Mittagsfrosts Hängemattensetup (Warbonnet)

  • Morti75 bat neulich um einen Faden, in dem wir unser Setup vorstellen. Hier mein Warbonnet-Setup, bestehend aus der Blackbird XLC, dem Wooki XL und dem Superfly-Tarp.


    Fangen wir mit der Hängematte an. Als Aufhängung verwende ich Gurtband. Am Baum wird das Gurtband nicht durch die Endschlaufe gezogen, sondern durch einen Grapplers Hitch gehalten.




    Am anderen Ende des Gurtbandes befinden sich die dreieckigen Buckles von Warbonnet, die sich recht bequem verstellen lassen. Damit das lose Ende des Gurtbandes ordentlich aufgeräumt ist, habe ich ein Stück Schnur angenäht. So läßt sich die Rolle schön zusammenbinden. Die Packsäcke hänge ich gewöhnlich am Kopfende über den "Knubbel" der Hängematte.




    Mit dem Shelf hat sich Warbonnet etwas Großartiges einfallen lassen. Hier lassen sich selbst schwere (gefüllte Wasserflaschen) oder sperrige (Schlafsack) Gegenstände bequem verstauen.



    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

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  • Die seitliche Abspannung der Hängematte kann ich mit dem von mir ergänzten CamJam einfach regulieren. Aufgesteckte Speichenreflektoren verringern die Gefahr, nachts über die Abspannschnüre zu stolpern. Das Namensschild hilft mir, mich daran zu erinnern wie ich heiße. Das Gedächtnis läßt nach und man wird ja nicht jünger. :)



    Das rote Kopfkissen war mal ein Turnbeutel und ist jetzt ein Musterstück meiner Schneiderkunst. Es ist mit an der Ridgeline angebundener Gummischnur gegen Herausfallen gesichert. Ebenfalls an der Ridgeline ist ein kleines Lämpchen aus dem 1-Euro-Laden verschiebbar angebracht. Die am Schieber des Reißverschlusses angebrachte Schlaufe aus gelber reflektierender Schnur hilft mir beim Schließen des Reißverschlusses, dessen Schieber in geöffnetem Zustand in Reichweite meiner großen Zehe hängt. Zehe einfädeln, Knie beugen - und schon ist er in Reichweite der Hand, die ihn dann bis ans Kopfende der Hängematte ziehen kann.




    Zum Wooki gibt es nicht viel zu sagen. Die kleine Schlaufe am Kopfende wird über den Knubbel am Hängemattenkopfende gehängt, der Karabiner am Fußende wird an der Hängemattenaufhängung am Fußende befestigt. Wenn man will, kann man noch das an der Shelfseite angebrachte Band der Hängematte durch die Schlaufe des Wooki ziehen. Er hält aber auch so. Daß der Wooki der bequemste aller Underquilts ist, wird jeder bestätigen, der ihn schon mal testen durfte.



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  • Kommen wir zum Tarp. Ich habe es beidseitig mit Lash-It und Fleaz von Dutchwaregear befestigt. (Die Stingerz von Dutch sind etwas schwerer, aber viel bequemer in der Handhabung.)






    Die Snakeskin habe ich aus einem Reststück Mückengitter für Fenster selbst genäht. Das braune Garn wird mich ewig daran erinnern, daß man nicht nur die Nähmaschine, sondern auch ausreichend Garn in passender Farbe in den Garten mitnimmt. Andererseits - es war auch ein Reststück, das ich zum Glück noch in einer Schublade fand.



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  • Die Snakeskins sind nicht etwa dazu da, das Tarp vor Vogelkot zu schützen (was, wie man sieht, nur unzureichend gelingt), sondern um freien Blick in den Kirschbaum zu haben und bei einsetzendem Regen blitzschnell das Tarp entfalten zu können.




    Dabei sind auch die Hookworms von Dutch hilfreich. Sie lassen sich ganz einfach in die an den D-Ringen des Tarps befestigte Gummischnur einhängen und schon ist das Tarp abgespannt. Die Gummischnur federt dabei Windstöße ab und zieht das Nylontarp schön straff, auch wenn es sich unter Nässeeinfluß etwas dehnt. Die Hookworms sitzen auf der (bei mir reflektierenden) Abspannschnur, deren eines Ende durch das Kopfloch des Herings gezogen und festgeknotet ist und deren anderes Ende mit einem Stopperknoten endet. Der Hookworm läßt sich auf der Schnur frei verschieben und wird mit einer Art Webleinenstek fixiert. So läßt sich ein beliebiger Abstand einstellen. Ich liebe diese kleinen Haken!





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  • Ein klasse Artikel - ich mag deinen Humor! Habe mich darüber gut amüsiert: Mit dem großen Zeh den Reißverschluß herholen: da muß man erst mal draufkommen....
    Bei deinem Namensschild und der Vergeßlichkeit des Alters hast du allerdings weit vorgegriffen. Ich kann das - da gleich alt - beurteilen! Du hast dich gut gehalten.


    Außerdem kommt mir dein Bericht gerade zur rechten Zeit, da ich bald Treegirls Superfly bekommen müßte und noch keine Abspannungen habe. Hast du eine 2-teilige Ridgeline genommen?

  • Das Superfly besitzt "Türen", vier Dreiecke, die an den Giebelseiten angebracht sind. Bei normalem Wetter habe ich die Spitzen der Türen mit Gummischnur gegeneinandergezogen, so daß das Tarp eine Rechteckform annimmt.






    Bei Regen aus allen Richtungen kann man mit ein paar Handgriffen die Türen schließen. Auch hier sind die CamJams wieder hilfreich.








    Als Topquilt nehme ich je nach Außentemperatur den Synthetikquilt von DD Hammocks, den Daunenquilt Cumulus Taiga 250 oder den GoLite Ultralite 800. Mit der hier vorgestellten Ausrüstung habe ich von knapp -10°C bis zu hochsommerlichen 30°C (dann ohne Topquilt) geschlafen.

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  • Feines Setup hat der Mittagsschläfer da:D:good:


    Und jetzt weiß ich auch was ein CamJam ist und kenne den Unterschied zwischen Soft shackels. und Grapplers Hitch. Super vorgestellt!

    Never without my Hammock!

  • Sehr schöne, bild - und lehrreiche Vorstellung deines Setups!
    Den Grapplers Hitch habe ich direkt mal übernommen - danke dafür!! :)

  • Hi [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] , eine Frage zu den tie-outs:


    hast Du die Gummischnur von den CamJams zum Hering geführt oder ist das Dreieck an der Matte selber elastisch? Kann ich auf den Fotos nicht erkennen. Ich suche für meine BBXLC eine Lösung, bei der ich jedenfalls den tie-out auf der Einstiegsseite im Liegen verstellen kann, Verstellung darf also nur eine Unterarmlänge entfernt sein.

  • Ich suche für meine BBXLC eine Lösung, bei der ich jedenfalls den tie-out auf der Einstiegsseite im Liegen verstellen kann, Verstellung darf also nur eine Unterarmlänge entfernt sein.


    Das ist bei der XLC nicht so einfach umsetzbar, weil das Netz im Gegensatz zu den meisten anderen integrierten Hängematten eine Art Hex-Form hat. Wenn du dir die Warbonnet Tie-Outs anschaust, siehst du dass sie aus zwei Teilen bestehen: einem festen Dreieck und dem eigentlichen Tie-Out der in der Länge verstellbar ist. Wenn du die Länge von der Hängematte aus verstellen willst, müsstest du wahrscheinlich das Dreieck selbst verstellbar machen. Dadurch würdest du aber die Form des Dreiecks verändern. Länger ist kein Problem, aber wenn die Seiten des Dreiecks kürzer werden, dürfte es das Netz zusammen ziehen.


    Du könntest die original Tie-Outs abmachen, und mit zwei separaten Tie-Outs ersetzen (die weiterhin zu einem Punkt führen). Dadurch würde das Dreieck nicht kürzer werden. Allerdings wäre das Gewicht höher.


    Aber warum möchtest du die Tie-Outs überhaupt von der Hängematte aus verstellen? Wenn ich meine Hängematte aufbaue, spanne ich die Tie-Outs nur einmal auf. Verstellen muss ich da später nichts mehr.

  • Mein Vorschlag für die Verstellbarkeit der seitlichen Abspannung von der Hängematte aus wäre folgender: Dreieck lassen, wie es ist. Vom Ring in der Spitze des Dreiecks eine Schnur um den Hering herum und wieder zurück zur Hängematte führen und dort mit CamJams oder verstellbaren Knoten befestigen. Vielleicht wären die Schlaufen, an denen das Schnurdreieck befestigt ist, geeignete Befestigungspunkte.
    Schnur heranziehen = TieOuts werden gestrafft, Schnur geben = TieOuts werden geschlafft.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Das hatte ich auch kurz angedacht - aber das Problem ist die Befestigung des Schnurendes. Das soll gleichzeitig gut erreichbar sein, und die gleichmäßige Spannung des Netzes erreichen. Wenn du es an einer der Schlaufen befestigst, wird das Netz dort rüber gezogen. Wenn es nur um wenige Zentimeter geht, könnte man das Dreieck auch entsprechend verlängern und eine Seite verstellbar machen.

  • Aber es bleibt ja die Frage, warum man das ueberhaupt braucht? Zieht man es gleich etwas fester, dann sollte es doch passen, da es sich hier um ein shockcord handelt. Das Problem hier ist glaube ich eher die Abspannung nach unten. Ist das tarp im Einsatz befestige ich das Ganze am D-Ring des tarps und das zieht das bugnet schoen nach oben und vereinfacht auch das Einsteigen. Ohne tarp lasse ich es einfach wie es ist, aber man koennte sicherlich auch einen Wanderstock oder aehnliches benutzen, um das bugnet rauszuziehen.

  • Aber warum möchtest du die Tie-Outs überhaupt von der Hängematte aus verstellen? Wenn ich meine Hängematte aufbaue, spanne ich die Tie-Outs nur einmal auf. Verstellen muss ich da später nichts mehr.


    Aus 2 Gründen:
    Wenn ich mich nach dem AufBau in die Matte lege stelle ich oft fest, dass die Spannung irgendwie nicht passt. Ich würde das dann gerne noch mal leicht korrigieren. Jetzt ist es so, dass man wieder aussteigen muss, und entweder den Hering anders steckt oder die total unpraktischen tankas bedient. Wenn man Pech hat muss man noch mal raus gerade im Dunkeln.
    Der zweite Grund ist, dass ich lieber mit offenem oder ganz zurückgeschlagen im Netz schlafe. Nur wenn es sein muss wird dann das Netz wieder geschlossen. Dazu muss man im Liegen die tie-ots lösen können bzw.wenn man halb öffnen will, verstellen können.
    Dafür ist die Lösung von [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] gar nicht schlecht. Camjam abmachen, shockcord verlängern, Netz zurückschlagen und Camjam irgendwo an derMatte festmachen. Man kommt bloß nicht so richtig an den Camjam ran (zum Zwecke der Erschlaffung:rolleye:)