Vergleich Blackbird XLC mit einer 90°-Hängematte

  • Unser Treffen am letzten Donnerstag war für mich aus mehreren Gründen mit spannenden Erwartungen verbunden. Zum einen habe ich mich darauf gefreut, Hammocker kennenzulernen, die ganz in der Nähe wohnen und mit denen man sich auch mal gemeinsam zum hang-out verabreden kann. Und dann war da noch die Zusage von André, das aktuelle Programm von Warbonnet mitzubringen - also Hängematten, die den letzten Stand der Entwicklung darstellen und die ich schon lange einmal ausprobieren wollte. Das letzte Mal lag ich Anfang der 1980er Jahre in einer Gathered End Matte. Und das sah so aus und hat mich damals aus verständlichen Gründen irgendwie nicht so richtig begeistert:

    Mein Einstieg in die Hängemattenkultur der Gegenwart vollzog sich vor zwei Jahren mit der Exped Ergo, die ich etwa ein halbes Jahr benutzt und dann verkauft habe, weil mir auch daran einiges nicht gefiel und mir nicht zuletzt das Selber-Nähen meines Equipments immer mehr Spaß zu machen begann. Das 90°-Konzept hat mich wahrscheinlich deswegen so fasziniert, weil es Abhilfe gegen das größte Manko der Gathered-End-Matten versprach, das bananenförmige Durchhängen. Und von dieser Konstruktion bin ich seither so überzeugt, dass ich mir mittlerweile schon sechs 90°-Hängematten genäht habe, deren jüngste Entwicklung ich noch in einem gesonderten Thread vorstellen werde.
    Mir war aber immer bewusst, dass auch die "konventionelle" Form der Hängematte mittlerweile weiterentwickelt worden ist und mit der brasilianischen Liegeweise viele Nutzer eine annähernd gerade Liegeposition erzielen. Ich habe mehrfach überlegt, mir als Nächstes auch so eine Matte zu nähen, möglicherweise mache ich mir mit meinen aufwendigen 90°-Konstruktionen ja viel zu viel Arbeit. Seit vorgestern weiß ich, dass ich diese Gathered-End-Überlegungen nicht weiter zu verfolgen brauche. Dafür, André, vielen Dank!
    Doch nun zu meiner Einschätzung, die natürlich nur subjektiv sein kann. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Blackbird XLC eine Top-Verarbeitung von absolut hochwertigen Materialien bietet und mit ihren intelligenten Ablagefächern überzeugt. Mehr kann man aus einer gathered end Matte wahrscheinlich nicht herausholen. Aber das ist nicht genug, denn die fundamentalen Mängel bleiben! Ich habe mich ausführlich mit meinem 90°-Freund über das Treffen ausgetauscht und darf hier ein Zitat von ihm einfügen, besser kann ich es nämlich auch nicht sagen.
    "Die gathered end erzeugte für mich eine irritierende Differenz der Spannung, links lag meine Schulter in einem anderen Spannungsfeld als rechts (rechts erhöht zusammengedrückt, links herabfallend-gedehnt). Dies ergibt sich auch logischerweise durch die Abspannung in Zusammenhang mit dem leicht nach links oder rechts gedrehten Körper. Hier können die Spannungslinien gar nicht symmetrisch auf den Körper treffen. Man stelle sich ein Stückchen Holz vor, das man auf diese Weise in einen Wasserstrom legt. Das Hölzchen wird sich in Fließrichtung drehen! Ich versuchte die Spannungen, die ich vom Mattenuntergrund empfing, auszugleichen und ich drehte mich hierhin und dorthin und landete natürlich immer wieder in der unbequemen Bananenhaltung wie eben das Stöckchen im Wasser. [...] Der Vergleich gestern hat mir die prinzipielle Attraktivität einer 90 Grad Hängematte verdeutlicht. Nirgends soviel Raum und Liegegenuß! Diese Qualität der Symmetrie und dadurch ausgeglichener Spannungen der Matte, gibt es nur hier."
    Ein wichtiger Punkt bei dieser Einschätzung muss noch erwähnt werden. Das alles ist gesagt von Leuten, die über 185 cm groß sind. Für jemanden der 20 oder 25 cm kürzer ist, stellt sich das Liegeerlebnis möglicherweise ganz anders dar. Für so große Leute wie uns ist auch die Blackbird XLC eindeutig zu kurz. Natürlich könnte man dem abhelfen und einfach noch einen halben Meter Stoff anfügen, aber dann stellt sich irgendwann die Frage, wieviel Material man eigentlich mitschleppen will. Auch der nutzbare Baumabstand wird ja immer größer und bildet für mich schon jetzt ein weiteres wichtiges Argument für das 90°-Konzept. Ein anderer Aspekt wäre noch, dass das Sichtfeld in einer gathered end halbiert ist, was mich ebenfalls sehr stört. Streiten könnte man darüber, ob es angenehmer ist, über die Längsachse oder die Querachse zu schaukeln. Aber auch André als geschworener Gathered-Ender schien sich am Ende mit dieser Vertauschung der Schaukelrichtung abfinden zu können. Auf etliche weitere Aspekte werde ich im folgenden Thread zu sprechen kommen, der sich allein meiner neuen Matte widmet.

  • Vielen Dank für deinen Bericht, der ein weiteres Mal zeigt, dass ihr anscheinend ein sehr gutes (wenn auch etwas kurzes angesichts der nahenden Dämmerung) Treffen hattet. Deine Überlegungen leuchten mir, auch wenn ich die 90°-Hängematten bisher nicht aus eigener Anschauung kenne, durchaus ein.


    Vielen Dank auch für das Foto aus den "guten alten Zeiten". Eine ähnliche Netzhängematte hatte ich als Kind auch. Ich fand sie damals toll, doch heute fände ich sie wohl nicht mehr bequem, zu viele Zentimeter in der Länge sind inzwischen dazu gekommen.


    Ich habe mich ja lange Zeit nur mit Gathered-End-Hängematten beschäftigt. Nach wie vor gefällt mir eine solche optisch und von der Einfachheit der Konstruktion her am besten. Auch finde ich sie - verglichen mit der nur 285cm langen ENO DoubleNest (meiner ersten professionellen Gathered-End-Hängematte) - doch sehr bequem. Ich lege mich sehr gerne in eine "klassische Hängematte", um zu entspannen. Nur mit dem Einschlafen hatte ich bisher immer grosse Mühe. Irgendwie finde ich nie richtig eine wirklich bequeme Position. Jede Drehung ist mit dem erneuten Suchen nach einer neuen angenehmen Position verbunden. Zu meinen bisherigen selbst genähten klassischen Hängematten in Längen von 335cm bis rund 370cm werden sicher noch ein paar weitere dazukommen. Denn meine Erforschung der "konkaven Kurve" im Kopf- und Fussende ist noch nicht abgeschlossen. Zudem steht meine erste integrierte Gathered-End-Hängematte mit Fussbox nach wie vor aus (obwohl das Konzept seit Monaten steht).


    Inzwischen habe ich mir ja eine Brücken-Hängematte genäht. Ich habe den Eindruck, in dieser besser zu schlafen als in einer klassischen Hängematte. Jedenfalls hatte ich nicht die bekannten Einschlafprobleme. Nach wie vor bin ich aber nachts oft aufgewacht. Sehr gut gefällt mir an der Brücken-Hängematte, dass mir nichts aus der Hängematte fällt. Bei einer netzlosen klassischen Hängematte ist das für mich ein weiteres Ärgernis: Alles, was man in der Hängematte hat, strebt dem tiefsten Punkt (Gesäss des Nutzers) zu, doch kaum verlässt man die Hängematte, fällt die Konstruktion in sich zusammen und was nicht angebunden oder sonstwie befestigt ist, droht auf den Boden zu fallen. Alle Massnahmen, um das zu verhindern, sind mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Abhilfe scheint nur eine Fussbox, ein integiertes Moskitonetz oder eine Kombination von beiden zu bringen. Eine Gepäck-Hängematte unter der eigentlichen Hängematte hilft zumindest bei der Aufbewahrung des Gepäcks, doch sie zwingt einen, die Hängematte höher aufzuhängen, als einem eigentlich lieb ist, damit das Gepäck nicht ständig den Boden küsst.


    Bei der Brücken-Hängematte bleibt alles, wo es soll. Die Matte fällt nicht in sich zusammen, sobald ich sie verlasse. Zudem verfügt meine über eine Gepäckablage am Kopf- wie auch am Fussende, so dass das Gepäck und auch kleinere Gegenstände bleiben, wo sie sollen, ganz unabhängig davon, ob ich mich gerade in der Hängematte befinde oder einen "Ausflug", wohin auch immer, mache.


    Lustig bei der Brücken-Hängematte ist übrigens, dass sie - bei gleichem Baumabstand - schneller schaukelt als eine klassische Hängematte. Das ist bedingt durch den tendenziell flacheren Aufhängewinkel und das daraus resultierende kürzere Pendel. Man schaukelt näher an der Achse der Schaukelbewegung. Auch ungewohnt war für mich, dass ich wirklich exakt nach links und rechts in Bezug zur Liegerichtung schaukle. Bei einer klassischen Hängematte schaukelt man ja leicht diagonal, was ich übrigens durchaus angenehm finde.


    Eine 90°-Hängematte habe ich - wie gesagt - bisher nicht ausprobieren können. Hier scheint mir, dass der Einstieg etwas schwierig ist. Man muss vom Fussende her zwischen den vielen Leinen zur eigentlichen Liegeposition kriechen. Vielleicht stelle ich mir das umständlicher vor, als es das tatsächlich ist. Ob es mich stören würde, kopfüber zu schaukeln, weiss ich nicht. Ich kann es mir nicht richtig vorstellen, wie sich das anfühlt. Etwas schade finde ich bei einer 90°-Hängematte auch, dass man tendenziell eine Isomatte benötigt. Oder wie ist das, wenn man auf eine solche verzichtet? Wird man dann - bedingt durch den sehr steilen Aufhänge-Winkel - nicht ziemlich stark eingeengt?


    Das mit dem grossen Baumabstand bei klassischen Hängematten hat mich bisher nie gestört. Bei der Brücken-Hängematte fällt mir nun aber schon auf, dass der Platzbedarf in der Länge (und tendenziell auch in der Breite) durchaus zugenommen hat. Da hat die 90°-Hängematte ganz klar die Nase vorn. Allerdings: Stellt sich dort bei sehr grossen Leuten (bei mir sind es nur 184cm) nicht auch das Problem, dass man sie - proportional zur benötigten Länge der Liegefläche - immer höher aufhängen muss? Ist aber natürlich nicht wirklich ein Problem, denn je grösser der Bedarf an Liegefläche, desto grösser gewachsen ist ja in der Regel auch die Person, die in der Hängematte liegen möchte. Limitierend dürfte hier - falls man eine verwendet - das verfügbare Angebot an langen Isomatten sein.


    Nochmals vielen Dank für deinen ausführlichen Vergleich! Und sorry für meine - eventuell etwas ungeordnete - erste Reaktion darauf. Vielleicht ergibt sich ja mal eine Gelegenheit, eine selbst gemachte 90°-Hängematte auszuprobieren und mir ein realistisches Bild davon zu machen.

  • Ja, so unterschiedlich sind die Geschmäcker. Wartet mal auf [USER="46"]TreeGirl[/USER]! Sie wird ausführlich erläutern, warum es für sie nichts besseres als eine gathered end Hängematte gibt. :) Ich bin mit der Gabe gesegnet, in allen Hängemattentypen wunderbar schlafen zu können. Das gibt mir die Möglichkeit, jeweils die Hängematte auszuwählen, die für die konkreten Randbedingungen am besten geeignet ist. Denn Vor-und Nachteile haben sie alle. Aber wie auch immer - Hauptsache Hängematte!


    Wobei Zelte auch ihre Vorteile haben. Aber das gehört ja nicht in dieses Forum. :flapper:

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Man stelle sich ein Stückchen Holz vor, das man auf diese Weise in einen Wasserstrom legt. Das Hölzchen wird sich in Fließrichtung drehen! Ich versuchte die Spannungen, die ich vom Mattenuntergrund empfing, auszugleichen und ich drehte mich hierhin und dorthin und landete natürlich immer wieder in der unbequemen Bananenhaltung wie eben das Stöckchen im Wasser.


    Diesen Satz kann ich übrigens weder theoretisch noch praktisch nachvollziehen. Der Clou ist ja eben, dass der Körper sich die Stellung sucht, in der die potentielle Energie des Körpers am geringsten ist. Und die ist keinesfalls am geringsten, wenn man bananenförmig in der gleichen Richtung wie die Ridgeline liegt. Vielmehr ist es so, dass die Lage mit dem tiefsten Schwerpunkt umso diagonaler wird, je mehr die Hängematte durchhängt. Bei maximalem Durchhang ist gar nichts anderes mehr möglich, als im 90°-Winkel in der Hängematte zu liegen, dann allerdings durchaus bananenförmig.


    Die flachste Position in einer Gathered-End-Hängematte hat man, wenn man sich beim Hängewinkel in der Nähe von 30° befindet. Dann wird man fast automatisch ungefähr 30° diagonal zum Hängemattenstoff liegen. In Bezug zur Ridgeline sind das dann allerdings weniger als 30°, da die Hängematte eben durchhängt und nicht flach am Boden liegt. (Dieser letzte Abschnitt ist eher theoretischer Natur, deckt sich aber grundsätzlich mit meinen Erfahrungen.)

  • Ich habe eine 90 Grad Hängematte (Hammocktent) und eine Gathered End Matte (u.a.Traveler Warbonnet) und habe längere Zeit zwischen beiden abgewechselt. Inzwischen bevorzuge ich die GE, weil sie für mich unkomplizierter ist:
    Bei einer 90 Grad Matte ist der Einstieg schwierig, wenn man so klein ist wie ich(1,60 m), weil ich das Fußende nach innen klappen muß, mich dann rückwärts in die Matte setze und dann das Fußteil wieder herausklappe. Wer größer ist hat es da leichter, weil er die HM zwischen den Beinen nach vorn ziehen kann, aber dafür sind die HM insgesamt eher kurz. Das "Nicht-diagonal-liegen-müssen" fand ich auch bequem und das Schaukeln in Kopf/Fußrichtung hat mich auch nicht gestört. Dass man seitlich aber so schlecht herausfassen kann, wenn man was in die HM holen will (oder z.B. zu Hause an die Nachttischlampe oder den Radiowecker kommen will,) ist schon unpraktisch.
    Bei meiner Hammocktent könnte man, wenn man auf dem Rücken liegt, auch ohne Isomatte auskommen (Falls es einem nicht zu kalt ist von unten). Wenn man dagegen auf der Seite liegt und die Knie weit anzieht, hängen die Füße ohne eingeschobene Isomatte recht weit nach unten. Die Raussicht ist allerdings besser.


    Für die GE spricht für mich, dass der Ein- und Ausstieg für mich viel einfacher ist und ich besser auf dem Bauch liegen kann (wenn auch nicht stundenlang), weil ich etwas ebener liege. Ich komme an alle Dinge, die in Reichweite sind und sie ist einfacher zu waschen, weil die Gefahr eines Durcheinanders der Schnüre nicht besteht. Für kleine Leute gibt es noch den Vorteil, dass sie im Schnitt nicht so hoch befestigt werden muß wie die 90 Grad Matte. Ich kann z.B. keine Matte höher als 2 m aufhängen.... Das Diagonalliegen finde ich auf Dauer auch nicht so prickelnd ( Seitenschläfer : Wie du es mit dem Stöckchen im Wasser gut beschreibst), aber ich liege meist auf der Seite und das geht sehr gut. Da stört mich das diagonale Liegen gar nicht. Und beim Umdrehen ist die GE viel weniger kippelig (in Querrichtung) als die 90 Grad. Ein Nachteil ist aber bei Matten mit wenig dehnbarem Stoff, dass einem tatsächlich leicht ein Kissen o.ä. aus der HM fällt. Bei Matten wie den Ticket to the Moon ist der Stoff dehnbarer und zieht sich deshalb seitlich mehr hoch, so dass dort nichts herausfallen kann.


    D.H. im Moment bevorzuge ich die GE, aber vielleicht ändert sich das auch mal wieder. Jedenfalls geht es mir wie Mittagsfrost : ich kann jeweils die Matte nehmen, die gerade am besten paßt. Ich fahre z.B. nächste Woche auf die schwäbische Alb und in der dortigen Wohnung sind die Dachbalken in einem Abstand, wo nur die 90 Grad Matte geht. Für eine GE sind die Balken nicht weit genug auseinander.

  • Danke für eure ausführlichen Reaktionen. Waldläufer kann ich nur sagen, dass er sich bei seiner Körpergröße mit Sicherheit in einer 90 Grad Matte wohlfühlen würde. Die Einwände von barfuß was das Einsteigen und Kaffeekochen während des Gebrauchs (das hat auch André erwähnt) betrifft, kann ich durchaus nachvollziehen. Da fällt mir noch ein wichtiger Punkt zum Aufhängesystem ein. Auf dem Gruppenfoto vom Treffen ist zu erkennen, dass meine linke Matte recht knapp über dem Boden hängt. Die wurde mit dem Polypro-Dyneema-Band von Dutch abgespannt. Und dieses Band dehnt sich, was sehr lästig ist, weil man um genau diesen Betrag höher abspannen muss. In der letzten Zeit habe ich aber meistens das neue blaue Dyneemaband von Dutch dabeigehabt, das zwar ohne Sicherheitsvorkehrungen manchmal durchrutscht, aber auch nur die Hälfte wiegt. Der andere wichtige Vorteil besteht darin, dass es sich auch sogut wie gar nicht dehnt. Das ist für kleinere Leute wie barfuß ein wichtiger Aspekt, der das Einsteigen deutlich erleichtert, weil man nicht reinklettern muss.

  • Die Geschmäcker sind verschieden. Aber ich wäre vorsichtig mit einer abschließenden Bewertung, wenn ich nur mal für ein paar Minuten in einem mir nicht vertrauten Hängemattendesign gelegen hätte. Eine 90° Hängematte unterscheidet sich nun mal grundlegend von einer Gathered End, und man darf nicht mit den gleichen Erwartungen an die Sache gehen. Und im Gegensatz zur 90° oder zur Brückenhängematte muss man in einer Gathered End erst einmal seinen persönlichen Sweet Spot finden. Durch die Form ist sie nämlich deutlich vielseitiger als die anderen Designs. Ich habe 2010 mit Gathered End Hängematten angefangen und schlafe seit über 3 Jahren jede Nacht in einer GE - trotzdem habe ich erst dieses Jahr entdeckt, dass ich problemlos auf der Seite liegen kann, wenn ich meine Hüfte mehr zur Mitte hin schiebe... Wer weiss was es noch alles zu entdecken gibt!


    Vielleicht sind GE Hängematten nicht dein Ding. Vielleicht sind deine Schultern zu sensibel. Aber ich glaube nicht, dass du nach 10 Minuten wirklich weisst, ob eine GE nicht genauso bequem sein kann wie deine 90° Hängematten. Gerade die Blackbirds sind auch dafür bekannt, dass sie wirklich gut aufgehängt werden müssen um bequem zu sein. Bei mir hat es ungefähr ein halbes Jahr gedauert, bis ich mein erstes Aha-Erlebnis hatte. Und danach hat es nochmal mindestens ein halbes Jahr gedauert, bis ich es geschafft habe, sie jedesmal gut aufzuhängen.


    Obwohl ich mit GE Hängematten keine Probleme habe (vor allem seit es den Wooki gibt), habe ich mir vor kurzem eine 90° Hängematte von Hammocktent bestellt. Auf dem letzten Hängemattentreffen durfte ich die 90° Hängematten von barfuß ausprobieren, und obwohl die Nacht eine Vollkatastrophe war, sehe ich Potential in dem Design. Dennoch glaube ich nicht, dass eine 90° Hängematte meine GE Hängematten - insbesondere meine Blackbirds - ersetzen wird. Mit dem etwas umständlichen Einstieg, der nochmal umständlicher wird wenn ein Moskitonetz im Spiel ist, könnte ich mich zur Not abfinden. Aber ich möchte einfach nicht mehr wieder zu Isomatten zurück. Da ich meine neue 90° Hängematte wohl nur zu Hause verwenden werde, werde ich das Fach mit einer weichen Kaltschaummatratze füllen - aber das ist natürlich keine Option für unterwegs. Ich habe ein paar Ideen wie man auch eine 90° Hängematte mit einer Art Underquilt verwenden kann, aber ob das jemals so problemlos wie der Wooki funktionieren wird ist fraglich.

  • Es stimmt sicherlich, dass man bei einem kurzen Test einer unvertrauten Hängematte möglicherweise nicht gerecht wird. Aber es ist auch gut zu merken, ich brauche gar nicht mehr in alle Richtungen weiterzuprobieren, weil ich das passende Hängeutensil schon gefunden habe. 90° und Underquilt, da wäre ich skeptisch. Nicht zuletzt, weil die Isomatte ein wichtiger Aspekt auch für die Stabilität und den Liegekomfort in einer 90°-Matte ist. Man kann wie gesagt ohne Probleme auch ohne Isomatte in einer 90°er liegen, für's Übernachten ist das aber eher nichts. Mir gefällt auch das modulare Konzept Iso+Hängematte, das gut zu dem Outdoorstil passt, der mir am nächsten liegt. Nicht immer ist es möglich, in der Hängematte zu schlafen. Es gibt auch schöne Gegenden, in denen keine Bäume wachsen. Was macht man, wenn sich am Abend des langen Wandertages herausstellt, es gibt keine Befestigungsmöglichkeiten für die Hängematte? Mit Isomatte ist das kein Problem.

  • Es stimmt sicherlich, dass man bei einem kurzen Test einer unvertrauten Hängematte möglicherweise nicht gerecht wird. Aber es ist auch gut zu merken, ich brauche gar nicht mehr in alle Richtungen weiterzuprobieren, weil ich das passende Hängeutensil schon gefunden habe.


    Das kann ich schon verstehen; aber warum dann überhaupt eine andere Hängematte ausprobieren wenn man ihr letztendlich keine echte Chance gibt? Ich konnte mich nicht mit Brückenhängematten anfreunden, aber ich habe es zumindest ein paar Nächte lang versucht. Und ich werde wohl auch hin und wieder mal eine Nacht darin verbringen um mich zu vergewissern, dass ich nichts übersehen habe.


    90° und Underquilt, da wäre ich skeptisch. Nicht zuletzt, weil die Isomatte ein wichtiger Aspekt auch für die Stabilität und den Liegekomfort in einer 90°-Matte ist. Man kann wie gesagt ohne Probleme auch ohne Isomatte in einer 90°er liegen, für's Übernachten ist das aber eher nichts.


    Zum einen dachte ich auch nicht an einen traditionellen Underquilt; zum anderen fand ich den Liegekomfort in der Hammocktent mit nur zwei dünnen Evazote-Matten ganz gut. Aber sobald ich mir ein Gestell für die 90° Hängematte gebaut habe, werde ich experimentieren. Vielleicht ist auch die Hammocktent Matte anders als deine? In der Draumr kann man ja ohne Isomatte gar nicht liegen.


    Mir gefällt auch das modulare Konzept Iso+Hängematte, das gut zu dem Outdoorstil passt, der mir am nächsten liegt. Nicht immer ist es möglich, in der Hängematte zu schlafen. Es gibt auch schöne Gegenden, in denen keine Bäume wachsen. Was macht man, wenn sich am Abend des langen Wandertages herausstellt, es gibt keine Befestigungsmöglichkeiten für die Hängematte? Mit Isomatte ist das kein Problem.


    Die Isomatte hat sicherlich den Vorteil, dass man sie auch auf dem Boden verwenden kann. Und das kann in vielen Situationen sinnvoll sein. Aber es hat halt auch Nachteile. Ich habe mich so an den Komfort den meine Hängematte bietet gewöhnt, dass ich selbst ein Bett nicht mehr richtig bequem finde. Deshalb bin ich sehr motiviert eine Hängemöglichkeit zu finden. Manchmal bedeutet das einiges an extra Aufwand, aber bisher war es mir das immer Wert. Klar - wenn ich damit rechnen muss, jede 2. oder 3. Nacht auf dem Boden verbringen zu müssen, würde ich mich auch für eine Isomatte entscheiden. Aber wenn es nur jede 10. Nacht ist, bleibe ich lieber beim Underquilt und versuche so zu planen, dass ich gar nicht auf dem Boden schlafen muss. Und wenn ich in Gegenden unterwegs bin, wo es wirklich schwierig mit dem Hängen wird, nehme ich halt mein Zelt mit. :eek: