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Was mache ich falsch, wenn regelmäßig der Oberfaden kaputt geht?

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  • Was mache ich falsch, wenn regelmäßig der Oberfaden kaputt geht?

    Servus zusammen,

    jetzt bin ich endlich dazu gekommen, meinen Hexon 1.6 von Dutch via
    TreeGirl
    zu bearbeiten...
    Die Projektbeschreibung poste ich besser erst, wenn ich mich überzeugt habe, dass ich nicht nur teuren Müll produziert habe... Bin vielleicht etwas zu kreativ an die Sache heran gegangen. Fotos habe ich gemacht, bis ich angefangen habe zu fluchen...
    Derzeit verzweifle ich nämlich an meiner Nähmaschine. Sie näht für ca. 50 cm wirklich tadellos. Nur zwei Lagen Stoff Geradstich. Dann höre ich einen Knacks oder auch mal ein Krachen und der Doppelumlaufgreifer hat den Oberfaden teilweise zerrissen. Was folgt ist klar: Stop, Fuß hoch, Fäden abschneiden, Oberfaden soweit durch die Nadel ziehen, bis sicher unbeschädigtes Garn an der Nadel ist und neu ansetzen. Toll bei knapp vier Metern Länge.
    Das Garn ist ein Alterfil 50 von einem 5000m Konus und läuft über einen DIY Fadengalgen in die Maschine ein, meine Maschine ist eine Pfaff expression 2.0, als Nadel habe ich zuerst eine 80er microtex verwendet, bin aber aufgrund der Minimalempfehlung des Garnherstellers jetzt auf eine 110er Jeans (die fetteste, die ich auf die Schnelle bekommen habe) ausgewichen. Ändert nix.
    Geänderte Oberfadenspannung ändert auch nix. Unterfadenspannung hab ich bis jetzt nicht geändert, kann mir aber auch nicht vorstellen, was das ändern soll... Am Stoff ziehen tu ich auch nicht. Nadelposition habe ich nicht probiert, Stichlänge auch nicht. Scharfe Kanten habe ich keine gefunden.
    Was mir auffällt ist, dass der Faden sich nach dem Abschneiden verzwirbelt wie eine Kordel, obwohl er direkt nach dem Konus völlig entspannt ist. Er springt regelrecht von der Schere weg. Da muss also irgendwo ein massiver Drall eingebracht werden. Nur wo? Meine Vermutung ist, dass der Faden nachdem genug Drall aufgebaut worden ist bereits unter dem Stoff „kordelt“, die Greiferspitze durch den Faden sticht und zum Teil zerreißt.
    Als Quellen des Dralls sehe ich einmal den Doppelumlaufgreifer, der bei der Pfaff ja horizontal dreht, und andererseits die Unterseite der Spulenkapsel, über die der Faden bei jedem Stich gezogen wird. Vielleicht ist der Faden zu dick für den Spalt zwischen Doppelumlaufgreifer und Spulenkapsel? Besonders viele Flusen sind mir aber nicht aufgefallen. Der Faden ist auch nicht in die falsche Richtung gezwirnt, wie ich zuerst vermutet hatte...
    Mein Ansatz wird jetzt sein, den Faden auf einen 80er Alterfil zu wechseln, dickere mictrotex Nadeln zu bestellen und hoffen, dass eine Wunderheilung eintritt...
    Vielleicht hat jemand von Euch noch einen Tip?


    Soweit,
    dem Jim sein Mentor

  • #2
    Mit einem 50er Faden habe ich nur schwere Baumwollstoffe genäht (280 g/m2). Für Hexon 1.6 ist dieser Faden definitiv zu dick! Die 80er Nadel würde ich beibehalten, aber auf einen 80er Faden wechseln. Einen anderen Tipp habe ich aus der Ferne auch nicht parat. Viel Glück!
    https://crosshammock.com

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    • Bernd Odenwald
      Bernd Odenwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Das ist korrekt.
      80er oder 120er.
      80er Microtex Nadel.

  • #3
    Näht die Maschine mit einem anderen Faden gut? Auf Grund deiner Beschreibung würde ich zunächst darauf tippen, dass es vielleicht am Garn liegt, denn der Faden sollte sich nicht verdrehen. Das klingt für mich fast so, als ob er falsch von der Spule laufen würde. Vielleicht weiß Bernd Odenwald mehr. Wenn du mit einem anderen Garn keine Probleme hast, würde ich einfach ein anderes Garn verwenden.
    hammockfairy.com
    Hängematten & Zubehör

    Anfragen bitte direkt an treegirl@hammockfairy.com - nicht per PN. Danke!

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    • #4
      Der Faden bekommt seinen Drall von der Kone.

      Kone und diese Maschine passen so nicht zusammen.

      Einfach einen Konenhalter basteln, reicht halt nicht.
      Der Drall muss rausgenommen werden.
      Dafür bietet diese Maschine halt keine Vorrichtung.

      Alternativ umspulen auf eine normale Rolle. Das Drallproblem wäre dann behoben, da das Garn dann von der Seite abgewickelt wird, und die Rolle sich dreht.
      Eine Kone dreht sich ja nicht. Das Garn wird nach oben abgespult.

      Bleib bei der Microtex Nadel. Die Jeansnadel reisst nur unnötig Löcher in den teuren Stoff. Da es ja eh keine Veränderung bringt...

      Woher kommt die Empfehlung was das Garn betrifft?
      Warum kein Gütermann Mara oder Tera?

      Ich nähe mit Gütermann Garnen, 4k Konen, viele Meter ohne dass sich was kräuselt.

      www.gürtel-extreme.de
      Ticket to the Moon Hängematten, Casström SE Messer und Jagdzubehör, Gürtel in Handarbeit
      Kontakt nach DSGVO: klick hier

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      • #5
        Vielen Dank für die schnellen Antworten!

        Zum ausprobieren komme ich leider erst morgen. Beruhigend, dass ihr meine Nadelwahl nicht rundheraus als idiotisch gebrandmarkt habt...
        Ist denn der 80er Faden stark genug, um auch den Tunnelzug zu nähen? Bis jetzt habe ich mich nur an den relativ unbelasteten Längskanten geärgert, aber da machen die vielen Unterbrechungen des Fadens ja nix. Beim Tunnelzug wäre es echt ärgerlich.
        Bernd Odenwald Die Nadelempfehlung kommt vom Hersteller des Garns (Alterfil beziehungsweise aus seinem online Shop).
        Ach so, der Drall kommt sehr wahrscheinlich nicht von der Kone, da der Faden vollkommen ohne Drall aus der Fadenbremse kommt, wenn ich ihn durchziehe. Zuerst hatte ich ja vermutet, dass der Faden falsch herum gezwirnt ist, was ich aber mittlerweile aber ausschießen kann.
        Der 50er Faden muss dann wohl auf die passende Maschine warten. Eine professionelle Zickzack mit Obertransport habe ich erst kürzlich gesehen... teuer, aber gar nicht soo... wenn nur der Platz dafür vorhanden wäre...

        soweit,
        dem Jim sein Mentor

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        • #6
          Zitat von Jimknopf Beitrag anzeigen
          Ist denn der 80er Faden stark genug, um auch den Tunnelzug zu nähen?
          Ich habe bisher alle Tunnelzüge mit gewöhnlichem Allesnäher genäht. Bei den ersten Hängematten habe ich dafür drei Nähte (2.5mm Stichlänge) gemacht, inzwischen bin ich dazu übergegangen, vier Nähte zu setzen (Abstand der Nähte ca. 3-5mm). Bisher haben vier wie auch drei Nähte bei meinen gut 80kg gut gehalten. Ein etwas stärkerer Faden ist aber sicher keine schlechte Wahl, aber übertreiben muss man auch nicht. Der Faden sollte zum verwendeten Stoff passen (siehe oben).
          Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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          • #7
            Waldläufer70 Hallo! Vielen Dank für auch für diese Information. Weil bisher dachte ich „viel hilft viel...“ und der Gütermann Mara 70, den hier viele verwenden, spielt meines Wissens in der gleichen Liga, wie der Alterfil 50.
            Heute Abend probiere ich es aus. Hoffentlich kann ich Erfolg berichten.

            Soweit
            dem jim sein Mentor

            Kommentar


            • #8
              Zitat von Jimknopf Beitrag anzeigen
              Ach so, der Drall kommt sehr wahrscheinlich nicht von der Kone, da der Faden vollkommen ohne Drall aus der Fadenbremse kommt, wenn ich ihn durchziehe.
              Nur um sicher zu gehen, dass du das mit dem Drall aufgrund des Konus ausschliessen kannst. Kannst du - nachdem richtig eingefädelt - beliebig viel Oberfaden herausziehen, ohne dass der Drall zunimmt? Wenn zu Beginn kein übermässiger Drall vorhanden ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sich nicht mit der Zeit (50cm und mehr) einer aufbaut.
              Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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              • #9
                Durchziehen geht schnell. Habe mal 3m durch die Nadel und unter dem Fuß durch gezogen, um die Nadel nicht auf Biegung zu beanspruchen... total drallfrei, wie ich bereits vermutet hatte. Aber sicher ist sicher. Bevor ich wieder längere Strecken nähen kann, muss ich erst messen, anzeichnen, mit dem Lötkolben ausschneiden und bügeln... das kann noch etwas dauern.
                Bis bald!

                dem Jim sein Mentor

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                • #10
                  So: es funktioniert! 80er Faden mit 80er Microtex Nadel näht die Maschine einwandfrei. Auch der Drall ist weg. Bin ich froh! Habe sicher knapp 15m Naht ohne Probleme genäht.
                  Morgen geht es weiter.
                  Bernd Odenwald Angeregt durch ein Bild von Dir in einem anderen Thread, auf dem Du die Fadenführung deiner Industiemaschine gezeigt hast, habe ich meinen Fadengalgen gepimpt:
                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 6B110D87-5418-4184-96CD-F6863B639BC3.jpeg
Ansichten: 1
Größe: 133,5 KB
ID: 51333

                  Der Faden läuft jetzt in Schlangenlinien durch die Haken und wird hoffentlich entspannt. Auf jeden Fall hat er jetzt schon vor der eigentlichen Fadenbremse etwas Vorspannung.
                  Die Haken sind Vorhanghaken von einem Stahlseilsystem, das wir hier gerade nicht brauchen. Dazwischen sind Karosseriescheiben, da die Haken viel zu große Ösen für die dünne Gewindestange haben. Unten ist die Gewindestange mit Tesa umwickelt. Eine Lage Tesa sind 0,1mm. So konnte ich den Durchmesser genau an das Loch anpassen, in dem der Fadengalgen steckt. Zuerst habe ich mehr aufgewickelt und dann Lage für Lage abgezogen, bis es genau gepasst hat.

                  Einen schönen Abend noch!

                  Dem Jim sein Mentor

                  Kommentar


                  • Bernd Odenwald
                    Bernd Odenwald kommentierte
                    Kommentar bearbeiten
                    Sehr gut!
                    Das Bild hatte ich auch vor Augen, fand es aber nicht mehr.

                • #11
                  Hallo zusammen,

                  jetzt schreibe ich in dem Faden nochmal, weil mir nach -zig Metern aufgefallen ist, dass die Nadelposition wohl doch einen Einfluss auf die Nähte hat.
                  Dazu muss ich etwas ausholen: Den Einschlag-Umschlag entlang der Längskanten beider Lagen meiner DL HM habe ich warum auch immer doppelt abgesteppt. Dabei habe ich also jeweils knapp 16m (4x4m Kantenlänge) mit der Nadel in der seitlichsten Position und 16m mit der Nadel in der mittigen Position genäht. In der seitlichen Position ist mir auch der 80 Faden noch ein paar mal gerissen. In der mittigen Position nie! Und auch bei den weiteren 26m mit mittiger Nadelposition ist der Faden nie gerissen.
                  Meiner Meinung nach wird diese These dadurch gestützt, dass Pfaff für meine Maschine eine Geradstichplatte verkauft, die anstatt des Zickzack Schlitzes nur ein exakt zentrales Loch aufweist. Wird wohl einen guten Grund haben.
                  Das wollte ich nur noch ergänzen. Vielleicht hilft es jemandem bei einem ähnlichen Problem.

                  Soweit
                  dem jim sein Mentor
                  Zuletzt geändert von Jimknopf; 04.11.2018, 21:18.

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