Schlafsetup für Trekking

  • Hallo,

    ich verschwinde sehr gerne immer mal für mehrere Tage in den Wäldern Deutschlands und Schwedens.

    Bisher trage ich die Amazonas Moskito Traveller Thermo nebst Tarp und Underquilt mit mir herum. Das sind gut 2200g

    Gibt es da etwas leichteres und gleichzeitig auch bequemeres? Mir kommt die Matte immer etwas kurz/beengt vor.

    Hätte zu gerne mal ein paar Matten ausprobiert, aber das war leider nicht realisierbar.

    Ich bin 182cm bei etwa 75-80kg

    Was mich bei der Amazonas viel nervt, ist das es Nachts kalt wird am Rücken trotz Underquilt. Und irgendwie waren immer Falten in der Matte an den Füßen zb.

    Habe auch das Gefühl das der Isomatteneinschub nicht gut gelöst ist für das Schrägliegen.

    Tagsüber in Pausen kann ich super schlafen für ein Stündchen. Nachts werde ich oft wach

    Ich hoffe mein Geschreibsel st verständlich.

    Ich suche eine große, leichte Matte mit Tarp und Underquilt (und am besten auch nicht zu teuer) Die Wollmichsau eben ;)

  • Hmm, schwierig.


    Wenn nur die Kälte von unten das Problem war, dann würde ich sagen, investier' in einen vernünftigen Underquilt. Cumulus ist günstig und leicht verfügbar, besser wäre aber Warbonnet.


    Ich vermute aber fast, dass auch die HM selbst Dich am guten Schlaf hindert. Alles, was Du so von der Stange in Deutschland bekommst, ist für die meisten Personen einfach zu kurz. Bei Deiner Körpergrösse rate ich zu mindestens 330 cm Länge, besser 360 (von Raffung zu Raffung, wohlgemerkt). Eine ausreichend lange Hängematte zu einem günstigen Preis kriegst Du - neben vielen anderen schönen Sachen - im Shop von @TreeGirl. (Anmerkung: Da es sich bei den Artikeln dort fast ausschliesslich um hochwertige Importware aus den USA handelt, sind die Preise für Neueinsteiger abschrecken. Darfst Du nicht mit den Chinaangeboten von z.B. Amazon vergleichen. Dafür bekommst Du aber Top-Waren, die zu angemessenen Löhnen produziert werden, zumindest in der Endfertigung. Nicht vergessen: wer billig kauft, kauft zweimal - oder öfter.)

    "It is a mistake to think you can solve any major problems just with potatoes." DNA

  • Ich suche eine große, leichte Matte mit Tarp und Underquilt (und am besten auch nicht zu teuer) Die Wollmichsau eben

    kurz: das geht nicht.


    Als running gag beim Mattenkauf gilt die Regel:

    günstig, Qualität/Bequemlichkeit , leicht

    Wählen Sie zwei Eigenschaften ;)


    Spontane Tipps:

    - Mit deiner Körpergröße empfiehlt sich mindestens eine 11 Fuß (335cm) lange Matte wegen der Bequemlichkeit z.B. Warbonnet Blackbird XLC oder Dutch Chameleon - bequem aber teuer.

    - Für Schweden bzw. winterliche Temperaturen gibt Underquilts aus Daune. Die sind wärmer und leichter als Synthetik - aber teurer.

    - Ultaleichte Tarps mit 200g gibts es aus Dyneema Composite z.B. von der Firma Zpacks - aber teuer.


    Ich habe lange und oft mit leichten und günstigen Hängematten Setups (< 2 kg) experimentiert, bin aber letztendlich wegen der Bequemlichkeit bei ca. 3 kg gelandet (Matte, Tarp, Underquilt). Dafür liege ich super-bequem und habe bis -10 Grad kuschelig warm. irgendwo musst Du einen Kompromiss eingehen.


    Schau Dich einfach im Forum um und benutze die Suchfunktion. Hier findest du hunderte von Setups. Die einen leichter, manche bequemer und andere günstig - aber nie alles auf einmal.

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...


    Hesmon

  • Nachtrag:


    Gewichtsmäßig muss ich Dich schon mal vorwarnen: Unter 2,5 kg für's komplette Schlafsetup wird schwierig. Hängt natürlich stark von den Randbedingungen ab (Temperaturbereich, Komfortanspruch), aber die meisten haben so was in der Art ("Standard-3-Jahreszeiten-Set"):


    Hängematte mit Insektenschutz inkl. Aufhängung (z.B. Blackbird XLC): 940 g

    Underquilt (z.B. 20°F Wooki, Warbonnet): 590 g

    Topquilt (z.B. 20°F Burrow, Hammockgear): 630 g

    Tarp inkl. Aufhängung (z.B. Thunderfly, Warbonnet): 400g


    Macht unterm Strich etwas über 2,5 kg, plusminus.


    Du kannst zwar an allen möglichen Ecken Gewicht einsparen (Menge der Isolation, Abmessungen und Material des Tarps, Länge und Stoff der HM), das hat aber natürlich immer Folgen.

    "It is a mistake to think you can solve any major problems just with potatoes." DNA

  • Bezüglich des Gewichts für das Schlafsetup stimme ich echinotrix zu. Eventuell kann man beim Tarp noch durch Dyneema/Cuben Fibre etwa 200 g sparen, aber der Preis steigt natürlich entsprechend.


    Sofern du weiterhin eine doppellagige Hängematte bevorzugst, um ggf. auch trotz UQ den Einschub für Isomatten zu nutzen, wäre – auf der Basis des bereits oben gesagten – die Warbonnet Eldorado ein Zwischenweg. Wenn du weiterhin keine seitliche Ablage benötigst (die bei deiner Amazonas wohl auch nicht existiert) bekommst du da eine Doublelayer mit ein abnehmbares Reisverschluss-Moskitonetz in adäquater Länge und Verarbeitung.


    Der Gewichtsunterschied zur XLC ist zwar nicht erheblich, aber du hast ersteinmal die günstigere Version einer guten Hängematte, deren Moskitonetz-Oberteil du später ggf. mit einem passenden Ablageoberteil der XLC austauschen kannst, wenn du es möchtest.


    Reicht dir wegen UQ-Nutzung eine Singlelayer, dann wärst du mit einer polnischen Lesovik 12-Fuß-Anfertigung (siehe den Link von echinotrix ) bzgl. Preis/Leistung m. E. am besten dran. Ich glaube, dass TreeGirl diese Länge für ihren Shop exklusiv hat anfertigen lassen. Zumindest hatte ich sie auf der hauseigenen Homepage von Lesovik nicht gefunden – oder du nähst bzw. whippst dir eine eigene Hängematte deiner Wahl ... ;)

  • ... Noch nicht erwähnt wurden die Querlieger von Seitenschläfer ... Er hat ein Modell aus extrem dünnem (und sehr leichtem) Stoff, das nach seiner Messung bei gerade einmal 375g liegt. Außerdem brauchen Querlieger immer eine Isomatte, falls sich das in deiner Wahl beeinflusst...


    Dazu ein Tarp aus Cuben Fiber bzw. DCF (verschiedene Namen für das selbe Material) und du bist beim Gewicht ziemlich am Minimum.


    Das einzige potentielle Problem (abgesehen vom Preis) ist, dass nicht jeder mit dem "Über-Kopf-Schaukeln" von Querliegern zurecht kommen.

    haengemattenforum.de Ich bin zwar nur der Haustechniker, aber wenn es Probleme gibt kann ich wahrscheinlich helfen ;).
  • Marky, Du siehst also: da geht so einiges. Aber Kompromisse muss man schon eingehen. Niedrigpreisig sind die Ultraleichthängematten auch beim Selberbauen nicht und auch von der „Bedienung“ her nicht jedermanns Sache.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • 375g plus Aufhängung, die auch recht schwer ist.

    Ich bin bei 241g plus 80g Aufhängung.

    Hallo Konrad, was weißt du eigentlich von der Aufhängung der von mir benutzten Cross Hammock? Ich weiß jedenfalls, dass sie leichter und einfacher zu handhaben ist als deine 4 mm Kanirope-Schnüre, die du jedesmal umständlich knoten musst.

    Was die Matte selbst betrifft, so hat die Cross Hammock 2 in 1 ein Moskitonetz, das bei dir fehlt. Ich persönlich brauche ja auch kein Netz, deshalb wäre ein Ohne-Netz-Modell, wenn man es ohne die bei mir im Gesamtgewicht eingerechneten Karabiner (40 g) ausstattete, auf jeden Fall leichter als deine famose Kreation aus Hexon 1.6, die übrigens schon lange niemand aus dem Forum mehr zu sehen bekommen hat, um deine Angaben zu überprüfen.


    Wenn man - um auf die Eingangsfrage zurückzukommen - nach dem leichtesten Setup fürs Trekking sucht, wird man auf GE-Hängematten eher verzichten, während man eine Cross Hammock durchaus in Betracht ziehen kann. Beispiel gefällig? Auf der Brauereitour des UL-Forums vor zwei Wochen hat Mittagsfrost (was niemand hier geglaubt hätte) seine GE-Hängematte mit Wooki zugunsten eines leichteren Zelts zu Hause gelassen, während vonLieven seine Cross Hammock mitgenommen hat, und damit unter einem Basisgewicht von 5 kg geblieben ist.

  • während vonLieven seine Cross Hammock mitgenommen hat, und damit unter einem Basisgewicht von 5 kg geblieben ist

    Ja, stimmt und das bei Winterausrüstung, und zwar:


    TrexAd Airpack

    300 g

    Cumulus Panyam 600

    1008 g

    Exped Synmat UL LW

    593 g

    Rettungsdecke

    57 g

    Kopfkissen Exped

    68 g

    Regenschirm swing

    215 g

    Crosshammock Protection 2.4 Hexon

    520 g

    Dutchware Spider Web 2.0 + Double Hooks

    59 g

    4 Heringe, ZingIt Tarpworms, Rigdeline

    70 g

    WB Minifly 397 g

    Snowpeak 600 + Exbit + Kocher + Carbonflies+Feuer

    128 g

    Frühstücks, Nüsse

    395 g

    PE Flasche

    54 g

    Windjacke

    104 g

    Patagonia Daunenjacke

    317 g

    Groundsheet

    89 g

    Petzl Bindi

    35 g

    Mütze

    40 g

    Schlafsocken

    65 g

    Daunenhandschuhe (China) 48 g

    BeeFree Filter

    58 g

    “Kultur”Tüte

    75 g

    gesamt

    4.695 g


    Dazu kam noch Wasser



    Mein aktuelles Minimal-HM-UL Sommersetup sieht so aus:


    Hängematte


    Dutchware Half-Wit Hexon 1,0

    276 g

    Dutchware Spider Web 2.0 + Double Hooks

    59 g

    Regenschutz


    HammockGear DCF Hextarp+Schlaufen

    176 g

    4 Heringe, ZingIt Tarpworms, Rigdeline

    70 g

    Isolation


    Basic Nature Isomatte 5 Segmente

    87 g

    Cumulus Quilt 250

    504 g

    Pack


    TrexAd Airpack

    300 g


    Zusammen


    1.472 g

    Edited 3 times, last by vonLieven ().

  • Cool, ich danke euch für die schnellen Antworten.

    Selber nähen fällt leider aus. Da habe ich kein Händchen für.

    Die Warbonnet reizen mich schon. Wo ist da der unterschied zwischen Eldorado und XLC, was heißt da Seitliche Ablage? Das was da abgespannt ist auf den Bildern? Ist das wie ein Nachttisch? Wenn das abgespannt ist, kann man da noch drin "schaukeln"?

    Die Wollmilchsau war ein Scherz, ist mir klar das es sie nicht gibt, leider.

    Wenn ich in der Matte super pennen kann, trage ich auch gerne ein paar Gramm mehr.

  • Wo ist da der unterschied zwischen Eldorado und XLC, was heißt da Seitliche Ablage?

    Die Eldorado ist baugleich mit der XLC, allerdings ohne "seitliche Ablage". Das ist eine Art Tasche, die an das Moskitonetz genäht ist und dir die Möglichkeit gibt Sachen (z. B. Socken, Telefon, ein wenig ausgezogene Kleidung) so zu lagern, dass du liegend in der Hängematte noch über den Rand greifen kannst, ohne aus der Hängematte aufzustehen oder das Moskitonetz öffnen zu müssen. Ein kleiner Stauraum sozusagen.


    Die beiden Seiten des Moskitonetzes werden mit Gummileinen aus dem Gesicht gehalten. Die sind aber so elastisch, dass das seitliche Schaukeln m. E. dadurch kaum oder nur ein wenig beeinflusst wird.


    Schau mal auf die Warbonnet Outdoor Homepage und klick dich dort durch die Bilder bzw. durch die Videos auf Youtube. Falls du weiteres Interesse hast, TreeGirl hat zur Zeit den deutschen Exklusiv-Vertrieb für Warbonnet-Sachen. Der Link zu ihrem Shop wurde ja bereits oben gepostet.

  • Wenn du als Isolierung eine Isomatte nutzen willst und gleichzeitig so leicht wie möglich hängen möchtest, wäre eine Cross Hammock die beste Lösung. Bei Gathered End Hängematten kannst du Isomatten vergessen.


    Mit Underquilt sind die Warbonnet-Hängematten meiner Meinung nach unschlagbar, obwohl du den Wooki Underquilt auch mit anderen GE Hängematten nutzen kannst.


    Die Eldorado unterscheidet sich von der XLC im Detail:

    • Der Hauptunterschied ist wie von Furbrain geschrieben die fehlende Ablage.
    • Das Netz ist dadurch anders konstruiert und wenn man die offene Einstiegsseite nur zurück klappt, hängt sie etwas nervig durch. Man muss die Seite also entweder abgespannt lassen, das Netz ganz abnehmen oder komplett zurück rollen und an der anderen Seite fixieren.
    • Statt der Ablage kann man den Packsack an der Ridgeline einhängen. Das ist natürlich etwas friemelig und es passt weniger Kram rein als in die Ablage.
    • Der Packsack hat nur eine Öffnung.

    Alle XLC-Anbauteile lassen sich auch mit der Eldorado verwenden. Wenn du irgendwann doch eine Ablage haben wollen würdest, könntest du also auch ein XLC-Netz kaufen und anzippen.