3 Monate mit der Hängematte in Asien, ein Reisebericht

  • Guten Abend alle zusammen, Anfang diesen Jahres hat es mich für 3 Monate nach Asien verschlagen, ich habe mich hauptsächlich zwischen dem 10. und 20. Nördlichen Breitengrad bewegt wo relativ tropisches Klima herrscht.


    Aufgrund von knappen Finanzen konnte ich es mir nicht leisten jede Nacht in Unterkünften unterzukommen.

    Da auf dem Boden schlafen zu riskant wäre, ist die Wahl auf die Hängematte gefallen.


    Ich habe relativ viel in dem Forum gelesen und habe daraufhin eine Bridge und eine GE Hängematte angefertigt. Am Ende hab ich mich für die GE entschieden da sie in Robustheit, Packmaß und Gewicht einfach mehr überzeugt hat.

    In Asien bin ich mit dem Motorrad unterwegs gewesen fern ab vom Tourismus und hab in verschiedensten Vegetationen und Höhenlagen genächtigt.


    Nun zu meiner Ausrüstung


    GE Hängematte :

    Ripstop-Nylon 70den, 66g/qm, imprägniert

    350cm x 150cm

    doppelt gesäumt, Hennesy whip, Enden mit Takling geschlossen


    Aufhängung:

    Utility Constrictor Rope aus 3mm UHMWPE + Ridgeline aus 1,5mm UHMWPE

    25mm Gurtband + Marlspiekerschlag


    Moskitoschutz:

    Scout Hammock Mosquito Net Exped


    Regenschutz:

    Gewebeplane 3x2m 140g /m2


    Das ganze Set Up ist relativ günstig gewesen und hat seine Funktion komplett erfüllt.


    Obwohl das Moskitonetz und die Plane ein wenig kleiner als die Hängematte waren, hat alles zuverlässig dicht gehalten.

    Bei Temperaturen nachts um die 26° hätte ich gerne auf das Netz verzichtet, aber war doch froh nicht von den Mücken aufgefressen zu werden Generell kann man nach 1-2 Wochen, gut mit der hohen Temperatur umgehen.


    Ich habe immer mit einem leichten Sommerschlafsack geschlafen, was im Süden völlig ausgereicht hat, in den Bergen wo es nachts bis 15° runterging, hab ich es bevorzugt ohne Isomatte einfach auf Holz zu schlafen, da es einfach wärmer war.


    Nach höflichem fragen per Google Übersetzer, habe ich es vorgezogen auf Privatgrundstücken zu übernachten, die Leute sind derart gastfreundlich, das ich bei fast jeder Übernachtung mit Speis und Trank versorgt wurde.


    Die Menschen auf dem Land haben dort fast nichts, aber geben einem alles. So etwas verdient meinen vollen respekt, wenn man sich überlegt wie unglücklich viele in Deutschland sind, weil sie einfach am Konsum ersticken.


    Die Angst vor überfallen oder Korruption, sind Tag für Tag immer mehr zurückgegangen und am Ende hat das Wildcampen die Reise sehr aufgewertet.

    Bis auf einige Situationen ( besonders in Grenzgebieten ) ist alles gut gelaufen.

    Ich wurde einmal von zwölf Mann mit Kalaschnikows mitten in der Nacht geweckt, das einzige was sie meinten ist, das es hier nicht sicher wäre und ich musste mein den Platz räumen. Zwei Kilometer weiter habe ich dann einfach wieder mein Camp aufgeschlagen, ohne weitere Zwischenfälle :D.

    Ein anderes Mal durfte ich nicht bei einer Familie übernachten und musste mit aufs Polizeirevier, wo mir ein Bett angeboten wurde und ich mitsamt den anderen Polizisten dort im gemeinschaftlichen Schlafraum meine Nacht verbrachte. Am nächsten Morgen wurde mir Frühstück ausgegeben und ich durfte weiterziehen.

    Ich hatte keine Probleme mit Schimmel, obwohl es am Ende meiner Reise nachts immer stark regnete, man findet zur Not immer ein überdachtes Örtchen wo man seine Hängematte aufschlagen kann.

    Ich kann es nur empfehlen mit der Hängematte zu reisen und keine noblen Unterkünfte zu wählen, da man so viel mehr mit Menschen in Kontakt kommt und einfach mehr erlebt.

    Super Natur, super Menschen und super essen, kann ich jedem nur empfehlen.

    Vg Gustel

  • Grubengustel

    Ich war so frei und habe Deinen tollen Reisebericht aus dem Beitrag 3 Monate im Regenwald, wo er irgendwie verloren wirkte,

    in einen neuen Beitrag verschoben.

    Unter Reiseberichte kommt der richtig zur Geltung.

    Vielen Dank für Deinen Beitrag und die tollen Bilder!
    Gerne mehr davon.

    www.gürtel-extreme.de

    Casström Messer und Jagdzubehör, Gürtel in Handarbeit, Ticket to the Moon Vertrieb


    SAVE THE DATE:

    30.04. - 04.05.20 Hängemattenforum Sommer Treffen Mengerschied

  • Toller Bericht - unter anderem deshalb, weil das gleiche Ziel im kommenden Jahr bei mir ansteht und mich Deine Erfahrung zum Thema Hitze ein wenig beruhigen. Südostasien ist ja die Heimat von vielen sehr giftigen Schlangen - war das ein Thema auf Deiner Reise?

  • So eine Tour ist nichts für schwache Nerven - und eine Erfahrung, die einen lange begleitet :) ... Danke für den kurzen Bericht.

    haengemattenforum.de Ich bin zwar nur der Haustechniker, aber wenn es Probleme gibt kann ich wahrscheinlich helfen ;).
  • Vielen Dank für die positiven Antworten,

    Da es in der nähe des Äquators nachts sehr warm ist, kann man getrost auf ein Quilt verzichten. Wurde es dann doch zu kalt, (starker Wind, bergige Regionen) hab ich mich einfach auf eine gerade Unterlage gelegt, was auch ohne isomatte deutlich wärmer war.


    Zum Thema Schlangen

    gesehen hab ich meistens nur die Schlangenhaut, wenn man nicht gerade umherschleicht, sondern ordentlich rumtrampelt, sollte man auch im tiefsten Dickicht keiner Schlange begegnen. Nur einmal hab ich eine unter einer alten Plane gefunden, sie blieb aber ganz ruhig und wurde kurz danach "professionell" mit einer Schlinge, befestigt an einem langen Stock entfernt :D

    Wenn man gebissen werden sollte, gibt es in jeder größeren Stadt Ärztehäuser, wo man das Gegengift bekommt.

    Viel unangenehmer sind Ameisen, die in fast jedem Baum wohnen und häufig dem perfektem Hängeplatz einen Strich durch die Rechnung machen.

    Vg