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Kochset: geprüft und bestanden

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  • Kochset: geprüft und bestanden

    Liebes Forum,

    angeregt durch Waldläufer70 und einige positive Rezensionen (u.a. von Andrew Skurka) habe ich mir vor etwa drei Monaten ein Sidewinder-System von Trail Designs zugelegt. In Kombination mit einem selbstebastelten Dosenbrenner habe ich nun das (für mich) optimale Spirituskochsystem.

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    Das System besteht aus einem 900 ml Titan-Topf von Toaks, dem Titan-Topfständer bzw. Windschutz von Trail Designs, einem Dosenkocher aus eriner Nivea-Dose, dem Alu-Gehäuse eines Teelichtes, einem Alulüffel von Decathloch (mittlerweile ersetzt durch einen abgeschnittenen Plastiklöffel), einem Mini-Bic-Feuerzeug sowie einer 50-ml Spritzflasche.

    Der Nivea-Kocher im Detail:

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    Die 30 ml-Dose habe ich mit Karbonfilz gefüllt. Mit dem Deckel kann ich die Flamme löschen. In einem zweiten Deckel habe ich ein kleineres Loch, damit kann ich die Leistung reduzieren. Mit einem kleinen Stück Alufolie mit einem noch kleineren Loch kann ich eine noch kleinere Flamme produzieren. Ich habe also drei Leistungsstufen, ich kann damit nun z.B. Reis ohne Warmhalten (Pot-Cozy) wunderbar garen. Der Deckel erlaubt es, den Brenner gezielt zu löschen und übriggebliebenen Alkohol einfach für den nächsten Kochgang aufzubewahren. Eine Füllung reicht genau um 750 ml Wasser zum Kochen zu bringen. Um die Effizienz zu erhöhen, stelle ich den Kocher auf die Teelichthülle. Ohne geht's schneller, mit brauch ich weniger Sprit.

    Der zweite Kernbestandteil ist der Windscreen von Traildesigns:

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    Das Ding kann ich wirklich empfehlen. Robust, funktional und ultraleicht. Der Topf sitzt perfekt und kann praktisch nicht umfallen. Der Windschutz ist optimal. Im Gegensatz zur Alu-Version des Windscreens kann man in der Titan-Folie ein Feuer machen - optimal im Winter, wenn man z.B. Schnee schmelzen muss.

    Zusammenfassung:

    Pros
    • 225 g (ohne Brennstoff, mit Alulöffel, Plastiklöffel spart nochmal etwa 15 Gramm).
    • alles passt in einen 900 ml Topf
    • sehr stabil
    • sehr leicht
    • sehr energeieffizient (etwa 12 g Ethanol für 500 ml Wasser, die Umgebungsbedingungen - insbesondere Wind - spielen kaum eine Rolle: Zeit bis zum vollen Kochen etwa 6 Minuten)
    • Brenner kann mit drei unterschiedlichen Leistungsstufen betrieben werden (Köcheln möglich)
    • überschüssiges Ethanol kann aufbewahrt und wiederverwendet werden
    • sehr ausfallsicher
    • sehr langlebig
    • Verwendung als Hobo möglich (!)


    Contra
    • teuer: die Titansachen (Topf und Windscreen) kosten etwa 100,- Euro. Dre Brenner und die sonstigen Sachen sind dagegen praktisch geschenkt (10,- Euro).



    Alles in Allem kann ich das System - nach etwa 40 Kochgängen - sehr empfehlen.

    Schönen Gruß,
    Roland

  • #2
    Danke für den Bericht.

    Wie sieht es bei deinem selbst gebauten Brenner mit der Russbildung aus? Ich habe zu meinem Sidewinder den originalen 12-10-Brenner und den dafür optimierten Starlyte mitbestellt. Der Starlyte ist inzwischen wohl nicht mehr im Angebot. Der Starlyte hat den Vorteil, dass man keine Heringe braucht. Nur leider heizt der dermassen langsam, dass man kaum ans Ziel kommt. Und er produziert ordentlich Russ. Klar, man kann etwas Wasser beigeben, aber das verringert die Effizienz wieder ein wenig.

    Deshalb nutze ich den 12-10-Brenner und habe bei dem einfach die "Primer-Pan" unten weggeschnitten. Jetzt geht er bei meinem Evernew 900ml-Topf exakt rein. Leider brauche ich damit zwei Heringe, damit der Topf nicht zu tief liegt.
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 15.05.2017, 12:34.
    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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    • Waldläufer70
      Waldläufer70 kommentierte
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      Beim 12-10-Stove habe ich keinen Russ, beim Starlyte schon. Die beiden sind ganz unterschiedlich gebaut. Am System (Konus und Topf) ändere ich sonst nichts. Es gibt ja auch Leute, die behaupten, dass Spiritus immer russt. Aber das ist Nonsense und deckt sich nicht mit meiner Erfahrung.

      Wenn ich am Potstand etwas ändere, geht die Effizienz flöten. Ich kaufe mir nicht ein effizientes System, um es dann völlig falsch zu verwenden.

    • Konradsky
      Konradsky kommentierte
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      Wenn es russt, kann es nie effizient sein, da Russ verlorene Energie ist.

    • Waldläufer70
      Waldläufer70 kommentierte
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      Das stimmt. Aber mit dem 12-10-Stove russt es ja nicht, deshalb verwende ich ja den.

  • #3
    Anstatt Spiritus kann man auch Mehtanol nehmen, dann russt es absolut nicht mehr egal was man anstellt. Da geht der Kocher auch bei -20°C auf anhieb an. Ist aber rel. teuer. Zum Kauf braucht man einen Gewerbeschein und mus einen "EVE" Zettel unterschreiben. 5 Liter Kanister 35,50€ incl Steuern und Versand

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    • #4
      Zitat von Waldläufer70 Beitrag anzeigen
      Danke für den Bericht.

      Wie sieht es bei deinem selbst gebauten Brenner mit der Russbildung aus? Ich habe zu meinem Sidewinder den originalen 12-10-Brenner und den dafür optimierten Starlyte mitbestellt. Der Starlyte ist inzwischen wohl nicht mehr im Angebot. Der Starlyte hat den Vorteil, dass man keine Heringe braucht. Nur leider heizt der dermassen langsam, dass man kaum ans Ziel kommt. Und er produziert ordentlich Russ. Klar, man kann etwas Wasser beigeben, aber das verringert die Effizienz wieder ein wenig.

      Deshalb nutze ich den 12-10-Brenner und habe bei dem einfach die "Primer-Pan" unten weggeschnitten. Jetzt geht er bei meinem Evernew 900ml-Topf exakt rein. Leider brauche ich damit zwei Heringe, damit der Topf nicht zu tief liegt.
      Wenn ich den Brenner direkt auf den Boden stelle dann ist der Topf im russenden Teil der Flamme, wenn er einen Zentimeter erhöht ist (dafür die Teelichthülle), dann habe ich keine bzw. nur kaum Russbildung. Wenn man nach dem Kochen mit dem Finger über den Topfboden streiche (außen ), dann ist der Finger gaaaanz leicht schwarz.

      Mit der Niveadose habe ich Kochzeiten von etwa 6 Minuten für 500 ml Leitungswasser. Das entspricht in etwa dem, was ich mit dem 10-12 -stove auch gemessen habe. Auch der Verbrauch ist ähnlich bzw. mit der Niveadose sogar ein paar Gramm niedriger.

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      • #5
        Zitat von Biker61 Beitrag anzeigen
        Anstatt Spiritus kann man auch Mehtanol nehmen, dann russt es absolut nicht mehr egal was man anstellt. Da geht der Kocher auch bei -20°C auf anhieb an. Ist aber rel. teuer. Zum Kauf braucht man einen Gewerbeschein und mus einen "EVE" Zettel unterschreiben. 5 Liter Kanister 35,50€ incl Steuern und Versand
        Methanol geht auch. Man sollte aber nicht unerwähnt lassen, dass Methanol schon ab 5-10 Gramm Vergiftungserscheinungen hervorruft und auch dampfförmig leicht aufgenommen werden kann.

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        • Konradsky
          Konradsky kommentierte
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          Davon habe ich noch 150Ltr. aus meiner damaligen Biodieselproduktion stehen.
          Mir ist das Zeugs aber zu giftig für meinen Kocher.

      • #6
        Zitat von Biker61 Beitrag anzeigen
        Anstatt Spiritus kann man auch Mehtanol nehmen, dann russt es absolut nicht mehr egal was man anstellt. Da geht der Kocher auch bei -20°C auf anhieb an. Ist aber rel. teuer. Zum Kauf braucht man einen Gewerbeschein und mus einen "EVE" Zettel unterschreiben. 5 Liter Kanister 35,50€ incl Steuern und Versand
        Methanol hat, so ich mich richtig erinnere, fast die gleich Dichte wie Ethanol, der Brennwert ist aber deutlich geringer. So gesehen käme für mich Methanol nicht in Frage - mal ganz unabhängig von der Giftigkeit.
        Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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        • #7
          Zitat von Konradsky Beitrag anzeigen
          Ruß kenne ich bei meinem Kappilary Hoob Stove nicht.
          Die Kocher von tetkoba sind so schön, gerade den Capillary Hoop Stove find ich einfach toll. Fein sind auch die mit den gebogenen Alu-Röhren und natürlich die druckbetriebenen Modelle. Echte Handwerkskunst, der Typ ist ein Meister (oder eine Meisterin).

          Was mir bei der Niveadose so gefällt ist einerseits die Einfachheit (selbst wenn ich versehentlich drauftrete kann ich das Ding wieder hinbiegen und weiter verwenden), und andererseits, dass ich übriggebliebenen Alkohol einfach in der Dose mitnehmen kann.

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          • #8
            Zitat von echinotrix Beitrag anzeigen

            Die Kocher von tetkoba sind so schön, gerade den Capillary Hoop Stove find ich einfach toll. Fein sind auch die mit den gebogenen Alu-Röhren und natürlich die druckbetriebenen Modelle. Echte Handwerkskunst, der Typ ist ein Meister (oder eine Meisterin).

            Was mir bei der Niveadose so gefällt ist einerseits die Einfachheit (selbst wenn ich versehentlich drauftrete kann ich das Ding wieder hinbiegen und weiter verwenden), und andererseits, dass ich übriggebliebenen Alkohol einfach in der Dose mitnehmen kann.
            Dazu kommt, dass die meisten Alkoholbrenner für einen Caldera Cone zu viel Hitze produzieren. Dann verliert der Cone an Effizienz, weil ein grosser Teil der Wärme den Cone oben verlässt, ohne den Topf maximal erwärmt zu haben.

            Ich habe vor Jahren einige klassische Dosenkocher gebaut. Der kleinste aus einer Energy-Drink-Dose wiegt gerade mal 5g und geht ab wie die Feuerwehr. Den kann ich in den Caldera Cones vergessen: Er produziert viel zu viel Hitze für dieses System.
            Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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            • #9
              Die Jungs von Traildesign haben sicher viele viele Stunden in die Optimierung des Systems investiert. Keiner meiner vielen selbstgebastelten Spiritusbrenner funktioniert mit dem Caldera Cone so gut wie der originale 12-10-Brenner. Entweder gibt es zuviel Ruß oder der Verbrauch ist zu hoch oder es dauert zu lange, bis das Wasser endlich kocht. Auch als Hobokocher mit Holz funktioniert der Cone (die Titanversion) großartig. Sehr viel Geld für so ein bißchen Titanblech, aber sich das Know-How selber erarbeiten ist bei weitem teurer.
              Anleitung: Wie binde ich Bilder in einen Beitrag ein? || Erweiterte Suche

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              • Waldläufer70
                Waldläufer70 kommentierte
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                Es ist nicht schwierig, einen 12-10-Kocher selber zu bauen. Habe ich schon gemacht: gleiches Flammenbild, gleiche Effizienz. Nur ist er unten nicht flach, weshalb er nicht so schön steht. Dafür kann ich ihn im Topf verstauen. Beim Original muss ich dafür den Primer-Ring wegschneiden.

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