Hängemattencamping mit Kindern (2)

  • Am Ende des Sommers haben wir nochmal ans diesjährige Frühjahr angeknüpft und sind zu viert zu einer Vater-Kind-Wochenendwanderung aufgebrochen. Die Strecke ging von Lobetal, das man von Berlin aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen kann, durch Wälder und entlang vieler Seen bis nach Wandlitz. Von dort gelangt man mit dem Zug in einer knappen Stunde wieder bis ins Berliner Zentrum.

    Die erste Rast erfolgte am Hellsee, der komplett von (momentan leider sehr trockenen) Wäldern eingefasst ist. Vor ein paar Wochen waren dort übrigens auch hangloose und Omorotschka  unterwegs.

    Das Gepäck wurde nach Zumutbarkeit aufgeteilt. Der blaue Rucksack erwies sich aber als zu schwer, deshalb habe ich am 2. Tag den Schlafsack noch mit übernommen.

    Da in Berliner Hängerkreisen gerade das Hängemattencamping auf Inseln populär zu werden beginnt, haben wir uns die einzige Insel im Hellsee näher angesehen, die glücklicherweise auch ohne Boot noch zu erreichen ist - hier bei der Erkundungstour.

    Dort haben wir schließlich einen perfekten Spot für vier Hängematten-Setups gefunden.

    Drei Cross Hammocks und eine Hammock Tent nebst Tarps bildeten die Schlafstätten.

    Nachts hat es leicht genieselt, aber am gestrigen Morgen weckte uns schon wieder die Sonne.

    Hier drin stecken 2 Tarps, 2 Hängematten, 2 Isomatten, 3 Schlafsäcke, das Kochequipment, ein Campingstuhl, eine Angel und ein paar Klamotten. Macht 12 Kilo. Ich hoffe natürlich, dass sich diese Gewichtsverteilung in absehbarer Zeit im Zuge des Generationenvertrags umgekehrt haben wird.

    Die Strecke führte auch am Liepnitzsee vorbei, dem klarsten, saubersten und tiefsten See im direkten Berliner Umland. Für mich ist das der perfekte Badesee.

    Wenn diese Schnaps-Idee in Forstbeamtenkreisen Schule macht, ist in Zukunft noch mit etlichen Millionen zusätzlicher Schilder zu rechnen.

    Zieleinlauf am Bahnhof Wandlitz bei km 20.

  • Sehr schön! Eine Jackson-Insel kam bei meinen Kinder auch immer gut. Wegen der Einhaltung des Generationsvertrages wäre ich mir nicht so sicher. Bei meinen Sommerwanderungen bin ich von meinem Sohn (17) allerdings angenehm überrascht worden, allerdings hätte er wohl im Laufe der Touren seinen Spruch vom Start: "...kein Problem, kann ich auch noch nehmen" nicht mehr so leichtfertig wiederholt.

  • Tolle Tour! Für das was da drin ist war der Rucksack aber trotzdem noch ziemlich leichtgewichtig. Ich habe gehört in Bushcrafterkreisen seien tacticoole Rucksäcke beliebt, die leer schon fast genauso viel wiegen :D

  • Davon habe ich auch gehört, aber ich selbst bin ja seit geraumer Zeit auch vom UL-Virus infiziert. Das Basisgewicht für mich und meine Tochter, bestehend aus je zwei Isomatten, Cross Hammocks mit Netz, DCF-Tarps und Daunenschlafsäcken wiegt nur 3,8 kg. Aber es kommen inclusive Kochgeschirr, Tellern, Campingstuhl, Wasser und Lebensmitteln, etc. doch über 10 kg zusammen. Aber das empfinde ich trotzdem als wenig gegen meine Touren durch Afrika und Nordschweden von vor 10 Jahren. Damals habe ich 27-30 kg gebuckelt, zwar ganz ohne Bushcraft-Klimbim (zu zweit nur ein kleines Messer), aber immer mit Fotoausrüstung (allein der Kugelkopf wog 1 kg). Wenn ich mir das heute ansehe, kann ich nur noch den Kopf schütteln: http://lumen-digital.de/sarek/Teil_1.html

  • immer mit Fotoausrüstung (allein der Kugelkopf wog 1 kg). Wenn ich mir das heute ansehe, kann ich nur noch den Kopf schütteln

    Die schönen Fotos haben das doch gerechtfertigt! Wir haben früher auch mal Amseln-Adams-mäßig eine Plattenkamera mit schweren Holzstativ durchs Elbsandsteingebirge geschleppt. Das war halt noch eine echte körperliche Erfahrung.