Hängen an der Ostseeküste

  • Tach zusammen,


    ich plane derzeit wieder einige Ausflüge aufs Meer mit dem Seekajak.

    Und da ich mittlerweile zu alt und bequem bin auf den Kieselsteinen zu schlafen möchte ich die Hängeausrüstung mitnehmen.

    (die passt auch besser in den Nordkapp)

    Jetzt weiß ich ja das einige von uns aus der Gegend kommen, vielleicht könnt ihr was zum Strandhängen sagen. Ich habe an den Küsten schon abgehangen, Kiefern gibt es da ja reichlich, aber nächtens meist auf dem Zeltplatz <hüstel> gezeltet.

    Das möchte ich bei einigen Etappen diesjar vermeiden, zum Beispiel werde ich eine Nacht auf Poel sein, bei Timmendorf. Der Zeltplatz ist nicht so mein Ding. (kenne ich, war ich schon mit dem Boot) Wie locker kann man dort an der Küste Hängen? Etwas NO, Richtung Schwarzer Busch? Bis dahin hab ich wohl einen Tensa, bin also flexibel. Im Salzhaff kenne ich die Stellen wo es geht, kein Problem. Weiter richtung Rostok gibt es noch schöne Stellen an der Küste. Kann (darf) man da abhängen? Und zur Not biwaken?

    Ich bin mit nem Mädel unterwegs die erst noch ein paar Nächte auf Kies und Schottergestein braucht um die Hängematte lieben zu lernen.


    in diesem Bericht sind ja schon einige schöne Möglichkeiten zu sehen!

    Aber besonders bei Poel bin ich nicht sicher.


    Grüße

    Thomas

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • Ich bin mit nem Mädel unterwegs die erst noch ein paar Nächte auf Kies und Schottergestein braucht

    :D^^:D||:sleeping:


    Ich habe hin und wieder auch direkt an der Küste gehangen. Bei kühlem Wetter und Wind kann es schon ganz schön kalt werden. Im Winter habe ich deshalb immer den Jervenbag mit und ansonsten einen Hammock-Sock.

    Gute Hängestellen kann ich Dir so ab dem Darß und weiter östlich nennen, weiter westlich kenne ich mich nicht so gut auch. Die Heide zwischen Markgrafenheide und Graal Müritz ist aber gut geeignet, ziemlich einsam und stellenweise schwer zugänglich. Man kann hier gut oben am Steilufer mit Blick über die See hängen.

    Um die Sommersonnenwende plane ich auf alle Fälle eine Nacht an einem Nordstrand auf Rügen. Kommt doch dazu.

  • Dürfen eher nicht bis auf gar keinen Fall (In den Dünen streng verboten). Bei Mistwetter, an häßlichen Stellen und außerhalb der Saison ist die Gefahr, erwischt zu werden, aber sicherlich viel geringer. In der Sommerferienzeit ist der Jagderfolg der Kontrolleure höher, da werden sie wohl jede Nacht unterwegs sein.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich war 2015 auf Poel, allerdings noch nicht mit Hängematte. Der Strandwald östlich vom Schwarzen Busch (dort haben wir gewohnt) ist zum Abhängen sicherlich geeignet. Allerdings geht dort auch ein Wanderweg lang, sodass du dich etwas abseits davon halten solltest.

    Weiter richtung Rostok gibt es noch schöne Stellen an der Küste. Kann (darf) man da abhängen? Und zur Not biwaken?

    Und der Gespensterwald bei Nienhagen ist ein Traum für Hängemattennutzer. Ich habe dort schon mal 1995 oben auf der Steilküste übernachtet (ohne Zelt). Man sollte allerdings erst bei einbrechender Dämmerung aufbauen und morgens früh wieder eingepackt haben. Die Gefahr erwischt und weggeschickt zu werden, halte ich dort für gering, obwohl es ein touristischer Hotspot ist. Warum? Man gelangt dort nur zu Fuß oder mit dem Rad hin. Auch mit dem Seekayak wirst du dort allerdings Schwierigkeiten haben, weil du nicht auf die Steilküste hochkommst. Unten campen dürfte aber gehen. Als Wasserwanderer darfst du an den meisten Orten immer eine Nacht bleiben - es sei denn du befindest dich im Nationalpark. Wir waren im letzten Sommer zu zehnt mit Katamaranen unterwegs und sind nur ein einziges Mal weggeschickt worden (bis auf mich, der ich in der Cross Hammock ohne Bodenkontakt zwischen den Masten gehangen habe, wogegen sich anscheinend nichts einwenden ließ).

  • Das stimmt, aber nach Sonnenuntergang ist Ruhe. Für einen Kayakwanderer wie wiedemeier dürfte aber doch eher der Strand interessant sein. Und da gilt: wo es einen Parkplatz gibt, ist auch mit anderen Menschen (Rangern) zu rechnen. Fehlt der, ist die Chance ungestört zu bleiben, deutlich größer.

    Aber, da wir gerade dabei sind, hast du, wiedemeier , Infos zu der Halbinsel vorm Salzhaff? Wenn man sich von Rerik aus nähert, kommt man nach 500m an einen Zaun, der ein Sperrgebiet abtrennt.

    Da hat offenbar die Nationale Volksarmee einst ihr Unwesen getrieben.

    Die Halbinsel ist bis Kieler Ort aber ca. 7 km lang. Gilt das Sperrgebiet für die gesamte Insel? Hängst du dann auf der ab, oder landeinwärts auf dem Festland? Ich plane seit langem nämlich eine ähnliche Tour...

  • Das Areal hat mich auch schon einmal interessiert. Openstreetmap sagt: Die ersten 1,5 km von Rerik aus sind militärisches Sperrgebiet. 2 km dahinter beginnt ein Naturschutzgebiet, das bis zum Ende der Halbinsel inkl. Kieler Ort gilt. Ich erinnere mich auch, dass mir jemand erzählte, dort würde die Bundeswehr üben, raus auf's Meer zu ballern ... :/

  • Danke erst mal für eure sachdienlichen Hinweise!

    Dazu heute Abend was mehr.

    Wustrow, da kenne ich mich gut aus, habe mal in Rerik ne spezielle Story erlebt.

    Kurz schon mal, da ballert keiner mehr rum. Es ist Sperrgebiet und ins Naturschutzgebiet kommt man nicht. Aber ein super schönes Paddelrevier, seeseits sowie haffseits.

    Da ist ein Ranger, der ist dort immer und der kennt jeden Busch dort. Und der findet jeden! Wustrow ist (derzeit) Tabu. Aber gegenüber bei Rogow sind Hängemattentraumverhältnisse.


    Gruß

    Thomas

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • Hier mal mein Basislager von der letzten Wustrow Expedition letzten August. Wustrow ist das im Hintergrund, von dem Törchen bis zur Hängematte sinds 2m nach rechts.
    :-)


    Eins schöne Story vom Jahr davor: (nicht ganz Hängermattentopik, also bei Bedarf überspringen) Wir hatten nur ne Bleibe mitten im Ort gefunden, aber egal, war ja nur zu schlafen. Also haben wir am Ankunftstag die Seekajaks (beide so 5,30 lang) vor einem älteren Haus an eine Hecke gelegt. Sollte nur für eine Nacht sein. Als ich kurz drauf da vorbei ging kam eine resolute, ältere Frau, über 80 wie ich jetzt weiß, mit energischen Schritten auf mich zu und meint "hey, sie, sind das ihre Boote da an meiner Hecke?" Ich fürchtete gleich Ungemach und meinte etwas schuldbewusst "Ja, is nur für kurz" Da strahlt sie und sagt "sie müssen unbedingt mit in den Garten kommen, mein Mann und ich, wir können ja selber nicht mehr raus und es gibt viel zu erzählen".... Ihr Mann war sehr alt und leider krank. Aber total nett und begeistert. Der war auf Wustrow aufgewachsen und kannte dort alles. Als das zum Sperrgebiet wurde ist er da weg. Aber er hat extra die Seekarte geholt und uns genau gesagt wo wir hinfahren sollen und wo wir wegbleiben sollen und ganz viel haben wir noch bei Bier Maritime Gespräche geführt. Wir haben den nur "den Käpten" genannt. Letztes Jahr haben wir ihn schon nicht mehr dort getroffen....


    O.K. wieder etwas mehr zum Thema, Kieler Ort und Langenwerder sind auch Tabu. Langenwerder wird richtig bewacht, immer 200m Abstand halten ist angeraten.

    Für Tips auf Poel und die Küste ab Kühlungsborn bin ich immer noch dankbar, also wenn noch jemand was weiß......

    Dürfen eher nicht bis auf gar keinen Fall


    Ja, so was hatte ich befürchtet. Hmmm, ich will natürlich nicht die Poeler verärgern und gegen Paddler aufbringen. Also wohl doch Timmendorfer Campingplatz.


    Aber, da wir gerade dabei sind, hast du, wiedemeier , Infos zu der Halbinsel vorm Salzhaff?

    Ja, über Wustrow weiß ich so gut wie fast alles. (s.O.) Wir sind dort schon mehrfach seeseitig und haffseitig rumgefahren.

    Wie oben schon geschrieben, der Ranger dort passt gut auf. Es gibt ein paar Lost_Places Freaks die dort schon rumgefilmt haben, aber heutzutage würde ich das lassen. Vom Wasser aus ist das schon ganz klasse zu erkunden. Und die Planwagenfahrten gehen durchs ehemalige Gelände, aber die habe ich nicht mitgemacht. Die Naturschutzgebiete dort sind wunderbar wild und alleine schon deshalb zu respektieren! Wir haben dort sogar schwimmende Wildschweine gesehen.


    Genug der Schwärmerei

    beste Grüße

    Thomas

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.