Posts by Waldläufer70

    Was mir erst unlängst aufgefallen ist: Während bei einer klassischen Gathered-End-Hängematte der Stoff primär in Längsrichtung belastet wird, wird er bei einer Brücken-Hängematte in erster Linie in Quer-Richtung belastet. Der Zug in Längsrichtung ist zwar sehr hoch, deutlich höher als bei einer Gathered-End, aber er wird praktisch komplett von den in die Seiten eingearbeiteten Bändern aufgenommen. Man hängt dann zwischen diesen Bändern – in gewisser Weise ähnlich wie in einer Querhängematte – und belastet den Stoff damit quer zur Hänge- respektive Liegerichtung.


    Ich würde deshalb in Zukunft darauf achten, dass der verwendete Stoff nicht nur in Längsrichtung (Kette), sondern ganz besonders auch in Querrichtung (Schuss) ausreichend stabil und – der eigenen Vorliebe entsprechend – nicht zu dehnbar ist.

    Also lieber kurz aufstehen, nachjustieren, und dann den Rest der Nacht Ruhe

    Auf jeden Fall! Habe ich in diesem Fall gemacht und dann sehr gut geschlafen! :)


    Nun weiss ich, dass ich bei meiner Brücken-Hängematte 1.0 eine horizontale Firstleine brauche. Ich habe am Morgen mithilfe des künstlichen Horizonts ein Foto von der Seite gemacht. :) Ein paarmal hatte ich das Fussende höher; das war keine gute Idee ~ in der Brücken-Hängematte...

    Danke, Womble , für deine Rückmeldung. Ich warte schon länger auf eine Gelegenheit, mal mehr als nur zwei, drei Tage mit der Hängematte unterwegs zu sein. Ich denke, bei mir hat sich einfach noch nicht so recht eine Gewohnheit eingestellt. Mein Eindruck bisher ist, dass ich in der Brücken-Hängematte schneller einschlafe. Nachdem ich nun bei meinem Opus 1.0 noch die Schlaufen verstärkt habe, dürfte mein Vertrauen in diese Hängematte noch gewachsen sein. Bei der klassischen Hängematte habe ich oft Einschlaf-Probleme und schlafe gefühlt nur von etwa zwei Uhr nachts bis zum Morgen einigermassen am Stück. An der Sympathie liegt es nicht: Die klassischen Hängematten sind mir im Grunde von allen Typen am sympathischsten, da so simpel.


    Ach wie off-topic wir wieder sind... Aber im weitesten Sinn geht es hier ja ohnehin darum, die passende Hängematte zu finden. Also, herzlich willkommen im Forum, Josh !

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Neigung meiner Firstleine bei jeder meiner Hängematten anders ist. Das kommt darauf an, wie lang die Hängematte im Verhältnis zu meiner Körpergrösse ist, welchen Hängewinkel ich in ihr bevorzuge, wie Kopf- und Fussende geschnitten sind. Ich hänge sie in der Regel so auf, dass ich mit dem näher am Kopfende liegenden Arm das Kopfende (knapp) erreichen kann; dann haben die Beine am meisten Platz, um sich zu entfalten.


    Mit anderen Worten: Ich glaube nicht, dass man den Winkel der Firstleine mit einem Winkel angeben kann, der dann für alle Hängematten gilt.


    Hesmon , manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mir zu wenig Zeit genommen habe, um die Hängematte optimal aufzuhängen. Der innere Dialog ist dem anderen ähnlich: «Soll ich jetzt wirklich aufstehen und pinkeln? Oder kann das nicht noch bis zum Morgen warten?» – Es ist gut, wenn man nachts nur mit einem Dialog beschäftigt ist. Auf der anderen Seite kann man gleich beide Probleme lösen, wenn man ohnehin aufstehen muss. – Immer diese Dilemmata. ;)

    Das man hingegen die Füsse von links nach rechts und den Kopf entsprechend umlegt - ich denke damit hört man sehr schnell (nach der ersten oder 2. Nacht) auf, denn das macht einfach keinen Spass.

    Ich habe das bisweilen gemacht, wenn ich lange nicht einschlafen konnte. Meistens hat das dann geholfen. Mehrmals habe ich die Liegerichtung aber noch nie gewechselt.


    Ich drehe mich in der Hängematte auch weniger als im Bett (weil es schlechter funktioniert)... leider mit der Folge, dass ich schlechter schlafe, weil ich mich irgendwie «eingeengt» fühle. Aktuell teste ich deshalb wieder vermehrt meine Brücken-Hängematten, weil die dem Schlafen im Bett etwas näher kommen.

    Ich denke nicht. Aber du entlastest damit auch nicht den Hängemattenstoff. Es nimmt einfach die Belastung der Aufhängung und der Ridgeline zu. Ob das wünschenswert ist, weiss ich nicht. Manchmal kann man so eine etwas grössere Distanz zwischen Bäumen überbrücken, ohne die Aufhängung extrem hoch am Baum anbringen zu müssen, quält dabei aber die Ridgeline und die Baumgurte. Zudem schaukelt man in einer höheren Frequenz, da das Pendel verkürzt wird.


    PS: Ja, und ein Ton ist weder in Dur noch in Moll gestimmt, da kein Dreiklang. Dachte ich mir auch... aber war wohl einfach ein Wortspiel. ;)

    Die Ridgeline fixiert im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Dehnbarkeit) den immer gleichen Hängewinkel der Hängematte. Wenn die Ridgeline stark gespannt und damit gedehnt wird, so ergibt sich ein etwas flacherer Hängewinkel auch der Hängematte selbst, womit der Hängemattenstoff etwas mehr belastet wird. Da die Kräfte, die auf den Stoff wirken vom Hängewinkel des Stoffes abhängen, kann man diesen nicht entlasten, indem man die Ridgeline mehr belastet. Der flachere Hängewinkel der Aufhängung führt zu einer stärkeren Belastung insgesamt. Es steigt dann zwar die Belastung der Ridgeline, aber die Belastung des Stoffes steigt auch leicht an (ausser die Ridgeline hätte überhaupt keine Dehnung).


    Einige spüren bei stark belasteter (gedehnter) Ridgeline einen Unterschied im Liegekomfort.


    Wenn du die konkreten Kräfte kennen möchtest, empfehle ich dir meinen Hängematten-Rechner.

    Das ist für mich auch ein großer Vorteil gegenüber dem Zelt (da ist man ja meist hinter doppelten Vorhang (Innen- und Außenzelt) "eingesperrt")

    Wenn das Wetter schön ist, kann ich bei meinem Zelt den Eingang offen lassen und habe dann bei Bedarf auch einen freien Blick auf den Sonnenaufgang oder den See oder die Berge, etc.


    Was ich zu meinem oberen Beitrag noch ergänzen wollte: Wenn ich mit jemanden zusammen unterwegs bin, suchen wir uns meistens auch einen schönen, gemütlichen Platz. Auch dann spielt die Himmelsrichtung keine Rolle, aber die Aussicht oder eine gute «Infrastruktur», ob naturgegeben oder menschengemacht ist egal, ist dann durchaus ein Kriterium, schliesslich möchten wir es zusammen gemütlich haben und den Abend geniessen, plaudern, etwas kochen... Auch wenn ich allein unterwegs bin, kann es passieren, dass ich etwas früher an einen schönen Ort gelange und dann beschliesse, gleich über Nacht dort zu bleiben.


    Wenn ich aber ein paar Tage unterwegs bin, koche ich mir manchmal auch am frühen Abend an einem schönen Ort mit guter «Infrastruktur» (siehe oben) etwas, wandere dann aber noch in die Dämmerung hinein ein Stück weiter. Da suche ich mir dann einen Platz etwas abseits des Weges. Aussicht und Himmelsrichtung sind mir dann völlig egal, denn es ist ohnehin schon dunkel oder am Eindunkeln und am Morgen möchte ich vielleicht bei Zeiten weiterwandern. Das Frühstück gibt es dann erst, wenn ich etwas warmgelaufen bin; dann gerne auch wieder an einem schönen Platz mit Aussicht oder sonst einer einladenden Ausstrahlung.


    Kurz, es gibt wohl keine zwei Plätze, die ich nach den genau gleichen Kriterien ausgewählt habe. Ich nehme, was sich mir bietet. Dazu brauche ich im Grunde einfach zwei Bäume im etwa passenden Abstand, etwas Distanz zum nächsten Weg, keinen zu stark abfallenden, möglichst trockenen Untergrund und das Gefühl, dass der Ort für die Übernachtung passt.

    Wenn das Wetter gut ist (windstill und eher keine tiefen Wolken zu erwarten), dann überlege ich mir allenfalls, mein Lager so aufzubauen, dass ich eine schöne Aussicht habe. In welche Himmelsrichtung die Aussicht geht, ist für mich unwichtig.


    In hügeligem Gelände oder gar im Gebirge geht oft ein (leichter) Wind talauf- oder talabwärts. Die Windrichtung wechselt oft während der Nacht. Da achte ich dann in der Regel darauf, dass der Wind nicht der Länge nach unter dem Tarp durchweht, sondern von der Seite aufs Tarp trifft. Auch ein leichter Luftzug hat bereits eine kühlende Wirkung und die ist bei mir nachts meistens nicht willkommen. Auch hier zeigt sich, dass die Himmelsrichtung für mich kein Kriterium ist. Ich suche mir einen geschützten Platz. Nur bei (weitgehender) Windstille achte ich auf eine gute Aussicht (siehe erster Abschnitt), sofern zum Zeitpunkt der Lagersuche vorhanden.

    Ja, jetzt greift der Herbst um sich. Auch bei uns sind die Blätter in den letzten drei Tagen zunehmend bunter geworden. Ich fürchte, in ein, zwei Wochen wird die ganze Blätterpracht unten sein.


    Schön hattet ihr es! Danke für die Bilder und den Bericht!

    Ich habe mir diesen Herbst meine Brücken-Hängematte 2.0 gemacht und zwar aus dem 1.6 oz HyperD Diamond Ripstop Nylon von RBTR, um etwas Gewicht zu sparen. Im Gegensatz zu meiner ersten Brücke aus Hexon 2.4 erscheint mir dieser Stoff extrem elastisch: ein Knie, ein Ellenbogen... alles beult sehr stark aus und der Stoff ist nach etwa zwei Übernachtungen auch im Bereich des Gesässes schon ziemlich stark bleibend ausgebeult. Zudem hat man in der Hängematte immer einen leichten Bounce-Effekt (wie sagt man dem auf Deutsch?).


    Hat da auch schon jemand Erfahrungen mit diesem Stoff und einer Brücken-Hängematte gemacht? Könnte es sich lohnen eine zweite Stofflage darüber anzubringen? Zum Beispiel die Version mit nur 1.0 oz Gewicht? Oder halt nochmals eine Schicht aus dem gleichen Material? Dann wird die Hängematte halt im Endeffekt schwerer als meine Brücken-Hängematte 1.0. Ob sich der Aufwand wohl lohnen würde? – Irgendwie bin ich mit dem sehr elastischen Gefühl bisher noch nicht so recht warm geworden. Vor allem stört mich, wie stark sich der Stoff im Gesässbereich bereits bleibend ausgebeult hat.

    Wenn du den Tunnelzug zum Aufhängen verwendest, würde ich eher 2.5mm Stichlänge verwenden. Jeder Stich gibt ein Stück mehr Stabilität.


    Den Saum an den seitlichen Rändern (Einschlag-Umschlag) kannst du so breit wählen, wie er dir gefällt. Je schmaler, desto mehr Breite kannst du zum Liegen nutzen. Schau mal hier.

    Mir war gar nicht mehr bewusst, dass der Zelthering früher mal Häring hiess. Hier ein Link zum Nebenthema. Interessant ist, dass in Frankreich neben «piquet» auch «sardine» für einen Erdnagel in Gebrauch ist. Da wird das Tarp also auch mit einem Fisch abgespannt.

    Eine weitere Möglichkeit, für die man allerdings mehr Heringe benötigt, wäre die folgende Idee:



    Ich persönlich würde die beiden Seile allerdings möglichst parallel führen, um auch wirklich die Kraft auf einen Hering nahezu zu halbieren. Je mehr man die beiden Leinen spreizt, desto grösser werden bekanntlich die Kräfte auf den einzelnen Hering.

    Es könnten alle Beteiligten die fehlenden Zitate einfügen, dann wäre es kein Chaos (so sie das denn tun). Es können ja durchaus mehrere Diskussionen parallel erfolgen, wenn man die Zitatfunktion nutzt.


    Alternativ und vielleicht besser wäre die Möglichkeit, den Titel dieses Fadens zu ändern in "(Mehrere Lagen) Gurtband nähen". Um "Nähmaschinen Probleme und Lösungen" geht es hier in keinem der Posts. Den Startpost passe ich dann entsprechend an: Im ersten Punkt spreche ich von einem Problem mit der Fadenspannung, darauf ging aber gar niemand ein und dafür hätten wir auch bereits einen eigenen Faden (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).