Beiträge von Cross Hammock

    Einige von euch wissen es schon, doch jetzt will es hier offiziell ankündigen: Mein Shop Cross Hammock ist seit ein paar Tagen online. Alles ist sicherlich noch nicht perfekt, ein paar Einstellungen und Anpassungen fehlen noch, aber prinzipiell funktioniert er. Ihr seht, ich beginne langsam als Kleinunternehmer und warte ab, wie sich die Dinge entwickeln. Und ich bin natürlich gespannt, was ihr dazu sagt!

    Noch sind alle stillstehenden Gewässer tiefgefroren - der Wetterbericht kündigt aber an, dass es ab nächster Woche wärmer wird. Bodenschoner und ich haben uns deshalb sehr spontan gestern zum Hang Out verabredet und die gleiche Stelle an der Havel aufgesucht, die ich schon einmal im letzten Dezember angetestet hatte, wenn auch unter 15 Grad wärmeren Bedingungen. Zu den Temperaturen von -11 Grad kam eine Vollmondnacht, die schöner kaum sein konnte.

    Gegen 21:30 tauchte dann auch André auf - mit der Arbora-Winterhängermatte, die ich bei der Gelegenheit auch probiert habe und sehr bequem empfand. Ein Bericht über die Matte von André soll noch folgen.

    Ich habe wie Immer in meiner Cross Hammock geschlafen, mit abzippbarem Moskitonetz, damit ein kleiner Wärmeraum entsteht. Auf Tarps haben wir verzichtet.

    Da ich nur in Merinounterwäsche geschlafen habe, wurde mir gegen 6 Uhr frisch und ich bin aufgestanden - bei noch immer strahlendem Vollmond.

    Das Anzünden des Ofens im Zelt verlief problemlos, aber nach kurzer Zeit bildete sich Ruß am Dämpfer, der das Rohr verstopfte und erst mal abgeklopft werden musste. Dann funktionierte der Ofen wieder.

    Unser Fazit: diese Nacht wird uns - wenn hoffentlich bald wieder wärmere Bedingungen herrschen - als letzte Wintererfahrung sicher noch lange in Erinnerung sein!

    Da ich keine Türen am Tarp verwende, kann ich nur was zur Abspannung mit den LineLocs sagen. Ich kann dich in dieser Entscheidung nur bestärken! Ich finde es erstens auch viel praktischer, die Schnüre an den Tarpecken zu justieren, als dafür in Bodennähe herumzukriechen. Außerdem stecken die LineLocs die vom Tarp ausstrahlenden Kräfte locker weg - auch unter windig-nassen Bedingungen. Man muss nur darauf achten, dass die Schnüre nicht durchrutschen, wie z.B. das gelbe 1,75-mm-Dyneema-Zing-it-Material von Dutch oder Treegirl. Ich benutze das allerdings und behelfe mir gegen die Rutschneigung mit einer Schlaufe am losen Ende.

    Ich muss gestehen, dass ich mir diese Taupunkt -Diskussionen schon manches Mal durchgelesen habe, aber für mich nichts Praktisches draus lernen konnte. Wie soll das von dir empfohlene dosierte Zudecken denn praktisch aussehen? Ich habe nur einen Schlafsack mit - und der hat aus Isolationsgründen keinen Reißverschluss. Weiter zudecken ist also unmöglich, aber bei mir auch nicht nötig. Man rutscht in den Schlafsack, freut sich, wenns warm geworden ist und schläft ein. Auch bei Shug, der irgendwo davon erzählt hat, 11 Stunden am Stück zu schlafen, kann ich mir nicht vorstellen, dass er nachts mehrmals die Isolierung verändert. "As you go" - o.k. - aber nicht "as you sleep". Und schwitzen bei Minusgraden war bei mir noch nie ein Thema.

    Die Beachtung des Taupunktes ist bei richtig kalten Bedingungen von Belang. Dafür muss es so kalt sein, dass die vom Schläfer abgegebene (feuchte) Wärme auf dem Weg nach draußen bereits innerhalb des Schlafsacks kondensiert und dann gefriert. Dann hat man ein richtiges Problem, denn diese Nässe kriegt man nur durch ausgedehnte Trocknung wieder raus. Dafür wäre ein Hot Tent wie meins nötig. Und das müsste man wahrscheinlich einen halben Tag beheizen. Die ganz harten Wintercamper reagieren auf diese Bedingungen, indem sie innen in den Schlafsack eine Plastiktüte o.ä. stecken, also im eigenen Saft kochen und damit den Feuchtigkeitstransfer durch den Schlafsack verhindern.
    Aber solche Bedingungen hatte (und suche) ich nicht. Die Nässe bei mir kam von der Atemluft, die nur bis zum Moskitonetz entweichen konnte und dann dort und auf dem Schlafsack kondensierte und anfror.

    Danke für eure Rückmeldungen. Was die Zeltkonstruktion um die Hängematte betrifft, barfuß, habe ich mir tatsächlich schon Gedanken gemacht. Der Wawhiker benutzt eine solche Konstruktion. Aber ich werde das aus mehreren Gründen lassen. Einmal brauchte es für meine Crosshammock Hängematte eine ganz andere Raumlösung als bei einer gathered end Hängematte. Ein über die Ridgeline gespanntes Tarp mit Türen, das bis zum Boden reicht, brauchte eine ganze Menge mehr Stoff und böte doch keine Möglichkeit, den Ofen im Liegen zu befeuern. Vor dem Ofen habe ich auch einen Heidenrespekt, denn der wird richtig heiß. Eine Berührung mit einem Nylonstoff und das wars. Ich habe deshalb auch nie erwogen, ein Tipi aus Nylon zu nähen. Außerdem mag ich es doch auch, im Kalten zu schlafen. Die Nacht im Harz ohne Tarp war auch deshalb so schön, weil ich immer wieder den nur durch Netz getrübten Blick in den Sternenhimmel genießen konnte. Das hat mich tatsächlich mehr vom Schlafen abgehalten als die Kälte. Mein DIY-Schlafsack ist aber auch wirklich sehr warm.
    Der Tipp mit dem Gefriertrocknen ist gut, funktioniert aber nur bei trockener Kälte. ich habe mir den Schlafsack wahrscheinlich vermeidbarerweise nass gemacht, weil ich ihn mit ins warme Zelt genommen habe. Aber irgendwie war die Nacht obwohl sternklar doch auch feucht. Normalerweise lasse ich, wenn der Wetterbericht keinen Niederschlag verspricht, auch die Kamera immer draußen, weil ich manchmal per Handyverbindung aus dem Liegen raus noch Bilder machen will. So auch diesmal. Am nächsten Morgen sah die Kamera dann so aus - und ich hab erstmal einen kleinen Schreck bekommen.

    Ist zwar nichts passiert, die Kamera hat nach dem Anschalten sofort funktioniert, nur das Objektiv musste geputzt werden. Aber es zeigt, dass es trotz der Minustemperaturen bei klarer Luft doch wohl Feuchtigkeit in der Luft gegeben hat.

    Was mir bei den Übernachtungen unterm Netz auffiel, ist, dass der Schlafsack doch eine ganze Menge Kondenswasser abbekommen hat. Nachdem ich ihn mit ins warme Zelt genommen hatte, taute das auf und er war klitschnass außen. Ich habe mich nicht groß drum gekümmert, denn ich konnte ihn nach der Tour zu Hause trocknen. Aber wenn man eine längere Wintertour unternimmt, muss man Wenn möglich entweder aufs Netz verzichten oder jeden Tag eine längere Trockenphase einplanen. In meinem Fall wäre das mit dem Zelt auch möglich, kostet nur einiges an Zeit.

    Du, Boundry Waters hast ja noch bei viel kälteren Temperaturen in der Hängematte übernachtet. Ist es tatsächlich so, dass man die trockene kontinentale Kälte besser erträgt? Hast du da einen Vergleich? Ja und die Bilder, Bernd, keine Ahnung was da los ist. Probleme hatte ich damit - im Unterschied zu manchen anderen eigentlich nie. Vielleicht mal abwarten bis das System upgedatet wird. Boundrys Bild wurde ja auch nicht genommen.

    Da es gerade so aussieht, als würde der Winter doch noch in Gang kommen, nutze ich die Gelegenheit, euch von zwei Hängemattenübernachtungen bei strammen Minusgraden zu berichten.
    Die erste war auch die kälteste bei -13 Grad und fand im tschechischen Isergebirge statt. Ich hatte ein Tarp aufgespannt, obwohl ich wusste, dass es keinen Schnee geben würde.

    Da es auch keinen Wind gab, war der Schutzeffekt gleich Null. Vor diesem Hintergrund habe ich bei der zweiten Tour im Harz von vornherein kein Tarp benutzt, wohl aber mein ofenbeheiztes Tipi aufgestellt, das mir am Abend und auch am nächsten Morgen als Wärmezone diente.

    In beiden Fällen habe ich eine meiner neuen Netzhängematten verwendet.


    Wie auf den Bildern zu erkennen, hat sich im Moskitonetz jede Menge Atemluft gesammelt und ist dort festgefroren. Das war insofern nicht ganz angenehm, als beim morgendlichen Aufstehen erst einmal ein kleiner Eisregen auf mich niederging, Als ich den Schlafsack verlassen hatte - die Outdoor-Dusche sozusagen...


    Auch der Mattenstoff war völlig vereist.


    Da es aber sonnig war und das Zelt in unmittelbarer Nähe stand - das freilich erst mal geheizt werden musste -, habe ich beide Morgende in guter Erinnerung. Wovon es leider keine Fotos gibt, ist die zweite Nacht im Isergebirge, in der ich eine Hängematte ohne Netz benutzt habe. Obwohl die Nacht wärmer war (-6°), ist sie mir als deutlich unangenehmer in Erinnerung. Das lag vor allem daran, dass das schützende Moskitonetz fehlte, das wie eine Klimascheide wirkt, die besonders beim Atmen spürbar ist. Unter dem Netz entsteht ein deutlich wärmerer Raum als beim direkten Kontakt mit der Nachtluft, die doch sehr in den Lungen stach, sodass ich immer wieder mal aufgewacht bin.
    Was habt ihr für Erfahrungen in der Hängematte bei Minusgraden gemacht?

    Der Stoff dehnt sich bei beiden Materialien in diagonaler Richtung ziemlich stark. In Richtung Kette oder Schuss ist die Dehnung geringer. Und bei Regen fällt dieser Effekt natürlich noch stärker ins Gewicht, obwohl ich das Membrane-Tarp noch nicht bei Regen benutzt habe.
    Was den zweiten Punkt betrifft, halte ich deine Überlegung für stichhaltig. Bänder aus dem Tarpmaterial zu schneiden, vierfach zu legen und doppelt zu säumen macht Arbeit, die man sich spart, wenn man Gurtband von der Rolle verwendet. Außerdem erweckt man bei Tarpschlaufen aus Gurtband den Eindruck von Haltbarkeit, der natürlich in die Irre führt, denn Tarps gehen nicht kaputt, weil die Gurtband-Abspannung reißt, sondern im Zweifelsfall doch eher der dünne Stoff dahinter. Ich werde jedenfalls aufmerksam verfolgen, wie sich das neue System bewährt. Der erste Eindruck ist jedenfalls sehr gut, sowohl von der Festigkeit der Abspannpunkte als auch vom Gewicht der Gesamtkonstruktion her.

    Ja schade, vielleicht hast du recht und jemand macht einen Thread Berliner Hängemattentreffen o.ä. auf, der dann nicht nur eine spezielle Zusammenkunft behandelt, sondern fortlaufende Treffen thematisiert. Ich hätte an einer solchen Institution Interesse, obwohl sich wahrscheinlich keine strenge Regelmäßigkeit erzielen lässt.
    Das Tarp habe ich so zugeschnitten, dass meine Querhängematte gut davon geschützt wird. Starke seitliche Winde mit Schneefall oder Regen wettert man damit vielleicht nicht ab, aber Dauerregen ist kein Problem. Die Maße sind 295 x 225 cm, das Material ist Membrane. Ich habe bisher ein gleich großes Tarp aus Silnylon gefertigt und muss sagen, dass mir beide Materialien gefallen. Membrane ist ein Quäntchen leichter, aber dehnt sich dafür auch etwas mehr. Der große Unterschied in der Verarbeitung besteht darin, dass ich neuerdings darauf verzichte, Gurtband zu vernähen. Ich habe statt dessen den Stoff an den Ankerpunkten dreifach verstärkt und die Line Locks mit einem Band aus vierfacher Stofflage des gleichen Materials vernäht. Ich habe noch nie verstanden, warum von sogut wie allen Tarp-Herstellern hier Gurtband vernäht wird, das im Vergleich zu den empflindlichen Tarpstoffen mehr Robustheit suggeriert als die Konstruktion effektiv aushalten kann. Im Fall meiner Verarbeitung wirkt das Tarp wie aus einem Guss. Der Zug von den Abspannschnüren wird meinem Empfinden nach auch viel besser an den Hauptstoff übertragen und es kommt nicht mehr zu den gedehnten Nahtlöchern anderer Tarps, bei denen Gurtband verwendet wurde.

    Hier kommt der Bericht von unserer Hängeaktion oberhalb der Havel. Leider waren wir nur zu zweit, und die Bedingungen waren bei +7° C und leichtem Nebel auch kaum winterlich zu nennen. Spaß hat es aber definitiv gemacht. Das lag nicht allein am Abhängen in der Querhängematte, sondern auch am Zelt, das ich dabei hatte und das uns einen ebenso heimeligen wie warmen Rückzugsraum und Ess- und Kochplatz bot.

    Fällt euch, außer dass man von der Hängematte leider nur wenig erkennt, an dem Bild was auf? Die Aufnahme wurde 20 Sekunden belichtet - und doch verlässt kein einziger Funke in dieser Zeit das Ofenrohr! Obwohl das andere Förster als Peter Wohlleben sicher nicht so sehen, kann man mit diesem Setup gefahrlos im Wald Feuer machen und sich etwas kochen.

    Und das, obwohl wir ganz schön eingeheizt haben. Ich hab das Zelt und den Ofen jetzt ein knappes Jahr und habe erst jetzt realisiert, wie effektiv der am unteren Rohr eingebaute Funkenfänger die Glut zurückhält. Am oberen Ende, 2,10 m über der Brennkammer, ist die Temperatur der Gase soweit gesunken, dass nichts mehr glüht. Der andere Effekt des langen Rohres besteht darin, dass das Zelt im Nu mollig warm wird, wir haben den Abend bei 30° C und im Hemd verbracht. In einer Woche kommt das Zelt im Schnee zum Einsatz, mal sehen, wie es sich dann verhält.

    Selbst für die Verkündung der Papstwahl wäre das Zelt nicht ungeeignet.
    Heute Morgen stellte sich die Szenerie dann so dar:


    Und zum Schluss kommt hier noch eine Aufnahme meiner jüngsten Cross Hammock-Kreation mit abzippbarem Netz und farblich passendem Tarp, das nur 250 g wiegt.


    Obwohl es wie gesagt nicht kalt war, ist mir beim nächtlichen Wasserlassen doch aufgefallen, dass das Binnenklima unter dem Moskitonetz noch einmal ein paar Grad wärmer war als die Außentemperatur. Allerdings war die Nacht auch fast windstill. Mehr Infos über Tarp und Cross Hammock findet ihr (hoffentlich) bald auf meiner Webseite.

    Ja wirklich schade, dass ihr beide nicht mitkommen könnt. Leider sind wir nicht so flexibel, dass wir innerhalb einer Woche umdisponieren können und werden also morgen zu unserer mini-Expedition aufbrechen und dann berichten. Falls das Wetter es zulässt, will ich versuchen, paar halbwegs ansprechende Bilder zu machen.

    Hab noch mal ein Bild gemacht, um die Reparatur zu veranschaulichen. In etwa zehnfacher Vergrößerung sieht die reparierte Stelle etwas martialisch aus, aber sie fällt auf der schwarzen Jacke in natura fast nicht auf. Das Positive daran: Seam Grip ist extrem dehnbar, d.h. an dieser Stelle reißt garantiert nichts ein oder franst aus. Die Jacke wurde seitdem auch schon mehrmals gewaschen, ohne dass die Reparatur dadurch irgendwelchen Schaden nahm.

    Tear Aid kenne ich nicht, habe aber sehr gute Erfahrungen mit Seam Grip gemacht. Bei mir handelte es sich um ein ca. 5 mm großes Brandloch in einer Softshelljacke. Das Loch habe ich zunächst mit passendem Garn gestopft und dann einen Tropfen Seam Grip aufgetragen. Der sickert in das Material ein und bildet nach dem Trocknen eine transparente Versiegelung, die wasserdicht und elastisch ist. Dieses Verfahren würde wahrscheinlich auch bei deinem Riß funktionieren. Erst stopfen, dann versiegeln.

    Unser Hängetermin rückt näher - und das Wetter verspricht leider feucht und nur mäßig kalt zu werden. Damit wir es trotzdem gemütlich haben und nicht gleich unterm Tarp verschwinden müssen, habe ich gestern mein DIY-Baumwollzelt vergrößert und werde das nebst Zeltofen mitbringen. Wir können also noch zusammensitzen und uns was kochen - auch wenn es regnen sollte.