Vielleicht bin ich falsch informiert, aber aus meiner Sicht meint der Begriff "wasserabweisend" etwas anderes: Er meint, dass Wasser auf der Oberfläche abperlt. Das kann durch Silikon geschehen, wird aber oft auch durch eine DWR-Imprägnierung erreicht, die immer wieder mal aufgefrischt werden sollte. Über die Wasserdichtigkeit sagt der Begriff nichts aus.
Wenn Silnylon Wasser durchlässt, dann hängt das damit zusammen, dass die wenigsten Stoffe 100% wasserdicht sind. Wie du schreibst, wird die Wasserdichtigkeit in Millimetern Wassersäule angegeben. Bei 2000mm Wassersäule treten in einem genormten Rohr bei genormter Füllgeschwindigkeit bei 2000mm Wasserdruck in einer bestimmten Zeit drei Tropfen Wasser durch den Stoff. (Angaben aus der Erinnerung. Hier weitere Details dazu.)
Ich teile auch die Erfahrung, dass Silnylon nicht komplett wasserdicht ist. Ich bin aber etwas erstaunt, dass der Druck auf meine Daunensachen unten im Rucksack so gross zu sein scheint, dass tatsächlich nach einiger Zeit im Starkregen etwas Feuchtigkeit durch den Stoff des Beutels gelangt. Jedenfalls hatte ich letztes Frühjahr diese Erfahrung gemacht. Ich zitiere aus meinem E-Mail an Exped:
«Vor einigen Tagen war ich unterwegs (...) und wurde stark verregnet. Dabei ist einiges an Wasser in den Rucksack eingedrungen und im Inneren nach unten geflossen. Mein Daunenquilt war ordnungsgemäss im Schnozzel Pumpbag zuunterst im Rucksack versorgt. Als ich den Daunenquilt am Abend aus dem Sack nahm, war dieser an der Oberfläche an einigen Stellen ziemlich nass. Das Gewebe des Pumpbags mag wasserdicht sein, aber die Wassersäule dürfte sehr niedrig sein. Als wasserdichter Kompressions-Packsack ist er also nur bedingt zu empfehlen.»
Hier die Antwort von Exped:
«Es tut uns leid, wenn dir eines unserer Produkte Sorgen bereitet. Wenn das Ventil geschlossen und der Rolltop 3x gerollt ist, sollte der Schnozzel tatsächlich wasserdicht sein. Klar ist er mit dieser Wassersäule und dem einfachen Rolltop nicht unterwasserdicht, aber als Schutz im Rucksack ist die Wassersäule des UL völlig ausreichend. Vielleicht testest du das noch mal unter ähnlichen Bedingungen, indem du den Schonzzelbag gefüllt mit Zeitungspapier oder ähnlichem ordentlich verschlossen für ein paar Stunden in ein nasses Handtuch einwickelst. Wenn er durchlässt, kannst du ihn noch wie einen Veloschlauch im Wasserbad auf ein Loch testen. Das liesse sich dann mit Tear-Aid Kit Typ A von beiden Seiten verkleben. Das gibt es im Outdoorfachhandel oder im Internet zu kaufen. Wenn der Schnozzel auch kein Loch hat, kannst du ihn uns gerne über deinen Exped Händler zur Reklamation einschicken. Uns würde dann vor allem interessieren wo genau er die Feuchtigkeit rein lässt!»
Ich denke kaum, dass das Einwickeln in ein nasses Handtuch auch nur annähernd die Situation unten im Rucksack simuliert, aber immerhin habe ich eine Antwort erhalten. Ich bin dem bisher nie weiter nachgegangen.
Meine Frage wäre nun einfach: Ist denn so eine Plastikfolie (beispielsweise eines Spänefangsacks) wirklich 100% wasserdicht? Respektive ist die Wassersäule deutlich grösser als beim durchschnittlichen Silnylon, das vielleicht auf 2000mm Wassersäule kommt?