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Leidiges Thema Lebendrupf contra geliebte Daune

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  • Leidiges Thema Lebendrupf contra geliebte Daune

    Ausgangspunkt ist bei mir mein Underquilt des polnischen Herstellers Cumulus. Ich bekam einige Antworten hier im Forum, in denen mir mitgeteilt wurde, dass ich mit Cumulus-Produkten auch Lebendrupf unterstütze.
    Nun, ich bin da nicht ganz sicher, aber nach meiner kleinen Recherche fühle ich mich auch nicht ganz schuldig.

    Grundsätzliches: Lebendrupf ist in der EU verboten. Dennoch halten sich nicht alle Produzenten an das Verbot und die Hersteller von Daunen-Produkten können oder wollen oft nicht belegen, von welchen Produzenten ihre Daunen genau kommen. Ein sensibles Thema, bei dem selbst Stiftung Warentest beim Nachfragen kaum Antworten bekam. Wer will schon WISSEND Daunen nutzen, bei denen die Herkunft aus Lebendrupf nicht ausgeschlossen werden kann? Und augenscheinlich kann das kaum ein Hersteller.

    https://albert-schweitzer-stiftung.d...nen-lebendrupf
    "Die Stiftung Warentest hatte zehn Anbieter von Daunendecken gebeten, Herkunft und Wege der von ihnen verwendeten Daunen offenzulegen. Doch trotz monatelangem Vorlauf und zahlreichen Nachfragen antworteten die Anbieter nur zögerlich oder lieferten gar keine Nachweise. Nicht einmal diejenigen Firmen, die dem Verbraucher garantieren, dass die von ihnen verwendeten Daunen und Federn nicht aus Lebendrupf stammen, wollten belegen, von welchen Höfen sie ihre Daunen beziehen."

    In der EU erlaubt ist ein "Abstreichen" oder "Ausbürsten" während der Mauser, was manche Produzenten sich aber auch wieder - im Sinne des Tierschutzes negativ - zu Nutze machen.
    http://www.provieh.de/stiftung-waren...pf-bei-gaensen
    "Während dieser Zeit [Mauser] ist die Prozedur für die Gänse weitgehend schmerzfrei. „Der traditionelle Mauserrauf ist in der Praxis aber kaum zu realisieren“, so PROVIEH weiter. Grund dafür sind die großen Herden von um die 1000 Gänse, die NIEMALS ZUR GLEICHEN ZEIT in der Mauser sind. Die Rupfbrigaden kommen jedoch nur einmal und bearbeiten dann gleich sämtliche Tiere. Durch Rupfen lassen sich auch wesentlich höhere Gewinne erzielen, da hierbei durchschnittlich 150 Gramm Daunen pro Gans gewonnen werden können. Beim Mauserrauf sind es lediglich 60 Gramm."

    Die polnische Firma Cumulus ist EDFA (European Down and Feather Association) zertifiziert. Was sagt mir das?
    https://utopia.de/ratgeber/daunen-zertifizierungen/
    Das Siegel soll auch gewährleisten, dass die zertifizierte Daune als "Abfallprodukt" bei der Fleischproduktion anfällt. Allerdings: Wer kontrolliert, dass nur solche Daune unter dem Siegel in den Handel gerät? UND Mauser-Rauf (s. o. Provieh, Problematik Mauserrauf) ist unter dem Siegel erlaubt.

    Hier hatte ich geschrieben, dass Cumulus ausschließlich Entendaune verwende. Cumulus verwendet aber ausschließlich GÄNSEDAUNE, dabei hätte in pukto Tierwohl Vieles für Entendaune gesprochen.
    http://www.provieh.de/stiftung-waren...pf-bei-gaensen
    "Qualitativ mag dies zu leichten einbußen führen, aber aus Sicht des Tierwohls ist es durchaus wünschenswert, dass Entendaunen verwendet werden. Bei Enten spielt der Lebendrupf nämlich keine Rolle, da mehr Enten geschlachtet werden, als die Bettenindustrie Daunen benötigt. Bei Gänsen ist es hingegen genau anders herum. In der Praxis wird jedoch trotzdem lieber auf Gänsedaunen zurückgegriffen, da diese etwas flauschiger sind."

    Mein persönliches Fazit für einen, nämlich den Hersteller Cumulus:
    1. EDFA-Zertifikat soll mir zumindest zusichern, dass die Daune aus Totrupf stammt, auch wenn Kontrollen nicht wirklich gewährleistet sind
    2. Entendaune wäre fein, weil Gewissen leichter, aber die Qualität kommt selten maximal auf 700 cuin. Bei der Enten-Daune scheint es anders als bei der Gänsedaune genügend tote Tiere zum "Ernten" zu geben. Und sie ist weniger beliebt, weil weniger flauschig, also besteht auch weniger Nachfrage, die Produzenten eventuell zu unsauberen Praktiken bewegen könnte
    3. Weltweit gibt es bei beinahe keinem Hersteller die Sicherheit, dass die vom Produzenten gelieferte Daune ausschließlich aus Totrupf stammt. Also warum sollten andere Hersteller im Bezug auf das Tierwohl besser sein. Angaben zu tot oder lebend stammen meist vom Hersteller selbst.

    Nachdem ich also beim Lesen der Kommentare mit Hinweis auf "unsaubere Praktiken" der Firma Cumulus einige Tränen still in mein Inneres geweint habe, kann ich jetzt zumindest wieder Luft schnappen. Wenngleich ich immer noch nicht tief durchatmen kann.
    Ich werde mich also wie die Mitglieder so mancher Naturvölker vor mein Cumulus Quilt auf den Boden werfen und der Tiere gedenken, ihnen danken, für das, was ich vor mir habe.
    Zuletzt geändert von kris_kross; 02.02.2017, 08:50. Grund: Fehler in meinen Aussagen!

  • #2
    Danke für die umfangreiche und fundierte Recherche. Dass bei Entendaunen die Problematik nicht so brisant ist, war mir neu. Gut zu wissen. Auch Locolibre verwendet - soweit ich weiss - Entendaune.

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    • Konradsky
      Konradsky kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Locolibre verwendet auch Entendaune, aber auch Gänsedaune mit 900FP.

  • #3
    Cumulus selbst hat es früher offen zugegeben Daune (850cuin) aus Lebendrupf zu nutzen, das geht sogar soweit, das Cumulus behauptet hat es sei auch nur so möglich die hochwertige Daune zu bekommen. Cumulus gewinnt nur die 650cuin Daune aus Totrupf.
    .
    Hier die Quellen:
    https://www.outdoorseiten.net/wiki/D...lafs.C3.A4cken
    http://hugsforhikers.com/blog/2012/0...utdoorbranche/

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    • kris_kross
      kris_kross kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich hab's gelesen. Und mir gefällt Mehreres nicht an dieser Seite. Erst mal, dass nicht klar wird, woher die Informationen kommen, dann, dass das schräge Deutsch nicht auf geübte Journalisten, sondern auf Wort und Sinn suchende Mitmenschen hinweist, und dann, dass da ein User zitiert wird, der auf Facebook eine Aussage von Cumulus zitiert hat. Um zwei Ecken zitiert fühlt sich an wie, "Ingo hat gesagt, dass Petra gesagt hat, sie habe von Mira gehört, dass..."
      Wenn einer von euch mir sagt: Cumulus hat MIR geschrieben, dass höherwertige Daune nur aus Lebendrupf stammen könne, wäre ich a) nicht nur überrascht, sondern stocksauer (Cumulus hat mir gegenüber behauptet, die Zertifikation beweise, dass ausschließlich tot gerupfte Daunen verwendet würden) und b) hielte ich Cumulus für komplett bescheuert, weil die Aussage, hochwertige Daune könne nur aus Lebendrupf stammen einfach falsch ist.
      Zuletzt geändert von kris_kross; 02.02.2017, 08:56.

    • kris_kross
      kris_kross kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Quelle ist 2012 im Web veröffentlicht worden. Recherche davor. Kann man den Herstellern zumindest einräumen, dass sie in den letzten Jahren auf Kritik reagiert haben?
      Cumulus ist klein, hat 13 Mitarbeiter. Gerade kleine Unternehmen müssen auf Kritik reagieren, um nicht aus dem Wettbewerb auszuscheiden.

  • #4
    Etwas verstehe ich jetzt nicht. Cumulus schreibt auf der Website:

    "Für unsere Produkten verwenden wir ausschließlich polnische Gänsedaunen." Weiter lese ich: "Wir verwenden zwei Daunensorten, die eine Elastizität von 700 cuin bzw. 850 cuin haben." Meines Wissens gibt es aber keine Entendaune mit 700 cuin. Der Wert bei Entendaunen liegt tiefer. Leider habe ich hierfür keine Quelle gefunden.


    Irgendwie kann da etwas nicht ganz stimmen.
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 01.02.2017, 17:47.

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    • kris_kross
      kris_kross kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Das ist in der Tat irritierend. Magst du noch sagen, wo du das gelesen hast mit Entendaune und maximal 700 cuin...?

    • Waldläufer70
      Waldläufer70 kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Genau dafür habe ich noch keinen Beleg gefunden. Ich meine, es aber schon mehrfach gelesen zu haben. Ich suche nochmal.

      Aber kannst du nochmal sagen, woher du die Information hast, Cumulus verwende ausschliesslich Entendaune? Ich kann diesen Beleg weder in deinem Post noch im Netz finden.

    • kris_kross
      kris_kross kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Mist, jetzt schäme ich mich aber. Nee, bei Cumulus steht: Wir verwenden ausschließlich polnische Gänsedaunen. Peinlich.
      Zuletzt geändert von kris_kross; 02.02.2017, 08:37.

  • #5
    Hier habe ich noch ein paar - wie mir scheint - sehr wichtige Gedanken zum Thema gefunden, die nicht nur zum Thema "Daunen" passen, sondern ganz grundsätzlich zur westlichen hohen Erwartungshaltung in Sachen Konsum:

    "Die Diskussion wirkt jedoch bei genauerem Hinsehen etwas undurchdacht. Mit keiner Silbe soll heirmit angedeutet werden, dass die Kritik an Lebendrupf nicht berechtigt wäre. Die Empörung ist verursacht jedoch lediglich eine klassische Stellvertreterdebatte. Die Problematik des Lebendrupf ist nicht das Problem an sich, nur ein Symptom. Genau wie bei der immer wiederkehrenden Kritik an der Haltung von Merinoschafen und der Gewinnung von Merinowolle geht es im Kern um etwas Größeres, etwas Komplexeres. Auch Kunstfaser kann keinesfalls als umweltfreundlich bezeichnet werden – es ist ein Erdölprodukt. Es geht also grundsätzlich um unser Konsumverhalten und unsere teilweise widersprüchlichen Ansprüche.

    Einerseits möchten wir hochfunktionelle Jacken, top verarbeitet, zu teuer darf es nicht sein und modisch muss es auch noch sein. Andererseits aber wollen wir nicht wahrhaben, dass diese Erwartungshaltung an die Produzenten viele der Probleme erst verursacht. Wir wehren und mit Händen und Füßen dagegen, den Elefanten im Raum thematisieren zu müssen: Eine industrielle Massenproduktion von natürlichen Gütern wie Wolle, Daune, oder auch Fleischwaren wird erst durch absurde und auf Effizienz getrimmte Praktiken möglich, bei denen das Tier selbst kaum noch eine Rolle spielt."

    Quelle: http://hugsforhikers.com/blog/2012/0...utdoorbranche/

    Wir* erwarten höchste Qualität, lange Garantiezeiten, einen guten Kundenservice inklusive Rückgaberecht, eine ökologische, nachhaltige Produktion, bei der weder Mensch, noch Tier, noch Umwelt zu Schaden kommen, und erst noch einen günstigen Preis. Irgendwo kann das nicht aufgehen.

    * Mit dem "wir" möchte ich keine allgemeine Aussage machen. Mögen alle für sich selber überlegen, welche der genannten und welche weiteren Punkte zur eigenen Erwarungshaltung gehören.
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 01.02.2017, 18:30.

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    • #6
      Würde Daune garantiert nicht aus Lebendrupf gewonnen, könnte sie wohl kaum einer von uns bezahlen. Andererseits hätten wir auch bei einem sehr hohen Daunenpreis keine Garantie, daß nicht irgendjemand doch Daune im Lebendrupf gewinnt. Es dreht sich immer nur um's Geld.
      Anleitung: Wie binde ich Bilder in einen Beitrag ein? || Erweiterte Suche

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      • #7
        Mich würde interessieren, warum ihr fast alle Daunen für besser haltet als Kunstfaser. Im Beitrag von Waldläufer steht, dass Kunstfaser aus Erdöl besteht, was sicher richtig ist. Aber viele Fleecepullover bestehen ja z.B. aus recycelten Flaschen und außerdem können Kunstfasern ja auch mehrfach verwendet werden, was ich sehr gut finde. Außerdem ist Kunstfaser viel pflegeleichter: einfach in die Waschmaschine und fertig. Ich habe z.B. ein Snugpagk Underblanket, das ich zu Hause verwende und auch nur Kunstfaser-Schlafsäcke und fühle mich damit sehr wohl. Und die HM, die wir ja fast alle verwenden, sind auch reine Synthetik und keine Naturprodukte.
        Zuletzt geändert von barfuß; 01.02.2017, 21:43.

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        • #8
          Wie immer gibt es bei allem Vor- und Nachteile. Deshalb liste ich hier die wichtigsten Vorteile von Daune auf:
          • Daune ist bei gleicher Isolation viel leichter als Kunstfaser.
          • Daune lässt sich deutlich stärker komprimieren als Kunstfaser.
          Beide Punkte haben mit der sehr hohen Bauschkraft (Elastizität, Loft) und feinsten Verästelungen der Daune zu tun.
          • Daune hat i.d.R. eine deutlich höhere Lebensdauer als Kunstfaser (d.h. Daune ist in den beiden genannten Punkten der Kunstfaser nicht nur deutlich überlegen, sie behält diese Qualitäten auch viel länger bei (10 Jahre oder ein Vielfaches davon)).
          • Daune ist zu 100% biologisch abbaubar.
          Die genannten Punkte erhalten v.a. bei kalten Temperaturen und auf langen Fussreisen Bedeutung. In der warmen Jahreszeit oder wenn man keine längeren Strecken zu Fuss zurücklegt, sind die genannten Qualitäten weniger von Bedeutung.

          Der wichtigste Nachteil der Daune ist, dass sie bei Feuchtigkeit schnell klumpt und in der Folge ihre Isolationsfähigkeit weitgehend verliert. Man muss sie also unbedingt trocken halten.
          Zuletzt geändert von Waldläufer70; 07.02.2017, 14:12.

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        • #9
          Du hast Recht, dass bei sehr kalten Temperaturen und bei langen Fußmärschen Daune sicher günstiger ist.
          Bzgl. der Lebensdauer kann ich über meine Kunstfasersachen nur positiv reden und für mich ist der Punkt der Waschbarkeit schon recht wichtig. Ich habe im TV mal eine Sendung gesehen, wo sie Bettdecken aus Kunstfasern mit Federbetten verglichen haben, u.a. was die Hygiene angeht. Sie haben die Sachen gereinigt und geschaut, wie gut das geklappt hat und wie gut die Isolierung hinterher noch war. Ich habe hauptsächlich noch das Bild im Kopf, worauf man sieht, wie viel Exkremente und Schmutz von Milben u.a. noch an den Federn hing. Sah schon etwas eklig aus.
          Ich denke, dass man bei einem UQ darauf nicht allzu sehr Rücksicht nehmen muß, aber bei einem TQ finde ich die gute Waschbarkeit sehr wichtig.
          Für mich gilt: Da ich primär bei gutem Wetter und ab 10 Grad aufwärts unterwegs bin, brauche ich mich nicht mit dem Lebendrupf von Gänsen oder Enten zu befassen. Ich finde es aber gut, dass die "Daunenanhänger" das tun.

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          • #10
            Zitat von kris_kross Beitrag anzeigen
            Das ist in der Tat irritierend. Magst du noch sagen, wo du das gelesen hast mit Entendaune und maximal 700 cuin...?
            Ich habe ein paar Quellen gefunden:

            Auf Bewährungsprobe heisst es, dass es Entendaunen von 200 bis 600 cuin gebe.

            Mammut sagt, dass Entendaunen von 200 bis 650 cuin gehen, 650 cuin Entendaunen aber 650 cuin Gänsedaunen in nichts nachstehen würden. Nur kommt man mit Gänsedaunen eben für den entsprechenden Preis bis auf 850 cuin.

            Vaude schafft es sogar, Schlafsäcke mit "hochwertiger 700 cuin Entendaune" zu füllen.

            Ich denke, man kann sagen, dass Entendaunen maximal 700 cuin erreichen, dann aber auch sehr teuer sind (siehe Preis des Schlafsacks). In der Regel liegen die Werte für Entendaunen tiefer:

            Entendaunen: 200 bis 650 (700) cuin (EDIT: bis 750? cuin, siehe unten)
            Gänsedaunen: 450 bis 850 cuin
            Zuletzt geändert von Waldläufer70; 02.02.2017, 11:40.

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            • #11
              Locolibre gibt für seine Entendaune eine Bauschkraft von 800 cuin an. Gänsedaune geht teilweise sogar bis 900 cuin (siehe hier und hier).

              Auf die Eiderentendaune habe ich schonmal hingewiesen. Sie ist die unangefochtene Königin der Bauschkraft (über 1000 cuin) und ihre Gewinnung ist ethisch unbedenklich (wird aus verlassenen Nestern gesammelt). Allerdings kostet dann die leichteste Decke mit 200 g Füllung bereits stolze 1695,- Euro, bei Winterdecken gehen die Preise rauf bis 10.000 Euro!

              Mittagsfrost hat vollkommen recht: am Ende ist alles eine Frage des Preises. Wenn wir bereit wären, 3000 anstatt 300 Euro für einen Quilt auszugeben, dann wäre die Sachlage ganz anders.

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              • kris_kross
                kris_kross kommentierte
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                Eiderentendaune ist DIE Lösung. Nur nicht für mich. Nein, ich will auch warm und leicht hängen, ohne alle meine Sparkonten plündern zu müssen. Da hast du leider recht.

            • #12
              Zitat von Waldläufer70 Beitrag anzeigen

              Nur kommt man mit Gänsedaunen eben für den entsprechenden Preis bis auf 850 cuin.
              Danke dir für deine Links! Welcher Preis im Vergleich zu was?
              Entendaunen-Schlafsack für 500,- Euro finde ich hart, wenn Entendaune doch einen viel niedrigeren Weltmarktpreis hat als Gänsedaune.
              Zuletzt geändert von kris_kross; 02.02.2017, 09:09.

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              • Waldläufer70
                Waldläufer70 kommentierte
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                Missverständlich formuliert: den entsprechend höheren Preis (gegenüber 650 cuin Gänsedaune).

                PS: Ich denke kaum, dass Entendaune mit 700 oder gar 800 cuin einen niedrigen Weltmarktpreis hat. Das ist quasi die Crème de la Crème der Entendaune und viel rarer als Gänsedaune entsprechender Qualität. Ich vermute, dass diese Daune von Enten stammt, die zur Daunenproduktion gezüchtet werden. Weiss da jemand mehr?
                Zuletzt geändert von Waldläufer70; 02.02.2017, 09:39.

            • #13
              Interessant. Von Entendaune mit 800 cuin lese ich nun zum ersten Mal (abgesehen von der Eiderente).

              Mit dem Preis ist das aus meiner Sicht so eine Sache:

              Ist etwas sehr billig, so ist die Quelle meistens bedenklich. Ist etwas sehr teuer, so kann die Quelle lobenswert sein.

              Wären wir alle bereit, ein Vielfaches für die Produkte auszugeben, was ich für utopisch halte, so würde die schiere nachgefragte Menge immer noch ökologische Probleme verursachen.

              Ein Beispiel: Wenn die Meere überfischt sind, kann Fisch aus nachhaltiger Quelle nicht die zielführende Antwort sein. Die Antwort kann nur (drastische) Reduktion des Fischkonsums heissen.

              Der ökologische Fussabdruck des Menschen ist inzwischen sehr gross geworden und wird noch deutlich weiterwachsen. Für viele Probleme liegt dort die Ursache.

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              • #14
                Wenn die Daune bei Enten das Nebenprodukt der "Fleischproduktion" darstellt, was ist dann bei Gänsen das Nebenprodukt, nachdem man sie zur Gewinnung ihrer Daunen getötet hat? Was geschieht also anschliessend mit den Kadavern?

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                • #15
                  Bei Enten, die zur "Fleischgewinnung" gehalten werden, spielt die Qualität der Daune keine Rolle. Hochwertige Daunen kommen ja auch meist von Tieren, die aus kalten Gebieten stammen. Das sind aber nicht unbedingt die Gebiete, in denen Enten ihres Fleisches wegen gehalten werden. Auch stellt sich die Frage, ob es Entenrassen/-züchtungen gibt, die sowohl für die "Fleischproduktion" optimiert sind, als auch hochwertige Daunen liefern. (Bei Kühen beispielsweise wird zwischen Fleisch- und Milchrassen unterschieden, beides ist meines Wissens kaum in einer Rasse zu haben.)

                  Entendaunen mit besonders hoher Bauschkraft dürften deshalb vermutlich eher nicht einer Züchtung entstammen, bei der der "Fleischertrag" besonders hoch ist, und falls doch, so wäre das fast schon ein "glücklicher" Zufall (glücklich für die Daunenindustrie, nicht unbedingt für die Enten).

                  Arc'teryx schreibt: "
                  (Haben Enten- oder Gänsedaunen einen Vorteil gegenüber der jeweils anderen Daunenart? Nein, Enten- und Gänsedaunen mit gleicher Bauschkraft weisen auch das gleiche Wärmevermögen auf.) Da Gänse größer sind als Enten, sind Daunenbüschel von Gänsen in der Regel jedoch größer als die von Enten. Aus diesem Grund sind Entendaunen mit höherer Bauschkraft schwerer zu bekommen, weshalb in den meisten Daunenprodukten mit hoher Bauschkraft Gänsedaunen zum Einsatz kommen."

                  Man sollte den Aussagen eines Herstellers von Daunenprodukten gegenüber immer auch ein Stück weit kritisch sein. Man kann hier aber sicher ablesen, dass hochwertige Entendaunen weniger häufig sind als gleich hochwertige Gänsedaunen. Dass Entendaunen günstiger sind als Gänsedaunen, dürfte deshalb in erster Linie für Daunen (tiefer und) mittlerer Qualität zutreffen, nicht unbedingt für Entendaunen von hoher Qualität.
                  Zuletzt geändert von Waldläufer70; 02.02.2017, 11:23.

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