DIY Daunen Topquilt mit Fußbox

  • Hi Leute,


    ich habe mich an einen einfachen Daunen Topquilt rangetraut. Einfach bezieht sich darauf, dass ich keine Druckknöpfe, keine Tunnelzüge oder sonstigen Details drangemacht habe. Werde mal testen wie ich damit zurecht komme.


    War teilweise ganz schön kniffelig und ich gegen Ende auch froh, dass es gen Ende ging, aber im Großen und Ganzen doch machbar.



    Der Funktions- und Praxistest steht noch aus, aber er schaut schon mal recht vielversprechend aus. Sobald ich ihn richtig getestet habe werde ich das hier ergänzen.



    Für die Interessierten hier ein paar Überlegungen und Zahlen:


    Ich habe den daunendichten Nylonstoff 55g/qm von Extremtextil sowohl für innen als auch für außen genommen. Für die Stege zwischen den Kammern das Moskitonetz mit 25g/qm.

    Gefüllt wurden die Kammern mit 700er Daune.


    Die Stoffbahnen habe ich auf 190cm x 145cm (und 125cm unten) zugeschnitten. Die Stege habe ich in 7cm Breite zugeschnitten (1cm Nahtzugabe pro Seite).

    Die 15 Kammern habe ich mit jeweils 23g Daune und in die Fußbox mit zwei mal 17g befüllt.


    Die Fußbox habe ich so gemacht und befüllt wie Seitenschläfer das schon mal beschrieben hatte (Danke nochmal dafür:-), also die beiden Hüllen ineinander gesteckt und dann ringsherum Kammer für Kammer genäht und direkt an der Nähmaschine befüllt. Das führt dann dazu, dass sich die Daune komplett frei in der Kammer bewegen kann und es keine durchgesteppten Nähte oder Kältebrücken gibt. Es ist nur ziemlich fummelig und auch nicht ganz einfach zu machen.


    Das Gesamtgewicht ist genau 700g.


    Ich hoffe das hilft anderen, die es auch mal wagen wollen.


    Viele Grüße

    Michael
















  • Vielen Dank für die lieben Worte und es freut mich natürlich wenn es euch hilft!


    Mittagsfrost , schwer zu sagen, da es sich über mehrere Etappen hingezogen hat. Am längsten/ schwierigsten waren die Vorüberlegungen wie zum Beispiel der Fußteil werden soll. Das reine Machen hat ungefähr zwei Abende und ein Vormittag gedauert.


    Viele Grüße

    Michael

  • Danke für die grobe Zeiteinschätzung. Hm, das wäre ja durchaus machbar. Ein Wochenende für die Planung und eins für die Ausführung.

    Es reizt mich schon lange, einen alten Daunenschlafsack und eine alte Daunendecke zu schlachten und einen neuen Quilt daraus zu zaubern. Aber irgendwie traue ich mich noch nicht. Ich glaube, der Plan muß noch etwas reifen.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Das mit dem Reifen geht mir oft auch so. Ich habe noch ein paar Projekte, die ich schon länger vor mir herschiebe, weil ich entweder nicht die Musse dazu habe oder mich auch noch nicht so recht traue.


    Ein Quilt – in welcher Form auch immer – gehört definitiv auch zu den bisher nicht in Angriff genommenen Projekten.


    Dein Projekt, Michael , ist jedenfalls ein Prachtstück und ermutigt sicher andere, es auch mal zu versuchen! :)

  • Schönen guten Abend,


    ich konnte den Quilt nun 11 Nächte auf einer Paddeltour in Brandenburg testen, auf der ich 6 Nächte in der Hängematte und 5 Nächte im Zelt verbracht habe. In der ersten Woche war es ziemlich kalt (nachts war es um die Frostgrenze, teilweise knapp darunter) und in der zweiten Woche minimal wärmer, dafür sehr regnerisch. Also Idealbedingungen um mal auf Herz und Nieren zu testen.


    Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen:


    In der Hängematte hat der Quilt super funktioniert und deutlich besser als im Zelt. Kann aber auch an der schmalen ThermARest liegen die ich dabei hatte. Da hatte ich nämlich Schwierigkeiten mit den Armen innerhalb des Quilts zu bleiben.


    Trotzdem war der Quilt für diesen Temperaturbereich zu wenig und ich war froh, dass ich einen zusätzlichen Schlafsack dabei hatte. Das ist das schöne am Canadier - da kann man alles redundant mitschleppen, wenn man das für nötig erachtet :-)


    Was mich positiv überrascht hat war, dass die Daune über die gesamte Zeit keinerlei Anstalten gemacht hat zusammenzufallen. Dabei war der Oberstoff oft feucht, teilweise sogar richtig nass und ich habe den Quilt auch oft sehr früh in seinen wasserdichten Kompressionssack befördert ohne ihn zu lüften.


    Ich habe nun folgende Veränderungen vorgenommen:


    Oben habe ich einen Kanal für einen Kordelzug eingenäht und seitlich habe ich so kleine Schlaufen eingenäht. Da will ich mal probieren eine Gummischnur zwischen zu spannen und damit dafür zu sorgen, dass der Quilt unter mir zusammen bleibt wenn ich ihn am Boden einsetze.


    Zusätzlich habe ich weitere 120g Daune in die Kammern gefüllt.


    Mal sehen wie sich Neuerungen auswirken werden.


    Viele Grüße

    Michael




  • Meiner Meinung nach sind Quilts nur etwas für Frühling bis Herbst. Leute wie Ryan Jordan schlafen damit zwar auch noch in der Arktis, aber ich finde, dass die Aufgabe, die Wärme am Körper zu halten, von einem gekammerten Schlafsack (ohne Reißverschluss) besser gelöst wird. Wenn wir Berliner übernächste Woche rausgehen, werde ich auch noch keinen Quilt nehmen, sondern den Schlafsack mit 300 g Daune. Der Quilt ist dann gut, wenn man die Möglichkeit haben will, sich aufzudecken, weil es sonst zu warm wird. Deshalb reichen bei mir im Quilt 200 g Daune. Mit dem Kordelzug und den Schlaufen wäre mir das zu viel Gehedder, weil ich mich nachts oft drehe.

    Was du über die Feuchtigkeitsresistenz von Daune schreibst, deckt sich auch mit meinen Erfahrungen.

  • Auf der Matte habe ich den Quilt schon mit zwei dünnen Gummischnüren, die ich der Länge nach um die Matte gelegt habe, an der Isomatte fixiert. Das hat recht gut funktioniert. Die Gummischnüre konnte ich – je nach Bedarf und Breite des Quilts – etwas mehr am Rand oder etwas mehr gegen das Zentrum der Matte positionieren. Beim Drehen hat sich der Quilt zwar manchmal einen Moment etwas angehoben, rutschte aber wieder zurück in die gewünschte Position.


    Inzwischen verzichte ich meist auf die Gummischnüre, weil es doch ein wenig ein Gefummel ist und ich gemerkt habe, dass diese Massnahme bei mir von Frühling bis Herbst eigentlich kaum nötig ist. Wenn ich ihn um den Hals verschliesse, so bleibt er recht gut in Position. Ansonsten habe ich den Verdacht, dass ein Schlafsack bei kühleren Temperaturen und auch bei starkem Wind deutlich im Vorteil ist, wie das Seitenschläfer ja auch bestätigt.

  • Ganz ausgezeichnete Näharbeit, bzw. Ultra Fine Business! (UFB wie die Amaterufunker zu sagen pflegen) :):thumbup::thumbup:

    In a world of Talkers you need to be a Thinker and a Doer, because that is where crazy stuff starts happening

  • Wenn du einen Tunnelzug hast und die Gummikordel am Hals zuziehst, legt sich

    der Quilt automatisch um die Schultern und es ist wesentlich wärmer.


    Warum sollte ein Topquilt nicht im tiefen Winter funktionieren. Ich habe letztens

    in Schweden bei einer Schneeschuhtour meinen Taiga 480 von Cumulus bei -19°C

    im Zelt (mangels Bäumen auf 947m ü.NN) benutzt und war mukkelig warm.


    Mein -29°C Komfort Daunenschlafsack von TNF den ich auch mithatte, war viel zu warm.


    Gruss

    Konrad

  • Meine Erfahrung bezieht sich aufs Schlafen am Boden in einem sehr luftigen Tarptent. Da zieht es bei mir schnell mal rein mit dem Oberquilt. In der Hängematte sieht das anders aus; dort ist auch fast wichtiger, dass der Unterquilt gut abschliesst.

  • Mir sind Top Quilts ab einer bestimmten Temperatur zu luftig. Ein geschlossener Schlafsack hält auf jeden Fall mehr Wärme, weshalb ich bisher dabei geblieben bin. Aber wer nicht so wärmebedürftig ist, kommt auch mit einem Top Quilt im Winter zurecht. Das muss jeder selbst testen.