In der Hängematte ist es in der Regel so, dass die Isolation gegen unten wichtiger ist. Wenn du also weisst, wie warm dein Schlafsack bei Nutzung auf einer (ausreichend isolierenden) Isomatte sein muss, dann brauchst du in der Hängematte diese Isolation gegen unten. Immerhin werden durch den Unterquilt grob drei Seiten deines Körpers abgedeckt, also isoliert. Den Schlafsack oder Topquilt könntest du, um Gewicht zu sparen, um rund eine Temepraturstufe schwächer wählen.
Das mit den angegeben Lasten ergibt sich aus meiner Sicht wie folgt:
- Da ist ein Gurtband für die Aufhängung am Baum mit einer bestimmten Bruchlast.
- Da sind allenfalls Übergangsteile (Karabiner, Softschäkel (weiche "Karabiner"), Schlaufen, etc., die ebenfalls eine bestimmte Bruchlast aufweisen.
- Dann ist der Hängemattenstoff, dessen Fasern eine bestimmte Bruchlast aufweisen. Daraus aber auf eine bestimmte Bruchlast des Stoffes zu schliessen, ist nicht möglich. Menschen sind verschieden breit gebaut und sind bei gleicher Grösse nicht immer gleich schwer. Somit ergibt sich für jede Person eine andere Situation, wann der Stoff reissen würde. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, auf alle unförmigen Gegenstände in und an der Kleidung möglichst zu verzichten, denn dadurch ergeben sich punktuell schnell relative hohe Belastungen des Stoffes durch Ausbeulen.
Nun habe ich immer von der Bruchlast der Materialien gesprochen. Das ist die Belastung, bei der das Material tatsächlich versagt. Diese Angabe ist natürlich für die Praxis nicht ausschlaggebend. Man teilt diese Angaben durch einen Sicherheitsfaktor (SF), um die für die Praxis sinnvolle Maximalbelastung zu ermitteln. Diese nennt sich dann Arbeitslast oder Kapazität. Dafür sollte man das schwächste Glied in der Kette zugrunde legen. Doch gerade beim Stoff, allenfalls doppelt gelegt, ist – wie oben erörtert – die Bruchlast gar nicht so leicht zu bestimmen. Wenn man eine Hängematte mit Sand füllt, kann man in der Regel mehrere hundert Kilogramm einfüllen, bevor etwas reisst. Ein Mensch verteilt die Last nicht gleich gut, die maximale Belastbarkeit sinkt.
Da nicht alle Hersteller den gleichen Sicherheitsfaktor verwenden und vielleicht auch nicht das gleiche Element als das schwächste Glied in der Kette betrachten (Stoff oder ein anderes Element, das sich leichter experimentell bewerten lässt), ergeben sich bei jedem Hersteller – auch bei vergleichsweise ähnlichen Materialien – andere Arbeitslasten (Kapazitäten).
Kurz, du musst die angegebenen Gewichtsangaben als Arbeitslasten (Kapazitäten) betrachten und hast da, je nach Hersteller, einen Sicherheitsfaktor von bis zu fünf, bevor das Material versagen würde. Dennoch ist es natürlich sinnvoll (für die Lebensdauer, den Komfort wie auch für das persönliche Sicherheitsempfinden), wenn man auch die angegebene Kapazität nicht bis ans Limit ausreizt.
Soweit ich weiss, kann man in der «Cross Hammock» grundsätzlich auch ohne Isomatte liegen, aber nicht alle können darin ohne Isomatte eine Nacht lang schlafen.
Und noch etwas Letztes: Ja, aufblasbare (und wohl auch selbstaufblasende) Isomatten stellen ein gewisses Risiko dar. Sie halten nicht unbeschränkt, nicht einmal bei Nutzung am Boden.