Baumschädigung durch zu dünne Aufhängung?

  • Ha, die erste Frage habe ich schon: kennst Du wissenschaftliche Untersuchungen, ob Hängematten ohne Baumgurte (also nur an dünnen Seilen aufgehängt) die Bäume schädigen? Wir vermuten alle, daß es so ist, aber einem Professor wird gewöhnlich eher geglaubt.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Vorweg muss ich sagen, dass ich kein Professor bin. Untersuchungen zu Schäden an Bäumen durch zu dünne Aufhängungen kenne ich nicht. Aber ich würde sagen: es kommt drauf an. Zum Beispiel auf die Dicke der Borke. Bei Buche, Birke, Fichte und allen anderen insbesondere jungen Bäumen mit dünner Borke kann es schon zu Schäden kommen. Bei alten Eichen, Kiefern und Lärchen ist das wohl kaum der Fall. Es kann dabei zu Kambiumquetschungen kommen, die dann die Nährstoffveraorgung und das Wachstum beeinträchtigen, aber sterben wird davon kaum ein Baum. Trotzdem sind Bäume unsere Freunde und was vermieden werden kann, sollte auch vermieden werden. Es kommt sicher auch darauf an wie die Aufhägung angebracht wird. Es wird ja hier im Forum und auch auf YouTube immer wieder erwähnt, wie die wirkenden Kräfte so umgeleitet werden, dass sie für alle Beteilgten verträglich sind.


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    #Klugscheißer-Modus aus#

    ;)

  • Ich wollte noch um ein Haar vorschlagen, ein neues Thema anzufangen, weil der Vorstellungsbereich nicht... (ihr wisst schon)


    Man könnte solche Fragen auch hier diskutieren. Dann müsste man nicht für jede Frage einen neuen Faden anfangen. Was meint ihr?


    Es gab kürzlich die Frage, ob es einem Baum mehr schadet, wenn Hängematten über Jahre hinweg mit einer Vorrichtung, wie man sie von den Slacklines kennt, daran aufhängt, oder ob es in einem solchen Fall sinnvoller wäre, einen Haken fix in den Baum zu schrauben,

  • Es wird ja hier im Forum und auch auf YouTube immer wieder erwähnt, wie die wirkenden Kräfte so umgeleitet werden, dass sie für alle Beteilgten verträglich sind.


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    Meinst Du, es reicht aus, wenn man 3-4 Stöcke hinter die Schlinge steckt?

  • Im Prinzip geht es darum, den Druck auf eine möglichst große Fläche zu verteilen und dadurch den Druck pro Flächeneinheit zu reduzieren. Das wird durch ein 2,5 cm breites Band durchaus erreicht. Darunter Stöcke zu platzieren ist allerdings m.E. kontraproduktiv. Wenn allerdings ein dünnes Seil z.B. 550 Paracord benutzt wird, kann das schon etwas helfen. Der Baum wird, wenn er länger einem zu hohen Druck ausgesetzt ist, durch Wachstum an der Stelle mit dem höchsten Druck reagieren und zwar so, dass durch die neu gebildeten Zellen der Druck auf eine größere Fläche verteilt wird und so minimiert wird. Wen das weiter interessiert kann das bei Prof. Dr. Klaus Mattheck - Stupsi erklärt den Baum, die Körpersprache der Bäume nachlesen. Das kann auch helfen, bei der Einschätzung der möglichen Gefährdung durch Bäume/Äste im Wald helfen.

  • Na ja es macht schon einen signifikanten Unterschied,

    ob die Leiterbahnen quer zur Wuchsrichtung sehr stark

    abgedrückt werden, oder dies durch Stöckchen, welche

    mit einer viel größeren Fläche senkrecht verlaufen, geschieht.


    Gruss

    Konrad

  • Das ist korrekt, aber besser ist ein breites Band. Durch die Stöcke wird ja andererseits der Druck auch wieder auf eine eventuelle kleinere Fläche verteilt. Wie schon gesagt kommt es auch auf die Dicke der Borke an. Normalerweise ist es ja auch nicht so, dass die Hängematte über Wochen und Monate ständig mit Last am Baum hängt. Man kann die Vorsicht wirklich auch übertreiben. Das Aufhängen an Bäumen von Hängematten ganz zu verbieten, wie es wohl teilweise auf Campingplätzen der Fall ist, halte ich deshalb für übertrieben.

  • Wenn immer wieder die selben Bäume verwendet werden wie auf den Trekkingplätzen, wo der optimale Baumabstand bzw. Nähe zum Platz teilweise spärlich ist, da sehe ich schon Schädigungspotential.

    Ich bilde mir sogar manchmal ein, zu erkennen, wo bereits eine oder mehrere Hängematten hingen.

    Da sehe ich aber nur oberflächliche Abrieb Spuren.

    Rein schauen kann ich ja nicht.


    Da kenne ich ganz andere Schäden vom Geocaching T5 Baumklettern.

    Wo teilweise hunderte Cacher ein und dieselbe Astgabel ohne Cambiumschoner verwenden und beim Aufstieg ihr Seil schön durch die Borke reiben.

    Das sieht man aber erst oben im Baum und Bilder von den Schäden, die sie selbst verursachen, machen die wenigsten.


    In dem Vergleich sind wir Hänger fast schom Baumkuschler. ;)

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    03.10. - 06.10.19 Hängemattenforum Herbst Treffen Mengerschied

    30.04. - 04.05.20 Hängemattenforum Sommer Treffen Mengerschied

  • Ich persönlich würde bei andauernder Belastung einen Haken in den Baum schrauben. Das verletzt zwar das Kambium an einer Stelle und kann ggf ein Einfallstor für Pathogene darstellen, ist aber meiner Meinung nach weniger problematisch als ein ständig Druck ausübender Baumgurt. Ist aber rein theoretisch, ich spreche nicht aus Erfahrung sondern nur aus dem Bauch heraus.


    Edit: Natürlich nur bei eigenen Bäumen, nicht auf Trekkingplätzen oder sonstigen wilden/halbwilden Standorten.

    "It is a mistake to think you can solve any major problems just with potatoes." DNA

  • Kannste aber net bei fremdem Eigentum bringen. ;)

    Zuhause im eigenen Gartn oder eigenen Wald scho.

    Aber schraub mal auf der Kalmit nen Haken in die Bäume.

    Was da los ist...

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  • Das mit dem «aus dem Bauch heraus» ist halt immer so eine Sache...


    Wenn ich beispielsweise in Bäume eingewachsene Schilder sehe, dann habe ich ein schwer beschreibbares Gefühl, so wie es anderen durch Mark und Bein geht, wenn sie eine Kreide auf der Wandtafel kreischen hören. (Das macht wiederum mir nichts aus.)


    Deshalb würde ich mich immer dagegen entscheiden, eine Schraube in einen Baum zu drehen. Ich könnte das einfach nicht, weil mir nur schon die Vorstellung davon «durch Mark und Bein» geht.


    Bauchgefühl halt...

  • Ich probier's einfach bei meinem Zwetschgenbaum im Garten mal aus und berichte dann - in 10 Jahren. ;)

    Coole Aktion von Dir!
    Bin mal auf das Ergebnis gespannt und mache so lange den Beitrag hier zu.

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  • Ich persönlich würde bei andauernder Belastung einen Haken in den Baum schrauben. ... weniger problematisch als ein ständig Druck ausübender Baumgurt.

    Ich überlege gerade, bei welchem Szenario ein Baumgurt ständig Druck ausüben könnte.

    Selbst in meinen hitzebedingt allerfaulsten Tagen im Garten war in nicht länger als 16, okay, 20 ;) Stunden in der Hängematte. Und das war maximal eine Woche.

    Die allermeiste Zeit hängt der Baumgurt ohne Last am Baum, von November bis März kommt er ganz runter.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich überlege gerade, bei welchem Szenario ein Baumgurt ständig Druck ausüben könnte.

    Es ging in der Diskussion an besagtem Ort um semi-permanente Hängematten im Rahmen eines Waldkindergartens und es wurde die Befürchtung geäussert, dass die Borke beim vielen Schaukeln und Hüpfen der Kinder in der Hängematte über die Baumgurte mit der Zeit geschädigt werden könnte, selbst wenn man extrabreite Gurte verwenden würde, wie sie vom Slacklinen her bekannt sind. Es wurden dann statt der Baumgurte permanent in den Baumstamm geschraubte Haken vorgeschlagen, da diese bei Bewegung weder Rinde abreiben noch über lange Zeit in die Borke einwachsen könnten.

  • Also wenn Du das mit dem ständig Druck ausüben nicht schaffst, Mittagsfrost , dann ist das schlicht unmöglich. Ich denke aber, dass es reicht, wenn ein Baum täglich (oder zumindest sehr regelmäßig) mehrere Stunden pro Tag immer an der gleichen Stelle belastet wird. Ich kann mir gut vorstellen, das dadurch bereits Kambiumschäden auftreten können. Insbesondere die Tatsache, dass die Belastung stammumlaufend wirkt, könnte eventuell Probleme verursachen.


    Aber nochmal: ist nur ein Bauchgefühl ohne jegliche empirische Grundlage. Wie immer gilt: Glaub nicht alles, was Du denkst!

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