Was tun, wenn die Ridgeline extrem straff gespannt ist?

  • Ich habe es wohl immer noch nicht verstanden und auch meine Experimente und Versuche laufen ins Leere. Mein Problem: Sehr oft stelle ich fest, nachdem ich meine Hängematte an die Bäume gebracht habe, dass beim Reinlegen die Ridgeline (sowohl in meiner gekaufen Warbonnet XLC als auch in meinen selbstgenähten Hängematten) total straff gespannt ist. Der Test mit Daumen und Zeigefinger die Ridgeline ein wenig anwinkeln zu können, geht kaum bis gar nicht. Zuviel Spannung liegt wohl auf der Leine.


    Höhenverstellung der Baumbänder und auch verlängern der Whoopie Slings führen nicht zum gewünschten Effekt. Abgesehen davon sind diese Maßnahmen begrenzt, da die Hängematte irgendwann zu tief oder zu hoch hängt, d. h. ich fast auf dem Boden hänge oder nicht mehr mit den Beinen im Sitzen aus der Hängematte kaum mehr auf den Boden komme.


    Was kann ich tun, wenn ich merke, dass die Ridgeline zu straff ist? Habt ihr auch schon mal das Problem gehabt? Kann die Ridgeline irgendwann auch Gefahr laufen zu reißen, selbst wenn sie aus Dyneema ist?

    Innere Betrachtungen anzustellen ist viel interessanter als Fernsehen, und es ist eine Schande, daß nicht mehr Menschen darauf umschalten.

    (Robert M. Pirsig: "Zen und die Kunst ein Motorrad zu Warten")

  • Ich habe gute Erfahrungen mit einer verstellbaren ridgeline (gespleisst wie eine whoopi Sling ) gemacht. Allerdings habe ich dafür eine Polyester Schnur genommen, damit durch die Dehnungsfähigkeit der Schnur ein zusätzlicher Ausgleich erfolgen kann.

  • Ja, die Ridgeline kann reissen, wobei das aufs verwendete Material ankommt. Bei 7/64"-AmSteel wirst du Mühe haben, da reisst zuerst die Aufhängung aus dem gleichen Material. Jedenfalls sollte die Ridgeline nicht auf Dauer stärker als mit etwa 20% der Bruchlast belastet werden. Da ich Lash-It (1.75mm) verwende, ist die Belastung bei mir auf rund 45kg begrenzt.


    Eigentlich ist es einfach:
    Wenn du merkst, dass die Ridgeline zu stark gespannt ist, machst du die Whoopie Slings etwas länger und schiebst die Baumbänder etwas nach oben. Das funktioniert bei mir einwandfrei. (Ist die Ridgeline zu lose, so machst du das Gegenteil: Baumbänder nach unten schieben, Whoopie Slings etwas verkürzen.)


    Die Schwierigkeit ist, dass die Spannung der Ridgeline im unbelasteten Zustand der Hängematte nicht immer gleich ist wie im belasteten Zustand. Es sind zwei Szenarien möglich:

    • Die Belastung der Ridgeline nimmt zu, wenn du dich in die Hängematte setzt/legst: Die Hängematte ist eher in einem flachen Winkel aufgehängt und/oder die Hängematte ist im Verhältnis zu deiner Körpergrösse eher kurz.
    • Die Belastung der Ridgeline nimmt ab, wenn du dich in die Hängematte setzt/legst: Die Hängematte ist eher in einem steilen Winkel aufgehängt und/oder die Hängematte ist im Verhältnis zu deiner Körpergrösse eher lang.

    Ich habe schon beobachtet, dass in der gleich aufgehängten Hängematte, die Spannung auf der Rigeline bei grösseren Personen unverhältnismässig stark zugenommen hat.


    Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht so recht, weshalb du schreibst, dass die Massnahmen beschränkt sind. Die Korrekturmöglichkeiten (Höhenveränderung am Baum und Verkürzung/Verlängerung der Whoopie Slings) sind ja - im vorgegebenen Rahmen - nicht beschränkt. Es braucht aber tatsächlich manchmal nur sehr wenig, bis man von einer zu losen Ridgeline zu einer sehr stark gespannten kommt. Bei Hängematten mit Kurvenschnitt, wie ich sie oft nähe, ist das Verhalten der Ridgeline manchmal noch etwas diffiziler.


    Die konkreten Belastungen der Ridgeline kannst du übrigens in meinem Hängematten-Rechner grob ermitteln. Ist, glaube ich, der einzige Rechner, der die Belastung der Ridgeline anzeigt. Du wirst sehen: Es braucht schon einiges, bis man da in gefährlich hohe Belastungsbereiche kommt.


    Im Video von DreamHammock wird das alles recht anschaulich gezeigt:


    https://www.youtube.com/watch?v=TFeKvHNRukg

  • Wo ist da nochmal das Problem, dass die RL gespannt ist?
    Ist sie nicht dazu da?
    Also das Dreieck zwischen den beiden Punkten des Stoffendes und dem tiefsten Punkt in der HM, gleich zu halten?
    Egal wie weit entfernt der Baum ist?
    So habe ich das verstanden.


    Bei mir sind die Wände in der Wohnung durch das diagonale Aufhängen, so weit voneinander entfernt,
    dass die RL wirklich strukturell wird.


    Klar, man spricht davon, dass im Optimalfall man sie noch mit Daumen und Zeigefinger irgendwie "biegen" kann.
    Aber eben nicht unter Realbedingungen.
    Meine Erfahrung.
    Ich will ja immer den gleichen Abstand der Stoffenden zueinander haben, immer den gleichen Liegekomfort.
    Wenn die RL mal locker ist oder durch hängt, stimmt was nicht.

  • Danke für eure Antworten. Ich habe tatsächlich bisher nur mit fixen Ridgelines gearbeitet, deren Länge ich in einer "Anpass-Session" ermittelt habe und dann die Länge entgültig geknotet habe. Bei der WBBB XLC war sie ohnehin vorgegeben. Die Hängematten haben also immer den gleichen "sag". Ich werde wohl nochmal intensiver mit dem Verhältnis "Baumbandhöhe" < > "Whoopie-Slings-Länge" experimentieren.


    Waldläufer70 Beschränkt waren meine bisherigen Versuche darin, dass ich irgendwann aufgrund meiner Körpergröße die Baumbänder nicht mehr höher setzen kann und die verstellbare Schlaufe der Whoopie Slings auf ein Minimum zusammengezogen war. Die gewünschte Ridgeline-Spannung konnte ich trotzdem nicht erreichen, in diesem Fall war sie zu schlaff und hin durch.


    Ich vermute, dass ich auch nochmal den von mir bevorzugten Baumabstand überprüfen muss. Bei den 4,5 bis 5 Metern Abstand, die ich normalerweise wähle, komme ich zwar noch an die Baumbänder ran, dafür aber muss ich die Whoopie Slings oftmals stark verkürzen. Wenn ich dann die Whoopies nachträglich verlängere, dann kommt meine Hängematte dem Boden bedrohlich nahe.
    Auch wenn die Whoopie Slings lang genug sind: Wenn die Bäume 6 Meter oder mehr auseinander stehen, schaffe ich oftmals nicht mehr die Baumbänder in der korrekte Höhe zu fixieren, um einen Winkel von ca. 30 Grad zu erreichen. Dafür bin ich wohl zu klein :cray:

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  • Wo ist da nochmal das Problem, dass die RL gespannt ist?
    Ist sie nicht dazu da?...


    [USER="46"]TreeGirl[/USER] meinte vor Jahren mal hier im Forum, dass die Hängematte unbequem werde, wenn die Ridgeline zu stark gespannt sei, respektive, dass sie da einen Unterschied feststellen könne, wenn die Ridgeline sehr stark gespannt sei.


    Wenn dem so sein sollte (so viel Erfahrung habe ich damit noch nicht), dann hat es mit der (geringen) Dehnbarkeit des Dyneemas zu tun. Ich habe bei meinen Ridgelines aus Lash-It schon festgestellt, dass der Knoten, mit dem ich das lose Ende der verstellbaren Ridgeline an die Ridgeline hochbinde, nach jeder Nutzung ein wenig verrutscht ist: Das lose Ende hängt dann immer ein paar Zentimeter durch (hatte ich hier mal anschaulich gezeigt). Die Ridgeline muss sich also ein wenig gedehnt haben. Folglich muss eine sehr starke Belastung der Ridgeline einen Unterschied machen. Der Hängewinkel der Hängematte selbst wird eine Spur flacher. Bei Amsteel 7/64" kann das allerdings nur wenig ausmachen, da sich Amsteel ja bei einer Belastung von 30% der Bruchlast nur knapp um 1% dehnt. Bei einem stärkeren Seil ist die absolute Dehnung bei gleicher Belastung also ungleich geringer.

  • Ich vermute, dass ich auch nochmal den von mir bevorzugten Baumabstand überprüfen muss. Bei den 4,5 bis 5 Metern Abstand, die ich normalerweise wähle, komme ich zwar noch an die Baumbänder ran, dafür aber muss ich die Whoopie Slings oftmals stark verkürzen. Wenn ich dann die Whoopies nachträglich verlängere, dann kommt meine Hängematte dem Boden bedrohlich nahe.
    Auch wenn die Whoopie Slings lang genug sind: Wenn die Bäume 6 Meter oder mehr auseinander stehen, schaffe ich oftmals nicht mehr die Baumbänder in der korrekte Höhe zu fixieren, um einen Winkel von ca. 30 Grad zu erreichen. Dafür bin ich wohl zu klein :cray:


    Ich zähle manchmal die Schritte von einem Baum zum anderen. Dazu mache ich ganz normale Schritte, also nicht so gross wie möglich. So wie der Winkel zwischen Zeigefinger und 90° nach oben gestrecktem Daumen ungefähr 30° entspricht, so gibt es - trotz individuellen Unterschieden - auch einen groben Zusammenhang zwischen Schrittlänge und Körpergrösse.


    Nach meiner Erfahrung kann man sich grob an die folgende Regel halten:

    • Fünf Schritte von einem Aufhängepunkt zum anderen = Aufhängen auf Augenhöhe


    Bei 4 Schritten wäre Aufhängen auf Brust- oder Schulterhöhe angezeigt, bei 6 Schritten deutlich über dem Kopf. Bei 7 Schritten wird es allmählich knapp, die passende Höhe ohne Klettern zu erreichen.


    Hängst du die Hängematte eher steiler auf, so bist du vielleicht schon bei 4 Schritten auf Augenhöhe. Umgekehrt kann ich meine Brücken-Hängematte bei ungefähr 7 Schritten auf Augenhöhe aufhängen. Ich hatte dazu als Anregung mal einen Faden aufgemacht, nachdem ich diese Methode für Jugendliche entwickelt hatte.

  • Ich versuche es nochmal so verständlich und kurz wie möglich zusammen zu fassen.


    Wenn du eine gut eingestellte Ridgeline hast, brauchst du dir über den Aufhängewinkel keinen Kopf mehr machen. Du musst dir nur merken, wie straff die Ridgeline gespannt sein muss (siehe Beispiel Warbonnet Blackbirds). Der Aufhängewinkel ergibt sich von alleine.


    Die Ridgelinespannung wird ganz einfach eingestellt:


    Ridgeline zu locker -> Aufhängung verkürzen.
    (Wenn du die Aufhängung nicht mehr kürzer machen kannst, besorg dir eine Aufhängung die man kürzer machen kann.) [INDENT]
    Hängt die Hängematte dann zu hoch -> Baumgurte am Baumstamm nach unten rutschen.[/INDENT]

    Ridgeline zu straff -> Aufhängung verlängern.
    [INDENT]
    Hängt die Hängematte dann zu niedrig -> Baumgurte am Baumstamm nach oben rutschen.[/INDENT]
    [INDENT]Wenn du zu kurz bist, um die Aufhängung weiter nach oben zu schieben lerne klettern, verwende Hilfsmittel wie z.B. einen Trekkingstock, oder such dir Bäume die näher zusammen stehen.[/INDENT]

    Kann die Ridgeline irgendwann auch Gefahr laufen zu reißen, selbst wenn sie aus Dyneema ist?


    Ja, kann sie. Bei den Warbonnet Hängematten ist die Ridgeline aus 7/64" AmSteel, das eine Bruchlast von ca. 650kg hat. Da die Ridgeline geknotet ist, reisst sie vermutlich schon eher. Beim Hammock Hang Calculator kannst du dir ausrechnen lassen, welche Kräfte auf die Ridgeline wirken.


    Wo ist da nochmal das Problem, dass die RL gespannt ist?
    Ist sie nicht dazu da?
    Also das Dreieck zwischen den beiden Punkten des Stoffendes und dem tiefsten Punkt in der HM, gleich zu halten?
    Egal wie weit entfernt der Baum ist?
    So habe ich das verstanden.


    Jein. Die Ridgeline sollte nur eine Art Messgerät sein, das dir hilft den richtigen Aufhängewinkel zu finden um immer einen bestimmten Durchhang zu erreichen. Wenn die Ridgeline stark genug ist, könntest du die Aufhängung theoretisch so straff ziehen wie eine Slackline. Aber je flacher der Aufhängewinkel ist, desto größer sind die wirkenden Kräfte. Das ist weder für den Baum gesund, noch für die Hängematte. Auch der Liegekomfort verändert sich spürbar.


    Sinnvoll angewendet sollte die Ridgeline immer eine bestimmte Spannung haben, denn damit ist der Aufhängewinkel immer möglichst gleich. Im Notfall kann die Ridgeline auch mal straffer sein, aber das sollte wegen der Belastung kein Dauerzustand sein.

  • Zitat von Bernd Odenwald

    Oft kann ich aber nichts am Baum oder der Wand verändern. Dauert eh schon lange, bis ich als Schwarzcamper eine gute Stelle gefunden habe.
    Da kann ich nicht wählerisch sein, dass der Baum 50cm zu weit weg ist. Das muss die RL ausgleichen.


    Wo ist das Problem? Wenn der Abstand statt 4m 4,50m ist, schiebst du die Baumgurte ein paar Zentimeter höher, und die Ridgeline ist wieder lockerer. Ich habe zwischen Bäumen mit einem Abstand von nur wenig mehr als 3m bis ca. 9m gehängt, und meine Ridgeline war immer nur so straff gespannt, dass ich sie problemlos um ca. 45° biegen konnte.


    Zitat von Bernd Odenwald

    In der Wohnung ging aus auch nicht anders. Der Abstand eigentlich vieeel zu weit, aber ich kann die Aufhängung auch nicht durch einen Schrank führen.
    Auch da spannt die RL so, dass ich einen Ton anspielen kann. Einen Tiefen.
    Wegen der Belastung des 2,5mm Dyneemas mache ich mir keine Sorgen. Auch die Wände und die 10er Bohranker machen mir keine Kopfzerbrechen.
    Ich wundere mich nur jedesmal nach dem Waschen der HM, wie sehr sie eingegangen ist bzw sich dehnt.


    Wenn die Wände in deiner Wohnung diese Belastung aushalten, dann kannst du das so machen. Allerdings würde ich in diesem Fall die Aufhängung direkt mit der Ridgeline verbinden, damit der Hängemattenstoff nicht so stark belastet wird.

  • Ich bin so klein mein Herz ist rein.
    Ich komm halt irgendwann nicht mehr höher mit den Baumgurten.
    Die Dinger rutschen auch gern mal runter bis sie festgezogen sind.


    Auch bei der HM in der Wohnung, Betonfertigbauteile da Kellerwohnung, null Handynetz, mache ich mir keine Sorgen.
    Die RL ist als Whoopiesling ausgeführt und liegt auf den original TTTM Seilchen, nicht auf dem Stoff.
    Und wenn die RL reisst, es nicht gleich Absturz heisst.
    Dann gibts sicher nur einen Ruck und es ist so, als hätte man keine RL.
    Liegt man flacher, schlechter, aber nicht am Poden. ;)


    Aber im Grunde hast Du ja Recht. Optimal ist es, wie Du geschrieben hast.
    Zu locker ist nix, zu fest auch nix.

  • Ja, kann sie. Bei den Warbonnet Hängematten ist die Ridgeline aus 7/64" AmSteel, das eine Bruchlast von ca. 650kg hat. Da die Ridgeline geknotet ist, reisst sie vermutlich schon eher. Beim Hammock Hang Calculator kannst du dir ausrechnen lassen, welche Kräfte auf die Ridgeline wirken.


    Der Rechner von Derek zeigt aber nicht an, wie gross die Belastung der Ridgeline ist. Meines Wissens ist meiner der einzige, der die anzeigt.


    Dereks Rechner geht fix von einer Ridgeline-Länge von 86,6% der Hängemattenlänge aus. Mir scheint, er habe da nichts daran geändert.

  • Der Rechner von Derek zeigt aber nicht an, wie gross die Belastung der Ridgeline ist. Meines Wissens ist meiner der einzige, der die anzeigt.


    Dereks Rechner geht fix von einer Ridgeline-Länge von 86,6% der Hängemattenlänge aus. Mir scheint, er habe da nichts daran geändert.


    So genau muss man es für die meisten Anwendungen doch gar nicht wissen. Dereks Rechner ist visuell einfach zu verstehen und anzuwenden. Und ob die Ridgeline in der Realität dann mit 20kg mehr oder weniger belastet wird, spielt doch keine Rolle. Es geht nur darum einen Eindruck davon zu bekommen, welche Kräfte wirken. Die meisten Leute machen sich davon keine Vorstellungen.

  • So genau muss man es für die meisten Anwendungen doch gar nicht wissen. Dereks Rechner ist visuell einfach zu verstehen und anzuwenden. Und ob die Ridgeline in der Realität dann mit 20kg mehr oder weniger belastet wird, spielt doch keine Rolle. Es geht nur darum einen Eindruck davon zu bekommen, welche Kräfte wirken. Die meisten Leute machen sich davon keine Vorstellungen.


    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du verstanden hast, wie die Kräfte, die auf die Ridgeline wirken, zustande kommen. Wo genau willst du die aus Dereks Rechner ablesen?


    Natürlich kommt es bei der Belastung der Ridgeline nicht aufs Kilogramm an. Von der tatsächlichen Belastung der Ridgeline kannst du dir aber nur eine realistische Vorstellung machen, wenn du weisst, aus welchen Grössen sie sich zusammensetzt. Dereks Rechner liefert nur den einen Betrag, den du dazu benötigst. Dieser sagt aber für sich alleine nichts über die tatsächliche Belastung in einem bestimmten Szenario aus. Dereks Rechner erhebt nicht mal alle Daten, die zur Berechnung der Belastung notwendig sind.


    Welche Zahl aus Dereks Rechner verwendest du denn, um die Belastung der Ridgeline zu bestimmen oder abzuschätzen? Das nähme mich echt Wunder!

  • Waldläufer70 Die Whoopies habe ich bei den 4 cm breiten Baumbändern in den letzten Jahren immer mittels Marlinspike Hitch/Marlspiekerschlag und Karabiner gemacht. Kann diesen ja durch einen leichteren Toggle (z. B. Aststück) ersetzen. Dadurch, dass die Whoopies so lang gewählt sind, lege ich meistens den Baumgurt nur um den Baum und mache dann den Marlinspike Hitch ziemlich nah am Stamm (ca. 10 bis 15 cm Baumband bis Toggle/Karabiner). Mit den Evo Loops habe ich am anderen Ende der Baumbänder die Karabiner ersetzt, um die Bänder schneller am Baumstamm über Äste versetzen zu können. Zum Verbinden der Hängematte mit einem gehitchten Toggle nehme ich lieber die Continuous Loop oder den Dog Bone, mit der/dem ich die Hängemattenenden gewhippt habe (SUPER-DENGLISCH!).


    Der Nachteil bei der "Coninuous Loop - Marlspiekerschlag/Toggle - Baumband"-Kombination ist halt, dass man nur durch Höhenveränderung der Baumbänder Einfluss auf den Aufbau nehmen kann. Finetuning ist da wenig möglich, man muss den Marlinspike Hitch wieder lösen um größere Längenveränderungen durchzuführen. Bei den Beetle Buckles mit 2,5 cm breiten Baumbändern kann man halt genauso gut die Aufhängung beeinflussen, wie mit den Whoopie Slings - nur halt mit weniger "Zwangsabstand" aufgrund der Kanallänge, wo die innere Schnur bei der Whoopie Sling durch die äußere geführt wird.


    Hier eigentlich off-topic: Ich meinte, dass du die beiden Enden deiner Hängematte mit einem Knoten eines Evo-Loops abschliessen könntest. Dann bräuchtest du gar keine Whoopie Hooks. Jeff Myers zeigt das hier. Aber vermutlich bringen dir die von TreeGirl vorgeschlagenen Möglichkeiten mehr.

  • Ich konnte die letzten beiden Tage ein wenig herum experimentieren und komme zu dem Ergebnis, dass die Spannung der Ridgeline erheblich mit dem "korrekten" Winkel der Baumbänder zu tun hat.


    Ich habe mir für die Überprüfung eine Winkelmesser-App für's Tablet runtergeladen und konnte den Winkel der Abspannung dadurch ziemlich gut ablesen, wenn ich die Kante des Tablets mit der Leine vor mir über die Augen parallel gehalten habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich bei meinem Standardabstand der Bäume im Park von 5 bis 6 Metern dazu neige, meine Hängematte nur mit dem Winkel von etwas mehr als 20 Grad abzuspannen. Vermutlich mache ich das, weil meine Körpergröße mit ausgestreckten Armen mich nicht so einfach höher kommen lässt. Daher kommt wohl in erster Linie die krasse Spannung der Ridgeline.


    Durch die Eingabe meiner Hänge-Bedingungen in den Hängematten-Rechner von Waldläufer70 konnte ich feststellen, dass die Spannung, die auf der Ridgeline liegt, bei 20 Grad empfindlich mehr ist als bei dem überall empfohlenen Winkel von +/-30 Grad. Wie Waldläufer70 benutze ich Lash-It (1.75mm) als Ridgeline, die nach seinen Aussagen ja eine Belastungsgrenze von 45 kg hat (s.o.). Laut Rechner produziert der Winkel von 20 Grad bei meinen Angaben aber eine Belastung von nahezu 60 kg - also weit drüber. Die reduziert sich bei der Einhaltung des 30-Grad-Regel dramatisch ins Undramatische :cool: Ein leichtes Biegen der Ridgeline aus der Hängematte war auf jeden Fall wieder möglich.


    Ich werde also mehr nach Bäumen mit 4,5 bis 5 Metern Abstand Ausschau halten müssen, um die 30 Grad zu ermöglichen und die Ridgeline nicht dauerhaft zu überfordern.

    Innere Betrachtungen anzustellen ist viel interessanter als Fernsehen, und es ist eine Schande, daß nicht mehr Menschen darauf umschalten.

    (Robert M. Pirsig: "Zen und die Kunst ein Motorrad zu Warten")

    2 Mal editiert, zuletzt von Furbrain ()

  • Die reduziert sich bei der Einhaltung des 30-Grad-Regel dramatisch ins Undramatische :cool:


    Wie habe ich gerade über diese Formulierung gelacht. Herrlich! :)


    Ich werde also mehr nach Bäumen mit 4,5 bis 5 Metern Abstand Ausschau halten müssen, um die 30 Grad zu ermöglichen und die Ridgeline nicht dauerhaft zu überfordern.


    Ich denke, die Distanz der Bäume sollte im Idealfall immer in Relation zur eigenen Körpergrösse gewählt werden. Das gilt ja in einem gewissen Rahmen auch für die Hängematte. Die ideale Distanz beträgt demnach nicht so etwas wie 12-15 Feet oder 3,5-6,0m (oder was auch immer), sondern eher 4 bis 6 Schritte, was aber auch wieder vom gewünschten Hängewinkel des Gurtbandes abhängt.


    Die Belastung der Ridgeline kommt durch den Knick zwischen Aufhängung und Hängemattenstoff zustande. Je ausgeprägter dieser wird, desto grösser wird die Belastung der Ridgeline. Sie wird aber in jedem Fall kleiner bleiben als die Belastung der Aufhängung.


    Vielen Dank für deinen anschaulichen Bericht. Ich konnte mir so richtig vorstellen, wie du mit dem Tablet um die Hängematte herumgeklettert bist. Zudem freut mich, dass mein Rechner nun doch tatsächlich mal jemandem etwas gebracht hat. Ich hatte die Belastung der Ridgeline als Spielerei eingebaut, weil ich die für mich mal ausrechnen wollte.


    Die 45kg als "Maximalbelastung" rühren daher, dass das in etwa 20% von 230kg sind (Bruchlast von Zing-It/Lash-It 1.75mm). Von den 230kg bleiben bei einer verstellbaren Ridgeline (à la Whoopie Sling) ja ohnehin nur etwa 160kg (70%) übrig; 45kg sind also eher hoch gewählt. Bei 60kg kommt man im dümmsten Fall allmählich in den Bereich der plastischen Dehnung, die nicht mehr reversibel ist. Bei Dauerbelastung in dieser Grössenordnung sogar in das so genannte "Kriechen" der Fasern, die eines Tages zu plötzlichem Reissen führen kann. (Da kenne ich mich im Detail aber zu wenig aus.)

  • Ich hätte gerne einen Rechner, wo ich die Kraft auf die RL bei verändern der RL-Länge heraus bekomme. Der Rechner von Derek macht das leider nicht.


    Durch diese Diskussion ist mir gerade eine (neue?) Idee gekommen:
    Ich überlege, ob es sinnvoll ist, beim Aufbau als erstes nur die Ridgeline an die Aufhängung zu hängen und dann die HM an die RL. Das hätte den Vorteil, dass man die Baumgurte recht einfach auf Spannung halten kann, indem man mit der RL in der Hand zum anderen Baum geht. So rutscht der Baumgurt auch bei glatteren Bäumen nicht gleich wieder runter.

  • Ich hätte gerne einen Rechner, wo ich die Kraft auf die RL bei verändern der RL-Länge heraus bekomme. Der Rechner von Derek macht das leider nicht.


    Diesen Rechner gibt es doch schon lange! Den Link findest du ganz oben in diesem Faden in diesem Post.


    Zu deinem zweiten geschilderten Problem werde ich bald einen Beitrag in diesem Faden machen. Die Fotos dafür habe ich heute morgen gemacht. Da werde ich eine ganz andere und meiner Meinung nach weniger umständliche Lösung für das Problem zeigen (das ich aber ohnehin kaum noch oder höchstens stark abgeschwächt kenne, seit ich Dutch-Clips verwende).