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Continuous Loops

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    Zum Thema «Continuous Loops» (Endlosschleife) scheint es hier noch keinen Faden zu geben. Allzu viel gibt es dazu auch nicht zu sagen. Dachte ich bis vor kurzem.

    Ein Continuous Loop ist eine geschlossene Schlaufe, die häufig für die Aufhängung der Hängematte (Schlaufen an den Hängematten-Enden) verwendet wird.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: continuous-loops-600x337.jpg Ansichten: 1 Größe: 62,7 KB ID: 50410 Quelle: DreamHammocks.com

    Sie lassen sich grundsätzlich auf zwei Arten im Tunnelzug der Hängematte befestigen:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: continuous-loop-examples1.jpg?ssl=1.jpg Ansichten: 1 Größe: 150,9 KB ID: 50411 Quelle: Theultimatehang.com

    Natürlich kann man auch eine «gewhippte» Hängematte mit einem Continuous Loop aufhängen und ist dann nicht auf einen Zugtunnel angewiesen:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: loop-ridge-line.jpg Ansichten: 1 Größe: 186,1 KB ID: 50412Quelle: Theultimatehang.com

    Bis vor kurzem kannte ich nur die in Video 1 gezeigte Bauweise (siehe unten), die ich immer für nicht 100% sicher hielt, weil die beiden Spleisse - abgesehen von je einem Durchstich - nur gesteckt sind. Nun hat mich TreeGirl kürzlich aber darauf hingewiesen, dass es auch bei einem Continuous Loop möglich ist, einen «Locked Brummel» einzubauen: eine Führung der Durchstiche, die eine Verbindung bildet, die sich nicht ohne weiteres lösen kann.

    Wie es der Zufall will, bin ich vorgestern auf ein Video von «Triple Nickel Outdoors» gestossen, in dem er die beiden Verfahren vergleicht. Im Video weist er auch darauf hin, dass die drei mir bekanntesten Hängematten-Hersteller in den USA (Warbonnet Outdoors, DreamHammock und DutchWare) ebenfalls das Verfahren mit dem «Locked Brummel Splice» anwenden. (siehe Video 2)

    Ich habe das Verfahren mit dem «Locked Brummel Splice» gestern anlässlich eines Hängematten-Workshops mit den Teilnehmern gleich ausprobiert. Ich habe dabei die folgenden Masse verwendet, die einen knapp 16cm langen Continuous Loop (mit ca. 10cm Durchmesser) ergeben:
    • 62cm AmSteel 7/64"
    • von beiden Seiten her 12cm markieren
    • von den 12cm an beiden Enden 2cm ausdünnen (vier der acht Faserbündel entfernen)

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC08334.jpg Ansichten: 1 Größe: 744,0 KB ID: 50413Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC08335.jpg Ansichten: 1 Größe: 673,4 KB ID: 50414

    Video 3 zeigt die Herstellung eines Continuous Loop mit «Locked Brummel Splice».

    Video 1: Einfache Ausführung (Tac Blades)



    Video 2: Vergleich der beiden Methoden (Triple Nickel Outdoors)



    Video 3: Ausführung mit «Locked Brummel Splice» (Triple Nickel Outdoors)

    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 17.09.2018, 16:15.
    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

  • #2
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: image_6374.jpg
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Größe: 104,3 KB
ID: 50417
    © Waldläufer70

    Das Schema zeigt die beiden Verfahren:
    • A) Direkter Spleiss: Das grüne Ende wird durch den Durchstich im roten Seil gezogen. Die entsprechende Markierung im grünen Seil wird jedoch nicht durchs rote Seil gezogen. Das rote Ende wird nun durch den Durchstich im grünen Seil gezogen. Der überlappende Bereich wird so stark wie möglich zusammengezogen (in entgegengesetzter Richtung an den beiden losen Enden ziehen), dann werden die beiden Seilenden in direkter Richtung eingespleisst (Pfeile).
    • B) Methode mit Locked-Brummel-Spleiss: Das grüne Ende wird durch den Durchstich im roten Seil gezogen. Die entsprechende Markierung im grünen Seil wird ebenfalls durch den Durchstich im roten Seil gezogen. Das rote Ende wird nun – um 180° gewendet – durch den Durchstich im grünen Seil gezogen. Der überlappende Bereich wird so stark wie möglich zusammengezogen (am roten Ende und am grünen Teil des entstehenden Loops ziehen), dann werden die beiden Seilenden in umgekehrter Richtung eingespleisst (Pfeile). Es hat eine Wendung um 180° stattgefunden.
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 19.09.2018, 15:33. Grund: Zur Verdeutlichung wurde eine knappe Erklärung für die beiden Verfahren eingefügt
    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

    Kommentar


    • Friedolino
      Friedolino kommentierte
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      Ist B nicht einfach ein DogBone bei dem die beiden Schlaufen einander umschlingen?

    • Waldläufer70
      Waldläufer70 kommentierte
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      Nein. Ein Dogbone hat zwei separate Schlaufen mit zwei separaten Brummel-Locks. Hier haben wir nur einen Brummel-Lock, der den Richtungswechsel um 180° verursacht.

    • Waldläufer70
      Waldläufer70 kommentierte
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      Ein Dogbone mit Eye-to-Eye-Spleiss wäre übrigens auch gar nicht möglich. Dazu müsste man das lange Ende durch den Brummel-Lock ziehen können, was spätestens bei der zweiten Schlaufe ein Ding der Unmöglichkeit würde, weil dann das lange Ende bereits gebunden ist.

  • #3
    Zitat von Friedolino Beitrag anzeigen
    Bei B ist ja eine krasse Biegung um 180° im Seil. Da würde ich ja eine Variante C ergänzen mit Brummel-Lock und Spleiß wie bei A.
    Probier's mal aus. Ich glaube fast, dann hättest du zwei "krasse Biegungen" um 180°. Ich dachte lange, dass ein «Brummel Lock Splice» bei Continuous Loops gar nicht möglich ist, weil ich schnell einmal festgestellt habe, dass man dann die losen Enden nicht "geradeaus" einspleissen kann. Wenn du einen «Brummel Lock» machst, dann ist die Biegung um 180° bereits so gut wie gegeben. Aber vielleicht findest du ja eine elegante Lösung für das Problem.

    Ein Nachteil der «Brummel-Lock-Methode» ist auch, dass es dann einen kleinen Knubbel gibt, dort wo die 180°-Wendung passiert. Das ist unschön, aber scheint insgesamt dennoch weniger problematisch zu sein als ein Continuous Loop mit zwei Durchstichen und je einem Spleiss in direkter Richtung. Sonst würden wohl nicht die grossen Drei der US-amerikanischen Hängemattenszene (Warbonnet Outdoors, DreamHammock und DutchWare) einen solchen Spleiss mit 180°-Wendung und daraus resultierendem Knubbel anwenden.
    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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    • #4
      Als dritte, wenn auch keine reine Spleißlösung, wäre noch folgende Variante möglich: Spleißen wie unter A gezeigt und dann den Spleiß vernähen. Damit umginge man den Knubbel und hätte dennoch eine gegenüber Variante A erhöhte Belastbarkeit. Ob man den zusätzlichen Aufwand betreiben will, ist wohl Geschmackssache.
      Anleitung: Wie binde ich Bilder in einen Beitrag ein? || Erweiterte Suche

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      • Furbrain
        Furbrain kommentierte
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        Das habe bei meinen Loops so gemacht. Funktional und bisher hält es. Benutze sie als Aufhängung an einer meiner Hängematten.

    • #5
      Weil mir Variante A eigentlich am besten gefällt, habe ich die Spleiße sehr lang gemacht. Der Gedanke dahinter war, dass es fast unmöglich ist die Enden aus Versehen heraus zu ziehen, wenn sie Teil vom Ankerstich sind. Ob das richtig ist, weiss ich nicht. Ich hatte so oder so nie Probleme mit dieser Variante.
      hammockfairy.com
      Hängematten & Zubehör

      Anfragen bitte direkt an treegirl@hammockfairy.com - nicht per PN. Danke!

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      • #6
        Ich vermute, man könnte die beiden Spleisse auch einfach mit einem kräftigen Faden in unauffälliger Farbe davor schützen, aus Versehen herausgezogen zu werden. Das habe ich bei meinen ersten Continuous Loops gemacht.

        Ich habe zwischen der Mitte der Spleisse und dem ausgedünnten Ende jeweils einen starken Faden durchgezogen und bin auf einem anderen Weg wieder auf die Ausgangsseite zurückgekehrt. Dort habe ich den Faden verknotet. Die Fadenenden könnte man dann noch im Continuous Loop verschwinden lassen. Dieses Vorgehen macht den Continuous Loop nicht stärker, aber verhindert, dass der Spleiss sich über die Zeit ungewollt immer mehr löst. Ich glaube, ich habe die Spleisse damals auch etwas länger als gefordert gemacht, kenne die genauen Masse aber nicht mehr.

        Ist mir aber fast zu umständlich. Da finde ich Variante B mit dem «Brummel Lock Splice» einfacher.
        Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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        • #7
          Mit diesen Loops habe ich folgende zwei Erfahrungen gemacht:
          a)
          Belastet man Dyneema Spleiße/Loops mit einer Spleißlänge von ca. 100 Leinendurchmessern zyklisch mit hoher Last (ca. 30 bis 90% Bruchlast) arbeitet sich der Spleiß ganz langsam auseinander bis er ganz aufgeht. Dazu braucht es mehr als (geschätzte) 100 Lastzyklen. Dies ist mir mehrfach mit einer "billigen", weniger eng geflochtenen Leine passiert. Ob das mit Amsteel auch passiert kann ich nicht sagen (nicht getestet). Vermutlich hält Amsteel besser weil es eine gröbere/engere Flecht-Struktur hat. Der Effekt ist auch logisch nachvollziehbar weil unter Last sich der Mantel am Übergang stärker dehnt als der Kern. Beim entlasten zieht sich der Mantel wieder zusammen schiebt den Kern teilweise zurück... Den Spleiß zu vernähen mit einem Faden ist eine gute Lösung, aber Achtung:

          b) Für Spleiße die aus einer Nylon Flechtschnur hergestellt werden ist das Vernähen mit einem wenig dehnbaren (z.B. PES) Faden ist keine Lösung. Bei extrem hoher Last dehnt sich das Nylon stärker als der PES Faden und die Naht reißt auf. Da sollte der Faden dann auch aus Nylon sein.


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          • #8
            Danke, Biker61, für deine Hinweise:

            a) habe ich vermutet, aber habe es nie näher beobachtet. Rein intuitiv aus der Vermutung heraus hielt ich solche Continuous Loops für unsicher und bin dazu übergegangen, Dogbones zu verwenden. Deshalb auch meine Bemühungen, diese so kurz wie möglich zu halten (minimaler Spleiss, Überlappung der ausgedünnten Spleissenden). - Jetzt, wo ich die Variante mit dem Brummel-Lock auch für Continuous Loops kenne, kommen diese für mich wieder in Frage.

            b) ist für mich auch logisch nachvollziehbar. Mit einem starken Polyestergarn zum Vernähen von Dyneema sollten sich keine Probleme ergeben. Aber wenn man auch einen Continuous Loop mit Brummel-Lock machen kann, finde ich die Methode mit dem Vernähen umständlicher (abgesehen vom optisch schöneren Resultat). - Der Knubbel beim Brummel-Lock dürfte bei der Verwendung mit Hängematten keine Probleme machen.
            Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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