Ausgefranste Schnüre

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  • Kann mir bitte jemand erklären wie ich ausgefranste dyneema schnüre wieder glatt bekomme?

    Das ist immer so ein Getüddel und Gemache mit Messer, Schere und Spucke, ich habs auch schon mal mit Nagellack probiert, Aber... hilft alles nicht:rolleyes:. Wer kennt den Trick:?:

    8)...enjoy nature...without leaving a trace...8)

  • Gehst Du da nich mit einem Feuerzeug dran direkt nach dem Abschneiden?

    Egal ob Polyamid, Polyester oder Dyneema, direkt nach dem Schneiden kommts Feuerzeug dran.

    Dann franst nichts mehr aus.

    Alternativ mit Klebeband umwickeln, da durchschneiden.

  • Mach einfach einen Endspleiss! – Nimm einen steifen Draht (rund 1/3 des Schnurdurchmessers dick), falte ihn in der Mitte und zieh ein Stück des Endes in sich selbst zurück. Dyneema lässt sich nicht gut zusammenschmelzen, ist aber – sofern es sich um ein Hohlgeflecht handelt – sehr leicht spleissbar.


    In der Videobeschreibung und im Video sagt er es gleich zu Beginn: Dyneema lässt sich nicht mit dem Feuerzeug verschmelzen; es wird immer ausfransen («Amsteel [Dyneema] won't fuse when heat or fire added to make the end sound and keep fraying from happening. This is a solution. Fun to do and looks great.»). Deshalb zeigt er wie der «Backsplice» funktioniert:



    ERGÄNZUNG: Unter dem Schlagwort (Tag) «Spleißen» eröffnet sich dir eine ganz neue Welt, die meiner Meinung nach grossen Spass macht:


    Forum > Schlagwort-Index > Spleißen


    Spleissen braucht keine Kraft. Wenn du Kraft benötigst, dann machst du es falsch. Die wichtigste Regel lautet: Schieben, nicht ziehen! (Ziehen zieht das Hohlgeflecht zusammen: Es klemmt sich fest. Schieben löst es!)

  • Ich mache auch immer einen Rückspleiß. Ist nicht schwieriger als ein Feuerzeug zu benutzen und sieht sauberer aus. Das einzige Problem ist, dass es nicht rückgängig zu machen ist, wenn der Spleiß richtig gemacht wurde.


    Edit: Das geht natürlich nur bei Hohlgeflechten. Bei Schnüren mit Seele würde ich einen Knoten machen.

  • Am Einfachsten (für die Faulen ;)) ist ein gescheiter Endknoten und das Abschmelzen des Überstandes. Am Ordentlichsten ist ein Rückspleiß. Meine Vorzugslösung ist eine Endschlaufe. Fast so ordentlich wie ein Rückspleiß, aber noch funktionaler. Eine Schlaufe braucht man immer!

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ok, danke Waldläufer70   Mittagsfrost   TreeGirl für eure Anregung zum Spleißen, zurück in D werde ichs vielleicht mal versuchen, hier in Lanzarote fehlt mir das Werkzeug.

    Und ok Bernd Odenwald , das mit dem verschmelzen kannte ich natürlich schon, aber meiner Erfahrung nach macht das verschmolzene Dyneema im Inneren der Schnur fette Knubbel, die dann auch nicht hilfreich sind. X/

    Aber durch eure Tips habe ich mich nochmal rangesetzt und schließlich das dyneema (sollhaengemattenforum.de/cms/attachment/52589/das eigentlich die Seele sein, obwohl ich Psychologie studiert habe, kenne ich den Begriff Seele nicht;)) , aus der Ummantelung rausgezogen, mit dem Messer abgeschnitten (Schere geht nicht) und schließlich die leere Hülle am Ende verschmolzen.

    Klappt:thumbup:

    8)...enjoy nature...without leaving a trace...8)

  • Es sieht so aus, als ob die Seele Dyneema ist und der Mantel aus einem anderen Material besteht. Aber das ist unexakte Ferndiagnose.


    Wieso hast Du kein Werkzeug? Gibt’s auf Lanzarote keinen dünnen Draht? Ich nehme Blumenbindedraht, andere benutzen Gitarrensaiten.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Sehe ich auch so wie Mittagsfrost . Das würde auch erklären, weshalb das mit dem Verschmelzen klappt, wenn du die "Seele" etwas verkürzt und im Inneren verschwinden lässt.


    Ergänzung:

    Wenn nur die Seele aus Dyneema ist und du diese entfernst, dann ist das Verspleissen nicht unbedingt die erste Wahl. Da geht das Verschmelzen des Endes wahrscheinlich fast besser.


    Eine weitere Möglichkeit, das Ende einer Schnur zu fixieren, wäre die Verwendung eines Schrumpfschlauchs. Bei Dynemma wäre ich damit aber eher vorsichtig, weil es nicht nur ziemlich rutschig ist, sondern vor allem einen sehr tiefen Schmelzpunkt hat (etwa 144°C bis 152°C), den man bei Nutzung eines Feuerzeuges sehr schnell überschreitet.

  • Ich nehme Blumenbindedraht, andere benutzen Gitarrensaiten.

    Ich gehöre zur Fraktion derer, die steife Materialien bevorzugen. Für dünnes Dyneema (Mantel) nutze ich eine Gitarrensaite (z.B. eine H-Saite aus Stahl). Für dickere Hohlgeflechte aus Dyneema eher ein Stück Draht (ca. 1mm) aus dem Baumarkt. Beim Blumendraht finde ich es ein ganzes Stück schwieriger, das Hohlgeflecht auf den Draht zu schieben, ohne dass sich dieser verbiegt. – Aber das ist meine Vorliebe beim Spleissen.


    Meinen Blumenbindedraht (so ich ihn noch finde), hätte ich abzugeben... Ich habe es damit nur einmal versucht.

  • Danke dir, den Link hätte ich gestern gebrauchen können, hatte aber trotz Suchfunktion nicht das Richtige gefunden. Na egal, so bin ich selbst drauf gekommen und jetzt schon wieder etwas schlauer8)

    8)...enjoy nature...without leaving a trace...8)

  • Lottaontour

    Kommst Du zu einem der beiden Treffen?

    Da könnte man einen super Workshop draus machen.

    Schnüre unterschiedlicher Art schneiden und vor Ausfransen hindern.

    Spleissen, Heisschneiden, Abflammen, Kleben...

  • Bei ummantelten Seilen mit Dyneema-Kern erhitze ich vor dem Schneiden den Mantel über 1-2cm, so dass er sich zusammenzieht und versteift, je nach Material auch verschmilzt. Nach dem Abkühlen schneide ich die verhärtete Stelle dann mittig durch, mit dem Ergebnis, dass die beiden Enden fast wie getapte Schnürsenkelenden wirken. Der Dyneema-Kern ist dann fixiert.

    Nur mit dem Feuerzeug nicht zu nah dran gehen, das ganze muss bei niedriger Temperatur geschehen.

  • Oder Du nimmst einen heissen Schneider. :D

    Nein, das ist kein Typ mit Nadel und Faden, ein Heissschneider wird meist gewerblich zum heiss schneiden von Schnüren und Stoffen aus Kunstfasern verwendet.

    Da gibts verschiedene Schneiden.

    Jetzt lohnt sich die Anschaffung nicht wirklich privat.

    Aber in jeder Stadt gibts einen Baumarkt.

    Der hat Schnür und Bänder und am Regal hängt, wie solls anders sein, ein solches Gerät.

    Damit kann der Kunde im Self Service sich die gewünschte Länge Schnur selbst runter schneiden.


    Ich würds nicht übertreiben und alle Schnüre die es nötig haben, mit rein nehmen.

    Aber ein zwei in der Jackentasche und dann mal schnell das Gerät verwendet, ich denke da sagt keiner was.

    Oder an der Info fragen, ob das okay geht. 8o

  • Als ich mit dem Paracord-Flechten angefangen hatte, habe ich anfangs auch ein Feuerzeug, später einen Flambierer. Was mich daran störte, gerade bei hellem Paracord war, dass die Enden immer schwarz waren. Dann hatte ich eine Zeitlang die Enden mit einem Lötkolben verödet.

    Nachdem die Kinder den Shop eröffnet hatten, kann ich auf einen Heißschneider zurückgreifen, dass ist meiner Meinung nach die einfachste und effektivste Art Seile zu schneiden, ohne dass sie ausfranzen. Da sich so ein Heißschneider nur selten für den Privatgebrauch lohnt, ist der vorige Beitrag interessant.


    Die Methode von Freihaenger wende ich bei dickeren Kern-Mantel-Seilen, jedoch mit einer Heißluftpistole, an.


    Das einzige Seil, bei dem all diese Methoden nicht funktionieren, ist beim Aramid (Kevlar) Seil, da es hitzebeständig ist. Hier veröde ich das geschnittene Ende mit Sekundenkleber.



    Links eine mit Sekundenkleber verödete Kevlar Lene (Kern: Kevlar – Mantel: PES) – rechts, eine heiß geschnittene polyesterummantelte Dyneema Leine. Der einzige optisch erkennbare Unterschied ist, dass die linke Leine an der verödeten Stelle leicht verfärbt.


    Lottaontour Dyneema kann man gut daran erkennen, dass es sich genauso wie Kevlar, nicht oder nur äußerst schlecht mit eine normalen Schere schneiden lässt.