Eure Nähmaschinen

  • In letzter Zeit ist viel über Nähprobleme und Nähmaschinen geschrieben worden. Ich finde es immer interessant zu erfahren, welche Nähmaschine(n) andere DIYer verwenden oder verwendet haben. Deshalb ein paar Fragen:

    • Mit welcher Nähmaschine näht ihr derzeit?
    • Wie lange näht ihr schon mit der aktuellen Maschine?
    • Mit welchen Nähmaschinen habt ihr davor genäht?
    • Welche guten und schlechten Erfahrungen habt ihr mit den jeweiligen Maschinen gemacht?
    • Wenn ihr plötzlich keine Nähmaschine mehr hättet, und euch nur eine anschaffen dürftet - für welche würdet ihr euch entscheiden und warum?
    • Wäre das die gleiche Maschine wenn Geld kein Rolle spielen würde?

    Besonders interessant sind natürlich Erfahrungen von Leuten die mehr als eine Nähmaschine haben bzw. hatten oder nutzen. Erfahrungen mit nur einer Maschine sind aber auch hilfreich.

  • Ich weiss nicht, ob ich alle Fragen beantworten kann, da ich noch nicht mit allzu vielen Nähmaschinen Erfahrung habe und auch nicht viel mehr als gerade und Zickzackstiche nutze. Die Maschine soll halt einfach zuverlässig funktionieren und ein schönes Nahtbild haben.


    Deshalb hier an dieser Stelle mal meine Geschichte:

    • Angefangen habe ich mit einer alten Elna, die nach wenigen Nähten den Geist aufgegeben hat und nicht mehr zu reparieren war. Ich habe keine Ahnung mehr, um welches Modell es sich gehandelt hat: Ich hatte sie von meiner Schwägerin geschenkt bekommen, die sie wiederum von jemand anderem hatte. Kurz, diese Erfahrung war nicht besonders gewinnend fürs Thema «Nähen». Bei einer Kollegin durfte ich dann auf einer Bernina das unvollendete Werk noch vollenden. Was für eine andere Erfahrung: Die schnurrte und lief wie am Schnürchen.
    • Im Rahmen des Projekts «Hängematte selbstgemacht» lernte ich bei einer Schneiderin die Grundlagen des Nähens. Das passierte auf einer Bernina Artista 630 (nur noch als Occasion erhältlich): eine der einfacheren Bernina-Nähmaschinen, die aber – samt Stickmodul und abspeicherbaren Mustern – viel mehr konnte, als ich wohl je brauchen werde. Mit dieser Maschine konnte ich im dortigen Nähstudio meine ganzen ersten Hängematten, Packbeutel, Tarps, etc. nähen und habe dabei diese Maschine sehr schätzen gelernt. Etwa ein Jahr lang habe ich dort immer wieder ein Projekt umgesetzt. Von den acht Maschinen gab es mal eine, die nicht mehr richtig lief und in den Service musste, aber das ist auch nicht weiter verwunderlich, da dort jede Woche zahlreiche Kursbesucher ein und aus gehen. Besonders gut gefallen hat mir an diesem Modell, dass die maximale Nähgeschwindigkeit per Regler stufenlos reduziert werden kann. Das hat mir als Anfänger sehr geholfen, da ich oft noch nicht das ausreichende Feingefühl im Fuss hatte, um bei maximaler Einstellung das Tempo nach meinen Bedürfnissen zu regeln.
    • Am gleichen Tag, an dem ich vom Mechaniker erfahren hatte, dass meine alte Elna nicht mehr zu retten sei, bekam ich von Bekannten eine Bernina Record 530-2 geschenkt. Diese Maschine mit 13 mechanisch gesteuerten Stichmustern – Baujahr 1962 – habe ich sofort in den Service gebracht und sie gründlich überholen lassen. Ein weiterer Service wurde nötig, als sie mal beim Nähen plötzlich zu rauchen begann und dann mit einem Knall stehen blieb. Zum Glück war es nur der Kondensator und kein Motorschaden. Mit ihr nähe ich nun seit 2017, weshalb ich das oben erwähnte Nähstudio nur noch äusserst selten nutze. Mir gefällt an ihr, dass sie vollständig mechanisch funktioniert, auch die Vorstellung, dass sie bereits ein ganzes Stück Geschichte hat. Sie produziert ein sehr schönes Nahtbild, bringt einen aber auch mal zur Verzweiflung, wenn dieses plötzlich nicht mehr schön ist. Seit einiger Zeit wird die untere Naht nicht mehr richtig schön, sobald ich die Nadelposition nach links oder rechts verschiebe (Schläufchenbildung unten). Beim Zickzack ist das aber kein Problem. Alle meine neueren hier vorgestellten Projekte habe ich auf dieser Maschine genäht (z.B. auch meine Brücken-Hängematte).
    • Kürzlich hätte ich vom erwähnten Nähstudio beinahe einen Vorläufer der oben erwähnten Artista in gebrauchtem Zustand zu einem sehr günstigen Preis erwerben können. Leider hatte dann aber ein anderes Studio noch Bedarf und erhielt dann verständlicherweise den Vorzug. Da war aber noch eine mechanische Bernina 1030 übrig und die erhielt ich dann zu meinem Erstaunen geschenkt. Mit ihr habe ich vorletzte Woche meine neueste Hängematte aus «1.6 oz HyperD XL Diamond Ripstop Nylon» genäht. Die Maschine ist ein Quantensprung gegenüber der alten Record. Jene näht nach wie vor zuverlässig und ich will die nicht schlecht machen. Man merkt aber einfach, dass da technologisch einiges gegangen ist. Die 1030 klingt vielleicht eine Nuance mehr nach dumpfem Plastik, aber hat immer noch diesen schönen mechanischen Klang, den ich von der Record kenne. Zudem ist sie ein ganzes Stück leichter. Zum Aufwickeln der Unterfadenspule muss man nicht mehr das Hauptwerk abkoppeln, sondern da ist eine separate Vorrichtung oben drauf, die sogar automatisch stoppt, wenn die Spule voll ist. Da gibt es eine Knopflochautomatik. Und 26 mechanisch gesteuerte Stichmuster (doppelt so viele wie bei der Record). Sehr praktisch ist auch, dass man beim Einschalten zwischen voller und halber Nähgeschwindigkeit wählen kann; das kann für Ungeübte oder bei heiklen Passagen hilfreich sein (siehe oben). Auch schön ist die «Langstich-Funktion»: Die Nähmaschine näht dann nur nach jedem zweiten Transport einen Stich, was die Stichlänge im Handumdrehen (Drehschalter) verdoppelt. Diese Funktion eignet sich sehr gut für eine Heftnaht, die man möglichst einfach wieder auftrennen können möchte, oder auch für eine provisorische Naht, wenn man noch unsicher ist, ob sich eine Idee in der Praxis bewährt, und damit rechnen muss, die Naht vielleicht wieder öffnen zu müssen. Auch beim Nähen über eine heikle Stelle (z.B. dicke Naht, Reissverschluss) kann die Funktion hilfreich sein. Die maximale Stichlänge erweitert sich mit dieser Funktion von 5mm auf 10mm. Die Maschine näht übrigens problemlos durch mehrere Lagen Gurtband und Hängemattenstoff (getestet bis knapp 5mm Materialstärke). Ich denke, diese Maschine dürfte für die nächste Zeit die Maschine meiner Wahl werden.
    • Wenn ich mir eine Maschine neu kaufen würde: Man hört ja viel Gutes von der «Husqvarna Viking» (hatten die Wikinger bereits Nähmaschinen?). @Bernd Odenwald hat seine zwar wieder verkauft, weil ihm der Klang nicht gefallen hat (wenn ich mich da richtig erinnere). Vielleicht wäre das etwas. Andererseits war ich mit den drei erwähnten Modellen von Bernina sehr zufrieden, so verschieden die Nähmaschinen-Zeitalter auch sind, die sie repräsentieren. Ich denke, ich würde mir wohl eine Bernina kaufen. Entweder die mechanische 1008 oder – weil ich damit immer sehr zufrieden war – eine modernere, die in die Richtung der Artista geht. Im Grunde würde aber ein einfacheres Modell genügen. Lieber habe ich eine etwas einfachere Maschine, die dafür aber weniger fehleranfällig ist und deshalb möglichst wartungsfrei und zuverlässig läuft. Was auch für eine Bernina sprechen würde: Alle Modelle, die ich kenne haben einen Freiarm und den weiss ich zu schätzen.

    Wie weit man ein Modell grundsätzlich gut findet oder nicht, lässt sich nicht mal so leicht sagen:

    • Je mehr Maschinen man kennt, desto besser weiss man, welche Funktionen einem gefallen und welche man deshalb auf keinen Fall mehr missen möchte. Mir zum Beispiel ist wichtig, dass die Maschine einen Freiarm hat und der «Näharm» (an dem man den Nähtisch befestigt) nicht zu dick ist. Ist dieser zu voluminös, so wird es bei kleineren Packsäcken schwierig, den Kanal für den Kordelzug zu nähen. Auch sollte der Ärmel eines Kleidungstücks über diesen Arm passen. Das könnte für mich ein Ausschlusskriterium sein.
    • Auf der anderen Seite muss man immer auch die Vorgeschichte einer Maschine kennen. Wenn eine Maschine Probleme bereitet, muss das nicht bedeuten, dass dieses Modell grundsätzlich schlecht ist. Vielleicht hatte die Maschine einfach eine «unglückliche Kindheit» oder wurde sonst irgendwie traumatisiert. Da müsste man sich dann informieren, ob es sich um einen Einzelfall oder um bekannte Probleme bei diesem Modell (oder gar der Marke) handelt.
    • Ich würde mir vor einem allfälligen Neukauf vermutlich eine Liste machen und aufschreiben, was die Maschine – wenn immer möglich – können muss. Auf dieser Grundlage könnte ich dann zwei, drei Nähmaschinen ins Auge fassen. Dann würde ich schauen, wo ich das Modell der Wahl ausprobieren und von einem Händler mit Garantie gebraucht kaufen könnte. Wenn das nicht klappt, würde ich wohl einen Neukauf in Erwägung ziehen. Da müsste ich bei einer Bernina ziemlich tief in die Tasche greifen. Da mir aber ein einfacheres Modell völlig reichen würde, würde sich das noch in einem für mich gut tragbaren Rahmen bewegen.

    Zur Frage, ob Geld bei einem Neukauf meine Wahl beeinflussen würde: Da ich nicht an einer Maschine mit sämtlichen Sonderfunktionen interessiert bin, würde ich mir wohl kein anderes Modell kaufen, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Wie gesagt würde ich zuerst schauen, ob ich eine Gebrauchtmaschine aus zuverlässiger Quelle (mit Garantie) bekommen kann, um so – hoffentlich – etwas Geld zu sparen.


    Ach so, ich wollte ja noch die Fotos der erwähnten Maschinen einfügen:


    Bernina Record 530-2 (1962)


    Bernina 1030 (1980er-Jahre) letzte Bernina mit mechanischer Nadelsteuerung


    ff7d97fed9e1b1029d39ffdb355e8e1b_600x600.jpg Bernina Artista 630 (© Quelle)

  • Mit welcher Nähmaschine näht ihr derzeit?

    Zurzeit arbeite ich eigentlich nur mit meiner zweiten Nähmaschine, einer Pfaff 1221 (Baujahr ca. 1985), der versenkbaren Tisch-Version der Freiarm-Maschine Pfaff 1222. Diese Reihe ist in Outdoor- und Drachenbau-Kreisen bekannt und beliebt. Daher wird sie heute oftmals überteuert gebraucht angeboten.



    Wie lange näht ihr schon mit der aktuellen Maschine?

    Erst die zweite Saison. Ich besitze die Pfaff zwar bereits seit zwei Jahren, aber bevor ich richtig damit arbeiten konnte musste ich sie in den Check geben und einige Dinge reparieren lassen. Ich hatte die Maschine über ebay-Kleinanzeigen von einem Modedesigner gekauft, der mehrere Maschinen besaß und wohl finanziell etwas klamm war, so dass er die Pfaff 1221 verkauft hat. Er hatte sie bereits gebraucht von einer Frau aus Westdeutschland abgekauft.


    Mit welchen Nähmaschinen habt ihr davor genäht?

    Mit der geerbten Nähmaschine von meiner Mutter, einer Quelle Privileg 470 (Baujahr 1974, hergestellt von Brother in Taiwan).


    Welche guten und schlechten Erfahrungen habt ihr mit den jeweiligen Maschinen gemacht?

    Die Privileg ist ein mechanischer Panzer, sie ist einfach zu verstehen und robust gebaut. Trotz des stärkeren Motors, ist sie der Pfaff 1221 allerdings unterlegen. Die Geschwindigkeitskontrolle mit dem Anlasser ist bei der Privileg nicht sensibel genug. Selbst bei geringem Niederdrücken läuft die Maschine schon relativ schnell an. Die Pfaff 1221 habe ich habe mir zugelegt, weil ich bei der Bearbeitung von dünnen Polyester- und Nylon-Stoffen mit der Privileg recht schnell Probleme mit dem Stofftransport bekommen habe und sie auch bei dicken mehrlagigen Nähsituationen (Stichwort: Underquilt und bei Baumbändern) schlapp gemacht hat.


    Die Pfaff läßt sich bei langsamer Stichgeschwindigkeit wesentlich kontrollierter an. Auch der Obertransport hilft schon merklich. Das schöne an der Pfaff ist, dass es auf dem Markt noch viele Ersatzteile gibt. In Berlin gibt es zwei Läden, die sich auf Pfaff-Reparaturen spezialisiert haben. Mein Reparateur war damals bei Pfaff angestellt und hat meine Maschine bei der Wartung auseinandergenommen. Der Spaß hat über 200 Euro gekostet (und war damit teurer als der Kaufpreis), aber die Maschine hatte relevante Verschleißprobleme. Einige Bauteile (die Walze für die Stichprogramm-Auswahl und auch einige Zahnriemen) sind aus Nylon gefertigt und nach 40 Jahren oftmals porös und brüchig. Doof, wenn man solche wichtigen Teile nicht austauschen kann. Wenn man sie nicht übermäßig ölt (Öl ist wohl tödlich für den Keilriemen und die Nylonbauteile), sind die Dinger sehr robust und zuverlässig.


    Weiterhin haben die Pfaff-Maschinen spezielle Bauteile verbaut, die nicht standard sind, .z.B. das Poti im Anlasser. Es gibt mindestens drei Generationen von Anlassern für diese Maschinenreihe, und alle sind nicht kompatibel zueinander. Da muss man teilweise ganz schön lange nach Ersatzteilen suchen. Für das Potentiometer gab es keinen Ersatz mehr auf dem Markt, die Ritzel waren wohl speziell für Pfaff hergestellt worden. Daher habe ich das Anlasserpedal zum Elektro-Reparaturfachgeschäft gebracht. Der hat mir für 30 Euro das alte Poti auseinandergenommen und gereinigt, so dass es wieder wie geschmiert läuft.


    Das einzige, was mir an der Pfaff als "Verschlechterung" zur Privileg erscheint, ist dass die Pfaff 1221 die Tischversion ist und keine Freiarm-Maschine (das wäre dann die Schwester-Maschine Pfaff 1222). Ob nun Hosenbeine umnähen, Ärmelbündchen oder bei Packsäcken nachträglich einen Tunnel für die Schnur nähen – da punktet meine Privileg 470 mit ihrem Freiarm wieder gegenüber der Pfaff ...


    Ich denke, dass die Investitionen in die alte Pfaff immer noch besser sind als eine aktuelle Maschine, deren Bauteile gekapselt und nicht mehr zum Reparieren ausgelegt sind.

    Wenn ihr plötzlich keine Nähmaschine mehr hättet, und euch nur eine anschaffen dürftet - für welche würdet ihr euch entscheiden und warum?

    Ich stehe eher auf schwere Metall-Maschinen. Das ist auch meine Vorliebe bei Motorrädern. Eher unverkleidete Roadster als Plastikbomber bzw. Jogurtbecher. Daher würde ich immer wieder auf eine mechanische Gebrauchte zurückgreifen und nach einer verbreiteten und beliebten alten Pfaff suchen, bevor der Name verkauft wurde. Obertransport habe ich zu schätzen gelernt. Da ich meine Nähte eher bedächtig langsam nähe, ist mir ein sauberes Laufbild wichtig auch in "Zeitlupe".


    Meine ersten Baumgurte habe ich zum Markisen- und Segelmacher gebracht, um die Schlaufen nähen zu lassen. Die Industriemaschine mit Drehstrom war sehr beeindruckend und hat den Auftrag in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit und -kraft weggesurrt. So eine Maschine wäre aber vollkommen überdimensioniert für mich als Hobbyisten.

    Wäre das die gleiche Maschine wenn Geld kein Rolle spielen würde?

    Auch wenn Geld keine Rolle spielte, ich würde wohl bei der Pfaff bleiben. Ich bin kein Profi, viele Programme brauche ich auch nicht. Das einzige, was mir bei beiden alten Maschinen fehlt, ist eine Overlock-Funktion. Aber zum Versäumen von Nähten gibt es ja auch noch die alten Möglichkeiten, wenngleich es etwas umständlicher ist ...

    • Ich nähe derzeit mit einer Victoria 364.
    • Seit meinen ersten Nähversuchen werden wohl so um die zwei Jahre vergangen sein.
    • Es ist meine erste Nähmaschine.
    • Die schlechten Erfahrungen hatten wohl eher mit Fehlbedienung und Unwissenheit als mit der Qualität der Nähmaschine zu tun. :) Gute Erfahrungen? Tja, meistens tut sie, was sie soll. Da mir der Vergleich fehlt, finde ich die Nähmaschine ganz toll.
    • Wenn ich plötzlich keine Nähmaschine mehr hätte, und mir nur eine anschaffen dürfte, dann würde ich mich hier im Forum beraten lassen.
    • Wenn Geld kein Rolle spielen würde, würde ich mir die Maschine kaufen, von der es hier im Forum heißt: „Das ist mein Traum, aber leider unerschwinglich.“ Da aber Nähmaschinen auf meiner Prioritätenliste nicht an erster Stelle stehen, würde ich mit dem vielen Geld wohl eher etwas anderes machen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Ich benutze seit knapp drei Jahren eine Pfaff Performance 5.0, auf der ich etwa 60 Cross Hammocks, 15 Tarps, 3 Zelte, 4 Daunenschlafsäcke und jede Menge Klamotten (Hosen, Jacken, Hemden, Kleider, Unterwäsche...) genäht habe. In der Zeit war eine Reparatur nötig, der Schrittmotor (von dem ich vorher gar nichts wusste) wurde auf Garantie ausgetauscht und etwa 100 Euro Wartungskosten fielen an. Ich bin mit der Maschine einigermaßen zufrieden. Gerne hätte ich eine Profimaschine von Juki mit Nadeltransport, automatischem Fußlüfter und (viel schnellerem) Fadenschneider. Aber die wiegt 50 kg und braucht einen festen Arbeitsplatz, was für mich das Hauptargument dagegen ist. Meine Pfaff wiegt nur 10 kg, und ich kann sie wegstellen, wenn ich sie nicht mehr brauche.

    Außerdem habe ich noch eine Pfaff 31 aus dem Jahr 1927, die nachträglich mit Motor ausgerüstet wurde, 14 kg wiegt und auch noch regelmäßig verwendet wird, z.B. für das Nähen von DCF mit Kevlargarn. Das packt die Neue nicht. Und dann habe ich noch eine Kettelmaschine von W6, die seit Jahren überraschend zuverlässig ist. Insgesamt fühle ich mich damit ganz gut aufgestellt und würde mich wahrscheinlich ähnlich entscheiden, wenn es gälte mich neu auszurüsten. Gerade bei Nähmaschinen ist es wichtig, dass man sein Modell kennenlernt, die leisen Töne, die sie unter Belastung von sich gibt, versteht und damit Erfahrungen sammelt.

  • ich hab mir zwei Nähmaschienen von Wertarbeit geholt: die W6 N5000

    Die computergesteuerte Nähmaschine der Premiumklasse bietet extrem viel Bedienungskomfort. Nähen, Quilten, Patchen, Buchstaben und Zahlen schreiben,



    und die W6 Overlook 454D



    Beides sehr zuverlässige Maschinen mit deutscher Wertarbeit.


    Vor allem einfach zu bedienen und ohne kompliziertes Einstellen oder Einfädeln! Das tolle ist, da ist gleich jede Menge Zubehör und verschiedene Nähfüßchen dabei, die man so braucht.


    Gerade bei glatten Stoffen wie Nylon und Ripstopmaterialien hilft der Oberstofftransporteur, ein gerades Nähen zu ermöglichen, ohne das sich die Stoffe verschieben.

  • Net falsch verstehen jetzt, aber nur weil der Importeur die Maschinen "Wertarbeit" labeln lässt, macht sie noch nicht zu einer Maschine deutscher Wertarbeit.

    W6 zählen in der "Szene" zu den billigen Einsteigermaschinen. Halten im semiprofessionellen Bereich nicht mal die gesetzl. Gewährleistung.

    Im Freundeskreis hab ich ein zwei, die mit W6 angefangen haben aber inzwischen alle weiterverkauft haben.

    Nicht von den Marketingsprüchen verleiten lassen.


    Das trifft auch auf die SINGER, PFAFF etc. Maschinen zu, die nur noch den Markennamen einer alten deutschen Firma tragen.

    Drin ist überall das Selbe.

  • Da kann ich nur eine Kleinigkeit beitragen.

    Ich nähe mit einer alten Riccar 220, made in Schweden.

    Die kann fast nichts, aber das kann sie gut. Sie ist einfach und robust.

    Die Einstellmöglichkeiten wie Fadenspannung, Stichweite ... funktionieren gut. Was mir besonders gut gefällt ist daß man mit dem Fußpedal fast bei null losnähen kann.

    Man kann also gggaaannzzz lllaaanngggsssaaamm nähen. Das ist schön wenn man selber nicht der Schnellste ist :-)


    Vorher habe ich auf der alten Pfaff bei Mutti genäht und in der Schule auf irgendwas.

    Und ja, ich würde mir die wieder kaufen wenn ich keine hätte.

    Wäre das die gleiche Maschine wenn Geld kein Rolle spielen würde?


    Ne, dann würde ich mir was tolles gönnen. Ich konnte mal eine Juki Industriemaschine testen, mit der konnte man auch Lederschlaufen an Bierdosen nähen (wozu auch immer).


    Grüße

    Thomas

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • Nabend,

    nach dem ich nun etliche Jahre mit der Pfaff 260 verbracht, und mich immer wieder über die Maschine und ihr Eigenleben geärgert habe, ist heute eine Neue bei mir eingezogen und zwar eine Janome 6700P.

    Ich war zuerst skeptisch wegen des fehlenden Obertransportes, aber erstens ist im Lieferumfang ein Obertransportfuß dabei, und zweitens funktioniert der Profifuß mit spezieller Geradstichplatte super mit Slinylon.

    Wahrscheinlich werde ich nicht annähernd das ausnutzen, was da an Funktionen in der Maschine steckt, aber wer weiß. Und alles andere wäre wieder ein Kompromiss gewesen.


  • Das ist wie bei Star Treck Zurück in die Gegenwart, als diese Wal Forscherin in die Crew aufgenommen wurde...


    Mein Neid hast Du. Schöne Maschine.

    Hier zeigt sich, wie gut die alte Oberfadenspannungstechnik doch ist.

    Nix elektronisch. Schnell und einfach.


    Kleiner Tip. Rechts brauchst Du wenig Platz. Links mehr.

    Bei großen Stoffflächen wie Tarps, stell noch ein Tisch dran.

    Dann zieht das Stoffgewicht nicht zum Boden.

  • Ja da hast du recht, dass ich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Danke für den Tip mit dem extra Tisch. Ich wollte mir ggf. eh was bauen damit die Maschine komplett mit der Tischplatte abschließt.

  • Denn die eine Hälfte des Tarps muss genau da durch.

    Habe ich neulich bei meinem Tarp auch bemerkt!


    Viele machen die Naht als französische Naht mit Einfassband. Dann kann immer der gesamte Stoff links auf dem Tisch bleiben. Allerdings sollte man so ein Tarp am besten nicht horizontal mit voller Last abspannen, sondern besser schräg nach unten. Sonst müsste man den Kamm flach auf den Stoff nähen... ja, und dann hat man wieder das genannte Problem, dass das halbe Tarp unter dem Freiarm (=> rechts von der Nadel) durch muss.

  • Freiarm Nähmaschinen sind im Bereich Unterfadentechnik so schmal gebaut und auch hängend gestaltet, dass man locker einen Hemdsärmel oder Hosenbund drüber schieben kann.

    Normale Nähmaschinen bieten das nicht.

    Mehr über Freiarm Nähmaschinen hier.


    Bitte ab hier wieder BTT, back to topic.

  • Ich könnt aber nicht sagen, wie das heisst was Du meinst.

  • Habe ich neulich bei meinem Tarp auch bemerkt!


    Viele machen die Naht als französische Naht mit Einfassband. Dann kann immer der gesamte Stoff links auf dem Tisch bleiben. Allerdings sollte man so ein Tarp am besten nicht horizontal mit voller Last abspannen, sondern besser schräg nach unten. Sonst müsste man den Kamm flach auf den Stoff nähen... ja, und dann hat man wieder das genannte Problem, dass das halbe Tarp unter dem Freiarm durch muss.

    Aber sonst wird doch die doppelte Kappnaht benutzt oder hab ich das falsch im Kopf?

  • SirWesley & Waldläufer70 bitte das mit der Naht via PN oder in einem bereits bestehenden passenden Beitrag bzw einem neuen Beitrag klären.

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