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  • Permethrin

    Hallo zusammen,

    da ich gerade dabei bin, meine zweite eindeutig diagnostizierte Borreliose mit einer ordentlichen Menge Doxycyclin zu therapieren, habe ich mir vorgenommen, dass ich zukünftig noch mehr Sicherheitsmaßnahmen gegen Zeckenbisse treffen werde.
    Verhaltensanpassungen sowie chemische Insektenabwehr (DEET, Icaridin) habe ich in der Vergangenheit schon benutzt und ich werde diese ab sofort noch sorgfältiger einsetzen.
    Zusätzlich würde ich aber auch gerne meine Kleidung mit Permethrin imprägnieren.
    Kennt jemand eine Bezugsquelle für möglichst hochkonzentriertes Permethrin zum selbstverdünnen? Die einsatzbereiten Präparate (z.B. das hier) sind alle ziemlich teuer. Bei aliexpress gibt's schon einiges, aber Chemikalien würde ich nur ungern was aus China bestellen.

    LG, Roland

  • #2
    Pemethrin ist ja in dem Mittelchen von Merck gegen Blattläuse drin.

    Wie wäre es ddenn mit Prophylaxe mit Zistrosentee? Ich kenne einen sehr kranken
    Borreliosemenschen, dem das enorme Linderung gibt.

    Gruss
    Konrad

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    • #3
      In Deutschland wird für die Verwendung auf/in menschlicher Kleidung meines Wissens nur No-Bite verkauft, dass es auch als "Verdünner" gibt. Ich habe mehrfach überlegt, mir mal eine Flasche zu bestellen - aber die Meinungen im Internet zur Anwendung und Wirksamkeit sind gemischt. Ich hatte in den USA bei REI zwei Flaschen Permethrin von Sawyer gekauft und eine nach Packungsanweisung verwendet. Die Mücken hat es nicht im geringsten gestört. Zecken hatte ich auch ohne Permethrin keine, deshalb weiss ich nicht, ob es gewirkt hat. Ich war jedenfalls nicht überzeugt und habe die zweite Flasche zurück gegeben. Nach der Erfahrung würde ich es beim nächsten mal mit einem Mittel versuchen, das nicht aufgesprüht wird, sondern in das die Kleidung eingetaucht wird. In der Hoffnung, dass es besser hilft.

      Du könntest auch nochmal recherchieren, in welchen Mitteln Permethrin enthalten ist. Das wird bei Tieren häufig benutzt, und ist meist billiger. Allerdings zum Teil wohl auch stinkiger.

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      • #4
        Danke für die Tips.

        Den Zistrosentee werd ich mal kosten, wenn er mir schmeckt kann ich den ja wirklich prophylaktisch einsetzen. Schaden wird er ja wohl kaum.

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        • #5
          Ich frage mich, was lästiger bzw. schädlicher ist: Borreliose (evt.) zu bekommen oder (nur sicherheitshalber) ne Menge Chemie auf der Haut oder in den Kleidern zu haben.
          Ich habe mich bisher gegen Zeckenmittel entschieden, weil nur ein (relativ kleiner) Teil der Zecken infiziert ist und ich bisher in 54 Jahren nur 2 Zecken hatte (die zwar schon festsaßen, aber sich noch nicht vollgesogen hatten). Im anderen Fall hätte ich jetzt seit Jahren mehr oder weniger schädliche Mittel auf der Haut oder den Kleidern gehabt.
          Ich gehe ja gern barfuß und habe oft 3/4 lange Hosen an. Da schaue ich einfach regelmäßig (an Zeckentagen alle 300m), ob irgendwo gerade eine hochkrabbelt (man sieht sie auf der nackten Haut sehr gut) und schnippe sie dann weg. An entsprechenden Tagen sind das manchmal 10 kleine Viecher....

          Meine Mutter (81 J.), die immer massig Zecken hat, weil sie regelmäßig überall an Waldrändern Brombeeren und im Wald Heidelbeeren sammelt, hatte noch nie Borreliose oder FSME. Sie macht die Zecken raus und fertig.
          Ich würde es vorziehen in ganz großen Abständen mal ein Antibiotikum zu nehmen, falls ich doch mal Borreliose bekommen sollte, als vorbeugend die Chemie auf die Haut oder Kleidung tun.
          Zuletzt geändert von barfuß; 04.08.2017, 23:19.

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          • #6
            Wenn man in einem Gebiet wohnt, wo Zecken kein großes Problem sind, und wo die Chancen dass sie FSME und Borrelliose übertragen gering sind, würde ich evtl. auf die Chemiekeule verzichten. Für mich ist es aber keine Option. Bayern ist sowohl für FSME als auch Borrelliose Hochrisikogebiet. Ich habe im Jahr mindestens 3 Zeckenstiche und finde noch x Zecken bevor sie stechen können. Und ich bin selten im Wald unterwegs, und suche mich ständig ab. Ich hatte letztens eine Zecke, obwohl ich den ganzen Tag im Haus verbracht hatte. Weiss der Teufel woher die kam. Jedenfalls bin ich deshalb gegen FSME geimpft und würde mich auch gegen Borrelliose impfen lassen, wenn es so etwas gäbe. Borrelliose habe ich auch schon gehabt. Allerdings wurde die erst Jahre später entdeckt, als sie schon ausgeheilt war. Da hatte ich Glück im Unglück.

            Sich einsprühen ist lästig, aber weder über Deet noch Icaridin konnte ich Berichte zu einer nachgewiesenen, schädlichen Wirkung beim Menschen finden. Permethrin wird nur auf der Kleidung angewendet und ist für die meisten Säugetiere (Katzen sind eine Ausnahme) unschädlich, da es vom Organismus schnell abgebaut wird. Es wird ohnehin in der Tierhaltung verwendet und z.B. großzügig auf Schafe gesprüht. Dagegen übertragen Zecken und Mücken jede Menge unangenehmer Krankheiten, die sich nicht immer gut behandeln lassen. Es gibt Menschen, bei denen die Borrelliose nicht auf Antibiotika anspricht - und so oder so: schön ist eine Borrelliose nicht. Die USA trifft es noch härter; dort übertragen Zecken nicht nur FSME und Borrelliose, sondern auch noch jede Menge anderer Krankheiten. Wenn ich da abwäge: chemische Mittel die seit Jahrzehnten erprobt sind und keine offensichtlich schädliche Wirkung auf Menschen haben gegen die Chance schwer krank zu werden, dann ist die Entscheidung für mich klar.

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            • #7
              Diesen Artikel der Stiftung Warentest finde ich ganz informativ:

              https://www.test.de/Zecken-Wie-gefae...kurzurl.zecken

              (vorallem die Rubrik: "nur wenige Tiere infiziert")

              Im Mai Heft 2017 wurden Mittel gegen Zecken und Mücken getestet und da hat Anti Brumm Forte am besten abgeschnitten, was die Wirksamkeit angeht. Allerdings sind evt. Nebenwirkngen wie allergene Reaktionen und Augenreizungen möglich.
              Auf Mittel wie Permethrin bzw. Wirkstoffe auf Kleidern wird in den Artikeln nicht eingegangen, so dass ich diesbzgl. nichts gefunden habe.

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              • #8
                Danke für den Link. Das klingt genauso wie mein ehemaliger Hausarzt. Der wollte nicht mal gegen FSME impfen, und meinte dass Borreliose nur für Forstarbeiter ein Problem ist. Symptome wie Gelenkschmerzen hat er als Einbildung (= Hypochonder) abgetan. Als meine Mutter Jahre später immer schlimmere Schmerzen hatte, und keine Behandlung angeschlagen hat, hat sie ihn mehr oder weniger gezwungen einen Borreliosetest zu machen. Da stellte sich heraus, dass sie eine akute und mehrere alte Borreliosen hatte. Meine Mutter ist kein Outdoor-Typ und geht sehr selten in den Wald oder sogar in den Garten. Die Zecken die sie hatte, hat sie sich zum größten Teil in Städten geholt. Und keine hatte mehr als ein paar Stunden Zeit zu saugen.

                Nach diesem Ergebnis habe ich auch einen Borreliosetest verlangt. Bei mir kam heraus, dass ich eine ausgeheilte Borreliose hatte. Als Teenager hatte ich mal starke Knieschmerzen, die als Wachstumsschmerzen eingestuft wurden. Einen Hautausschlag hatte ich nie. Und ich hatte auch nie eine vollgesaugte Zecke. Die waren immer noch flach wenn ich sie gefunden habe. Der Rest meiner Familie hat sich nie testen lassen. Mich würde es nicht wundern, wenn alle mindestens eine Borreliose gehabt hätten. Nach diesen Erfahrungen bin ich der Meinung, dass die Ärzte nur die Spitze des Eisberges wahrnehmen. Tests werden ja nur bei eindeutigen oder sehr schlimmen Symptomen gemacht, wenn fast alles andere ausgeschlossen wurde. An die 5% Behauptung glaube ich nicht, denn dann müssten wir entweder besonders viel Pech oder besonders viele Zecken gehabt haben.

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                • #9
                  Das hört sich aber nach einem richtig schlechten Hausarzt an. Ist aber wohl eher die Regel als die Ausnahme.

                  Ist ein schwieriges Thema. Gerade bei Borreliose ist die Diagnostik oft nicht eindeutig, die Symptome sind vage und die Tests relativ unzuverlässig.

                  Ich werde in Zukunft versuchen, in erster Linie Bisse zu vermeiden, noch sorgfältiger als bisher. Das mit dem Permthrin werd ich mir noch ein bisschen überlegen, aber zu DEET oder Picaridin werde ich wohl weiterhin zurückgreifen, wenn die Zecken Hochsaison haben.

                  Vielen Dank für Eure Meinung!

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                  • #10
                    Ein Hinweis ganz am Rande:

                    Aus Schottland habe ich ein Fläschchen "smidge" mitgebracht, welches sehr gut gegen die kleinen Plagegeister, die Midges, wirken soll. Als Wirkstoff wird Saltidin angegeben.

                    Nun sehe ich gerade bei einer kleinen Recherche, dass für den gleichen Wirkstoff ganz unterschiedliche Namen in Umlauf sind: Autan, Picaridin, Saltidin, Bayrepel, Doctan, S-quito free (und vielleicht noch andere) sind alles Handelsnamen für den gleichen Wirkstoff: Icaridin.

                    Die Rechte für den Wirkstoff liegen bei der Lanxess AG. Picaridin wie auch Hepidanin wurden ursprünglich als Markennamen für den Wirkstoff vorgeschlagen, die WHO hat dann als Internationalen Freinamen die Bezeichnung Icaridin festgelegt.

                    Neben DEET soll Icaridin der wirksamste Stoff zur Vorbeugung von Insektenstichen sein. Im entsprechenden Wikipedia-Artikel zu Icaridin wird neben DEET und Icaridin auch noch Para-Menthan-3,8-Diol genannt. Auch dieses soll gegen Zecken wirksam sein.
                    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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                    • #11
                      Ja, Icaridin ist der Wirkstoff. Meinte ich. Autan halt. Oder Antibrumm forte, das hat DEET als Wirkstoff. Letzteres mag ich lieber, vom Geruch her. Icaridin ist halt etwas besser verträglich und greift Kunststoffe nicht an.
                      Zuletzt geändert von echinotrix; 07.08.2017, 08:14.

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                      • #12
                        Hallo,

                        bisher haben wir sehr gute Erfahrungen mit Kokosöl (Bio, nativ, kaltgepresst) gemacht. Keine Chemie, riecht gut und ist frei von Nebenwirkungen. Unserem Hund reibe ich vor dem Gassi gehen das Fell damit ein, den Rest verteile ich auf meinen Beinen und Armen. Kann natürlich nicht auf Kleidung angewendet werden und bietet keinen 100% Schutz, ist aber aufgrund der Unbedenklichkeit evtl. einen Versuch wert.

                        Grüße
                        Andreas

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                        • #13
                          Leider kenne ich einige Menschen durch meinen Beruf, welche durch chemische Stoffe echt krank geworden sind.
                          Ich bin da sehr vorsichtig geworden, was angeblich so harmlos ist. Besonders Medikamente und auch Schutzmittel
                          auf Pemethrinbasis.

                          Gruss
                          Konrad

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                          • #14
                            Ich glaube es ist ein Unterschied, ob man solchen Stoffen beruflich ausgesetzt ist, oder ob man sie gelegentlich in der Freizeit verwendet. Die Frage ist auch, wie man mit den Stoffen in Kontakt kommt. Wenn es getrocknet ist, ist Permethrin selbst für Katzen unschädlich. Beim Aufbringen muss man eben ähnlich vorsichtig sein, wie beim Arbeiten mit Lacken o.ä. Ich habe den Eindruck, dass viele Leute eine etwas verzerrte Sicht haben. Wenn mir beispielsweise ein Raucher erzählt, dass er wegen vermeintlicher Risiken lieber Kokosöl statt Icaridin verwendet, kann ich nur den Kopf schütteln.

                            Es muss halt jeder für sich die Risiken abwägen. Mit Sicherheit sind Icaridin, Deet und Permethrin nicht harmlos. Aber die Krankheiten die von Zecken und Mücken übertragen werden sind es auch nicht. Selbst wenn sich die Borelliose oder die FSME heilen lassen (was ab und zu auch mal nicht der Fall ist), sind die Medikamente die bei der Behandlung verwendet werden alles andere als gesund. Wenn ich nur 3 Tage in Süd-Ost-Asien Station mache, werde ich wahrscheinlich kein Malarone schlucken. Aber wenn ich mich 3 Monate lang in Malariagebieten aufhalte, scheint mir Malarone das kleinere Übel zu sein. Ich hatte bisher noch nie Probleme, die ich auf Icaridin, Deet oder Permethrin zurückführen konnte. Aber ich hatte Probleme die von Zecken verursacht wurden. Im Verhältnis zu meinen Aufenthalten im Garten oder im Wald habe ich extrem viel Kontakt mit Zecken. Für mich ist das eine Entscheidung, über die ich nicht wirklich angestrengt nachdenken muss.

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                            • Konradsky
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                              Kommentar bearbeiten
                              Ich meine da eher meine geschädigten Kunden, die wegen
                              solcher Mittelchen Berufsunfähig geworden sind und mittlerweile nur noch
                              Ökobaustoffe vertragen. Du glaubst nicht, was ich da für Leid gesehen habe und
                              bekomme richtig Wut auf die so harmlosen Mittelchen.

                          • #15
                            Zitat von Konradsky
                            Ich meine da eher meine geschädigten Kunden, die wegen solcher Mittelchen Berufsunfähig geworden sind und mittlerweile nur noch Ökobaustoffe vertragen. Du glaubst nicht, was ich da für Leid gesehen habe und bekomme richtig Wut auf die so harmlosen Mittelchen.
                            Ich kenne die Hintergrundgeschichten deiner Kunden nicht, und weiss nicht auf welche Weise und wie oft sie Kontakt mit welcher Art von Permethrin hatten. Ich gehe mal davon aus, dass sie das Permethrin nicht auf die Art und Weise benutzt haben wie wir es tun. Ich bin auch relativ sicher, dass das Permethrin das für Baustoffe (?) verwendet wird ein anderes ist als das, was für menschliche Kleidung benutzt wird. Ich verfolge seit Jahren die Diskussionen zum Thema auf Hammockforums. In den USA wird Permethrin im Outdoorbereich viel häufiger verwendet als hier - auch weil stechende und beissende Insekten noch viel mehr schlimme Krankheiten übertragen. Obwohl immer wieder über Sorgen bzgl. der potentiellen Schädlichkeit geschrieben wird, kann ich mich nicht erinneren einen einzigen negativen Bericht aus erster Hand gelesen zu haben. Es haben dort teilweise auch Leute gepostet, die täglich Umgang mit Permethrin haben, oder Chemiker sind. Was am schädlichsten ist, sind wohl die Trägerstoffe, bzw. Stoffe die beigemischt werden (vermutlich um die Haltbarkeit zu verlängern). Das Permethrin selbst wird von den meisten gesunden Säugetieren sofort problemlos abgebaut.

                            Ich bin auch nicht blauäugig und informiere mich ziemlich ausführlich bevor ich so etwas verwende. Aber ich habe wenige Hinweise gefunden, die darauf hin deuten dass Permethrin extrem schädlich ist. Natürlich wird es Leute geben, die es nicht vertragen. Bei allen wirksamen Mitteln gibt es immer ein Risiko. Auch bei einer Standard-Operation sterben Menschen. Die Frage ist, wie hoch das jeweilige Risiko ist. Wie hoch ist das Sterberisiko ohne OP? Wie hoch ist das Sterberisiko bei der OP? Wie gut sind die Heilungschancen mit OP?

                            Wie gesagt: die meisten Menschen nehmen Risiken sehr verzerrt wahr. Leute haben Angst vor dem Fliegen, aber setzen sich ohne mit der Wimper zu zucken ins Auto. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit im Straßenverkehr ums Leben zu kommen um ein Vielfaches höher. Aber über die täglichen Verkehrstoten liest man halt wenig. Wenn ein Flugzeug abstürzt ist das in allen Schlagzeilen.

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