand für eine Draumr benutzen?

    Hab mal einen Thread dazu im englischen Forum aufgemacht, vielleicht hat das schon mal jemand versucht.....

    Ein wirklich schöner Bericht, Morti, die meine Erfahrungen mit der DD Frontline nahezu zu 100% bestätigen: Zum abhängen okay, zum wirklichen schlafen einfach zu kurz! Und sobald man einmal in einer längeren Matte gelegen hat, ist die DD plötzlich längst nicht mehr so gemütlich...

    Wie ist dein bisheriger Eindruck vom DD Underblanket (UQ)?
    Meiner Meinung nach ist er für den Sommer okay (wenn man nicht auf's Gewicht achtet), allerdings ab ca 12 Grad wird es recht frisch...

    Besten Gruß
    Tobi

    Danke,

    naja, das Underblanket hatte ich in Mengerschied dabei, da waren es nicht weniger als 10 Grad in der Nacht. Gefroren habe ich nicht, aber ein Urteil zur Tauglichkeit bei niedrigen Temperaturen kann ich nicht abgeben. Ansonsten macht es einen guten Eindruck, Haptik und Qualität passen (Preisleistung).

    Hallo,

    um das hier noch zum Abschluss zu bringen und evtl. andere Neulinge vor Fehlkäufen zu bewahren:

    die DD Frontline war bzw. ist an sich bequem um darin zu lesen oder gemütlich abzuhängen. Um darin zu schlafen hat sie mir nicht getaugt, ich habe es mehrfach versucht und so gut wie kein Auge zugetan. Das ich es nicht gewohnt bin, hat sicherlich auch damit zu tun, aber der Hauptgrund ist wohl die Hängematte (zu kurz, zu eng). Jedenfalls hatte ich ja auf dem Forumstreffen genug Testmöglichkeiten und meine Frau und ich haben uns für 90 Grad Matten entschieden. Meine Tochter ist mit einer TTTM Double glücklich und schläft sogar Zuhause darin ;)

    Fazit: erst mal bei den alten Hasen gucken, testen und sich die Tips zu Herzen nehmen!

    Grüße
    Andreas

    Guten Morgen,

    ok, wir starten in Annweiler am 07.07. und gehen am nächsten Tag nach Eußerthal, Sonntags wieder nach Hause. Habe für 3 Personen gebucht, ein Bekannter aus dem Bushcraftforum schließt sich noch an. Würde gerne die Burgruinen usw. anschauen.
    Rolf, willst Du bei mir mitfahren? Wir könnten uns in Wiesbaden am HBF treffen?