Distanz zwischen den Bäumen und Höhe der Aufhängung

  • So, unsere Projektwoche mit Jugendlichen ist vorbei. Es sind 16 wunderschöne Hängematten in allerlei Farbkombinationen, aus unterschiedlichen Materialien und in unterschiedlichen Längen entstanden. (Auf Wunsch kann ich sicher ein paar Bilder liefern.)

    • 5 klassische Gartenhängematten aus festerem Stoff mit Seilen (240cm x 140cm Stoff, 2x 50cm Seile, Ringe).
    • 3 Gartenhängematten ohne Seile (ca. 320cm x 140cm, 2x mit Whoopie Slings, 1x mit Baumgurt und Ringen)
    • 7 Hängematten aus Hexon 1.6 mit andersfarbigen Randstreifen (300cm x 190cm, 335cm x 190cm, ca. 345cm x 190cm)
    • 1 Hängematte aus Hexon 2.4 mit Randstreifen aus Hexon 1.6 (300cm x 190cm)

    Für die Aufhängung haben wir die folgenden zwei Systeme zur Wahl gestellt:

    • 2 Ringe an jedem Ende der Hängematte, 2 Baumgurte (je 3,9m) => tendenziell für die Gartenhängematten
    • 2 Whoopie Slings (55cm - 200cm), 2 Karabiner, 2 Treehugger (je 2.0m) => tendenziell für die leichten Hängematten

    Nach zweieinhalb Tagen harter Arbeit und einem Tagesausflug am Donnerstag waren wir heute - nach dem Aufräumen und einer Einführung ins "Hängen" - im Wald, haben an einer Grillstelle ein Feuer gemacht, Würste gegrillt und natürlich die Hängematten aufgehängt und "hängend" drei Stunden Waldatmosphäre aufgesogen. Wunderbar. (Ein paar Jugendliche sind sogar noch länger geblieben, weil sie es so genossen haben.)



    Für eine Einführung - gerade an Jugendliche - kann ich die Methode mit den Schritten absolut empfehlen! Nicht für alle ist das mit den Winkeln und der zunehmenden Belastung bei zu flachem Abspannen ganz leicht zu verstehen. Aber mit der "Schritte-Methode" ist ein zu flaches Aufspannen der Hängematte gleich von Anfang an weitgehend ausgeschlossen. Das ist dann nur noch möglich, wenn man die Sitzhöhe der Hängematte nahezu auf Schulterhöhe (bei 4 Schritten zwischen den Bäumen), auf Augenhöhe (bei 5 Schritten zwischen den Bäumen) oder über dem Kopf (bei 6 Schritten zwischen den Bäumen) einstellt. Aber wer kommt schon ernsthaft auf diese Idee und klettert dann in eine so hoch aufgespannte Hängematte?



    Geniesst das Wochenende!


    Gruss
    Michael

  • Hier noch ein paar Fotos von unserer Projektwoche, die letzte Woche stattgefunden hat (siehe oben).


    Ein paar Impressionen aus der Werkstatt von unserer Arbeit von Montag bis Mittwoch:




    Und eine Impression vom gemütlichen Hängen im Wald als Abschluss der Woche am Freitag:



    Ich habe selten so etwas Stimmiges erlebt wie diesen Abschluss bei wunderschönem Sommerwetter. :)


    Gruss
    Michael

  • Und hier für Interessierte noch die Kurzanleitung für den Aufbau der Hängematte, die alle Jugendlichen (als "Buchzeichen" in einer 32 Seiten starken Broschüre) zum Schluss erhalten haben:


    Hängematte aufbauen


    1) Sicherheit des Standorts überprüfen
    Gibt es tote Bäume in der Nähe?
    Gibt es tote Äste über der Hängematte?


    2) Distanz zwischen den Aufhängepunkten ermitteln
    Schritte zwischen zwei Bäumen zählen


    3) Höhe der Aufhängepunkte bestimmen
    4 Schritte: => auf Schulterhöhe
    5 Schritte: => auf Augenhöhe
    6 Schritte: => über dem Kopf


    4) Aufhängepunkte schaffen
    a) Baumgurte / Treehugger um den Baum führen
    b) Band möglichst gerade durch die Schlaufe führen!


    5) Hängematte aufhängen


    Achtung: Hängematte soll den Boden nie berühren!


    6) Sitzhöhe einstellen
    Hängematte auf Sitzhöhe einstellen (ca. 45cm)


    7) Aufhängewinkel überprüfen
    Beträgt der Winkel der Aufhängung etwa 30°? => falls nötig korrigieren:

    • zu steiler Winkel:
      a) Band am Baum nach unten schieben
      b) Aufhängung verkürzen, bis Sitzhöhe korrekt
    • zu flacher Winkel:
      a) Band am Baum nach oben schieben
      b) Aufhängung verlängern, bis Sitzhöhe korrekt

    Wichtig: Vor dem Absitzen in die Hängematte: nochmals kontrollieren, ob alles korrekt eingehängt ist!


    => Schuhe aus und Hängematte geniessen! :)


    Anmerkung:
    Wir hatten zwei Aufhängungen zur Auswahl:

    • 2 Descending-Ringe aus Aluminium mit Continuous Loops an jedem Ende der Hängematte, 2 Baumgurte (je 3,9m, mit einer Schlaufe) => tendenziell für die Gartenhängematten (ca. 270-350g)
    • 2 Whoopie Slings (55cm - 200cm), 2 Karabiner, 2 Treehugger (je 2.0m mit zwei Schlaufen) => tendenziell für die leichten Hängematten (ca. 220g)
  • Um zum Anfang des Threads zurückzukehren, hier noch eine andere Darstellung, die vielleicht noch etwas deutlicher ist:



    Wie gesagt: Es geht bei dieser Methode um eine Hilfestellung für solche, die beim Aufhängen noch über wenig Erfahrung verfügen. Man muss - je nach Schrittlänge und Bodenbeschaffenheit - durchaus noch nachjustieren. Mit diesem Vorgehen wird ein zu flaches / straffes Aufhängen der Hängematte gleich von Anfang an ausgeschlossen, was ein durchaus wünschenswerter Nebeneffekt ist.


    Probiert es doch mal aus. Nähme mich Wunder, ob ihr mit dieser Methode am Baum eher zu hoch oder zu tief landet. Für mich passt es recht zuverlässig.

  • Ich habe mir unabhängig von dir ähnliche Gedanken gemacht. Gerade bei Nadelbäumen mit vielen Ästen lassen sich die Baumgurte später nicht mehr einfach verschieben, sondern ich muss sie komplett abnehmen und neu um den Baum fädeln. Deshalb hatte ich den Anspruch, möglichst im ersten Anlauf die richtige Höhe zu erwischen, wo doch der Abstand schon bekannt ist - und die restliche Aufhängung noch Zeit genug benötigt.

    Auch wäre es bei Regen optimal, ein Tarp gleich in der richtigen Höhe zu spannen und nicht noch zusätzlich verschieben zu müssen.

    Außerdem wollte ich wissen, ab welchem Abstand es richtig kompliziert wird, weil ich mit ausgestreckten Armen nicht mehr an die Baumgurte komme.


    Ich habe dann gute Erfahrungen mit meiner unteren Schätzung per Tabelle gemacht, von der ich allerdings nur versuche, die unteren beiden Grundregeln zu behalten. Das Ergebnis ist nahezu identisch mit deinem, Waldläufer70, denn natürlich messe ich die Höhe auch nur mit meinem Körper, was Brust-, Augen- und Kopfhöhe angeht.


    Allerdings vertraue ich meiner Schrittlänge nicht und hatte auch oft Untergründe, die nicht einfach abzuschreiten waren. Zudem ist meist mein erstes Interesse bei meiner eher langen Matte, ob ich den minimal notwendigen Abstand überhaupt wahren kann. Augenmaß hat sich dafür leider nicht bewährt. Also breite ich neben dem ersten Baum zweimal die Arme aus (das sind bei mir zweimal genau 1,90m). Das ist mit 3,80m etwa die Länge meiner hängenden Matte plus der minimal nötigen Befestigung.


    Ist der Abstand größer, kann ich die Differenz zum zweiten Baum dann ganz gut schätzen und mir vorstellen, wie lang die Whoopies etwa werden müssen. Bei einem Meter Abstand zum zweiten Baum (50cm pro Seite/Whoopie) bin ich mit der Befestigung auf Augenhöhe gut beraten, je zusätzlichem Meter muss es 30cm höher sein. Das entspricht etwa deiner Brust-4/Auge-5/Kopf-6-Schritt-Regel für meine Körpergröße und Mattenlänge.

    Ab 1,5m pro Whoopie wird es dann leider schwierig für mich, ohne Hilfsmittel an die Baumgurte zu kommen. Schade, denn ich mag die langsamen Schwingungen großer Abstände gern.


  • Gerade bei Nadelbäumen mit vielen Ästen lassen sich die Baumgurte später nicht mehr einfach verschieben, sondern ich muss sie komplett abnehmen und neu um den Baum fädeln.

    Die Arbeit kann man sich sparen, wenn man einen Karabiner an der Schlaufe des Baumgurts festmacht, dann mit dem Gurt um den Baum geht und ihn zuletzt durch die Feder des Karabiners schiebt.

  • Oder mit einem Evo-Loop...


    Danke, Siebenschläfer , für deine Ausführungen. Die muss ich mir zuhause nochmals im Detail anschauen.


    Für die Ermittlung der Minimaldistanz verwenden einige auch die in beide Richtungen ausgestreckten Trekkingstöcke. Bei mir wären das allerdings ca. 180cm plus zweimal die 130cm der Stöcke - also etwa 440cm abzüglich der Griffe der Stöcke. Das scheint mir eher etwas weit als Minimaldistanz.

  • Die Arbeit kann man sich sparen, wenn man einen Karabiner an der Schlaufe des Baumgurts festmacht, dann mit dem Gurt um den Baum geht und ihn zuletzt durch die Feder des Karabiners schiebt.

    Ich meinte eigentlich nur das erneute "um den Baum Gehen" mit dem Gurt zwischen den weiter oben liegenden Ästen. Das ist ja für jede einzelne Höhenveränderung erneut nötig.

    Wenn ein Baum alle 10cm rundum kleine lange Äste hat und man den Gurt 30cm höher aufhängen will, würde ich das dann schon "fädeln" nennen und es ist teilweise aufwändiger als alle anderen Befestigungsschritte.

    Oder mit einem Evo-Loop...


    Danke, Siebenschläfer , für deine Ausführungen. Die muss ich mir zuhause nochmals im Detail anschauen.


    Für die Ermittlung der Minimaldistanz verwenden einige auch die in beide Richtungen ausgestreckten Trekkingstöcke. Bei mir wären das allerdings ca. 180cm plus zweimal die 130cm der Stöcke - also etwa 440cm abzüglich der Griffe der Stöcke. Das scheint mir eher etwas weit als Minimaldistanz.

    Stöcke sind auch eine prima Idee, wenn die Distanz zur eigenen Anwendung passt. Hab ich leider nie dabei. Wenn dir die Distanz damit zu groß ist, könntest du einen auf eine bestimmte Weise anders halten und damit den Abstand verkürzen. Das wäre tatsächlich eleganter als meine zweimal ausgebreiteten Arme.

    Mir würde für Skitouren noch meine Lawinensonde einfallen, aber die muss ja auch erst zusammengesteckt werden...


    Wenn man irgendein festes Maß zu Hand hat und vor dem Aufhängen ein bisschen kalkuliert, ist das jedenfalls eine praktische Sache!

  • Theoretisch kann man natürlich mit Maßband oder Schnur die Entfernung bestimmen. Die Frage ist nur, ob das wirklich jemand macht. :/


    Ich habe bisher die Hängematte immer nach Gefühl aufgehängt. Meist klappt es auf Anhieb. Manchmal muss ich nachbessern. Aber selbst dann bin ich wohl nicht langsamer als mit Schnur rauskramen, Ausmessen, Nachdenken/Berechnen, Aufhängen, Schnur zusammenrollen und wegräumen.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Eine Schnur habe ich ohnehin immer dabei. Die Idee, diese mit Markierungen zu versehen, finde ich deshalb sehr gut.


    Für die Ermittlung der Aufhängehöhe finde ich aber die Nutzung des eigenen Körpers (Daumen-Handfläche oder Schritte) - sofern möglich - fast zielführender.