Spreizstäbe für Brückenhängematte

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  • Guten Tag, um mich kurz Vorzustellen, ich bin 20 Jahre alt, bin gerne draußen unterwegs und verspühre seit einiger Zeit das bedürfnis, möglichst unabhängig die welt zu erkunden, nur ich und mein Rucksack, ganz minimalistisch halt. Da es für mich wichtig ist draußen zu schlafen wo und wann immer ich will, ist mir bewusst geworden das ich mit der isomatte in tropischen gebieten nicht weit komme.
    Also kurz recherchiert und die TTTM Double besorgt, nun bin ich Seitenschläfer und konnte sehr schlecht in ihr schlafen. Nach dem Lesen einiger treads, rückte die Brückenhängematte immer weiter in mein Visier. Da diese aber leider sehr teuer sind, habe ich vor mir selber eine zu nähen.


    Zur Hängematte
    - der Hängemattenkörper soll aus doppellagigem Hexon 2.4 bestehen
    - Gurtband (Polyester) 14 mm (430 daN) für die Seiten
    - Dyneema für die aufhängung


    Nun mein Problem: ich würde mir die Spreizstäbe gerne selber aus Alu Rohren anfertigen.
    - wie viel mm sollte die Wandstärke der Rohre mindestens betragen ?
    - welchen durchmesser könnt ihr empfehlen ?


    Da ich die Rohre für geringes Packmaß gerne aus zwei Teilen haben möchte, sind mir folgende Verbindungen eingefallen.
    - auf beide rohre ein Gewinde schneiden und diese dann mit einer Muffe verbinden
    - in einem Rohr, ein kleineres Rohr befestigen, welches den Außendurchmesser gleich den Innendurchmesser des anderen Rohres hat. So kann man diese ineinander stecken (Zeltstange)
    Habt ihr weitere Ideen ?


    In die seitlichen öffnungen der Rohre kommt dann jewils eine Einschlaghülse + Stift für Möbelrollen,
    an denen dann eine eigenanfertigung ähnl. den [SIZE=12px]Titanium Bridge Hammock End-Set von Dutch kommt.


    So ist mein Plan. könnt ihr mir weiterhelfen ?
    VG und euch noch nen angehnehmen Tag.[/SIZE] [h=1][/h] [h=1][/h]

  • Hallo Grubengustel und willkommen im Forum!


    [USER="17"]dendronaut[/USER], der Hersteller der legendären KOMA-Brückenhängematte, hatte Tatonka-Zeltstangen zu Spreizstäben umfunktioniert. Die Endkappen hat er per 3D-Drucker gefertigt. Frag ihn doch mal, vielleicht hat er noch welche rumliegen!


    Ein anderer Forist hat den Kunststoffgriff eines Schraubenziehers dafür verwendet. Wäre vielleicht auch eine Option.


    Hexon ist ein prima Stoff, sehr gute Wahl! Aber 2.4 und doppellagig? Ist das nicht ein bißchen schwer? 1.6-er sollte reichen. Was sagst Du, [USER="46"]TreeGirl[/USER] ?

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich möchte nur kurz eine Sache (meiner Meinung nach) richtig stellen. Eine Gathered End Matte (wie z.B. die TTTM) und das seitliche Schlafen passen hervorragend zusammen. Ich schlafe immer in einer solchen GE-Hängematte und immer auf der Seite. Allerdings bin ich von den TTTM abgekommen und ziehe die Warbonet Traveler oder die Arbora Matten vor, da der Stoff nicht so dehnbar ist und ich dadurch waagrechter liegen kann. Und: natürlich muß man auch auf der Seite diagonal liegen, um nicht "durchzuhängen".... Da muß man ein bißchen rumprobieren.


    Umgekehrt: wenn man in einer Brückenhängematte seitlich liegt und die Beine dabei ca. rechtwinklig anzieht, stört einen (mich) der ziemlich harte Rand der HM, die im mittleren Bereich relativ schmal ist.

  • Ich stimme [USER="269"]barfuß[/USER] zu. Ich bin eigentlich Bauchschläfer. In der Warbonnet Blackbird XLC kann ich in einer 3/4-Bauch-1/4-Seiten-Position schlafen, in Seiten- oder Rückenlage sowieso. In der KOMA klappt es aber nur auf dem Rücken. Beim Beine anziehen stört die scharfe Kante des seitlichen Gurtbandes.


    Das soll Dich aber nicht davon abhalten, eine Brückenhängematte zu bauen.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Aus meiner Sicht ist das alles eine Frage der Masse / Maße.


    In einer klassischen Hängematte (Gathered-End) lässt sich sicher auf der Seite schlafen, nur sollte sie auch ausreichend lang dafür sein (ca. 1.9mal deine Körpergrösse). Zudem empfiehlt sich da ein fester, wenig dehnbarer Stoff. Da wäre das Hexon 2.4 eine gute Wahl. Auch musst du da mit dem Hängewinkel experimentieren. Nicht immer passt der auf Anhieb.


    Bei Brücken-Hängematten (ich kenne nur die, die ich selber genäht habe) sieht es aus meiner Sicht so aus: Wenn du dort auf der Seite schlafen möchtest, sollte sie in der Mitte ausreichend breit sein, damit du dem von [USER="269"]barfuß[/USER] erwähnten harten Band an den Seiten ausweichen kannst. Meine ist auch in der Mitte noch 100cm breit; da geht das. Ich habe meine aus Hexon 2.4 gefertigt, habe aber den Eindruck, dass dieser Stoff bereits zu hart ist, um angenehm auf der Seite schlafen zu können. Ich verspüre da jeweils einen recht harten Druck auf der Schulter. Meine nächste würde ich deshalb eher aus einem 1.6er-Stoff nähen, um herauszufinden, ob dann dieser Druck auch wirklich abnimmt und das Liegen auf dem Rücken dennoch nicht unangenehm. Natürlich hat auch der Hängewinkel einen Einfluss darauf, wie hart sich der Stoff anfühlt: Je flacher du die Brücke abspannst, desto härter fühlt sich der Stoff an, da dann ganz allgemein die Spannungen im ganzen System zunehmen.


    Bei einer Brücken-Hängematte arbeitest du mit viel mehr Spannung. Der Aufhängewinkel ist tendentiell flacher, was grundsätzlich schon einmal zu höheren Spannungen führt. Dann müssen die Spreizstäbe deutlich höhere Kräfte aufnehmen, je breiter du die Hängematte machst.


    Bei meiner nutze ich zwei Alustangen, die nächstdünnere als inneres Verbindungselement (von DutchWare). Das funktioniert recht gut, allerdings wäre eine Unterteilung in drei Teile von der Belastung her besser (nicht unbedingt vom Packmass und vom Gewicht her). Bei zwei Teilen hast du nämlich die höchste Belastung genau dort, wo die Stäbe zusammengesteckt werden. In meinem Fall nutze ich einen 19mm dicken Stab (Wandstärke 1mm) am Kopfende (110cm lang) und einen 17mm dicken Stab (Wandstärke 1mm) am Fussende (92cm lang). Wichtig ist, dass die Steckverbindung möglichst nicht wackelt, weshalb ich das Innenrohr etwas mit Klebband umwickelt habe.


    Es gibt diverse Projekte für Brücken-Hängematten hier im Forum. Meines findest du bei Interesse hier. (Wie gesagt, ich kenne nur diese und kann dir nicht sagen, ob ein Nachbau - eventuell mit einem elastischeren Stoff - lohnt.)


    Willkommen im Forum!

  • Ich hab die da von Esvo verwendet: https://www.esvocampingshop.co…zeltstang-160-cm-5-teilig
    Die mittlere der 5 Stangen hab ich so zerschnitten, dass ich mit dem längeren Teilstück insgesamt auf ca. 100cm für den Kopf und mit den dünneren Stücken auf ca. 60 cm für die Füße komme.
    Die Endkappen hab ich mir mit dem 3D Drucker gedruckt, aus Nylon (das hält hervorragend) mit einem Metallkern.

  • Was ich noch ergänzen möchte: Je länger die Spreizen werden sollen, desto dicker sollte der Rohrdurchmesser sein. Du kannst grob davon ausgehen, dass die Belastbarkeit der Rohre (bei gleichen Angriffswinkeln) mit zunehmender Länge im Quadrat abnimmt.


    Mein 110cm langes 19mm dickes Rohr am Kopfende geht für mich. Ich denke aber, dass ich der Grenze bereits relativ nahe komme. Würde ich mehr als 90kg, allenfalls 100kg wiegen, dann wären sie bereits zu schwach. Dann müsste ich entweder kräftigere Rohre verwenden oder die Spreizen am Kopfende schmaler oder den Stoff breiter machen oder das Aufhänge-Dreieck verlängern oder die seitliche Kurve tiefer und damit den Aufhänge-Winkel steiler machen oder mehrere der genannten Massnahmen kombinieren.

  • Erstmal vielen Dank für euren Beitrag, ich bin jetzt ein wenig unschlüssig geworden. :D


    Nun meintet ihr ja das es sehr wohl möglich ist in einer GE seitlich zu schlafen. Das möchte ich gerne noch einmal ausprobieren und werde mir dazu eine Matte mit den Maßen 350 cm x 150 cm aus Hexon 2.4 anfertigen. Ich bin 185m groß und das sollte ausreichen um seitlich darin zu schlafen oder ?


    Ich fand die Maße von deiner Brückenhängemate [USER="153"]Waldläufer70[/USER] sehr ansprechend, wegen der Beinfreiheit. Da ich gerne in einer leichten Embryonalstellung schlafe ( wo der Abstand von Kniespitze zu Fuß 80-90 cm betragt ) dürfte ich nicht die "harten Seitenwände berühren" oder ?


    Als Stoff werde ich nun das Hexon 1.6 doppellagig nehmen um ein wenig Gewicht zu sparen. -> macht es überhaupt Sinn für mehr Schlafkomfort eine Isomatte zu verwenden, oder sollte ich diese lieber weglassen? Weil dann kann ich ja auch nur einlagig gehen.


    Hält der Stoff einlagig diese Spannung aus, wenn ich mit meinen 65 Kg in ihm liege und die Hängematte Flach abgespannt ist ?


    Vielen Dank und bis Später.

  • Meinst Du jetzt Isomatte in der GE Hängematte oder in der Brückenhängematte?
    In der gathered end Hängematte sind Isomatten nur eine Notlösung gegen das Frieren von unten. Ein Underquilt ist viel bequemer. Gebogene Hängematte und flache Isomatte passen nicht gut zusammen. Das Verrutschen der Isomatte wird durch das Einklemmen zwischen die beiden Hängemattenlagen nur etwas verhindert.
    Bei der Brückenhängematte reicht es eigentlich, die Isomatte hineinzulegen. Da sie ziemlich flach liegen kann und die Seitenwände ein Wegrutschen verhindern, braucht man das Einklemmen eigentlich nicht. Dennoch ist es auch hier etwas komfortabler mit einer doppellagigen Hängematte.


    Argon 1.6 hält schon eine Menge aus. Wenn Du es mit dem "flach abspannen" nicht übertreibst, sehe ich keine Probleme. Versuche doch mal, die Belastbarkeit des Stoffes in Newton pro Meter herauszubekommen und lies Dir mein Physiktraktat durch!

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Deine Maße für die Gathered-End-Hängematte finde ich sinnvoll. Kürzen kannst du die Hängematte immer noch, sollten dir die 350cm wider Erwarten zu lang sein. Etwas schade dabei ist, dass das Hexon 2.4 dir nur eine knapp 150cm breite Hängematte ermöglicht. Das kann bei deiner Grösse etwas knapp werden, hängt aber auch davon ab, in welchem Hängewinkel sie dann für dich bequem ist. Wenn du sie eher flacher aufhängst, kann die Breite reichen, lässt du sie stärker durchhängen, so kann die Breite etwas knapp werden.


    Was du versuchen kannst, falls die 150cm zu knapp sein sollten: Du könntest versuchen, ins Kopf- und Fussende eine leichte Kurve zu machen. Dazu gibt es einen Faden. Damit du dir da nicht zuviel Arbeit damit machst, könntest du die Kurve bloss anzeichnen, etwa alle 2cm der angezeichneten Kurve entlang einen starken Faden durch den Stoff ziehen (nach unten und gleich wieder nach oben) und dann die ganze Breite der Hängematte wie ein Akkordeon auf diesem Faden zusammenschieben. Nun fixierst du die Akkordeonfaltung mit einer Wicklung (Whipping). Der Vorteil könnte sein, dass du die Hängematte dann für optimalen Komfort etwas weniger durchhängen lassen musst. Dann kommst du mit den 150cm Breite weiter, d.h. du brauchst dann nicht ganz so diagonal zu liegen. Zumindest bei mir verhält sich das so. Ich würde mir diese Möglichkeit vielleicht einfach mal aufsparen für den Fall, dass du merken solltest, dass sich die 150cm in der Breite zu knapp anfühlen. Ich habe eine 360cm lange Hängematte mit einer solchen Kurve gemacht, die nur etwa 146cm breit ist. Die Breite ist knapp, reicht mir aber für ein sehr bequemes Liegen aus. Ich habe halt nur sehr wenig Spielraum zur Verfügung. In diesem Faden findest du noch Tipps, wie du die maximale Breite aus dem Hexon 2.4 (und jedem anderen Stoff) herausholen kannst.


    Wegen meiner Brückenhängematte: Ja, ich kann dem harten Band ganz ausweichen. Wenn ich mich aber einfach auf die Seite drehe, dann ragt mein Knie über den Rand raus. Ich muss beim Drehen jeweils mit dem Rücken nahe an die andere Seite rutschen, damit es reicht. Dabei wache ich dann schon das ein oder andere Mal auf. (Ganz wichtig bei Brücken-Hängematten ist übrigens: Halte dich zum Drehen und Wenden und Rumrutschen nie an den Spreizen fest, schon gar nicht in deren Mitte. Sie könnten dann leicht brechen, da sie in belastetem Zustand unter starker Spannung stehen! Nutze den festen Rand, um dich in eine andere Position zu ziehen.)


    In einer Brücke sollen Isomatten recht gut funktionieren. Ich habe bisher meinen Unterquilt dafür verwendet, was nicht optimal ist, da es sich in meinem Fall um einen Unterquilt für Gathered-End-Hängematten handelt. Ich kann mir vorstellen, dass eine Isomatte etwas besser am gewünschten Ort liegen bleibt, wenn du sie zwischen zwei Lagen schieben kannst. Die Koma von Dendronaut ist deshalb so konstruiert. In den Tropen wäre eine doppellagige Hängematte sinnvoll, da Moskitos durch eine Stofflage problemlos durchstechen können. Bei zwei Lagen soll man besser geschützt sein, wobei ich mich da in einem Malariagebiet nicht darauf verlassen würde, ausser du schläfst von Kopf bis Fuss bekleidet. Eine Isomatte oder ein Unterquilt kann da einen gewissen Schutz bieten, vorausgesetzt, dein Körper berührt sonst nirgends das Netz. Wenn du für die Brücke ein Netz nähst, das die ganze Hängematte umhüllt wie eine lose, weite Socke, dann kannst du in den Tropen allenfalls auf eine Isolation von unten verzichten, was aber von deinem Wärmeempfinden abhängt. Kalte Schläfer brauchen unter Umständen auch in tropischen Nächten eine (leichte) Isolation von unten.


    Es gibt Leute hier im Forum, die deutlich schwächere Stoff als das Hexon 1.6 einlagig für ihre Brücken-Hängematte verwendet haben. (Schau dir mal die «Straight Banana» von Stesch an!) Wichtig ist, dass du beim Einnähen des Gurtbandes eine Naht sehr nahe am Innenrand des Gurtbandes setzt, damit du dort die bestmögliche Verbindung zwischen Hängematte und Rand erhältst.


    Wie flach würdest du denn die Brücken-Hängematte aufhängen wollen? Ich denke bis zu einem Hängewinkel von 20° kannst du vom Stoff her problemlos gehen. Ich schätze, dass die Spreizstäbe deutlich früher Probleme machen. Flacher als 20° würde ich nicht gehen. Bei meiner liege ich bei rund 23°-25°, je nach dem ob ich lieber eine etwas härtere oder eine etwas weichere Unterlage wünsche.

  • Ich habe jetzt eine gute Endlösung für die Spreizstäbe gefunden und wollte noch einmal nach Rat fragen, wie ich diese am besten zuschneide. Zur verfügung stehen mir 2m Alurohr . Nun würde ich die Maße für das Obere rohr 100cm und das untere 90cm wählen, da ja so eine leichte entlastung der Spannung im oberen Bereich entstehen dürfte.
    Inwiefern müsste ich deine Maße der Brückenhängematte an meine Spreizstäbe anpassen [USER="153"]Waldläufer70[/USER] ?


    Wenn ich mit dem Stoff mehr in die Breite gehe habe ich am ende weniger Platz in der Mitte und andersrum, die Kurve der Seitenränder spielt ja auch noch mit ein.


    Zur abspannung am Ende habe ich mir ehrlich gesagt noch gar keine Gedanken gemacht, da reicht meine Vorstellungskraft noch nicht aus, ich denke da werde ich erstmal Erfahrungen sammeln müssen. Je flacher ich sie abspanne desto gerader und härter wird auch die liegefläche und andersrum, aber die Beanspruchung des materials steigt. Richtig ?


    Reichen für die aufhängung 240 daN des Seiles aus ?

  • Wenn Du die Brückenhängematte mit 20° abspannst (flacher würde ich nicht abspannen), dann beträgt die Last, mit der die Abspannung am Baum zieht, etwa da 1,5-fache der Gewichtskraft des in der Hängematte liegenden. Bei einer 100-kg-Person also etwa 150 daN. Wenn sich die Person aber bewegt, ist die dynamische Last höher. Der Einfachkeit halber nimmt man oft den Faktor 2 an. Damit wärest Du dann bei 300 daN und etwas über der empfohlenen Maximalbelastung der Abspannung. Da in die Materialangaben aber auch ein Sicherheitsfaktor einbezogen wird, sollte das Seil halten.


    Wichtig ist, daß das Seildreieck an den Spreizstäben lang genug ist, da anderenfalls enorme Knicklasten angreifen können.


    Hier ein kurzer Artikel zum Einfluß des Abspannwinkels und da ein Testvideo zur dynamischen Belastung:


    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich beginne hinten. Die Belastungen für die Aufhängung kannst du gerne meinem Hängematten-Rechner entnehmen. Der berücksichtigt bereits das, was [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] erwähnt hat, setzt aber für normale Bewegungen in der Hängematte nur den Faktor 1.5 ein... aufgrund des Videos, das oben ebenfalls verlinkt ist. Ich würde einfach auf die Ruhebelastung einen Sicherheitsfaktor von fünf schlagen. Auch das macht der Rechner automatisch (siehe unterstes Feld). Dann bist du auf der sicheren Seite.


    Zu deiner Frage: 240daN reichen nie und nimmer, ausser du spannst in einem 30°-Winkel ab und belastest die Hängematte höchstens mit 49kg. Bei einer höheren Belastung hältst du den Sicherheitsfaktor von fünf nicht mehr ein. Auf deine eigene Verantwortung darfst du das natürlich ausprobieren. Ich würde es nicht machen. Das Material wird beim Gebrauch auch nicht jünger und die Belastungsgrenze sinkt mit der Zeit.


    Die Liegefläche wird nie gerade, da Stoff elastisch ist und dein Körper kein Zylinder. Aber grob stimmt das, was du geschrieben hast: Je flacher der Aufhängewinkel, desto härter fühlt sich der Stoff an, da die Spannungen zunehmen. Die Liegefläche wird dann auch etwas flacher. Und ja, die Belastung des Materials steigt schnell an. Flacher als 20° würde auch ich nicht abspannen (siehe Mittagsfrost).


    Wenn du mit dem Stoff mehr in die Breite gehst, hast du nicht unbedingt weniger Platz in der Mitte. Es kommt hier auch auf das Verhältnis zwischen Länge der Spreizen und Stoffbreite an. Je näher du dich beim Verhältnis von Spreizenlänge und Stoffbreite von unten her dem Faktor 1 annäherst (1 = Spreize gleich lang wie der Stoff breit), desto höher liegst du, desto höher wird der Schwerpunkt (=> die Hängematte wird kippeliger) und desto höher wird die körperseitige Belastung der Spreizen (Belastung durch Winkel δ). Wenn du die Spreizen im Verhältnis zur Stoffbreite hingegen eher kurz hältst, so wird die «Liegerinne» tiefer und die Spannungen etwas tiefer; dafür nimmt der Druck auf die Schultern etwas zu. Je steiler der Aufhängewinkel, den du anstrebst, desto tiefer musst du die Kurve in den Seitenrändern machen. Das schon. Ich würde da wohl einen Aufhängewinkel von ewa 25° anstreben, um die Belastungen nicht zu hoch werden zu lassen.


    Zu deiner Frage zur Umrechnung der Stoffbreite analog zu meiner Brücken-Hängematte: Ich weiss nicht, ob meine von den Maßen her ideal ist! Ich kenne nur meine und weiss nicht, wie bequem die im Vergleich zu anderen (professionellen) Brückenhängematten ist!


    Um das exakt gleiche Liegegefühl zu erreichen, müsstest du auch noch die Schulterbreite (Bereich grob vom äusseren Schulterblatt zum äusseren Schulterblatt) berücksichtigen. Grob kannst du auch einfach einen Dreisatz anwenden:

    • Kopfende: 126cm / 110cm * (deine) 100cm = ca. 114.5cm Stoffbreite
    • Fussende: 126cm / 92cm * (deine) 90cm = 123.3cm Stoffbreite


    Was ich bei einer zweiten Brücken-Hängematte auf jeden Fall anpassen würde: Ich würde den tiefsten Punkt der Kurve in den Seiten nicht wieder in der Mitte machen, sondern ein Stück in Richtung Kopfende versetzen. Dafür sprechen zwei Aspekte:

    • Wenn das Fussende eine tiefere Rinne bildet als am Kopfende, dann musst du das Fussende ein Stück höher aufhängen als das Kopfende, um eine waagrechte Rinne zu erhalten. Wenn du dir eine solche Hängematte von der Seite her vorstellst, dann wäre bei einem natürlichen Kurvenverlauf der tiefste Punkt nicht in der Mitte, sondern etwas näher beim Kopfende.
    • Dazu kommt, dass die seitliche Kurve bei einer weniger tiefen Rinne im Kopfbereich weniger wirksam ist. Ich habe die Vermutung, dass es sich deshalb lohnt, den tiefsten Punkt der seitlichen Kurve noch etwas mehr in Richtung Kopfende zu bringen.


    Ich bin 184cm gross und habe den Hängemattenkörper 220cm lang gemacht. Wenn du kleiner bist, kannst du ihn auch etwas kürzer gestalten. Dann kannst du auch die seitlichen Kurven etwas weniger tief machen. Dafür nimmt die körperseitige Belastung durch den Winkel δ etwas zu, da dieser Winkel eine Spur kleiner wird, weil du ja näher bei den Spreizstäben liegst.


    Dein Hängemattenkörper könnte also wie folgt aussehen:

    • Kopfende: 110-120cm breit
    • Fussende: 120-125cm breit
    • Stofflänge aufgrund deiner Körpergrösse wählen.
    • max. Tiefe der seitlichen Kurve: 15-20cm (tiefster Kurvenpunkt von der Mitte etwas in Richtung Kopfende verschoben)
    • Breite auf Kniehöhe (je nach Maßen): 120cm – 2*15cm >= 90cm (da tiefste Stelle der Kurve näher beim Kopfende)


    Es tut mir leid, dass das ohne Bilder alles recht theoretisch klingt und vielleicht nicht gut nachvollziehbar ist. Ich kann mir das problemlos in 3D vorstellen. Bitte hab' Verständnis, dass ich deshalb nicht einen Haufen Zeit aufwenden möchte, um für dich alles Gesagte in anschauliche Bilder umzusetzen.


    Für die Steckverbindung würde ich wohl 10-20cm vom nächstdünneren Rohr wählen und die Hälfte davon fest ins dickere Rohr einkleben (z.B. Zweikomponentenkleber). Die Steckverbindung selbst würde ich soweit mit Klebeband umwickeln, bis die Rohre ohne Spiel übereinander passen, ohne aber zu klemmen. Bei meinen Rohren von DutchWare Gear besteht die Steckverbindung aus einem 10cm langen Rohr, von dem 5cm für die Steckverbindung herausschauen. Ich denke, das dürfte durchaus noch einen Tick länger sein.


    Wegen der Einteilung: Wenn du mit zwei Teilen pro Rohr arbeiten möchtest, dann würde ich wohl wie folgt aufteilen:

    • Kopfende: weibliches Teil = 100cm / 2 + ½ sichtbares Steckteil, männliches Teil = 100cm / 2 – ½ sichtbares Steckteil (Packmass = weibliches Teil = männliches Teil plus sichtbares Steckteil)
    • Fussende: weibliches Teil = 90cm / 2 + ½ sichtbares Steckteil, etc.


    Bitte betrachte das alles nur als Gedankenanstösse. Und übernimm die Verantwortung für die endgültigen Maße selber. Du weisst, wie gross du bist und wie viel Platz du für die Knie brauchst. Mache dir allenfalls mal ein Modell aus Packpapier, um die für dich besten Maße zu ermitteln. Dann baue die Hängematte und hoffe, dass sie gut herauskommt.

  • Noch ein Hinweis zum angesprochenen Seil:


    Was ist mit den 240daN genau gemeint?

    • Arbeitslast / Nutzlast: Im Baumarkt (oder überhaupt im industriellen Sektor?) wird in der Regel die maximale Arbeitsbelastung angegeben. Da ist ein Sicherheitsfaktor mit eingerechnet. Allerdings weiss ich nicht, welcher Sicherheitsfaktor da angenommen wird. Handelt es sich um ein solches Seil, so dürftest du auf der sicheren Seite sein (siehe [USER="14"]Mittagsfrost[/USER]).
    • Bruchlast: Im Kletterbereich und auch in der Baumpflege wird bei den Seilen in der Regel die Bruchlast angegeben. Das ist die in einer Versuchsreihe ermittelte Belastung (durchschnittlich oder minimal), bei der das Seil auch tatsächlich reisst. Handelt es sich um ein Seil aus diesem Bereich, so müsstest du diese Last durch fünf teilen, um die Arbeitslast / Nutzlast zu ermitteln.