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Dehnübungen mit TreeGirls Hängematte

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  • Dehnübungen mit TreeGirls Hängematte

    TreeGirl gab mir beim letzten Treffen eine Hängematte aus sehr dehnbarem Stoff zum Testen mit. Sie selbst kann in nachgiebigen Stoffen keine Nacht durchschlafen, ich hingegen komme damit sehr gut zurecht.

    Es handelt sich um eine doppellagige Hängematte aus Ripstop-Nylon in einem Olivton. Die Abmessungen betragen 332 x 140 cm, der Saum ist 1 cm breit. Die beiden Lagen sind an den beiden Rändern auf einer Länge von 22 cm miteinander vernäht. Die Verbindung in der Mitte der Hängemattenlänge hat den Vorteil, dass sich eine Isomatte sehr leicht einschieben lässt, egal, ob man Rechts- oder Linksschläfer ist (ob sich die Füße beim Diagonalliegen rechts oder links der Längsachse befinden). Möglicherweise wird dieser Vorteil aber zum Nachteil, weil die Isomatte dadurch auch wieder leichter herausrutschen kann. Bei anderen Hängematten befindet sich die Öffnung eher in der Mitte, am Kopf- und Fußbereich sind die beiden Lagen am Rand vernäht. Ich gehe daher davon aus, daß der Mitteleinschub bei diesen Herstellern nicht bewährt hat. Bisher habe ich TreeGirls Hängematte nur mit Underquilt benutzt, ein Test mit Isomatte steht noch aus. Ich werde dann meine Erfahrungen berichten.

    Ohne Aufhängungen wiegt die Hängematte 338 Gramm. Das ergibt dann ein Flächengewicht pro Lage von rund 36 g/m² oder 1,5 oz/yd². Der Stoff fühlt sich seidig an und ist nach meinem Empfinden etwas rutschig.
    Der dreifach vernähte Endkanal ist bequeme 3,5 cm breit. Damit macht das Einfädeln der Aufhängung keine Mühe.

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    Die Nähte sind in gewohnter Weise sehr sauber und gewissenhaft genäht. Eigentlich muß man die Qualität der Nähte sogar als excellent bezeichnen, wenn man berücksichtigt, wie schwierig es ist, zwei Lagen von sehr dünnem und rutschigem Stoff zu vernähen. Daß die Nähte exakt rechtwinklig und parallel zur Ripstop-Musterung verlaufen, kann man an folgenden Bildern recht gut erkennen.

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    Nach 5 Nächten, in denen ich in der Hängematte sehr gut geschlafen habe, wollte ich mir heute den Grad der Dehnung näher anschauen.

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    Die Falten in der Mitte lassen deutlich erkennen, dass der Stoff sich hier etwas geweitet hat. Das Nachmessen bestätigte diesen Eindruck. Im Vergleich zu den Originalmaßen 332 x 140 cm mißt die Hängematte nun in der Mitte 337 x 142 cm. An den Rändern hingegen sind die Maße fast gleich geblieben. Hier zeigt der Zollstock 332 x 139,5 cm an. Dort, wo er durch die Aufhängung straff gerafft wurde, scheint er um einen halben Zentimeter geschrumpft zu sein. Ich führe die vermeintliche Schrumpfung aber auf die kleinteilige Faltung zurück.

    Die nächste Woche werde ich das Schlafen mit eingelegter Isomatte testen, danach geht es mit dem Dehnungstest weiter. Ich bin gespannt, ob meine 90 Kilogramm "Schlachtgewicht" den Stoff noch weiter dehnen und ob sich vielleicht sogar ein Verschieben einzelner Fäden beobachten läßt. Bis jetzt ist derartiges nicht zu sehen.
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  • #2
    Die Nähte sie ja geil.
    Das bekomme ich selbst mit Seitenanschlag nicht so hin.
    Fetten Respekt!
    Reiseberichte Trekkingplätze Pfalz

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    • TreeGirl
      TreeGirl kommentierte
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      Bei der 40. Hängematte sieht das natürlich besser aus als bei der ersten

    • dendronaut
      dendronaut kommentierte
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      Nicht so bescheiden! Ich bin mir sicher, das die Qualität schon bei der ersten Matten überragend war

  • #3
    Mittagsfrost - Danke für den Zwischenbericht. Das klingt so, als ob der Stoff nicht ganz hoffnungslos wäre. Ich habe den zugeschnittenen Stoff mal gewogen und ein Gewicht von ca. 0.9oz/sqy ermittelt. Das kommt auch vom Gesamtgewicht hin - für eine 10.5' DL Hängematte aus 1.0oz Hexon habe ich 370g gemessen; eine 11' DL Hängematte aus 1.0oz HyperD brachte 360g auf meine Waage.

    Auf den Fotos sieht es so aus, als ob der Stoff deutlich ausgebeult ist. Also definitiv nichts für Leute, die gerne besonders gerade liegen... Ich hoffe sie gibt nicht unvermittelt den Geist auf :/

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    • #4
      Mit dem Stoffgewicht kannst Du recht haben, TreeGirl. Ich habe nur die Nettofläche einbezogen, also die mehrfachen Lagen der Säume weggelassen. Dazu müsste vom Gesamtgewicht noch das Garn abgezogen werden, um das reine Stoffgewicht pro m2 zu ermitteln.
      Obwohl der Stoff sehr zart ist, bin ich in Hinsicht auf die Haltbarkeit optimistisch. Die Dehnung liegt im Moment bei rund 1,5%. Das ist doch nicht übermäßig viel, oder?
      So, jetzt muß ich aber wieder testen gehen.
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      • #5
        Nachdem ich ja einen älteren Bruder dieser Hängematte habe kann ich deine Erfahrungen so bestätigen - Die plastische Dehnung fällt bei meinen etwas über 100kg und längerer Benutzung allerdings deutlich stärker aus, dafür ist die elastische Dehnung nach den ersten paar Nächten praktisch null. Die Hängematte ist so wie sie ist eigentlich sehr angenehm. Die Matte hatte ursprünglich 298cm - Jetzt habe ich sie mit 313cm, also einer plastischen Dehnung von 15cm oder ca. 5% gemessen.

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        • #6
          Nachdem ich jetzt 36 Nächte - und ein paar Mittags(frost)schläfchen im Garten - in der Hängematte verbracht habe ist es Zeit für einen abschließenden Test.
          Ich hatte ursprünglich vor, die Hängematte 14 Tage mit Underquilt und 14 Tage mit Isomatte zu testen. Es war eine Erfahrung für mich, wie unbequem doch so eine Isomatte im Vergleich zum Underquilt ist. Das war mir bisher nicht so bewußt gewesen, aber der direkte Vergleich hat es deutlich gezeigt. So wurden dann aus den geplanten 14 nur 7 Nächte mit Isomatte.
          Mit der Dehnung des Stoffes kam ich gut zurecht, muss aber sagen, daß mir die Stoffe von Dutch (Argon und Hexon) besser gefallen, weil sie sich weniger glatt anfühlen. Zu den Zahlen: Die Breite (am Anfang waren es 140 cm) beträgt nun in der Mitte 143 cm und am Rand habe ich ohne großen Zug 137 cm gemessen. Drei Zentimeter Dehnung kann ich mir vorstellen, die Schrumpfung liegt aber nur am ziehharmonikaartigen Zusammenfalten des Stoffes im Bereich der Aufhängung. Am Rand hat sich die originale Länge von 332 cm auf 331,5 verringert. Das wird wohl ein Meßfehler sein, hervorgerufen durch unterschiedliche Spannung des Stoffes beim Messen. In der Mitte haben sich 337 cm ergeben.

          Ich bin - weil es ja ein Test war - nicht besonders zart mit ihr umgegangen, habe mich auch mal mit Knien und Ellenbogen aufgestützt, um den Stoff auf das Entstehen lokaler Beulen zu untersuchen. Sie waren eine Zeitlang bemerkbar, verschwanden dann aber wieder.

          Nun zu den Nähten:

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          Man sieht, daß die Nähte an der Aufhängung doch etwas gelitten haben. Bei dem zarten Stoff und der hohen Belastung ist das nicht ganz unerwartet. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Dyneema-Ringe nicht durch den Kanal am Hängemattenende zu ziehen, sondern den Warbonnet-Whip anzuwenden.

          Andererseits würde ich jetzt nicht in Panik verfallen. Bei normaler Anwendung hält die Hängematte sicher noch Jahre.
          Jetzt wird die Hängematte noch gewaschen und dann geht sie zurück zu TreeGirl und wird dort sicher einer genauen Untersuchung unterzogen.
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          • #7
            Zitat von Mittagsfrost Beitrag anzeigen
            Andererseits würde ich jetzt nicht in Panik verfallen. Bei normaler Anwendung hält die Hängematte sicher noch Jahre.
            Vielleicht sieht es auf den Bildern ja zu dramatisch aus. Für mich sieht es jedenfalls nicht so aus, als würde diese Hängematte noch Jahre halten. Ich finde sogar, das sieht ziemlich besorgniserregend aus. Musst du da nicht bereits auf die Weiterreissfestigkeit des Stoffes vertrauen? - Danke für den Bericht.

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            • #8
              Ich bin kein Textilexperte, aber meiner laienhaften Einschätzung nach sind die Löcher unbedenklich. 1-1,5 cm auf 140 cm, das ist im Bereich eines Prozentes.
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              • #9
                Ich bin auch kein Experte. Allerdings sind die Löcher ja dort entstanden, wo der höchste Lasteintrag stattfindet. Mit anderen Worten: Von dort aus kann es relativ leicht weiterreissen*. Wenn ich Derek Hansen in seinem Büchlein "The Ultimate Hang" richtig verstanden habe, dann gehört eine solche Hängematte entsorgt. Den Stoff kann man natürlich noch anderweitig für irgendwelche Nähprojekte verwenden. - Nach fünf Nächten keine Spuren an den Nähten, nach 36 Nächten kleine Risse. Das ist schon bedenklich.

                * Liegt die Weiterreisskraft nicht meist tiefer als die eigentliche Reisskraft eines Gewebes? Im Riss werden die Fäden des Gewebes ja ungleichmässig belastet: Die Fäden, die beim Riss liegen, werden ungleich stärker belastet als die Fäden in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. So kann ein bestehender Riss sehr schnell weiterreissen.

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                • #10
                  Danke für den Bericht. Auch für mich sieht es so aus, als ob die Hängematte durch ist. Ich würde sie nicht mehr verwenden - und die Fotos bestätigen auch meine Befürchtung: der Stoff ist nicht für Hängematten geeignet. Konradsky wollte sich eine 90° Hängematte daraus nähen - ich bin gespannt was er berichtet. Ich werde jedenfalls keine weiteren Hängematten aus diesem Stoff nähen. Mal sehen wie er sich als Windsocke schlägt. Besonders winddicht ist der Stoff zwar nicht, aber vielleicht ist er dafür auch weniger stickig.

                  DL1JPH - hat deine Hängematte auch solche Risse? Die vergrößerten Einstichlöcher stören mich wenig, aber die Risse unter der letzten Naht dürften definitiv nicht sein.

                  Mittagsfrost - wenn es dir nichts ausmacht, dann whippe die Hängematte und benutze sie nochmal für ein paar Nächte. Mich würde interessieren wie der Stoff dann aussieht. SGT Rock hat geschrieben, dass seiner Erfahrung nach whippen den Stoff weniger schont als die Belastung über den Tunnelzug. Also besser nicht zu hoch und nicht über Betonboden hängen...

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                  • #11
                    Hallo,

                    seit 17 Nächten schlafe ich in der neuen Matte. Dendronaut und
                    Baumkind haben sie letztes Wochenende schon bewundert.
                    Wenn man den Stoff richtig verarbeitet, macht er alles mit.
                    Die Schlaufen zeigen keinerlei Ermüdungserscheinungen.
                    Obwohl ich mit dem vollen Körpergewicht auf einer Lage sitze
                    und liege, haben sich die Einsticklöcher nur vergrößert.
                    Das liegt aber daran, daß die untere Lage zu breit ist.
                    Beim nächsten Mal wird die schmaler und dann tragen beide Lagen.
                    So ist das mit Prototypen.

                    Ich glaube, ich kaufe mir noch etwas von dem Stoff.

                    Gruss
                    Konrad

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                    • #12
                      Vielleicht haben die "Schockbilder" einen falschen Eindruck hinterlassen. Fokussiert auf die schadhafte Stelle und im Gegenlicht sieht das natürlich sehr gefährlich aus. Hier ein weniger schlimm aussehendes Foto von der gleichen Stelle:

                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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                      Ich werde mich daher todesmutig der nächsten Aufgabe unserer Hängemattenprinzessin stellen und die Hängematte whippen. Eingedenk der Warnung von SGT Rock "You're gonna die!" hänge ich sie nur in Kniehöhe über dem Fußboden auf. Im Falle des Falles (man beachte das Wortspiel!) falle ich auf weiche Daunen (des Underquilts). Mir kann also nichts passieren und ich bleibe Euch noch eine Weile erhalten.
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                      • #13
                        @TreeGirl: Meine HM hat keinerlei sichtbare beschädigungen. Wie gesagt verwende ich allerdings eine Warbonnet Whip-Aufhängung mit einem sehr breiten Seil.

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                        • #14
                          Was für ein Stoff ist das genau Alissa?

                          Meine Gedanken zu dem Riss und dem Nahtbild.
                          Falsche Nadel? War das eine Universal oder eine Rundkopf Nadel? Evtl zu groß und daher zu große Einstiche?

                          Andere Naht?
                          Doppel Overlocknaht würde auf kleinem Raum mehr Stoff miteinander verbinden als ein normaler Stepstich.

                          Oder wie wäre es, die letzte Naht mit Seamgrip zu behandeln? Das ist ja relativ elastisch und der Zug, der auf die erste, untere Naht lastet, könnte einfach damit verteilt werden auf mehr Fläche.
                          Es zieht nicht direkt an der Naht, an den Einstichen sondern verteilt sich besser.
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                          • #15
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                            Sorry falls das so aufgefasst wurde.
                            Reiseberichte Trekkingplätze Pfalz

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                            • Mittagsfrost
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                              Wie kommst Du denn darauf? Hast doch nur ein paar Tips gegeben. Als Extremgürtelnäher scheinst Du ja über die nötige Erfahrung zu verfügen.
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