Beiträge von Waldläufer70

    Hier noch ein paar Fotospielereien vom dritten Abend:

    Der nächste Morgen empfing uns erneut mit viel Sonnenschein.

    Der sanfte Abstieg nach Todtmoos war sehr schön.

    Da mein Wanderfreund doch einige Blasen mehr als erwünscht hatte und aus unerfindlichen Gründen mein linker Fuss stechend schmerzte, beendeten wir unsere Tour in Todtmoos und liessen es uns dort (auch kulinarisch) gut gehen, bevor wir wieder nach Basel zurückreisten.

    Zum ersten Mal seit dem Sommer 2015 habe ich wieder einmal drei Nächte am Stück in der Hängematte geschlafen. Die erste Nacht war für mich nicht besonders erholsam, doch die beiden folgenden konnte ich geniessen und schlief erstaunlich gut! :)

    Der dritte Tag führte uns über die letzten Ausläufer des Dinkelbergs nach Hasel.

    Nach einem Instantkaffee und dem Auffüllen unserer Wasservorräte wagten wir uns an den Aufstieg in den Schwarzwald.

    Ein letztes Mal fiel mein Blick auf den Fernsehturm von St. Chrischona bei Basel.

    Bald hatten wir die Hohe Möhr auf 989m ü.M. erreicht, wo wir eine ausgiebige Pause machten. Der Weg hatte es in sich und unsere schweren Rucksäcke waren durchaus zu spüren. Doch immer wieder konnten wir uns an schönen Ausblicken in die Ferne erfreuen.

    Da und dort machten wir eine Pause, um etwas durchzuatmen, uns an einem Brunnen zu erfrischen oder uns sonst etwas Gutes zu tun.

    Kurz vor dem Dietenschwander Kopf machten wir uns an den Abstieg in Richtung Todtmoos. Dort wollten wir am nächsten Tag unsere Vorräte auffüllen. Ziemlich erschlagen von den vielen Höhenmetern fanden wir bald einen wunderbaren Platz für die Nacht. Zum zweiten Mal spannte ich mein Tarp in der Schlangenhaut über die Hängematte, liess es aber in der «Verpackung», da ich den Blick in die Baumwipfel geniessen wollte.

    Letzte Woche war ich mit einem langjährigen Freund ein paar Tage auf dem Westweg durch den Schwarzwald unterwegs. Da wir direkt vor seiner Haustür in Basel gestartet sind, erreichten wir den Schwarzwald genau genommen aber erst am dritten Tag. Zuerst mussten wir den Dinkelberg, ein Karstgebiet, das streng genommen noch nicht zum Schwarzwald gehört, durchqueren. Wir hatten uns für die östliche Variante des Westwegs entschieden, weil es uns auf diesem Weg leichter schien, alle paar Tage unsere Vorräte aufzustocken.

    Wir hatten beide unsere Hängematten dabei: er seine Warbonnet Blackbird XLC und ich mein überarbeitetes Opus 2 aus dem Jahr 2016 (meine erste ganz ohne fremde Hilfe genähte Hängematte) mit dem ebenfalls überarbeiteten Moskitonetz im Fronkey-Style.

    Hier ein paar Impressionen:

    Zweimal der Blick zurück aufs Jura-Gebirge in der Schweiz

    Pause kurz vor Degerfelden

    Die erste Übernachtung hatten wir bald nach Degerfelden an einem wenig spektakulären Ort, der aber seinen Zweck erfüllte. Am Morgen bauten wir unsere Hängematten bei leichtem Regen ab.

    Am zweiten Tag führte uns unser Weg über den Hohen Flum, der mit seinen 536m ü.M. den höchsten Punkt des Dinkelbergs darstellt. Ein ganzes Stück vor Hasel verliessen wir den offiziellen Wegverlauf, um uns ein idyllisches Plätzchen für die Übernachtung zu suchen.

    Am Tag vor dem Aufbruch hatte ich mir noch einen Sonnenhut genäht. :)

    Bei den von dir angegebenen Längen muss man sich bewusst machen, dass nicht alle Hersteller die Länge gleich angeben. Soweit ich weiss – andere mögen mich korrigieren – sieht das wie folgt aus:

    • TTTM ca. 290cm Stofflänge, 320cm von Haken zu Haken
    • LA SIESTA gemäss deren Website
    • Warbonnet Traveler XL ca. 335cm rohe Stofflänge => knapp 320cm Länge der eigentlichen Hängematte; dazu kommen Aufhängeschlaufen (ca. 10cm auf jeder Seite)

    Für den benötigten Abstand kannst du grob die oben angegebenen Maße – wegen des Durchhangs der Hängematte – mit 0.9 multiplizieren, dann bist du auf der sicheren Seite.

    Ich selber habe bisher nur Bäume genutzt und den Abstand noch nie gemessen. In der Regel sind das vier bis sieben Schritte. Frage mich jetzt nicht, wie viele Meter das sind; vielleicht so 360cm bis 600cm. Bei sieben Schritten muss ich mich jedenfalls ziemlich strecken, um am Baum genug hoch zu kommen.

    Die Kräfte auf der Tarpfirstleine erhöhen sich jedenfalls enorm, sobald man das Tarp nach unten hin abspannt. Je stärker der Tarpfirst vorgespannt wird, desto stärker nimmt die Spannung auf den First zu. Deshalb tendiere ich persönlich dazu, den First des Tarps nicht zu stark vorzuspannen. Da ich das Tarp in der Regel direkt am Baumgurt befestige, muss ich – je nach Situation – ohnehin darauf achten, dass das Tarp nicht zu hoch hängt.

    An deiner Stelle würde ich diese Angaben vergessen. Die mögen für den "idealen Baumabstand" passen, sie sind aber nicht grundsätzlich gültig. Bei sehr kurzen Distanzen hängst du damit zu tief, bei eher grossen Abständen zu hoch.

    Orientiere dich besser mal grob anhand von einem Hängematten-Rechner und nutze zwei Bäume im passenden Abstand (wie deine Wohnung) als Test-Objekte. Und wähle die Schienen besser nicht zu kurz.

    Zum Verständnis habe ich eine fast maßstabsgetreue Skizze gemalt, stellt euch die weiße Fläche als Raum und die schwarze Linie als Wände vor ^^ Die rote Linie wäre die Ridgeline. Die Winkel habe ich ausgerechnet, das dürfte mit etwas Toleranz passen.

    Hängst du Kopf rechts / Füsse links? Dann könnte das funktionieren. Im umgekehrten Fall würdest du eventuell mit den Füssen oder dem Kopf (je nach Liegerichtung) an der Wand anstossen. Das hängt von der Länge der roten Linie ab. Wenn du genug weit in Richtung 60°-Winkel ausweichen kannst, könnte es auch Kopf links / Füsse rechts funktionieren.

    Die Breite des Schlafzimmer beträgt 3.30 Meter.

    Du meinst wohl den Abstand der beiden Aufhängepunkte, oder? Dann würde ich eine Höhe von 140cm bis 145cm vermuten. Dann hängst du etwa 45cm über dem Boden.

    Wenn die Skizze (sehr schön!) der Situation entspricht, würde ich mir noch die Frage stellen: Liegst du Kopf links / Füsse rechts? Falls du umgekehrt liegst (lefty), so würde es gemäss Skizze wohl eher eng; du würdest dann mit den Füssen ziemlich sicher an der Wand / den Fensteröffnungen anstossen.

    PS: Es ist zwar schwierig aus der Ferne zu sagen, was für dich bequemer ist und es hängt auch von der verwendeten Hängematte ab. Viele schätzen es jedenfalls, wenn das Fussende höher hängt als das Kopfende. Da du mit 330cm Abstand nicht viel Spielraum hast, könntest du dir überlegen, den Haken fürs Fussende 10cm bis 40cm höher zu hängen als den fürs Kopfende. Einige finden es bequem, wenn das Kopfende der Hängematte etwa auf Höhe des Bauchnabels, das Fussende auf Brusthöhe hängt. Vielleicht wäre auch das eine Idee für dich? Da stellt sich gerade jemand eine ähnliche Frage wie du...

    Das DD Tarp ist aus Polyester? Da braucht man weniger Kettenlinien wie bei dehnbareren Nylonstoffen...

    Woher hast du diese Information? In der Bauanleitung von »Ripstop by the Roll« steht das auch so (Seite 8). Ich habe aber auch schon das Gegenteil gelesen: Weniger dehnbare Materialien wie Polyester oder DCF brauchen eine tiefere Kettenlinie als das dehnbarere Nylon. Hex-Tarps aus DCF haben oft sehr tiefe Kurvenschnitte. Ich weiss bis heute nicht was stimmt. Allerdings habe ich bei meinem Silpoly-Hextarp nur eine geringe Kettenlinie gemacht und da flattert eigentlich nicht viel. :/

    Gibt es irgendwo ev. Abmessungen die zur Warbonnet Traveller XL passen?

    Nicht direkt. Aber wenn du die Länge der Firstleine und die Länge der Hängematte misst, kannst du dich an diesen Post halten:

    RE: Moskitonetz à la Fronkey

    Beim Abschnitt über die Maße findest du alle notwendigen Hinweise. Du kannst auch darauf verzichten, eine «Kurve» zu schneiden, auch wenn das etwas weniger elegant ist. Wenn du auf jeder Seite (links und rechts von dir) einen Kordelstopper platzierst (würde ich sehr empfehlen), so muss die Kordel beim Kopf- und Fussende gar nicht gross durch den Kanal laufen können. Allenfalls könntest du die Öffnung noch etwas in Richtung Kopfende verschieben, damit die Öffnung genau unter deinen Körper zu liegen kommt; das ist aber eine Idee, die ich bisher noch nicht ausprobiert habe.

    Dutch hat hier auch eine Anleitung publiziert.

    Ist die Ridgeline nicht immer austauschbar? So war ich jedenfalls der Annahme oder kommt es hier immer auf das Modell drauf an?

    Grundsätzlich schon. Aber gerade bei der »Half-Zipped Hammock« von DutchWare wäre ich da eher vorsichtig. Bei einem integrierten Mückennetz passt die Firstleine in der Regel zur Länge der Hängematte und zwar so, dass das Netz ideal gespannt wird. Verlängert man die Firstleine, so wird das Netz längs stärker als geplant belastet, verkürzt man sie, so wird es vertikal zu stark belastet. Das Netz könnte bei einer längeren oder kürzeren Firstleine also Schaden nehmen.

    Das mit dem Faktor 1,9 ist eine These von Waldläufer70, die von anderen Hängern durchaus kritisch gesehen wird. Ich halte nichts davon, sie in dieser Absolutheit zu propagieren. Vielmehr spielen auch andere Faktoren wie Hängewinkel und Stoffdehnung eine wichtige Rolle.

    Ich habe diesen Faktor dem Faden zu den Grössenangaben von Hängematten zugrunde gelegt und habe ihn dort verwendet, um mich spielerisch an sinnvolle Grössenangaben von Hängematten heranzutasten. Seltsamerweise wird dieser Faden immer wieder als "Regel" für den Hängemattenkauf verwendet und die relativierenden Aussagen des Fadens werden oft konsequent überlesen. ;) – Als These für die korrekte Hängemattenlänge habe ich den Faden nie verstanden.

    Ich finde es gut, wenn man deutsche Bezeichnungen nimmt.

    Ich auch! Ich kannte die deutsche Bezeichnung nur leider nicht, weil ich den Knoten auf YouTube bei den Amis (kennen) gelernt habe.

    PS: Ich bin vermutlich der einzige hier im Forum, der relativ konsequent Unterquilt (statt Underquilt), Firstleine, Firstleinen-Täschchen und Unterquilt-Schutz verwendet.

    In der Hängematte ist es in der Regel so, dass die Isolation gegen unten wichtiger ist. Wenn du also weisst, wie warm dein Schlafsack bei Nutzung auf einer (ausreichend isolierenden) Isomatte sein muss, dann brauchst du in der Hängematte diese Isolation gegen unten. Immerhin werden durch den Unterquilt grob drei Seiten deines Körpers abgedeckt, also isoliert. Den Schlafsack oder Topquilt könntest du, um Gewicht zu sparen, um rund eine Temepraturstufe schwächer wählen.

    Das mit den angegeben Lasten ergibt sich aus meiner Sicht wie folgt:

    • Da ist ein Gurtband für die Aufhängung am Baum mit einer bestimmten Bruchlast.
    • Da sind allenfalls Übergangsteile (Karabiner, Softschäkel (weiche "Karabiner"), Schlaufen, etc., die ebenfalls eine bestimmte Bruchlast aufweisen.
    • Dann ist der Hängemattenstoff, dessen Fasern eine bestimmte Bruchlast aufweisen. Daraus aber auf eine bestimmte Bruchlast des Stoffes zu schliessen, ist nicht möglich. Menschen sind verschieden breit gebaut und sind bei gleicher Grösse nicht immer gleich schwer. Somit ergibt sich für jede Person eine andere Situation, wann der Stoff reissen würde. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, auf alle unförmigen Gegenstände in und an der Kleidung möglichst zu verzichten, denn dadurch ergeben sich punktuell schnell relative hohe Belastungen des Stoffes durch Ausbeulen.

    Nun habe ich immer von der Bruchlast der Materialien gesprochen. Das ist die Belastung, bei der das Material tatsächlich versagt. Diese Angabe ist natürlich für die Praxis nicht ausschlaggebend. Man teilt diese Angaben durch einen Sicherheitsfaktor (SF), um die für die Praxis sinnvolle Maximalbelastung zu ermitteln. Diese nennt sich dann Arbeitslast oder Kapazität. Dafür sollte man das schwächste Glied in der Kette zugrunde legen. Doch gerade beim Stoff, allenfalls doppelt gelegt, ist – wie oben erörtert – die Bruchlast gar nicht so leicht zu bestimmen. Wenn man eine Hängematte mit Sand füllt, kann man in der Regel mehrere hundert Kilogramm einfüllen, bevor etwas reisst. Ein Mensch verteilt die Last nicht gleich gut, die maximale Belastbarkeit sinkt.

    Da nicht alle Hersteller den gleichen Sicherheitsfaktor verwenden und vielleicht auch nicht das gleiche Element als das schwächste Glied in der Kette betrachten (Stoff oder ein anderes Element, das sich leichter experimentell bewerten lässt), ergeben sich bei jedem Hersteller – auch bei vergleichsweise ähnlichen Materialien – andere Arbeitslasten (Kapazitäten).

    Kurz, du musst die angegebenen Gewichtsangaben als Arbeitslasten (Kapazitäten) betrachten und hast da, je nach Hersteller, einen Sicherheitsfaktor von bis zu fünf, bevor das Material versagen würde. Dennoch ist es natürlich sinnvoll (für die Lebensdauer, den Komfort wie auch für das persönliche Sicherheitsempfinden), wenn man auch die angegebene Kapazität nicht bis ans Limit ausreizt.

    Soweit ich weiss, kann man in der «Cross Hammock» grundsätzlich auch ohne Isomatte liegen, aber nicht alle können darin ohne Isomatte eine Nacht lang schlafen.

    Und noch etwas Letztes: Ja, aufblasbare (und wohl auch selbstaufblasende) Isomatten stellen ein gewisses Risiko dar. Sie halten nicht unbeschränkt, nicht einmal bei Nutzung am Boden.