Snakeskins doof für unterschiedliche Aufbauten bei 3x3 Tarp?!

  • Ich bin etwas genervt. Mein 3x3-Tarp ist in einer Snakeskin eingepackt, was ja durchaus seine Vorteile bietet. Bei meinem Warbonnet Thunderfly ist die Art der Aufhängung auch eindeutig vorgegeben, da muss man sich nicht lange grübeln. Allerdings hänge ich mein 3x3-Tarp je nach Baumabstand gerne als Diamant und zähneknirschend bei zu geringen Baumabstand dann als A-Frame auf. Beim Wechsel muss ich jedesmal die Snakeskin entfernen, um an die Ösen zu kommen, die ich für die entsprechende Aufspannung benötige – das enerviert mich jedesmal X(:cursing:X(


    Nun überlege ich schon, ob ich die Snakeskin bei dem 3x3-Tarp einfach wieder weglassen soll, um es wie früher nur in den Packsack zurück zu prummeln ... Wäre schade, weil ich Snakeskins eigentlich praktisch und gut finde. Kennt jemand von euch eine elegantere Snakeskin-Lösung für unterschiedliche Tarp-Aufbauten, als das Tarp hinterher immer wieder neu durch die Skins fädeln zu müssen? Wie macht ihr das?

  • Ich habe mir genau diese Frage bei meinem neuen Sommer-Tarp (Diamant über Hängematte, A-Frame am Boden) gestellt und bin zum Schluss gekommen, dass ich auf eine Snakeskin verzichte. Ich habe mir dann einfach einen kleinen Packbeutel genäht; die Leinen will ich separat aufbewahren und dort einhängen (Mini-Karabiner o.ä.), wo ich sie jeweils benötige.

  • Du könntest allenfalls mit farbcodierten Leinen arbeiten und beim Auf- und Abbau jeweils darauf achten, dass diese Leinen beidseitig aus der Hülle schauen. Dann weisst du beim Aufbau beispielsweise: rote Leinen = Diamant, blaue Leinen = A-Frame. Die entscheidenden Leinen müssten dann halt fix am Tarp bleiben.

  • Genauso hatte ich es gemacht, als ich noch mit Rechtecktarp unterwegs war.

    Bei Normalaufhängung gibt es kaum einen Unterschied zur herkömmlichen Arbeitsweise. Es bleibt aber eine Notlösung bei Diamantaufhängung, weil man das Tarp nicht in der Snakeskin straff abspannen kann. Dazu kommt der höhere Schnurbedarf.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Kann man nicht einfach nach dem Aufhängen der Ridgeline die Snakeskins über die Ridgeline schieben, mit Karabiner das Tarp aus einer Öse aushängen und in die nächste Öse einhängen?


    Geht halt nicht bei Continuous Ridgeline.

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...


    Hesmon

  • Die Funktionialität von Snakeskins mag tatsächlich abhängig sein vom genutzten Ridgeline-Typ. Zur Zeit benutze ich eine geteilte Ridgeline mit Nama-Claws und Dutch Hooks, weil mir diese Aufhängung gut gefällt. Das läuft allerdings darauf hinaus, dass ich meine einzelne, lange Snakeskin an dem einen Ende der Ridgeline zusammenkruschtel, um das Tarp vollständig und straff aufzuspannen. Mich nervt halt, dass ich die Snakskin immer wieder ganz vom Tarp lösen muss, um sie neu an den geänderten Endpunkten wieder auf's Tarp drüberzuziehen.


    Wenn das Tarp im Zentrum seines Rechtecks eine Schlaufe hat, kann man daran eine Continuous Ridgeline befestigen und sich nach dem Spannen der RL die entsprechenden Pullouts wählen, um damit ein Rechteck oder Diamanten abzuspannen. Die Snakeskin würde dann zusammengeschoben auf der RL verbleiben, die oberhalb des Tarps verläuft. Das Tarp würde abgespannt darunter hängen. Beim Zusammenpacken müsste man dann wohl die Enden des Tarps wieder an der RL fixieren, um darüber wieder gleichmäßig die Snakeskin zu ziehen zum Verpacken.


    Dann werde ich wohl nochmal überlegen müssen, was mir wichtiger ist: Eine Snakeskin benutzen oder der Einsatz einer geteilten Ridgeline ... :/

  • Wenn du eh eine Mittelschlaufe hast, wäre es dann nicht eine gute Idee, statt der Snakeskin einen Packbeutel zu verwenden, der ebenfalls an der über dem Tarp verlaufenden durchgehenden Firstleine befestigt wäre? (vielleicht mit einem Springless Cordlock, damit der Beutel nicht frei auf der Firstleine rumrutschen kann)


    Dann kannst du das Tarp aufspannen, wie du willst. Und für den Abbau stopfst du es – immer noch an der gespannten Firstleine – in den Beutel. Für den Aufbau spannst du dann die Firstleine, öffnest den Beutel, nimmst das Tarp raus, das dann ja bereits mit der Mitte an der Firstleine hängt, und schnappst dir die Ecken oder Seiten des Tarps, die du für den Aufbau verwenden möchtest. Atze (Buschpirat) hat mal etwas entfernt Ähnliches in einem Video gezeigt.


    Ich bin sehr froh, dass ich bei meinem Tarp eine solche Befestigungsmöglichkeit in der Mitte geschaffen habe; das eröffnet viele zusätzliche Möglichkeiten beim Aufbau (und wie es jetzt scheint auch beim Abbau). Danke für die Idee.



    PS: Du könntest sogar durch den gleichen «Springless Cordlock», den du fürs Öffnen und Verschliessen des Packbeutels nutzt, auch die Ridgeline fädeln.

  • Ich habe mich erstmal für diese Ridgeline-Aufhängung entschieden, über die ich dann die Snakeskin probieren werde zu ziehen:



    Zum Glück hatte ich genügend Nama-Claws im Haus, so dass ich nachher überprüfen kann, wie gut sich die Zing-it-RL auf diese Weise spannen lässt.

  • Ich persönlich würde für die Aufspannung der Firstleine selbst eher einen Ewenkenknoten (Sibirischer Knoten) und einen Trucker's Hitch (ohne Nama Claws) nutzen. Spart Gewicht und du bist auch nicht langsamer. Ich nutze die beiden immer für meine Wäscheleine, wenn ich länger unterwegs bin. Das bekomme ich so straff gespannt, da kann ich um ein Haar ein Basssolo drauf spielen.

  • Eine reine Knotenaufspannung hatte ich auch überlegt. Allerdings erinnerte ich mich vage an die Problematik, mit Dyneema gut haltende Knoten zu produzieren. Daher habe ich erst einmal die Nama-Claw-Lösung gepickt. Die beiden von dir genannten Knoten sollte ich aber dennoch mal ausprobieren ... ;)

  • Ohnehin ist aus der Frage, die ich mir (und euch) gestellt habe, gleich das nächste Nähmaschinen-Projekt geworden:
    Bisher habe ich für das DD Tarp eine alte DD-Polyester-Snakeskin, die ursprünglich für meine ehemalige Frontline-Hängematte angeschafft wurde, benutzt. Da ich aber von meinem Fronkey-Moskitonetz Reste übrig habe, werde ich wohl mal für das DD Tarp zwei halbe Snakeskins aus Netzstoff nähen. Für mein Warbonnet Thunderfly hatte ich ein einteiliges Tarp-Sleeve genäht, mit dem ich immer noch sehr zufrieden bin. Mal sehen, wie gut ich mit der von zwei Seiten zu führenden Snakeskin-Lösung zurecht komme ...

  • Ich hatte eine ummantelte Dyneema-Leine vor Augen. Damit würde das gut funktionieren. Aber Zing-It beispielsweise könnte etwas heikel sein. Muss ich mal ausprobieren. Ich denke, dass es nicht ganz so rutschig ist wie Amsteel.


    Ich bin mit meiner einteiligen Snakeskin (365cm) aus Moskitonetz für mein Hex-Tarp auch völlig zufrieden.

  • Meine Idee für Dich: Verwende eine continuous Ridgeline, fertige zwei lange continuous loops, befestige die an jeder Seite der Ridgeline mit einem Prussik oder Klemheist Knoten. Ans andere Ende dann je ein Mini Biner. Die Ridgeline spannst Du dann erstmal unabhängig vom tarp und befestigst dann die Enden des tarps an den Karabinern (tarp noch in den skins). Beim zurückschieben der skins (ein oder zweiteilig) kannst du sie über den Karabiner schieben auf die continuous loops schieben, so dass die skins vom tarp sind. Dann klippst du das tarp wieder aus und wechselst die Aufhängepunkte wie gewünscht. Die Schlaufe in der Mitte des tarps ist eine gute Idee. Die kannst Du dann auch erstmal in der Ridgeline per Mini Biner einhaken und so liegt das tarp beim Wechsel der Aufhängepunkte dann nicht im Dreck.

  • Die Ridgeline befestige ich auf der einen Seite mit einem Dutch Hook, der ans Ende meiner Ridgeline gespleißt ist und am anderen Ende nehme ich eine Dutch wasp. Truckers hitch oder loop aliens gehen natürlich auch gut zum spannen.

  • Ich habe gerade noch einmal einen ersten Test im Park gemacht. Meine 9-Meter-CRL ist aus Lash-It und ich habe mir auch an das eine Ende einen Dutch Hook gespleißt. Eine Dutch Wasp besitze ich leider nicht, das wäre das passende Bling für's andere RL-Ende. Die Nama-Claws hatte ich immer als Hardware-Alternative zum Prussikknoten wahrgenommen, und da ich sie in der alten geteilten RL-Konstallation bereits in der Benutzung hatte, habe ich sie ersteinmal in das neue System übernommen.


    Ich bin auch vom Test erstmal sehr angetan: Die zentrale Mittelschlaufe des Tarps habe ich nach dem Befestigen der CRL mittels eines kleinen Z-Biners aus dem Packsack heraus eingehängt. An allen Randschaufen des Tarps habe ich z. Zt. kleine Inox-Ringe angebracht, und die konnte ich gerade sehr einfach und elegant in die Nama-Claws einhängen und dann das Tarp auf Spannung ziehen. Mit etwas Kraft konnte ich die Claws auch wieder gut lösen und von der Diamantform in den A-Frame wechseln. Während das Tarp an der Mittelschlaufe mit dem Z-Biner hing, konnte ich die entsprechenden Randschlaufen mit den Inox-Ringen aus- und eingehaken, ohne das das Tarp groß Bodenkontakt gehabt hätte.


    Die Idee lässt sich also aktuell gut an, vielen Dank für eure Tipps und Ratschläge :) Als nächstes werde ich dann wohl die Snakeskins nähen, die sich dann von vorne und hinten in der Mitte beim S-Biner treffen, so dass man das Tarp dann auch im "gesnaketen" Zustand an die Ridgeline kriegt. Die Idee, noch je eine Continuous Loop o. ä. an den Nama-Claws bzw. an den Inox-Ringen anzubringen, damit die zurückgeschobenen Skins versorgt werden können, nehme ich auch gerne auf. Damit wäre alles, was mir wichtig erscheint, berücksichtigt.

  • Eine reine Knotenaufspannung hatte ich auch überlegt. Allerdings erinnerte ich mich vage an die Problematik, mit Dyneema gut haltende Knoten zu produzieren. Daher habe ich erst einmal die Nama-Claw-Lösung gepickt. Die beiden von dir genannten Knoten sollte ich aber dennoch mal ausprobieren ... ;)

    Ich selber konnte die oft erwähnte "Dyneemaknotenproblematik" noch nie nachvollziehen und knote z. B. zing it sehr gerne (auf slip). Die von Waldläufer70 erwähnten funktionieren super.

  • Gut zu wissen. Ich denke auch eher, dass sich eine gewisse Problematik bei Geflechten wie Amsteel ergeben kann. Auf der Website von Samson Rope steht zu Lash-It / Zing-It denn auch:


    «The Samthane coating adds to the twine's wear life, ensures its knot-holding capability, and gives it a distinctive gray or yellow color.»

    © Quelle


    Knoten sollten also halten! – Und wenn da auch steht, dass es nicht spleissbar sei, so geht selbst das eigentlich recht problemlos.

  • Ich habe es soeben mit DynaGlide ausprobiert: Hält super!


    Für den Trucker's Hitch gibt es noch einen Trick: Gehe zweimal durch die Schlaufe, dann hält der Knoten fast von alleine und du musst ihn nicht mühsam festhalten, bis der Sicherungsknoten gemacht ist. Zum Lösen öffnest du den auf Slip gelegten Sicherungsknoten und ziehst das Ende vom Baum weg: Dann löst sich die doppelte Durchführung wieder.

  • Hab' es auch nochmal mit ein wenig Belastung auf den Knoten ausprobiert. Mein Zing-It (von dem ich allerdings immer noch nicht weiß, ob die aus den USA importierte Spule nicht "gefälscht" ist, weil es sich so anders anfühlt als das Zing-It, was ich ich davor bereits besessen habe ...) hält super die ausprobierten Knoten. Kann man wirklich gut machen :)