Und noch ein Dreibein-Hängemattengestell

  • Auf Kickstarter wird gerade für ein weiteres tragbares Hängemattengestell geworben: Go Anywhere Hammock (GAH) Stands


    Vom Prinzip her ist das ein Turtledog Gestell ohne die Firststange. Soweit ich es sehen kann, besteht jedes Dreibein aus zwei Rundstangen (die vermutlich das Gewicht tragen) und einer flachen Strebe, die mit einem Monster-"Hering" im Boden verankert wird. Ich finde, das Gestell steht erstaunlich ruhig. Vielleicht wäre das einen DIY-Versuch Wert?

  • Ich würde eine Firststange den sechs Heringen vorziehen, denn außer am Strand mit weichem Untergrund wird es nicht immer möglich sein die Heringe in den Boden zu bekommen, die aber bei diesem System Grundforaussetzung sind.

  • Ich finde, dass dieses Gestell ähnlich funktioniert wie der Handy Hammock Stand. Im obigen Beispielvideo sieht man, dass das dritte (nach hinten zeigende) Bein eigentlich nur zum Abspannen gebraucht wird und gar keine Last trägt, denn durch die HM wird der Schwerpunkt zwischen die beiden Dreibeine gezogen und das dritte Bein würde abheben, wenn es nicht per Karabiner am Häring befestigt wäre.
    Ich sehe zwar nur 2 Häringe und nicht 6, aber ich finde, dass es genau die sind, die das Hauptproblem dieser Art von Gestell sind, da die Untergründe in ihrer Festigkeit stark schwanken können,


    Außerdem sind meiner Meinung nach 1,20 m lange Stangen zu kurz: der junge Mann verwendet eine recht kurze HM, was man an dem relativ schnellen Schwingen der HM sieht und dann reicht diese Höhe. Bei einer 3,30 m langen Matte wären ca. 1,40 m optimal, so dass man im Endeffekt eine Aufhängehöhe von ca. 1,30 m hat.


    Neulich habe ich diese Schraubhäringe gesehen (http://peggypegs.de/de/): ich habe überlegt, mir solche für meinen Handy Hammock Stand zu besorgen, da ich dann wahrscheinlich für jede Abspannleine nur einen statt drei Häringen bräuchte. Das würde den Aufbau sicher schneller und einfacher machen.

  • Ich würde eine Firststange den sechs Heringen vorziehen, denn außer am Strand mit weichem Untergrund wird es nicht immer möglich sein die Heringe in den Boden zu bekommen, die aber bei diesem System Grundforaussetzung sind.


    Naja, der Turtledog Stand ist halt deutlich größer und schwerer. Dieses Gestell ist eine Mischung aus Turteldog und Handy Hammock Stand, wenn man zwar etwas leichteres und packbareres haben will, aber nicht bereit ist, den Aufwand zu betreiben wie es der HHS erfordert. Das Problem mit dem geeigneten Boden hat der HHS noch viel mehr, weil man da gleich 12 Heringe mit wenig Fehlertoleranz und ohne mechanischen Vorteil versenken muss.


    Das Gestell kann man mit Sicherheit noch verbessern oder modifizieren - aber die Idee finde ich nicht schlecht. Der HHS biegt sich z.B. für meinen Geschmack viel zu stark. Dieser sieht deutlich stabiler aus. Ich könnte mir durchaus vorstellen, so etwas im Auto mitzunehmen. Das sollte einfacher aufzubauen sein als die teilbare Stütze für's Auto. Und wenn es einen Baum gibt, kann ich ein Dreibein am Auto verankern und mir den Bodenanker sparen.

  • Ich finde, dass dieses Gestell ähnlich funktioniert wie der Handy Hammock Stand. Im obigen Beispielvideo sieht man, dass das dritte (nach hinten zeigende) Bein eigentlich nur zum Abspannen gebraucht wird und gar keine Last trägt, denn durch die HM wird der Schwerpunkt zwischen die beiden Dreibeine gezogen und das dritte Bein würde abheben, wenn es nicht per Karabiner am Häring befestigt wäre.


    Jein. Mit dem HHS habe ich zwei große Probleme:

    • Die Stangen bewegen sich unter Belastung sehr stark zur Hängematte hin. Ich habe es nicht geschafft, meine Blackbird so aufzuhängen, dass die Ridgeline nach dem Einstieg halbwegs gespannt blieb. Damit das Moskitonetz nicht ins Gesicht hing, musste ich die Ridgeline mit Hilfe von Shock Cord verkürzen. Aber natürlich war der Liegekomfort auch nicht wie gewohnt - nur eben besser als auf dem Boden zu schlafen.
    • Es ist verdammt schwierig 12 Heringe ohne Hilfsmittel präzise in den Boden zu kriegen. Ich habe jedenfalls gefühlt Stunden damit zugebracht, die Ankerpunkte zu verschieben bis alle 3 Heringe einer Bodenplatte halbwegs korrekt versenkt waren. Und meine Drück-Hand hat noch einen Tag später weh getan.

    Ich bin mir nicht sicher, woher Problem 1 kommt. Entweder die Stange biegt sich, oder die Seile geben nach. Vielleicht ist es eine Kombination aus beidem. Beides wäre beim GAHS ein weniger großes Problem, denn zwei Stangen sollten sich weniger biegen als eine, und die Strebe, die direkt mit dem Erdanker verbunden ist sollte nicht nachgeben.


    Und Problem 2 wird auch minimiert, weil man statt 12 Heringen nur noch 2 versenken muss - und dazu Werkzeug und Hebelkraft einsetzen kann.


    Ich sehe zwar nur 2 Häringe und nicht 6, aber ich finde, dass es genau die sind, die das Hauptproblem dieser Art von Gestell sind, da die Untergründe in ihrer Festigkeit stark schwanken können,


    Wenn du nicht gerade im Sumpf hängen willst, denke ich dass die Bodenfestigkeit kein großes Problem darstellt. Die Erdanker sind 76cm lang! Sofern du die in die Erde kriegst, sollten die bombenfest sitzen. Ein Problem dürften eher sehr steinige Untergründe sein. Aber durch den Einsatz des Hebels dürfte das System deutlich einfacher aufzubauen sein als der HHS.


    Neulich habe ich diese Schraubhäringe gesehen (http://peggypegs.de/de/): ich habe überlegt, mir solche für meinen Handy Hammock Stand zu besorgen, da ich dann wahrscheinlich für jede Abspannleine nur einen statt drei Häringen bräuchte. Das würde den Aufbau sicher schneller und einfacher machen.


    Einen Versuch wäre es Wert. Wobei das Reinschrauben mit dem Drehaufsatz auch nicht sehr angenehm aussieht. Und ich bin kein Fan von Plastikheringen. Da steht ja auch:


    Quote

    Gegebenenfalls sollte bei harten oder gefrorenen Böden mit einem 10 mm Bohrer vorgebohrt werden.


    Gerade so etwas würde ich mir lieber sparen. Dann lieber gleich aus Metall und mit Loch, wie hier. Wobei ich im Auto dann gleich große Geschütze auffahren würde.

  • Ich finde es sehr teuer.
    Für den Preis kann ich mir das auch gut selbst bauen und mit Spanngurten mir zwei Dreibeine bauen.

  • Die Stangen bewegen sich unter Belastung sehr stark zur Hängematte hin. Ich habe es nicht geschafft, meine Blackbird so aufzuhängen, dass die Ridgeline nach dem Einstieg halbwegs gespannt blieb.


    Ich bin mir nicht sicher, woher Problem 1 kommt. Entweder die Stange biegt sich, oder die Seile geben nach. Vielleicht ist es eine Kombination aus beidem.


    Die Stange wird sich eher wenig durchbiegen können, da das Spannwerk der Stütze das weitgehend verhindert. Ich tippe auf Dehnung der Verbindungsstellen (die Schnur selbst ist Dyneema-artig) in Kombination mit Einsinken und Nach-aussen-Rutschen des Fußpunktes. Aber die Ursachenforschung ist hier eigentlich nebensächlich.


    Wenn ich das Gewicht des Dreibeins optimieren müsste, würde ich als erstes das nach außen gerichtete und nur auf Zug belastete Bein durch eine Dyneema-Schnur ersetzen. Der Nachteil wäre dann, daß nur noch ein Zweibein übrig bleibt, das ohne Hängematte nach außen kippt.


    Der nächsten Stufe der Gewichtsoptimierung würde wohl das zweite Bein zum Opfer fallen. Wozu zwei Druckglieder, wenn auch eines die Last in den Boden ableiten kann? Für die Kippstabilität bräuchten wir nun aber zwei Abspannschnüre. Ups, da sind wir doch wieder beim Handy-Hammock-Aufbau gelandet. Tja, leichter scheint es nicht zu gehen. :(


    Wenn man aber beim Gewichteinsparen nicht ganz so radikal vorgeht und für mehr Bequemlichkeit ein paar Dutzend Gramm mehr in Kauf nimmt, sollte man statt der in schwierigem Boden ziemlich unbequemen 12 Zeltnägel vielleicht 4 tragfähigere Heringe verwenden. Mir gefällt das von [USER="269"]barfuß[/USER] vorgestellte Schraubheringsystem ganz gut. Vielleicht ließe sich ja die Stange als Einschlaghammer und Schraubenschlüssel (mit ooordentlicher Hebelwirkung) umfunktionieren?

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich habe - glaube ich - auf hammockforums mal Häringe gesehen, die auch aus Kunststoff waren, die aber keinen Schraubenkopf hatten wie die peggy pegs, sondern ein Loch in Querrichtung, so dass man einfach einen kurzen Metallstab durchgeschoben hat und dann den Häring in den Boden schrauben konnte.
    Mir persönlich wäre an sich Alu lieber als Kunststoff, aber ein etwas dickerer Durchmesser (bei Kunststoff) hält vielleicht besser in der Erde und wird weniger schnell rausgezogen.


    Man könnte beim Handy Hammock Stand die Platten für die Abspannung verwenden und in das mittlere Loch einen größeren Kunststoffhäring mit Gewinde reinschrauben. Ich könnte mir vorstellen, dass da ein Häring pro Platte reichen würde. (Wobei es mir nicht so geht wie [USER="46"]TreeGirl[/USER] , dass ich den Aufbau mit den vielen Häringen so problematisch finde. Ich muß auch meistens 2-3 Häringe umstecken, bis ich sie gut in den Boden kriege, aber zeitlich ging es immer recht schnell.) Aber wenn man insgesamt nur 4 Häringe (mit Gewinde) bräuchte, wäre das sicher eine Erleichterung.