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Darf ich vorstellen: Der „Hysooqui“ - ein Hybrid aus Sookie und Underquilt

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  • Darf ich vorstellen: Der „Hysooqui“ - ein Hybrid aus Sookie und Underquilt

    Okay, der Name meines ersten DIY-UQ klingt wie die Bezeichnung eines koreanischen Kleinwagens, ich bin trotzdem stolz drauf

    Zwei Tage habe ich in die Bastelei investiert, viele Nähte mussten wieder aufgetrennt werden und in Notsituationen wurden aus einer langen Naht auch mal mehrere kürzere. Nahaufnahmen der Nähte gibt es nicht, reiner Selbstschutz und eine Frage der Würde. Für alle Interessierten folgen meine Erfahrungen zur weiteren Diskussion oder zum Weiterverwerten.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: y.JPG Ansichten: 1 Größe: 65,6 KB ID: 38873




    Die Vorgaben:
    • Aus einer nicht mehr genutzten Hängematte (mein alter DIY-Erstling: 280cm x 148cm) sollte ein Sooki als UQ genäht werden.
    • Ich wollte möglichst viel ungenutztes Material aus eigenem Bestand benutzen, um die Kosten gering zu halten. Lediglich das Climashield Apex musste ich bei ExTex bestellen.


    Die Zutaten:

    350g DIY-Hängematte (280cm x 148cm - 3m Ripstop-Nylon, Hammock-Nylon, 70den, 66g/qm, imprägniert, oliv); 18 €
    210g Therm-a-Rest Hammock Warmer (115cm x 185cm; addiert ca. 5°C an Wärme); 49 €
    300g Climashield Apex Endlosfaser Isolation (200cm x 150cm, 133g/qm bzw. 4oz/sqyd, bis +5°C); 26 €

    plus:

    2x 1m Shockcord (4mm Durchmesser)
    2x 3,5m Shockcord (2,5mm Durchmesser)
    2 Z-Biner
    2 Micro-Karabiner
    2 Mini-Tankas
    eine alte Schlafsackhülle (20cm x 40cm)
    Gütermann 80er Polyestergarn

    Gesamtgewicht am Ende: 975g (inkl. Beutel 1015g)

    Materialkosten: ca. 100 € (Endverbraucherpreise)

    Weitere Fotos am Ende des Beitrags


    Die Hybrid-Idee:

    Die Gesamtlänge von 280cm nutzen und dabei eine fest angenähte Isolationsschicht wie beim Warbonnet Wooki einbetten. Die Längen-Differenz der alten HM an den Enden zu meinen über 300cm langen aktuellen Hängematten durch jeweils 27,5cm 4mm-Shockcord verlängern und ausgleichen. Dafür habe ich durch die ehemaligen Whipping-Tunnel an den Enden der alten DIY-HM jeweils 1 Meter Shockcord gezogen. Die Shockcord-Enden werden mittels Marlspiekerschlag an die Z-Biner geknotet und die ganze Konstruktion wiederum an den Whoopies der aktuellen Hängematte am Kopf- und Fußende eingehängt. Durch das Verändern der Shockcord-Länge an Kopf- und Fußende soll dann ggf. die Position der Isolation später an die Länge der unterschiedlichen Hängematten und die Liegeposition angepasst werden können.

    Der UQ soll für verschiedene Hängematten genutzt werden können. Einerseits bei meiner 335cm langen WBBB XLC (Liegerichtung: Kopf links, Füße rechts) als auch bei 330cm langen DIY-Hängematte (Liegerichtung hier: Kopf rechts, Füße links). Außerdem ist meine bevorzugte Liegeposition die Balerina. Aus diesen Gründen sollte das Isolationsmaterial nicht diagonal auf eine bestimmte Liegeposition optimiert genäht werden, sondern wurde klassisch als Rechteck geplant und auch nicht im „Sanduhr-Design“ um z.B. mehr Volumen und Gewicht zu sparen.

    Die Isolation sollte in der Länge und Position unter der Hängematte am Warbonnet Wooki orientiert sein (etwa 50 cm vom Kopfende beginnend, 200cm Isolationsschicht und unten 85cm bis Fußende - Danke an Dios Mios, Mittagsfrost und TreeGirl, die ihre Wookis für mich vermessen und meine individuellen Abmessungen damit ergänzt haben!)


    Der ursprüngliche Plan (ein Hinweis und eine Fehlkonstruktion):

    Die Längsseiten der 148cm breiten Hängematte sollten jeweils 10cm nach innen einschlagen und eine 128cm breite Climashield-Isolation damit längs vernäht werden. Dabei entstünde praktischerweise jeweils ein Tunnelzug im Hängemattenstoff an beiden Seiten, der mit Shockcord genutzt werden könnte, um den UQ ggf. seitlich näher an die Hängematte zu bekommen. An Kopf und Fußende wollte ich den UQ offen lassen, um bei Bedarf eine weitere Schicht Apex leicht ein- oder ausbringen zu können. Da die Isolation zwischen der Hängematte und dem UQ liegt, müsste sie nicht von oben geschützt werden - ein Gedanke, der sich als GROSSER PLANUNGSFEHLER herausstellte!

    Für alle, die noch nicht damit gearbeitet haben (wie ich): Climashield Apex fühlt sich an wie eine Mischung aus Glasfaserwolle und Zuckerwatte. Es bleibt bereits an geringfügig eingerissenen Fingernägeln und rauen Nagelbetträndern hängen. Die einzelnen Isolationslagen werden in der Produktion gegeneinander verschoben übereinander gelegt und lassen sich mit nur wenig Mühe wieder voneinander zupfen. Nachdem ich es mir anschauen konnte, bin ich der Meinung, dass nicht mit Stoff umnähtes Apex stark schmutzanfällig ist, falls es mal auf den Erdboden oder ins Laub fällt und es droht die Gefahr des Zerreissens, wenn man am Gebüsch/Ästen hängen bleibt. Somit ist eine beidseitige Ummantelung des Materials mit Ripstop o.ä. für eine längere Haltbarkeit zwingend nötig!

    Ich hatte aber nicht mehr genügend Ripstop-Material für eine zweite Außenschicht, um die Isolation auch von der anderen Seite einzukammern, daher bedurfte es einer Planänderung.


    Ein neues Konzept musste her:

    Nach kurzen Überlegungen habe ich mich dafür entschieden, meinen ohnehin fast nie alleine genutzten Therm-a-Rest Hammock Warmer (Underquilt Protector [UQP]) als zweite Außenhaut für die Isolationsschicht zu verwenden, um das Apex zu schützen. Nachdem ich das Apex auf den Hammock Warmer genäht hätte, wollte ich diesen dann direkt unter die alte UQ-Hängematte aufbringen. Die Überlegung dabei: Der UQP hätte nicht nur den Vorteil den Hysooqui gegen Wind, Dreck und Spritzwasser von unten zu schützen, sondern könnte gleichzeitig noch die Isolationswerte in Kombination mit dem Climashield Apex aufgrund seiner wärmereflektierenden Innenseite erhöhen (laut Hersteller um etwa +5°C).

    Das Problem dabei: Die ursprünglich geplanten Maße konnten aufgrund des Formats des T-a-R Hammock Warmer nicht mehr eingehalten werden (trotz aufgetrennter Gummizüge waren die Maße des Hammock Warmers lediglich 185cm x 115cm). Das war aber okay, da ich knapp unter 180cm groß bin und in der diagonalen Körperlage nicht über die Isolationsränder „hinausliegen“ würde. Die Breite von 115cm wäre immer noch doppelt so breit wie eine Standard-Isomatte. Desweiteren besteht der Hammock Warmer aus einer Folie und nicht aus gewebten Stoff, d.h. die beim Nähen entstehenden Löcher im Material durch die Nadel bleiben bestehen, auch wenn man eine Naht wieder auftrennen muss.

    Die damit überflüssige Länge der gelieferten 220cm Apex habe ich am Kopfende dann doppelt gelegt und angenäht, da ich an den Schultern am meisten friere. So musste zwar die Breite auf 115cm gestutzt werden, die Länge des Füllmaterials aber nicht auf 185cm Länge gekürzt. Macht eine Doppellage an Kopf und Schultern von etwa 30cm.

    Die Nähte an den seitlichen Rändern habe ich so gesetzt, dass ich die bereits von Haus aus existierenden Seitentunnelzüge des Hammock Warmers ggf. weiterhin nutzen kann, um die Isolation näher an die Hängematte zu bringen, wenn nötig.

    Am Fußende habe ich in der Mitte einen ca. 40cm breiten Klettstreifen eingenäht, um ggf. später noch eine weitere Lage Apex für eine höhere Isolationsleistung im Rumpf nachlegen zu können. Ebenso habe ich jeweils zwei ca. 20cm breite Öffnungen an den Längsseiten gelassen, um späteres Isolationsmaterial besser positionieren und fixieren zu können. Um nicht die Wärme durch die offenen Seitenstellen zu verlieren, habe ich letztendlich jeweils 3,5 Meter von 2,5mm-Shockcord durch die ursprünglichen Tunnelzüge des Hammock Warmers gezogen, durch zwei Tankas geschlauft und diese - wie die 4mm-Shockcord-Enden aus den Whipping Channels - an den Z-Binern befestigt. So kann ich ihre Länge variieren und links und rechts straffen oder auch entspannen. Ich habe die beiden dünnen Gummizüge beim Liegen nicht bemerkt. Ich vermute, ich könnte sie auch weglassen und es würde keine Wärme entfleuchen. Das bleibt aber noch zu testen.


    Erste Erfahrungen mit dem Hysooqui im Feld:
    • es wird schnell spürbar wärmer um mich herum („Hurra, er funktioniert!“)
    • der Hysooqui bleibt unter der Hängematte gut in Position
    • die Gummizüge durch die Whipping-Channels der alten DIY-HM scheinen recht gut an meinen Hängematten anzuliegen und abzudichten. Um das möglichst gut zu gewährleisten, habe ich die 4mm-Gummizüge mittels jeweils eines Mini-Karabiner oberhalb der Hängematte am Kopf- und Fußende noch einmal gerafft (siehe Fotos im Anhang)
    • seitlicher Wind an Schultern und Waden wird spürbar reduziert
    • durch Abtasten überprüft: die Apex-Isolation wird nicht im Hammock Warmer plattgedrückt. Die 4mm-Shockcord-Enden an Kopf und Fuß sind beim Reinlegen flexibel genug, um mit dem Material eine wärmende Luftschicht zwischen UQ und HM aufzubauen. Man spürt den Hysooqui trotzdem leicht unterm Rumpf, er liegt also sanft an.
    • das Zurückstopfen in den Transportsack gestaltet sich auch mit den seitlichen Öffnungen in der Isolation unproblematisch. Kein Bodenkontakt beim Reinstopfen und das Apex scheint auch trotz offener Stellen an den Rändern genügend geschützt.
    • ggf. werde ich noch einmal 100cm x 150cm Climashield unterm Rumpf ergänzen, um die Wärmeleistung für kältere Temperaturen zu erhöhen.
    • eine Grenzwertprüfung für die aktuelle Isolation steht leider noch aus. Eventuell besteht für mich die Chance den Hysooqui Ende Oktober bei einer Übernachtung noch einmal in Aktion zu testen. Bisher waren es immer noch 14 Grad Celsius und es war tagsüber, da war alles sehr angenehm. Das 133g/qm Apex soll ja bis +5°C Grenztemperatur funzen … mal sehen.



    FAZIT:

    Der Hysooqui ist doppelt so schwer, im verpackten Zustand doppelt so groß, aber nur halb so teuer (wenn alles neu gekauft werden müsste) wie ein Daunenquilt mit vergleichbaren Maßen und ähnlichen Wärmewerten (vgl. Cumulus, UK Hammocks, Hammock Gear Incubator).

    Die Schlafsackhülle ließe sich bei Bedarf um ca. 40% in der Länge kompressieren, da ist noch eine Menge Luft drin. Wenn man etwas höherwertigeres Ripstop-Material kaufen würde, wäre das Packvolumen und Gewicht wohl nochmals wesentlich zu verringern. Die 66g/qm meiner alten Erstlingsmatte sind ja nicht unbedingt state-of-the-art.

    Für alle, die in Erwägung ziehen, sich einen UQ selber nähen zu wollen, am Ende meines Berichtes ein Zitat aus der „Kickass Quilts“-Anleitung von Patrick McKenna, das ich so voll unterschreiben kann:

    If you're here just to save money though, I honestly don't think it's worth it. […] unless you already have materials, I think you'll find that the amount you save by making one from scratch isn't worth the time and effort. This section is more for making your own [UQ] for the pure satisfaction of it or as a starting point for a more personal custom project.

    Ich fand die Möglichkeit, aus meiner alten Hängematte einen sehr flexiblen UQ zu bauen, der klassische UQ-Elemente und Wooki/Sooki-Elemente in sich vereint, spannend. Ob ich eine zweite Version aus höherwertigerem Material bauen werde, weiß ich noch nicht. Ich werde erst einmal die Grenzen meines aktuellen Hysooquis ausloten wollen. Unabhängig davon weiß ich Daunen, kleines Packvolumen und professionelle Nähte auch zu schätzen und unterstütze mit meinem Geld gerne fähige Leute, die mit solcher Arbeit ihren Lebensunterhalt erwirtschaften wollen, wenn das Produkt stimmt.

    Hat schon jemand anderes von euch einmal mit einem Hybrid aus den beiden Arten von Unterisolation experimentiert? Im Forum hatte ich bei meiner Recherche noch nichts gefunden (was ja nicht bedeutet, dass es noch keiner probiert hat).
    Nachtrag: Habe gerade einen Beitrag von Mittagsfrost im Forum gefunden. Du hast ja einen sehr ähnlichen Weg mit deinem Hammooki beschritten
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Furbrain; 11.10.2017, 15:08.
    Innere Betrachtungen anzustellen ist viel interessanter als Fernsehen, und es ist eine Schande, daß nicht mehr Menschen darauf umschalten. (Robert M. Pirsig: "Zen und die Kunst ein Motorrad zu Warten")

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  • #2
    Sehr schön geworden! Ich bin gespannt, bis zu welcher Temperatur Du nun ohne zusätzliche Isolierung damit auskommst.

    Ich gebe Dir (und Patrick McKenna) vollkommen recht. Geld spart man mit den Basteleien nur sehr selten. Aber man lernt unheimlich viel und kann nun die Genialität so mancher kommerzieller Ausrüstungsgegenstände viel besser beurteilen. Ja, und Spaß macht die Bastelei außerdem.

    Und nun, Leute, nachbasteln!
    Anleitung: Wie binde ich Bilder in einen Beitrag ein? || Erweiterte Suche

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    • #3
      Gefällt mir sehr gut

      Deine Beschreibung vom Apex ist für mich sehr hilfreich, habe auch vor was mit Apex zu basteln und kenne es noch nicht. Danke!!!
      Isch habe gar kein Zelt

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      • #4
        Gestern war ich tagsüber in Brandenburg unterwegs und habe zwei mal jeweils eine Stunde bei +6° C mit meiner DIY-Singlelayer plus Hysooqui und Daunenschlafsack als Top-Quilt abgehangen. Das Daunenoberteil war richtig kuschelig und der Hysooqui hat bei 6° C seinen Job soweit auch gut gemacht, wenngleich der Fluff der Daune von oben einfach besser gewärmt hat im direkten Vergleich. Gefröstelt habe ich auf jeden Fall nicht.

        Mal sehen, wie sich der Hysooqui sich verhält, wenn ich ihn mehrere Stunden bei Dunkelheit und runtergefahrenen Metabolismus benutze. Das wird aber wohl erst wieder im Frühjahr passieren. Die Wintertests, um an die Grenzwerte ranzukommen, werden wohl eher bei Tageslicht stattfinden. Alle weiteren Testergebnisse werde ich in diesem Kommentar sammeln, für all jene, die es interessiert.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_4883.jpg Ansichten: 1 Größe: 185,7 KB ID: 40565

        Zuletzt geändert von Furbrain; 12.11.2017, 14:45. Grund: Foto ergänzt
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        • #5
          Am 3. Dezember war ich wieder draußen und habe am frühen Nachmittag bei +1° C und Sonnenschein etwa eine Stunde mit meiner DIY-Singlelayer und dem Hysooqui abgehangen, oben drauf einen Daunenschlafsack als Decke. Nach 45 Minuten stellte sich ein leicht klammes Gefühl zwischen Beckenkamm und Steißbein ein, das einen angenehm warmen Overnighter zumindest "untenrum" infrage stellen könnte. Damit ist wohl die minimale Komforttemperatur meines DIY-UQ erreicht.

          Mein Fahrradtacho-Thermometer, das ich zwischen den beiden Layers Hängematte und Hysooqui positioniert hatte, zeigte +15° C an, was eine Differenz von ca. 14-15° C zur Außentempatur entspricht. Climashield Apex 133g/qm bzw. 4oz/sqyd wird mit einer Grenztemperatur von +5° C angepriesen, mein Therm-a-Rest Hammock Warmer, den ich als Außenschicht für das Dämmmaterial vernäht habe, soll laut Hersteller ca. 5° C an Wärme aufgrund seiner wärmereflektierenden Innenfolierung rausschinden.

          Da ich bei knapp über 0° C angefangen habe am Bürzel zu frösteln, könnten die von den Herstellern angegebenen Daten hinhauen: Der Hammock Warmer erhöht/reduziert die Grenztemperatur des Apex um etwa 4°, so dass bei mir bei +1° C Außentemperatur Schicht war, wo die Empfehlung von Climashield bereits um 4° C unterschritten war.
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          • #6
            Heute war ich mit meiner Singlelayer und dem Hysooqui draußen und habe anderthalb Stunden bei +5°C abgehangen. Wieder war ich von oben gut bedeckt mit meinem 3-Season-Daunenschlafsack. Allerdings hatte ich aufgrund der bisherigen Grenztemperatur-Erfahrungen die Entscheidung getroffen, nachträglich noch einmal 1x1,5m Climashield Apex 6oz/sqyd bzw. 200g/qm nachzufüttern.

            Damit will ich die lästige Underquilt-Isomatten-Kombination rauszögern, die mir zuviel Platz im Gepäck wegnimmt. Beim gemeinsamen Berliner Stammtisch-Overnighter im Dezember mit Omorotschka und Bodenschoner konnte ich in der Nacht eindeutig spüren, wo die schmale Isomatte links und rechts endete und nur noch die 133g/qm-Climashield-Isolation lag.

            Dadurch, dass ich auf jeder Seite des als Unterseite verarbeiteten Hammock Warmers jeweils zweimal 20 cm unvernäht gelassen hatte, konnte ich das nachträgliche Material relativ einfach durch den Klettverschluss am Fußende in die richtige Position bringen und mit ein paar groben Polyesterfadenstichen an das fest vernähte 133g/qm-Material heften.

            Somit liegt jetzt nach Liste folgende Isolationsleistung vor:

            1 Lage Climashield Apex 133g/4oz (R-Wert geschätzt 1,6); bis +5°C (entspr. 41°F)
            (0,024 CLO/(gr/qm) -- 0,82 CLO(oz/sqyd)

            + 1 Lage Climashield Apex 200g/6oz (R-Wert geschätzt 3,0); bis -5°C (entspr. 23°F)
            (0,024 CLO/(gr/qm) -- 0,82 CLO(oz/sqyd)

            die Summe entspricht ziemlich genau

            Climashield Apex 333g/10oz (R-Wert geschätzt 5,4); bis -20°C (entspr. -5°F; Angabe nach Ripstop by the Roll)

            (0,023 CLO/(gr/qm) —- 0.82 oz/sqyd)

            Da ich heute nicht mal +/- 0°C hatte, sondern nur +5°C, war ich weit entfernt von dem Erreichen des Endes der Komfortzone. Die Extremwertmessung kriege ich aber vielleicht in diesem Winter nochmal hin. Was ich aber messen konnte, war die Differenz zwischen der Außentemperatur und der Temperatur zwischen meiner Hängematte und des Underquilts - und diese war tatsächlich im Vergleich zur einfachen 133g/qm-Materialfüllung spürbar gestiegen.

            Wo am 3. Dezember bei +1°C mit 133g/qm-Füllung die Differenz zur Außentemperatur bei ca. 14°C lag, zeigte das gleiche Thermometer heute bei +5°C Außentemperatur und erweiterter Isolation kuschelige 24°C an, also eine Differenz von 19°C statt 14°C zur Außentemperatur(!). Somit kann ich sagen, dass die Climashield-Ergänzung auf jeden Fall funktioniert und mein Ziel, mehr Isolationsleistung damit zu erreichen, erreicht wurde. Der Hysooqui passt immer noch in den gleichen Packsack wie zuvor, allerdings lässt dieser sich kaum mehr komprimieren - was bei einfacher 133g/qm-Füllung noch gut möglich war.

            Ich bin gespannt, wie groß die Differenz zur Außentemperatur bei +/-0°C sein wird. Natürlich ist das Wärmeempfinden vollkommen subjektiv und unterschiedet sich von Mensch zu Mensch. Ich kann mir aber zurzeit nicht vorstellen, dass ich bei -20°C immer noch kuschlig warm in meiner Hängematte liege. Aber -6°C würde ich schon gerne hier in Deutschland nur mit meinem Hysooqui als Unterisolierung aushalten ohne zu frösteln.

            To be continued ...
            Zuletzt geändert von Furbrain; 09.01.2018, 22:01.
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            • #7
              Ein weiterer Messwert: Ich konnte heute eine Stunde am Vormittag bei +1°C und Sonnenschein mit der ergänzten Climashield-Isolation im Park in der DIY-SL-HM liegen, das Thermometer zwischen der Hängematte und dem Hysooqui zeigte 23°C. Damit läge die Differenz zur Außentemperatur bei 22°C. Ich habe nicht gefröstelt, dennoch fühlte es sich unterm Hintern etwas kühler an als an den anderen Körperstellen.

              Ich bin soweit zufrieden, stelle aber mittlerweile die Aussagekraft der erhobenen Differenzwerte in Frage. Letztlich sagen sie nur aus, wieviel Wärme mein Körper in der Lage war zu diesem Zeitpunkt abzugeben. Trotzdem könnte ich zu einem anderen Zeitpunkt unter den gleichen Bedingungen das Gefühl haben zu frieren. Denke aber dennoch, dass ich entspannt einem Overnighter bei +/- 0°C entgegen sehen kann. Trotzdem werde noch einmal bei -6°C ausprobieren wollen, wie es sich mit dem Hysooqui so hängt, bevor ich damit eine Nacht bei Minusgraden im Irgendwo verbringe.
              Innere Betrachtungen anzustellen ist viel interessanter als Fernsehen, und es ist eine Schande, daß nicht mehr Menschen darauf umschalten. (Robert M. Pirsig: "Zen und die Kunst ein Motorrad zu Warten")

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              • #8
                März-Update: Mit der in Beitrag #6 beschriebenen ergänzten Füllung habe ich vergangenes Wochenende zwei Nächte mit meiner Warbonnet Blackbird Lightweight Double XLC im Wald abgehangen, in voller Montur inkl. Jacke, Mütze und Wollsocken, oben drauf ein 3-Season-Daunentop und Thunderfly-Tarp.

                In der ersten Nacht hatten wir ca. 0°C, die am frühen Morgen aufgetretenen Fröstelpunkte an den Füßen und in der Nierengegend ließen sich durch Veränderungen der Liegeposition in den Griff kriegen.

                In der zweiten Nacht ging die Temperatur runter auf -4°C. Sicherheitshalber hatte ich noch eine kleine Wolldecke in die Zwischenebene meiner XLC gelegt und meine Trinkflasche aus Metall mit heißem Wasser gefüllt. Damit ging es, allerdings hatte ich trotz Wärmflasche und Wollsocken die ganze Nacht über kalte Füße. Insgesamt war der Körper aber anständig gewärmt und die Nacht ging ansonsten gut über die Bühne.

                Ich denke, dass ich für Temperaturen unter 0°C in der nächsten Saison den Erwerb eines Warbonnet Daunen-Wooki (Winter- oder Skandinavian-Ausführung) in Erwägung ziehen werde. Meinen DIY-Climashield-Hysooqui werde ich wohl weiterhin zwischen 15°C und 0°C einsetzen wollen. Für die sommerlichen Temparaturen der kommenden Saison liegt noch mein Therm-a-rest Slacker Snuggler zum Test bereit, der einfach durch sein kissenartiges Packmaß besticht. Mehr davon aber zu gegebener Zeit in einem eigenen Faden.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: P3240011.jpg Ansichten: 1 Größe: 153,8 KB ID: 45176

                Zuletzt geändert von Furbrain; 28.03.2018, 23:37. Grund: Foto ergänzt
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