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Frühlings-Tour im Schweizer Seeland

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  • Frühlings-Tour im Schweizer Seeland

    Da ich am Freitag der Nähwut folgend meine erste Hängematte aus dem «1.6oz HyperD XL Diamond Ripstop Nylon» genäht habe und das Wetter am Wochenende so schön einladend war, bin ich meinem Instinkt gefolgt und habe den Jolimont besucht, einen Hügel zwischen dem Neuenburger- und dem Bielersee, den ich schon lange mal besuchen wollte. Am Sonntag war ich ganz in der Nähe von dort eingeladen, so lag es auf der Hand, endlich mal diesen Hügel ein wenig zu erkunden.

    Der Hügelzug im schweizerischen Seeland ist nichts Spektakuläres, aber hat doch einiges zu bieten. Er liegt östlich vom Zihlkanal, der die beiden genannten Seen miteinander verbindet und im Rahmen der Juragewässerkorrektur im 19. und 20. Jahrhundert angelegt worden ist. Obwohl im deutschsprachigen Gebiet der Schweiz gelegen, trägt er dennoch einen französischen Namen.

    So bin ich am Samstag gegen Abend mit dem Zug nach Gampelen gefahren und habe den «Berg» von Süden her in Angriff genommen. Als erstes ist mir aufgefallen, dass der Hügel ziemlich steil ansteigt. Trotzdem war ich bald oben und habe sofort angefangen, den Wald nach einem passenden Platz für die Hängematte abzusuchen. Fündig geworden bin ich schliesslich in unmittelbarer Nähe einer Waldhütte, wo auch eine «Spielgruppe» Zeit in der Natur zu verbringen scheint, wie man an den dortigen «Bauten» im Wald leicht erkennen konnte.

    Gekocht habe ich mir angesichts der einbrechenden Dunkelheit nichts mehr, um 21 Uhr habe ich mich in die Hängematte gelegt und bin abwechselnd eingeschlummert und wieder aufgewacht (mehr dazu hier). Um etwa 7 Uhr am Sonntagmorgen habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, die Hängematte zu verlassen und gemütlich alles abzubauen, natürlich nicht, ohne vorher noch ein paar Fotos zu machen:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05884.jpg Ansichten: 2 Größe: 561,5 KB ID: 45439 Setup für die Nacht

    Vom einen Baum, den ich zum Aufhängen der Hängematte benutzt habe, geht ein Seil weg. Dieses stützt das Dach des Lagerplatzes der genannten «Waldspielgruppe». Das Seil ist vorbildlich baumschonend angebracht worden, was mich sehr gefreut hat:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05891.jpg Ansichten: 1 Größe: 431,2 KB ID: 45438 Baumschutz wurde da gross geschrieben

    Überhaupt scheinen die Kinder da jede Woche eine tolle Zeit im Wald verbringen zu dürfen, anscheinend auch bei Regen:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05893.jpg Ansichten: 1 Größe: 590,3 KB ID: 45442 Überdachter Bereich der «Waldspielgruppe»

    Bei der erwähnten Waldhütte gab es einige Tische und Bänke. Hier habe ich mir dann einen Kaffee gekocht:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05894.jpg Ansichten: 1 Größe: 582,0 KB ID: 45440 Sitzgelegenheiten und Grillstelle beim Lagerplatz

    Nachdem ich in Ruhe Kaffee getrunken hatte, spielte ich ein wenig auf dem «Hümmelchen» (deutscher Dudelsack aus der Renaissance-Zeit, der in den letzten Jahren nach Skizzen aus der damaligen Zeit rekonstruiert worden ist), da ich am Geburtstagsfest ein, zwei Stücke darauf vorspielen wollte. Plötzlich hörte ich hinter mir Applaus. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass eine Spaziergängerin mit zwei Hunden sich genähert hat. Ich habe die Frau dann ein wenig über den Jolimont ausgefragt und ein paar hilfreiche Tipps bekommen.

    Gleich neben dem Lagerplatz fliesst ein kleiner Bach vorbei:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_5597.jpg Ansichten: 1 Größe: 614,9 KB ID: 45441 Bach neben dem Lagerplatz

    Da ich nicht sicher war, wo die Quelle liegt (die genaue Karte hat mir nun – wieder zuhause – verraten, dass die Quelle nur ein paar Schritte weiter oben gewesen wäre), habe ich ihm kein Trinkwasser entnommen. Zu dumm: Ich hätte einen Wasserfilter dabei gehabt, hatte den aber im Eifer des Gefechts so schnell eingepackt, dass ich mich nicht mehr daran erinnern konnte. Verdurstet bin ich aber trotzdem nicht...
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 17.04.2018, 09:12.
    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

  • #2
    Schliesslich habe ich mich auf den Weg gemacht, um ungefähr zur Mittagszeit am 14km entfernten Zielort zu sein.

    Der weitere Weg führte mich grob in Richtung Nordosten dem Jolimont entlang und dann in einem Schwenker nach Norden zur «Teufelsburdi» (Teufelsbürde):

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05909.jpg Ansichten: 1 Größe: 620,6 KB ID: 45448Teufelsburdi

    Die drei erratischen Blöcke stammen aus dem Val de Bagnes. Die Granitblöcke wurden demnach während einer der Eiszeiten vom Rhonegletscher aus dem rund 150km entfernten Wallis hierher transportiert und dann hier abgeladen:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: teufelsburdi_jolimont_grafik-.gif Ansichten: 1 Größe: 203,4 KB ID: 45449Wie die erratischen Blöcke aus dem Wallis auf den Jolimont gelangten (© Quelle)

    Bald hatte ich das nördliche Ende des Jolimont erreicht und stieg ins Städtchen Erlach ab, wo mich ein wunderbarer Blick übers Schloss und den Bielersee empfing:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05947.jpg Ansichten: 1 Größe: 370,6 KB ID: 45447 Schloss Erlach über dem Bielersee (St. Petersinsel und Juragebirge im Hintergrund)

    In der Region wird auch Rebbau betrieben. Der Blick zum Chasseral (1'607m ü.M.) verrät, dass der Winter in diesem Jahr lange gedauert hat. Auf den Chasseral hatte ich in anderen Jahren zur gleichen Jahreszeit bereits Wanderungen unternommen. Zurzeit liegt dort oben noch reichlich Schnee:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_5600.jpg Ansichten: 1 Größe: 312,8 KB ID: 45446Rebberg des Schlosses mit Blick auf den Chasseral

    Nachdem ich mich in einer Bäckerei mit einem weiteren Kaffee gestärkt und mir ein Frühstück gekauft hatte, ging es vollends zum Uferweg des Bielersees:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05960.jpg Ansichten: 1 Größe: 176,0 KB ID: 45445Unterstand zur Vogelbeobachtung(?)
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 17.04.2018, 09:19.
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    • #3
      Den Weg dem Seeufer entlang habe ich sehr genossen. Ebenso die kleine Pause mit Blick über den See:

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05988.jpg Ansichten: 1 Größe: 360,0 KB ID: 45452Pause am Bielersee

      In Vinelz kam ich an einem schönen kleinen Yachthafen vorbei:

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05995.jpg Ansichten: 1 Größe: 232,0 KB ID: 45451Yachthafen von Vinelz

      Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich dort ein Schild mit einem «Hundebadeverbot» entdeckt:

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05998.jpg Ansichten: 1 Größe: 486,2 KB ID: 45454«Hundebadeverbot»

      Mein weiterer Weg führte mich durch eine schöne, weite Landschaft, vorbei an blühenden Magnolienbäumen...

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06000.jpg Ansichten: 1 Größe: 409,1 KB ID: 45453

      ... und schliesslich über einen weiteren Hügelzug, der dem Jolimont in Sachen Höhe und Ausdehnung beinahe ebenbürtig war. Um nicht zu oft auf die Karte schauen zu müssen, habe ich wieder mal mein Smartphone als Navigationshilfe genutzt. Manchmal ist das recht unterhaltsam – besonders, wenn «Madame» einem mitten im Wald – abseits aller Strassen – zuruft, bitte 500m lang dem «Strassenverlauf» zu folgen:

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06009.jpg Ansichten: 1 Größe: 613,9 KB ID: 45455«Bitte dem Strassenverlauf 500m lang folgen...»

      Jedenfalls kam ich dann pünktlich um 12.30 bei meinen Freunden an und genoss einen schönen Nachmittag im Garten.
      Zuletzt geändert von Waldläufer70; 20.04.2018, 07:23.
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      • #4
        Na, da hast du ja wirklich Glück mit dem Wetter gehabt. Schöne Gegend....
        A prospos Schlafen in der HM: hast du mal in einer Warbonnet Traveler XL gelegen? Ich schlafe jede Nacht in einer und bin sehr zufrieden damit.
        Falls du nach Mengerschied kommen würdest hättest du sicher Gelegenheit mal zu schauen, ob ein festerer Stoff wirklich deine Rücken/Schlafprobleme löst, oder ob du irgendwie nicht "richtig" in der HM liegst....

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        • Waldläufer70
          Waldläufer70 kommentierte
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          In einer Warbonnet Traveler habe ich noch nie gelegen. Ich habe aber bereits eine Hängematte aus Hexon 2.4 genäht und der feste Stoff dieser Hängematte gefällt mir tatsächlich besser als alle elastischeren Stoffe, die ich bisher ausprobiert habe. Elastischere Stoffe funktionieren, wenn ich die passende Kurve in den Stoff nähe. Ich kann in einer Hängematte wunderbar entspannen und den Tag geniessen. Nur das Schlafen darin macht mir meistens Mühe; da bin ich einfach am Boden wohler. - Ich denke eher nicht, dass ich an Pfingsten nach Mengerschied komme.

      • #5
        Danke für den schönen Bericht und die tollen Bilder! Bis die Magnolien blühen wird bei uns noch einige Zeit vergehen...
        https://crosshammock.com

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        • Waldläufer70
          Waldläufer70 kommentierte
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          Ich war gerade noch ein paar Tage in der Südschweiz (Tessin). Das lag vor drei Wochen noch hinter der Alpennordseite zurück. Jetzt hat es sie überholt: Die Magnolien und Kamelien sind schon am Verblühen.

      • #6
        Servus Waldläufer70,
        danke für deinen tollen Beitrag!
        Das muss eine tolle Wanderung gewesen sein!
        Vor ein, zwei Jahren durfte ich auch im Jänner in diese Gegend (Dienstreise), wo ich am Wochenenden wandern konnte. Damals hatte ich noch keine Hängematte, aber nach dem Lesen deines Berichtes denke ich mir: Bei der nächsten Gelegenheit kommt die Hängematte mit ins Auto .

        Welche Kamera verwendest du?- die Fotos finde ich voll super.

        Beste Grüße
        Franz
        Zuletzt geändert von Rad-Franz; 21.04.2018, 21:22.

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        • #7
          Hallo Franz

          Ja, das Wetter war (und ist) bei uns noch immer super. Gestern war ich im Jura wandern. Habe allerdings ziemlich übertrieben: Das Planungs-Tool zeigt mir 33.25km, 715m Aufstieg und 1'552m Abstieg (minimale Höhe: 446m / maximale Höhe: 1'437m). Das sollte man eigentlich nicht so kurz nach der Winterpause machen. Aber schön war's trotzdem!

          Die Hängematte habe ich immer gerne im Rucksack (da ich kein Auto habe): So kann ich sie in einer Pause aufhängen und etwas entspannen.

          Ich habe mir vor vier Jahren die Sony RX100 (das Original) gekauft, die inzwischen recht günstig zu haben ist. Sie wiegt 240g (mit Akku und Speicherkarte) und macht wirklich bei sehr unterschiedlichen Bedingungen gute Fotos. Die RX100-III hat zudem noch ein klappbares Display, was für Makro-Aufnahmen interessant sein kann. Die Auflösung der Optik ist dort noch einmal einen Rutsch besser, dafür ist der Zoom etwas kleiner und sie ist nach wie vor einiges teurer. Und etwas schwerer ist sie auch. Ich bin im Grossen und Ganzen sehr zufrieden mit der ursprünglichen Kamera der Serie, nicht zuletzt, weil sie sehr handlich und leicht ist und in der Aussentasche des Rucksacks (oder auch mal einer Jackentasche) Platz findet.

          Beste Grüsse zurück
          Michael

          PS: Vielleicht hänge ich in diesem Faden noch ein paar Fotos der gestrigen Wanderung an...
          Zuletzt geändert von Waldläufer70; 22.04.2018, 18:54.
          Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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          • #8
            Ich hänge da noch ein paar Fotos meiner gestrigen Tour im Jura an. Ich hatte zwar meine Hängematte dabei, habe aber auf der Vue des Alpes im Dortoir (Massenlager) übernachtet, welches ich nun bereits zum vierten Mal ganz für mich allein hatte. Deshalb will ich keinen neuen Reisebericht dafür anlegen.

            Anreise am Freitagabend mit der Bahn bis La Chaux-de-Fonds, dann Wanderung auf die Vue des Alpes (1'283m ü.M.). Die Sicht war nicht so gut und die Luft nicht so klar wie in den Jahren zuvor. Dafür war es bereits sommerlich warm. Der Schnee war grösstenteils bereits geschmolzen, nur selten musste ich durch ein paar letzte Schneefelder stapfen.
            Am Samstag wollte ich ursprünglich nur bis Les Ponts-de-Martel im Vallée des Ponts, einem der wenigen feuchten Hochtäler des Jura (Hochmoor), wandern (rund 17km). Doch beim Nachtessen am Freitag auf der Vue des Alpes kam die Idee auf, stattdessen bis an den Neuenburgersee zu wandern. Ich hatte zwar keine Ahnung, wie weit das sein würde, aber ich wandere ohnehin nicht gerne nach den genauen Angaben von GPS-Geräten, sondern lieber mit Karte und meinem "Gefühl" für die Landschaft. Ich schätzte die Strecke mal aus dem hohlen Bauch auf gut 30km; eigentlich etwas viel für die erste grössere Wanderung der Saison. Naja, eigentlich zu viel für jede Wanderung mit grösseren Höhenunterschieden.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06068.jpg Ansichten: 1 Größe: 287,5 KB ID: 45546 Unterwegs von La Chaux-de-Fonds auf die Vue des Alpes (Blick ins Vallée des Ponts)

            Ein Grund dafür, weshalb ich die Jura-Höhen im April ganz besonders liebe, sind die wilden Narzissen (Osterglocken). Es ist immer wieder ein Genuss, mitten durch Alpweiden voll von diesen leuchtend gelben Blumen zu wandern. Schon kurz nach La Chaux-de-Fonds (die Stadt liegt rund 1'000 Meter über Meer, zählt knapp 40'000 Einwohner und ist eine der bekannten Schweizer Uhrenstädte) tauchten auch schon die ersten wilden Osterglocken auf.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06081.jpg Ansichten: 1 Größe: 425,2 KB ID: 45545 Wilde Narzissen (Osterglocken) in der Abendsonne

            Nach einem feinen Nachtessen im «Hôtel à la Vue des Alpes» liess ich meinen Blick noch etwas übers Mittelland bis in die Alpen schweifen und genoss das Eindunkeln. Aus dem Dortoir schoss ich noch ein letztes Bild der Abendstimmung.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06103.jpg Ansichten: 1 Größe: 131,8 KB ID: 45543 Abendstimmung über der Vue des Alpes (in Richtung Frankreich)

            Nach einem ausgedehnten Frühstück am nächsten Morgen ging es weiter über den Tête de Ran (1'422m ü.M.)...

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06151.jpg Ansichten: 1 Größe: 313,1 KB ID: 45544Ein Stück nach dem Tête de Ran: Blick über den Neuenburger- und den Murtensee

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06152.jpg Ansichten: 1 Größe: 332,3 KB ID: 45547Blick über den Neuenburgersee
            Zuletzt geändert von Waldläufer70; 22.04.2018, 14:24.
            Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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            • #9
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06153.jpg Ansichten: 1 Größe: 421,0 KB ID: 45550Blick zur nächsten Bergkette, zu der auch der Chasseral gehört (nicht im Bild)

              ... und den Mont Racine (1'439m ü.M.). Hier verlässt der Jura-Höhenweg die Kette...

              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06174.jpg Ansichten: 1 Größe: 268,3 KB ID: 45549Typischer Wegweiser für Wege des Schwierigkeitsgrades T1 (gelbe Wegweiser)

              ... und steigt in eine sanfte Hügellandschaft ab, wo man mehrere Höfe passiert, die im Sommer zum Teil bewirtet sind (z.B. La Grande Sagneule).

              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06179.jpg Ansichten: 1 Größe: 559,0 KB ID: 45553 Wilde Narzissen und Krokusse bei La Petite Sagneule

              Unterhalb vom Hof La Petite Sagneule filterte ich mir etwas Wasser, um meine Wasservorräte aufzufrischen. Anschliessend steigt der Wanderweg ein wenig an und es folgt ein Abschnitt, der aus meiner Sicht zu den schönsten Wanderwegen im Jura gehört: Es handelt sich um den Abstieg vom Jura-Höhenweg ins Vallée des Ponts. Der Weg ist so wenig begangen, dass man gar keinen eigentlichen Weg vorfindet. Man erkennt den Weg einzig an den gelben Rauten-Markierungen an den Bäumen; im Grunde wandert man quer über wunderschöne Weiden, die man aber zu dieser Jahreszeit noch ganz für sich allein hat. - Auch hier wanderte ich wieder an unzähligen wilden Osterglocken vorbei...

              Um etwas Zeit zu sparen, folgte ich im Vallée des Ponts einer wenig befahrenen Überlandstrasse. Wenn ich den «Kilometer-Fresser-Modus» zuschalte, geht das relativ zügig... Für den Abstieg nach Noiraigue nahm ich wieder den Jura-Höhenweg.

              In Noiraigue folgte ich – wie schon letzten Herbst – der Areuse-Schlucht (Gorges de l'Areuse), machte aber im Garten des «Restaurant La Truite» bei Champ du Moulin eine Pause, gönnte mir einen halben Liter Panaché (Radler) und dazu eine Portion Pommes Frites. Dann ging es durch den zweiten Teil der Schlucht hinunter nach Boudry.

              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06226.jpg Ansichten: 1 Größe: 263,9 KB ID: 45551 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC06232.jpg Ansichten: 1 Größe: 490,4 KB ID: 45552 Impressionen aus der Areuse-Schlucht

              Vor lauter selbstauferlegter Grossdistanz hatte ich mir unterwegs nicht einmal Zeit für eine ausgedehnte Hängematten-Pause genommen, obwohl es unzählige schöne Plätze gegeben hätte.

              Fazit: Seit einer gefühlten Ewigkeit habe ich wieder einmal Ansätze von Blasen an den Fussballen. Ich denke, dass neben der grossen Distanz vor allem die flachen Trekkingschuhe dafür verantwortlich sind. In diesen rutscht mein Fuss einfach mehr in der Gegend herum als in hohen Schuhen. Dafür ermöglichen leichte Schuhe erst solch grosse Distanzen in kurzer Zeit (knapp 9 Stunden mit den Pausen). Ich denke, dass es sich tatsächlich so verhält, dass das Gewicht der Schuhe etwa fünf- bis sechsmal so stark ins Gewicht fällt wie das Gewicht des Rucksacks...

              Das nächste Mal will ich wieder mehr geniessen! Es ist gut, wenn man über einen «Kilometer-Fresser-Modus» verfügt, aber «Genuss-Wandern» ist das nicht.
              Zuletzt geändert von Waldläufer70; 22.04.2018, 14:33.
              Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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              • #10
                Wunderbare Bilder, danke für deine Posts!

                Über 30 Kilometer fidne ich schon heftig .
                Als ich letztens in Grenoble war, blieb ich ein paar hundert Meter unter der 30km Marke, aber auch dort dachte ich mir - von der Gegend viel gesehen, aber besser wär's wohl gewesen, eine Stunde länger in der Matte zu liegen .

                Beste Grüße
                Franz

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                • Waldläufer70
                  Waldläufer70 kommentierte
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                  Genau so fühle ich mich heute auch. Ich weiss nicht, was mich gestern geritten hat. Musste mir vielleicht mal wieder beweisen, dass ich das schaffe. Bis Kilometer 24 lief es auch tatsächlich problemlos, aber dann wurde ich langsam müde... lohnt sich eigentlich nicht wirklich. Und wenn, dann sollte man vielleicht besser früh morgens starten (nicht erst um etwa 10 Uhr) und sich Zeit lassen. Tempo ist eigentlich immer viel belastender für den Körper als Gemütlichkeit.

              • #11
                Zitat von Waldläufer70 Beitrag anzeigen
                Bis Kilometer 24 lief es auch tatsächlich problemlos, aber dann wurde ich langsam müde... lohnt sich eigentlich nicht wirklich. Und wenn, dann sollte man vielleicht besser früh morgens starten (nicht erst um etwa 10 Uhr) und sich Zeit lassen. Tempo ist eigentlich immer viel belastender für den Körper als Gemütlichkeit.
                Das kann ich nur bestätigen. Bei langen Etwappen starte ich üblicherweise kurz nach Sonnenaufgang und schaue, dass ich bis Mittag 2/3 der Strecke geschafft habe. Aber nicht durch hohes Tempo, sondern durch wenige und kurze Pausen. Das hat sich sehr bewährt, bisher. Dann macht es nix, wenn man nachmittags müde wird und mehr Pausen macht.

                Hab mal irgendwo gelesen, das die Thruhiker in den USA "15 by 12" laufen, teilweise auch "20 by 2". Meilen natürlich. Also bis mittags 24 Kilometer, bzw. bis 14.00 Uhr 32 km. Danach gibt's dann nur noch "gemütliches Spazierengehen" (10-15 km).
                Zuletzt geändert von echinotrix; 23.04.2018, 07:44.

                Kommentar


                • #12
                  Zitat von echinotrix Beitrag anzeigen

                  Das kann ich nur bestätigen. Bei langen Etwappen starte ich üblicherweise kurz nach Sonnenaufgang und schaue, dass ich bis Mittag 2/3 der Strecke geschafft habe. Aber nicht durch hohes Tempo, sondern durch wenige und kurze Pausen. Das hat sich sehr bewährt, bisher. Dann macht es nix, wenn man nachmittags müde wird und mehr Pausen macht.

                  Hab mal irgendwo gelesen, das die Thruhiker in den USA "15 by 12" laufen, teilweise auch "20 by 2". Meilen natürlich. Also bis mittags 24 Kilometer, bzw. bis 14.00 Uhr 32 km. Danach gibt's dann nur noch "gemütliches Spazierengehen" (10-15 km).
                  Das hat auf jeden Fall etwas. Ich bin bisher nur selten frühmorgens gestartet. Ich beginne den Tag gerne gemütlich und schaffe es oft nicht, früh zu starten. 8 Uhr ist für mich früh, oft starte ich gegen 9 oder 10 Uhr. Wenn ich mal früh gestartet bin, dann habe ich oft bald eine längere "Frühstückspause" gemacht. So habe ich bisher bei grösseren Strecken praktisch immer irgendwann das Tempo anziehen müssen respektive wollen.

                  Bis wann man zwei Drittel der Strecke hinter sich hat, ist aus meiner Sicht letztlich egal. Man sollte einfach nicht in einen Stress kommen, sondern das Gefühl von "Gemütlichkeit" oder "Geniessen" behalten. Wenn es zu lange am Stück "sportlich" vorangeht, dann geht dieses Gefühl bei mir schnell einmal verloren. Das ist mir am Samstag passiert.

                  Ich kann übrigens auch gemütlich starten und am Nachmittag Tempo machen. Auf dem Jakobsweg habe ich da verschiedene Varianten ausprobiert. Einmal habe ich - nach einem ausgiebigen Frühstück - bis um 14 Uhr 16km mit einigen Höhenmetern gemacht und dann am Nachmittag der Rhone entlang 18 Kilometer praktisch ohne Pause am Stück abgespult. Ich denke, da gibt es keine Regel. Früh zu beginnen und zügig eine grosse Strecke hinter sich zu bringen, bringt sicher einen psychologischen Vorteil. Wenn man das Wandern aber grundsätzlich positiv erlebt, relativiert sich der psychologische Vorteil wieder etwas.

                  Meine Erfahrung war: Bis zu 35km gehen bei mir eigentlich erstaunlich gut, wenn ich a) schon einige Zeit unterwegs bin, b) mich nicht zu sehr beeilen muss und c) nicht zu viele Höhenmeter dabei sind. Aber es müssen nicht jeden Tag so viele Kilometer sein. Auf längere Zeit finde ich durchschnittlich 20 Kilometer pro Tag sehr angenehm, mehr als 25 pro Tag würde ich nicht machen wollen; da wird es schnell mal verbissen.

                  Meine Wanderung am Samstag war im Grunde völlig durchgeknallt, denn a) war ich nicht eingelaufen, b) habe ich mich massiv beeilen müssen, um das Ziel zu erreichen, und c) waren sehr viele Höhenmeter dabei.
                  Zuletzt geändert von Waldläufer70; 23.04.2018, 09:22.
                  Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

                  Kommentar


                  • #13
                    Das ist echt sehr individuell.

                    Ich stehe bei Sonnenaufgang auf, packe ein und gehe erst einmal ein bis zwei Stunden. Wenn ich ein schönes Plätzchen gefunden hab gibt's eine Frühstückspause, eine halbe Stunde oder so. Dann wieder ein bis zwei Stunden gehen, Pause. Dann nochmal, Mittagessen. Da lass ich mir länger Zeit, eine Stunde etwa. Sind bis dahin dann etwa vier bis fünf Stunden Gehzeit, etwa zwei Stunden Pause und 15-20 km Strecke. Je nach Terrain.

                    In Hektik komme ich dabei nicht, im Gegenteil. Ich achte immer sehr darauf, dass ich mich nicht überanstrenge. Wenn mein Puls schön bei 130 oder so ist, dann kann ich das Wandern in vollen Zügen genießen und bekomme sehr viel um mich herum mit. Nur wenn es mal hefftig bergauf geht oder das Gelände sehr anspruchsvoll ist, dann geht meine Konzentration voll auf die Bewegung.

                    Als ich mit dem Wandern angefangen habe, bin ich deutlich schneller gegangen und habe dafür mehr Pausen gemacht. Da hatte ich weniger davon, während des Laufens habe ich nur wenig von meiner Umwelt wahrgenommen. Heute laufe ich langsamer und mache weniger und vor allem kürzere Pausen. Dadurch schaffe ich deutlich längere Strecken und habe mehr bewusst erlebt. Es geht mir zwar nicht primär darum, weit zu laufen und Rekorde zu brechen, aber lange Pausen und Faulenzen im Camp geben mir weniger als das Gehen. Zu wenig Bewegung hab ich schon im Alltag, das brauch ich nicht auch noch im Wald.

                    Dass ich gerne viel des Wegss schon vormittags mache, liegt glaube ich daran, dass ich mich morgens einfach leistungsfähiger fühle, physisch und psychisch. Ist in der Arbeit auch so. Nachmittags dümple ich gerne ein bisschen rum.

                    Wie gesagt, sehr individuell das Ganze. HYOH, "hang your own hang", gilt auch für's Wandern. Hieß ursprünglich auch "hike your own hike". Deshalb gehe ich auch gerne allein. Abhängen im Camp dann lieber mit netten Leuten.
                    Zuletzt geändert von echinotrix; 23.04.2018, 18:55.

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                    • #14
                      Schön beschrieben, echinotrix!

                      Normalerweise gehe ich das alles auch viel gemütlicher an als am Samstag. Ich bezeichne mich gerne als völlig unsportlichen Menschen, war noch nie in einem Sportverein, jogge nicht und mache auch sonst keinen Sport. Wandern läuft bei mir eher unter «Bewegung». Und wenn ich dann mal in meinem gemütlichen Rhythmus in Bewegung bin, nehme ich viele Details wahr. Wenn es ganz gut läuft, habe ich manchmal das Gefühl, als würde ich fliegen. Da bin ich dann voll im Flow. Nur fällt es mir wie gesagt oft sehr schwer, mich am Morgen von einem schönen Ort loszureissen. Da bleibe ich gerne noch, probiere ein paar Dinge aus, wiederhole ein paar Knoten, denke über dies und das nach, lasse meinen Blick über die Landschaft schweifen...

                      Ich komme – zumindest den Tag über – auch mit relativ wenig Nahrung aus. Ich glaube in diesem Punkt ticke ich auch anders als du. Am Samstag habe ich im Berggasthof gefrühstückt, bin etwa um 10 Uhr aufgebrochen und bin dann praktisch bis 16.30 durchgewandert. Die einzigen «Pausen» waren die Trinkpausen (der Weg war mir zu uneben, um in Bewegung zu trinken), zahlreiche Foto-Stopps und einmal eine Pause zum Wasserfiltern. Um 16.30 habe ich dann im Restaurant eine Portion Pommes Frites gegessen und dabei eine halbe Stunde Pause gemacht. Das war alles. Dann ging es noch eindreiviertel Stunden weiter, bis ich am Ziel war. Klar, habe ich im Moment – nach dem langen Winter – recht viele Reserven. Nach ein paar Wochen Wandern am Stück sieht das dann anders aus: Da esse ich dann etwas mehr und vor allem auch regelmässiger. Dass ich so wenig gegessen habe wie am Samstag, ist eine absolute Ausnahme und hat mich selber erstaunt. Das hing sicher auch mit dem viel zu hoch gesteckten Ziel zusammen. Hätte ich mich mal gemütlich irgendwo hingesetzt, dann hätte ich sicher auch etwas gegessen (ein paar Datteln oder ein paar getrocknete Apfelringe). Oder ich hätte mir sogar etwas Couscous gekocht.
                      Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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