Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Meine erste Brücken-Hängematte

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Meine erste Brücken-Hängematte

    Schon vor langer Zeit hatte ich den Entschluss gefasst, mir eine Brücken-Hängematte zu nähen. Es ist toll, gute gekaufte Ausrüstung zu haben. Doch es ist deutlich lehrreicher, in selbst genähter Ausrüstung zu hängen und daraus eigene Schlüsse zu ziehen. Zudem macht mir das Nähen Spass. Und jetzt, wo ich auch zuhause wieder über eine Nähmaschine verfüge, ist das Arbeiten an der Nähmaschine auch gemütlicher geworden. Ich kann mich dann an die Maschine setzen, wenn ich Lust darauf habe, und brauche meine Einsätze an der Maschine nicht mehr zu planen.

    Stoffwahl

    Nachdem der Plan gefasst war, habe ich mir im September 2016 bei Dutch den Stoff für mein Projekt bestellt.

    Für den Hängemattenkörper habe ich Hexon 2.4 gewählt, weil ich diesen festen Stoff sehr gerne mag. Der Stoff ist zwar etwas schwerer als die meisten anderen Hängemattenstoffe, aber der Stoffbedarf ist bei einer Bridge eher bescheiden, weshalb mir das Mehrgewicht nichts ausmachte.

    Schon damals hatte ich im Hinterkopf, die Hängematte am Kopf- und Fussende nicht abzuschliessen, sondern dort eine "Verlängerung" fürs Gepäck anzunähen, so dass dieses prima von der Hängematte aus zugänglich ist. Um etwas Gewicht zu sparen, habe ich dafür das etwas leichtere Hexon 1.6 gewählt.

    Spreizstäbe (Spreader Bars)

    Das Projekt hat lange geruht, da sich andere in den Vordergrund gedrängt hatten. Doch diesen September habe ich wieder bei Dutch bestellt und mir aus seinem Sortiment endlich Spreader Bars und das vierteilige Set aus Titan zum Befestigen der Spreizstäbe geleistet.

    Da seine zweiteiligen Spreizen in zwei Längen und zwei Dicken zur Verfügung stehen, stand ich vor der Frage, wie ich sie kombinieren könnte und welche Dicke sich für mein Projekt empfehlen würde.

    Nach Rücksprache mit Dutch habe ich mich schliesslich dafür entschieden, für das Fussende zwei kurze Teile der dünneren Stangen (17mm) und für das Kopfende ein langes und ein kurzes in der dickeren Ausführung (19mm) zu wählen. Zwei lange Teile und damit eine Stange mit rund 127cm Länge fand ich doch etwas sehr breit.

    Die längere Stange muss grössere Kräfte aushalten, weshalb dort die dickeren Stangen sicher sinnvoll sind. Das hat zudem den Vorteil, dass ich eines der dünneren Teile im einen dickeren Teil verstauen kann, was das Set etwas handlicher macht (drei statt vier Teile für den Transport).

    Zusammengesetzt hatte ich somit die folgenden Längen zur Verfügung:

    - Kopfende: 110cm
    - Fussende: 92cm

    Hängemattenkörper

    Nach Vergleichen verschiedener Baupläne – auch dem von Dendronaut (vielen Dank fürs zur Verfügung stellen!) – und einem Blick auf die zur Verfügung stehenden Stangen (siehe oben), habe ich mich dafür entschieden, den Hängemattenkörper 130cm breit und 220cm lang zu gestalten und auf beiden Längsseiten eine Kettenlinie mit 15cm Tiefe wegzuschneiden.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: My first Bridge Hammock.jpg Ansichten: 1 Größe: 76,3 KB ID: 39232Ich habe mir erlaubt, Dendronauts Schema zu übernehmen und etwas anzupassen.

    Polyesterband für die Längsseiten

    Was ich nicht bedacht hatte: Das leichtere Polyesterband von Extremtextil ist nicht 12,5mm (1/2"), sondern satte 15mm breit. Das hatte ich falsch in Erinnerung. Und natürlich hat das Band auch eine gewisse Dicke, die ich auch nicht eingerechnet hatte. So ist die Hängematte nun nur 126cm breit geworden. Da ich aber eh zwischen einer Breite von 120cm und 130cm hin und her überlegt hatte, passt das ganz gut. In der Mitte der Hängematte ist sie lustigerweise – wie angedacht – rund 100cm breit geworden, was viel Raum zum Liegen verspricht, gerade für die Seitenlage mit angewinkelten Beinen.

    Das Band verfügt über eine Bruchlast von "nur" 350daN. Es kann pro Schlaufe also maximal eine Bruchlast von 700daN bieten. Ich halte diesen Wert allerdings nicht für realistisch, da die Endteile aus Titan relativ dünn und auch nicht vollständig abgerundet sind.

    Was meint ihr? Mit welcher Bruchlast pro Schlaufe darf ich in etwa rechnen?

    Ich werde das Material in nächster Zeit beobachten. Wenn ich eine bedenkliche Abnutzung feststellen sollte, werde ich aus dem etwas stärkeren und eine Spur schmaleren Band von Extremtextil eine zweite Schlaufe um die bestehenden Schlaufen legen und festnähen (falls die Nähmaschine diese dicke Lage überhaupt bewältigen kann!).

    Einarbeiten des Gurtbandes

    In einem ersten Schritt habe ich das Kopf- und das Fussende des Hängemattenkörpers mit einem Einschlag-Umschlag gesäumt. Das Band habe ich dann beidseitig bündig mit dem seitlichen Rand auf der Hängematte festgenäht, einmal nach oben umgeschlagen, erneut festgenäht und schliesslich noch ein zweites Mal umgeschlagen und den beiden Rändern entlang erneut festgenäht. Dabei habe ich zwei Nähte durch die Mitte des Bandes (Aufnähen und erste Faltung) und je eine den beiden Rändern des Bandes entlang (bei der zweiten Faltung) gemacht. Ich habe darauf geachtet, dass der Stoff beim Festnähen am Gurtband immer etwas gespannt ist, sich dort keine Falten bilden. Die Endteile von Dutch habe ich jeweils an den Enden von Anfang an gleich mit eingenäht. Dazu habe ich rund 7cm des Bandes umgeklappt. Die Schlaufen habe ich zum Abschluss vierfach mit grobem Zickzack stabilisiert. Sie sind also mit vier geraden und vier Zickzack-Nähten fixiert. Ich denke, da reisst nichts aus. Da geht zuerst das Polyesterband in der Hardware kaputt:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04713.jpg Ansichten: 1 Größe: 273,4 KB ID: 39234

    Das Band habe ich übrigens nach oben gefaltet, damit in Schlaufennähe nur Scher- und nicht zusätzlich noch Zugbelastungen aufs Nähgarn wirken. Der Stoff soll das Band von aussen gegen die Spreizstäbe drücken und nicht am Band ziehen.

    Man sollte beim Kauf des Bandes daran denken, dass man noch etwas Band für die Schlaufen braucht und die Kurve auch länger ist als der Hängemattenkörper selbst. Ich hatte für den 220cm langen Hängemattenkörper 500cm Gurtband gekauft und es blieben nur zweimal etwa 18cm übrig. Zum Glück hat es gereicht!

    Aufhänge-Dreiecke

    Für die Aufhänge-Dreiecke habe ich aus Amsteel 7/64" jeweils zwei Dog Bones in der gleichen Länge wie die Stangen gespleisst (gleichseitiges Dreieck) und diese am vorderen Loch der Hardware befestigt:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04701.jpg Ansichten: 1 Größe: 241,7 KB ID: 39233
    Die Befestigung des Dog Bone auf der Innenseite des Titan-Teiles statt aussen verringert die Belastung ein ganz klein wenig.

    Die beiden losen Enden der Dog Bones habe ich in die beiden Enden eines kurzen Dog Bones eingefädelt. Damit hat sich eine stabile Schlaufe für die Aufhängung ergeben. Um Kopf- und Fussende auf einen Blick unterscheiden zu können, habe ich zwei verschiedene Farben gewählt.

    Das Resultat

    Die Hängematte sieht in ihrer Grundform wie folgt aus (Kopfende links im Bild):

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04697.jpg Ansichten: 1 Größe: 546,2 KB ID: 39236Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04698.jpg Ansichten: 1 Größe: 578,3 KB ID: 39235

    Gepäckablagen am Kopf- und Fussende

    Wie oben erwähnt, wollte ich am Kopf- und Fussende keinen Abschluss haben. Ich fand, dass ein solcher den Hängemattenstoff nur in seiner Bewegung und damit seiner natürlichen Anpassungsfähigkeit an Schultern und Füsse behindert. Stattdessen wollte ich "oben" und "unten" eine Gepäckablage einarbeiten, die gut von der Hängematte aus erreichbar ist.

    Am Fussende kann das Gepäck deponiert werden, auf das man nachts keinen Zugriff benötigt. Am Kopfende können etwas Zusatzkleidung, ein Buch, eine Trinkflasche und andere etwas sperrigere Dinge deponiert werden. Für den Kleinkram steht eine Ridgeline mit Täschchen (Organizer) zur Verfügung. Obwohl sich eine Brücken-Hängematte auch ohne Ridgeline recht gut aufhängen lässt, finde ich die Ridgeline doch auch recht hilfreich, um wirklich jedesmal die gleiche Spannung zu erwischen. Aber da muss ich noch weiter experimentieren.

    Soweit mein erster Bericht. Einige Gedanken nach ersten Tests werde ich später anfügen. Den ersten grösseren Test hat die Hängematte jedenfalls schon mal bestanden (siehe hier).

    Ein paar Fotos der Hängematte - unter anderem mit Gepäckablage - folgen im nächsten Post.
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 02.11.2017, 13:55.
    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

  • #2
    Hier noch ein paar Fotos der (vorerst) fertigen Hängematte. Es kann gut sein, dass ich noch die eine oder andere überschaubare Anpassung vornehme.

    Es spielt keine allzu grosse Rolle, wo ich Kopf oder Füsse platziere - die Hängematte passt sich an:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04683.jpg Ansichten: 1 Größe: 377,0 KB ID: 39239Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04687.jpg Ansichten: 1 Größe: 380,0 KB ID: 39241
    Hier im Bild noch ohne angenähte Gepäckablagen

    Natürlich verändert sich dabei die Belastung von Aufhängung und Stoff. Die Belastung der Aufhängung kann man leicht durch Zupfen am Dog Bone ermitteln. Je höher der Klang, desto höher die Spannung. Klingt eine "Saite" eine Oktave höher als die andere, so würde das bedeuten, dass die Belastung doppelt so hoch ist. Einen so grossen Unterschied konnte ich aber nie feststellen. Es waren stets kleinere Intervalle zu hören. (Wäre eine Bridge nicht etwas für dich, @barfuß?)

    Und hier noch ein paar Eindrücke mit den in einem zweiten Schritt angenähten "Gepäckablagen":

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04899.jpg Ansichten: 1 Größe: 380,9 KB ID: 39240 Gepäckablage am Kopfende

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04893.jpg Ansichten: 1 Größe: 544,6 KB ID: 39242 vom Fussende her betrachtet

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04895.jpg Ansichten: 1 Größe: 587,8 KB ID: 39238 von der Seite her betrachtet (Kopfende links)
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 18.10.2017, 02:18.
    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

    Kommentar


    • barfuß
      barfuß kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      "Wäre eine Bridge nicht etwas für dich, @barfuß?"

      Nee, eine Bridge ist nichts für mich, wie ich seit Mengerschied weiß. Da habe ich probegelegen. Mir ist sie zu kippelig und vorallem in der Mitte zu schmal beim Auf-der-Seite-liegen. Da stört mich das harte Gurtband zu sehr. Ich denke, dass eine Bridge nur für Rückenschläfer interessant sein könnte.

    • Waldläufer70
      Waldläufer70 kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich dachte eigentlich nur wegen meiner musikalischen Erläuterungen an dich. Meine Frage war nicht ganz ernst gemeint. Ich musste einfach beim Schreiben über "Saiten" an dich denken.

      Bei meiner dürftest du zumindest mit der fehlenden Breite keine Probleme haben. Ich denke nicht, dass 100cm zu schmal für deine angewinkelten Beine wären. Ich kann selber nur ganz schlecht auf dem Rücken schlafen, weshalb ich sie bewusst breiter gemacht habe. Die Seitenlage ist deutlich stabiler als in einer Gathered-End-Hängematte, da der Stoff etwas aufgespannt wird. Ich hatte bei ersten Tests mein Knie manchmal ganz leicht auf dem seitlichen Band (was mich persönlich nicht gestört hat), konnte diesem aber auch ausweichen, wenn ich etwas auf die andere Seite der Hängematte gerutscht bin.

      Das klingt recht positiv. Tatsächlich sehe ich bei beiden Ansätzen Stärken und natürlich auch Nachteile, die man in Kauf nehmen muss, wenn man sich für eine bestimmte Bauweise entscheidet.
      Zuletzt geändert von Waldläufer70; 18.10.2017, 00:46.

  • #3
    Wie nicht anders von Dir zu erwarten....... eine wirklich ansehnliche und durchdachte Bridge ​​​​​​

    Was mich noch interessieren würde wäre wie schwer dein Gesamtkunstwerk aber voralem wie schwer die Dutch Spreader Bars sind?

    Ich würde nur noch seitlich ein oder zwei Taschen dran nähen. Die haben sich in der Praxis als sehr komfortabel für allerlei Kleinkram (wie Brille, Kopfleuchte etc.) erwiesen. Aber vielleicht stört es Dich ja gar nicht diese Dinge über Kopf in der Nacht zu suchen. Oh seh gerade hab dass mit der Ridgeline überlesen.

    Ich finde die Idee mit der Gepäckablage genial. Die Koma wie auch deine Matte ist eigentlich lang genug um seinen Rucksack im Fußbereich unter zu bekommen und so handhabe ich dass auch, allerdings verrutscht dieser gerne mal in der Nacht. Daher ist deine Lösung nach dem Abschluss der Matte echt super!
    Never without my Hammock!

    Kommentar


    • Waldläufer70
      Waldläufer70 kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Danke fürs Kompliment. Freut mich, dass sie dir gefällt.

      Rein optisch finde ich die Gepäckablagen nicht unbedingt schön, zumindest nicht, wenn man sie von der Seite sieht. Die elegante Grundform der "Brücke" geht dabei etwas verloren. Ich denke aber, dass sie sich in der Praxis bewähren werden. Kleine Änderungen daran habe ich bereits im Hinterkopf. Mehr davon gibt es bei Gelegenheit weiter unten.

  • #4
    Danke für den ausführlichen Bericht und die Bebilderung. Das sieht nach einer sehr schönen Arbeit aus, an der du lange Freude haben wirst. Mich würde noch interessieren was die gesamte Matte inclusive Stäben wiegt. Den 2.4er Stoff habe ich mir übrigens jetzt auch bestellt, weil auch der Prototyp meiner neuen 1.6er Matte sich als zu schwach erwiesen hat. Nur die allererste gekürzte Matte aus 1.6er hält immer noch.

    Kommentar


    • Waldläufer70
      Waldläufer70 kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Danke fürs Kompliment!

      Schade, dass das Hexon 1.6 nicht ausreichend stabil ist (ausser bei deiner ersten Matte). Ich denke, du wirst das Hexon 2.4 mögen. Ich glaube, du verwendest ja ohnehin eine Isomatte, dann - so denke ich - spielen die Liegeeigenschaften nicht eine ganz so grosse Rolle, da sich punktueller Druck recht gut auf den Stoff verteilen dürfte.
      Zuletzt geändert von Waldläufer70; 20.10.2017, 07:55.

  • #5
    Gerne liefere ich noch die gewünschten Angaben zum Gewicht:

    - Hängematte (mit Ridgeline und Hängetäschchen) im Packbeutel: 480g
    - Spreizstäbe (Spreader Bars): 110cm à 177g (dickere Stange), 92cm à 134g (dünnere Stange) => Total: 311g
    - Aufhängung: variabel, je nach dem, was man verwendet

    Die Stäbe finde ich recht schwer. Ich habe mich für sie entschieden, weil mir das erlaubt hat, eine etwas breitere Hängematte umzusetzen. Ob ich meine leichten Trekkingstöcke von GossamerGear (264g das Paar) auch als Ersatz für die lange Stange (110cm) verwenden könnte, wage ich zu bezweifeln. Aber auch mit meinen Black Diamond Trail (528g das Paar) würde ich einiges an Gewicht sparen: Das wären ja immer noch 47g weniger als 311g (für die Spreader Bars) plus die 264g der leichten Trekkingstöcke. Vielleicht finde ich eine einfache und effektive Möglichkeit, meine stabilen Stöcke als Spreizstäbe zu verwenden.

    Auf weitere Aspekte gehe ich später ein.
    Zuletzt geändert von Waldläufer70; 20.10.2017, 07:55.
    Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

    Kommentar


    • #6
      WOW!!! Super Gerät! Echt jetzt - Chappeau!

      .....und es ist schön, zu lesen, daß auch alten Hasen wie Dir, mal kleinere Planungsungenauigkeiten unterlaufen ...dann komme ich mir beim nächsten mal nicht ganz so dumm vor.:-)

      Die Bilder vom Testhängen sind ebenfalls ganz großes Kino. Immer wieder inspirierend - weiter so und Danke!!!
      - Wer lang hat, lässt gern lang hängen *Ignatius Golz
      - Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre was ich sage? *Koito Yavazuka
      - War doof - merkste selbst ne? *Unbekannter Sozialpädagoge

      Kommentar


      • Waldläufer70
        Waldläufer70 kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Oh, danke fürs Kompliment! Freut mich!

        Ich habe oft das grobe Bild sehr bald klar und deutlich vor Augen und mache mir dazu dann alle notwendigen grundlegenden Gedanken. Bei den kleinen Details entscheide ich dann aber lustigerweise oft recht spontan. Mir ist beispielsweise aufgefallen, dass ich gar nicht mehr sicher bin, ob ich den Stoff 135cm oder doch nur 134cm breit zugeschnitten habe. 130cm plus viermal ein halbes Inch wären nämlich 134cm. Aber vielleicht hatte ich bei der Ausführung auch spontan auf 135cm aufgerundet. Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Und nachschauen kann ich definitiv nicht mehr...

        Ja, das Wetter im Neuenburger Jura war unglaublich schön!
        Zuletzt geändert von Waldläufer70; 18.10.2017, 02:37.

      • Waldläufer70
        Waldläufer70 kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        PS: Denkfehler: 4x 12,7mm ergibt nach Adam Riese rund 50mm. Also habe ich den Zuschnitt definitiv 135cm breit gemacht. Gleich breit wie den Zuschnitt der Gepäckablage. Du siehst, so schnell passiert's...
        Zuletzt geändert von Waldläufer70; 23.10.2017, 09:45.

    • #7
      Zuschnitt des Hängemattenkörpers

      Wenn ich ein Projekt in Angriff nehme, habe ich oft sehr schnell eine klare grobe Vorstellung vom Endprodukt. Die letzten Details bearbeite ich allerdings meistens auf dem Weg der konkreten Entstehung. Manchmal bin ich dann nicht mehr bei allen Details ganz sicher, wie ich sie gelöst habe. Deshalb hier noch eine Ergänzung, bevor die letzten Erinnerungen in die Dunkelheit des Vergessens entschweben:

      Wenn ich die fertige Hängematte messe, komme ich auf eine Länge von knapp 220cm und eine Breite von rund 126cm. Ich schliesse daraus und meine mich auch zu erinnern, dass ich den Hängemattenkörper auf 220cm Länge und 135cm Breite zugeschnitten hatte.

      Kopf- und Fussende habe ich dann in einem ersten Schritt mit einem Einschlag-Umschlag von etwa 12mm gesäumt, was eine Länge des Körpers von rund 215cm ergibt. Durch die bisherige Nutzung hat sie sich aber etwas gedehnt, was man auch an den zahlreichen Querfalten erkennen kann, die sich durch die Nutzung ergeben haben.

      Die doppelte Faltung an den Längsseiten mit dem 15mm breiten Gurtband verbunden mit der Verkürzung der Matte auf ursprünglich etwa 215cm durch die Säume am Kopf- und Fussende erklären, weshalb von den 135cm Breite des Zuschnitts schlussendlich nur etwa 126cm Breite geblieben sind.
      Zuletzt geändert von Waldläufer70; 18.10.2017, 15:03.
      Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

      Kommentar


      • #8
        Eine wirklich gelungene Vorstellung deines Projekts, ist echt gut geworden! Ich freue mich schon auf weitere Berichte, wie sich deine neue Brücke so schlägt.
        Großes Lob - viel Spaß damit!!

        Kommentar


        • Waldläufer70
          Waldläufer70 kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Danke fürs Kompliment. Mache mich gerade auf den Weg in den Wald. Mal schauen, was mir als nächstes an der Hängematte auffällt. Aber vielleicht schlafe ich ja auch ein. Zumindest wäre das auch eine Erkenntnis.

      • #9
        Packsack

        Zufälligerweise passt der allererste beidseitig zu öffnende Packsack, den ich im Juni 2016 aus Hexon 1.6 (Brick Red) genäht hatte, genau zur Hängematte. So nutze ich den vorläufig dafür. Vielleicht ersetze ich ihn mal durch einen aus wasserdichtem Material, der dann auch eine Spur grösser sein dürfte:

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05044.jpg Ansichten: 1 Größe: 424,6 KB ID: 39327Packsack aus Hexon 1.6 in Brick Red

        Der gefüllte Packsack misst etwa 26cm in der Länge und 12,5cm im Durchmesser. Die Aufhängeschlaufen lasse ich beidseitig herausschauen, damit mit den Leinen kein Chaos entsteht.

        Aufhängung

        Wie oben beschrieben habe ich fürs Aufhänge-Dreieck (ein gleichseitiges Dreieck) jeweils zwei Dog Bones in der gleichen Länge wie die Spreader Bars (Spreizstäbe) gespleisst. Diese habe ich mit den beiden Enden eines überlappend gespleissten Dog Bones verbunden (Ankerstich / Cow Hitch). Der Dog Bone selbst bildet dann die Aufhängeschlaufe. Die Ridgeline habe ich - ebenfalls mit einem Ankerstich / Cow Hitch - über die "Dogbone-Schlaufe" gelegt:

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05046.jpg Ansichten: 1 Größe: 234,7 KB ID: 39328 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05047.jpg Ansichten: 1 Größe: 290,4 KB ID: 39331 Befestigung am Kopfende

        Eine Ankerstich-Verbindung mit Amsteel reduziert die Bruchlast des Materials um etwa 15% (Seite 33 im verlinkten Manual). Ob das auch eins zu eins auf die doppelte Ausführung wie hier übertragen werden kann, weiss ich nicht. Nach dieser Rechnung hätte ich jedenfalls rein bei der Verbindung von den 1'400 lbs minimaler Bruchlast des einfachen Amsteel-Blue noch 1'190 lbs übrig, was in meinem Fall etwa das Doppelte sein dürfte, also 2'380 lbs (rund 1'080kg). Diese Verbindung ist also ganz bestimmt nicht die Schwachstelle der Aufhängung!

        Am Fussende habe ich zudem für die verstellbare Schlaufe der verstellbaren Ridgeline - ebenfalls mittels Ankerstich - die beiden Schlaufen eines kleinen überlappend gespleissten Dog Bones aus Lash-It (1,75mm) eingearbeitet:

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05049.jpg Ansichten: 1 Größe: 244,8 KB ID: 39330 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05053.jpg Ansichten: 1 Größe: 263,4 KB ID: 39329 Befestigung am Fussende

        Die zwei ineinander greifenden Ankerstiche bilden eine Verdickung, die dafür ausreicht, dass die Schnüre der Hängematte im Packsack bleiben und nur die beiden Schlaufen herausschauen. So bleibt alles, wo es soll und es bilden sich keine Verwicklungen.

        Wie das bei der Koma von Dendronaut oder anderen Brücken-Hängematten gelöst ist, weiss ich nicht. Ich google eigentlich nur nach Lösungen, wenn ich selber nicht auf eine mich überzeugende Lösung komme. Dabei entgeht mir zwar die eine oder andere gute Idee, dafür bleibe ich bei meinen Projekten wesentlich unvoreingenommener.

        PS: Für die Ridgeline habe ich erstmals das etwas dickere Lash-It (2,2mm) verwendet. Ich finde, dieses lässt sich deutlich schlechter spleissen als das dünnere (1,75mm). Die einzelnen Faserbündel (strands) sind steifer und ich empfand sie als recht widerborstig meinen Spleissversuchen gegenüber.
        Zuletzt geändert von Waldläufer70; 20.10.2017, 07:59.
        Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

        Kommentar


        • #10
          Länge der Hängematte und Ridgeline

          Bei meinem zweiten Test habe ich versucht, die Ridgeline etwas länger einzustellen und damit die Hängematte etwas flacher abzuspannen, um noch etwas flacher zu liegen. Eigentlich gefällt mir das nicht so, wird die Belastung des Materials bei flacherem Abspannen doch zunehmend gross und grösser. Es hat aber alles gut gehalten und bisher kann ich nirgendwo Abnützungsspuren erkennen.

          Es ist übrigens gar nicht so einfach, eine Hängematte flach abzuspannen, wenn man dazu einen eher dünnen Baum verwendet. Der Baum gibt immer ein wenig nach, sobald man sich in die Hängematte legt. Es scheint, das verwendete Bäumchen sei in den acht Tagen nur unwesentlich gewachsen.

          Ich habe nun mal die aktuell eingestellte Ridgeline-Länge gemessen. Zu meinem Erstaunen ist diese sage und schreibe 400cm lang. Zuzüglich der Aufhängeschlaufen komme ich da auf einen minimalen Baumabstand von rund 430cm. Das ist für mich nicht wirklich ein Problem, aber es hat Folgen beim Tarp.

          Tarp

          Vor einiger Zeit hatte ich mir ja ein Hex-Tarp für meine Gathered-End-Hängematten gemacht. Dieses hat eine 12' (366cm) lange Firstlinie und passt wunderbar über meine gut 340cm langen Hängematten. Hier kommt das Tarp aber an seine Grenzen. Einerseits würde ich mir etwas mehr seitliche Abdeckung wünschen (180cm-200cm statt "nur" rund 140cm), was im Übrigen auch für die Gathered-End-Hängematten nichts schaden würde. Aber vor allem würde ich mir eine längere Ridgeline wünschen. Möchte ich die Aufhänge-Dreiecke komplett abdecken können und mir damit zusätzliche Abtropfleinen dafür sparen, so sollte ich wohl eine Ridgeline des Tarps von gegen 5 Yard (457cm) haben. Oder etwas zurückhaltender: 450cm sollten es wohl schon sein.

          Auch frage ich mich, ob eine rechteckige Form nicht sinnvoller wäre. Oder zumindest ein Tarp mit "Türen", um die Hängematte - gerade bei Wind - etwas besser vor Regen zu schützen.

          Ein so grosses Tarp bringt aber auch mehr Gewicht mit sich.

          Wie sind da die Erfahrungen der erfahrenen Brückenhängematten-Nutzer unter uns? Wie schützt ihr eure "Brücke" vor Regen? Ist bei euch das Aufhänge-Dreieck komplett vom Tarp abgedeckt? Oder nutzt ihr für jedes Leine (allenfalls inklusive Ridgeline der Hängematte) eine separate Abtropfleine? Und nicht zuletzt: Welche Form und welche Abmasse hat euer Tarp im Vergleich zur Ridgeline (egal, ob vorhanden oder nur gedacht) eurer Brücken-Hängematte?

          Verkürzung der Hängematte und Reduktion der Belastung

          Natürlich taucht in diesem Zusammenhang auch die Frage auf: Wie könnte man bei einer Brücken-Hängematte Länge einsparen, ohne dabei Komfort einzubüssen?
          • Eine Möglichkeit wäre die Verkürzung des Aufhänge-Dreiecks: Diese Möglichkeit kommt für mich aber nicht in Frage. Dadurch würde die Hängematte nicht nur kippeliger, vor allem würde die Belastung auf die Spreizstangen sehr schnell deutlich zunehmen. Ich möchte da unbedingt bei einem gleichseitigen Dreieck bleiben. (In meinem Fall sind die Seile durch die Belastung noch eine Spur länger geworden. Man könnte sie also noch eine Spur kürzer machen, so dass sie die genau richtige Länge bekommen, nachdem das Geflecht sich gesetzt hat.)
          • Eine weitere Möglichkeit wäre die Verkürzung der Liegefläche: Die rund 215cm der fertigen Hängematte sind inzwischen durch die Dehnung des Stoffes auf fast 220cm angewachsen. Hier wäre sicher ein gewisses Potential vorhanden. Zu kurz möchte ich sie aber sicher nicht haben, denn ich fühle mich nicht gerne eingeengt.
          • Und nicht zuletzt könnte man eine Verkürzung der Hängematte eventuell durch eine tiefere Kettenlinie an den Seiten erreichen: Wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe, so könnte ich die Hängematte stärker durchhängen lassen, wenn die seitlichen Kettenlinien tiefer eingeschnitten wären. Der Hängewinkel wäre dann etwas steiler und damit bräuchten die Aufhänge-Dreiecke weniger Platz. Zudem hätte das den erfreulichen Nebeneffekt, dass das ganze System etwas weniger belastet würde. Der Nachteil wäre dafür, dass von den 100cm Breite an der schmalsten Stelle etwas weniger übrig bleiben würde. Ich denke aber, dass mir da auch 90cm reichen würden. Da wäre sicher etwas zu machen. (Andererseits bedeutet eine tiefere Kettenlinie auch eine längere Kettenlinie. Das muss man sich dabei auch vor Augen führen.)

          Wie schätzt ihr die drei genannten Möglichkeiten ein? Habt ihr weitere Ideen? (Von der erstgenannten Möglichkeit würde ich persönlich auf alle Fälle absehen. Die zweitgenannte wäre allenfalls sinnvoll, weil ich ja auch noch die Gepäckablagen habe, die etwas Raum in der Länge schaffen. Von der dritten Möglichkeit würde ich persönlich mir den grössten Erfolg versprechen.)

          Die Fragen sind für mich vorerst theoretischer Natur. Ich habe nicht vor, mir sofort eine weitere Brücken-Hängematte zu nähen. Aber wer weiss. Zudem können andere vielleicht von den hier gemachten Erfahrungen und Überlegungen profitieren.
          Zuletzt geändert von Waldläufer70; 24.10.2017, 14:13.
          Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

          Kommentar


          • #11
            Ich würde die Hängematte einschließlich Abspanndreiecke lassen, wie sie ist. Wenn an der Abspannung Abtropfschnüre angebracht sind, müssen die Dreiecke nicht komplett vom Tarp bedeckt sein. Ich habe in der rund 220 cm langen KOMA schon erfolgreich unter dem GoLite-Ponchotarp (264x147 cm) abgewettert. Natürlich war das tüchtig knapp, aber es funktionierte.
            Anleitung: Wie binde ich Bilder in einen Beitrag ein? || Erweiterte Suche

            Kommentar


            • Waldläufer70
              Waldläufer70 kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Danke. Ich meine, ich habe hier mal irgendwo ein Foto von deiner Koma mit GoLite Poncho Tarp gesehen (irgendein Ausflug mit Ultraleicht-Leuten oder so). Bei meiner Matte dürfte dieses Tarp, das ich übrigens auch immer dabei habe, etwas knapp werden, da bei mir ja noch die Gepäckablagen dazukommen (inklusive Gepäckablagen bin ich schnell mal bei 260cm bis 270cm Länge). Aber ich könnte es natürlich mal ausprobieren.

              Diese Hängematte lasse ich ohnehin, wie sie ist. Ich dachte eher an Verbesserungen für eine allfällige zukünftige Brücken-Hängematte oder für allfällige Nachahmer.
              Zuletzt geändert von Waldläufer70; 22.10.2017, 14:46.

            • Hammock Goofy
              Hammock Goofy kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Also ich bin bis jezt immer gut gefahren mit einem 3x3 wenn ich es Diagonal genommen hab.
              Sogar bei einem heftigen Sturm ist alles trocken geblieben und der war wirklich heftig. Da der Wind nur seitlich kam hatte ich wohl Glück (was heißt Glück) dachte gleich zerfetzt es mein Tarp.

              Soll heißen ein 3x3 Diagonal ist wohl für viele Wetterbedingungen ausreichend aber ein wenig Glück gehört auch dazu :-)

              Mein neues Tarp (Thunderfly) ist schon bestellt bin gespannt wie es sich im Test mit Brückenhängematte schlägt.
              Ansonsten wird ja auch gern ein Warbonnet SUPERFLY mit Bridge kombiniert. Was ich allerdings nur im Winter nutzen würde und daher wäre es mir die Investition nicht wert. Aber da Du ja auch zu den Näh-DIY 'ern gehörst könntest Du ja auch ein speziell auf deine Bridge abgestimmtes Tarp nähen. Ab die Thunderfly Form mit den kleinen Türen ausreichend ist wird erst die Zeit zeigen. Dafür ist es noch zu kurz auf dem Markt. Aber sobald ich es habe kann ich gerne mal paar detaillierte Bilder machen wieviel Abdeckung bei einer Bridgehammock vorhanden ist.

            • Waldläufer70
              Waldläufer70 kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen. Wenn du magst, würden mich deine Fotos und ein Erfahrungsbericht des Thunderfly (gerade auch im Blick auf Brücken-Hängematten) sehr interessieren. Ich bin zwar (bisher) nicht von Gathered-End- auf Brücken-Hängematten umgestiegen. Aber ich werde meine Brücke auf jeden Fall weiter nutzen. Somit sind für mich alle Erfahrungswerte hilfreich, auch für die Nutzung mit Gathered-End-Hängematten.

              Was das Selbernähen anbelangt: Tatsächlich habe ich bereits überlegt, ob ich aus dem Xenon Sil 1.1 in Coyote Brown ein Tarp für den Winter nähen soll. Am besten mit Abmassen, die für die Brücke und für Gathered-End-Hängematten passen.

              Auch habe ich an einen Underquilt für die "Brücke" gedacht. Zuschnitt des Trägerstoffs mit denselben Abmassen wie die Brückenhängematte, aber einfach etwas kürzer (ca. 200cm lang) und mit etwas stärkerer Kettenlinie. Darauf würde ich dann - wohl mit Karo-Step-Kammern - den Oberstoff mit Rand in gewünschter Dicke anbringen. Den Quilt könnte ich dann einfach über die Metallspitzen der Spreizstangen oder die Dornen der Titan-Teile hängen. Mal schauen... Das braucht ja auch alles immer etwas Zeit. Und bisher war ich auch gar nicht gross der Winter-Camper...
              Zuletzt geändert von Waldläufer70; 22.10.2017, 16:22.

          • #12
            Auf der Seite liegen

            Die Meinungen darüber, wie gut man in einer Brücken-Hängematte auf der Seite liegen / schlafen kann, scheinen auseinander zu gehen. Gerade mit stark angewinkelten Beinen kommen die Oberschenkel / Knie oft auf das straff gespannte, harte Gurtband zu liegen.

            Das ist bei meiner Brücken-Hängematte nicht der Fall. Bleibe ich ganz in der Mitte liegen, so kann es etwas knapp werden. (Mich persönlich stört das Gurtband am Bein nicht wirklich.) Rutsche ich nur wenig auf die andere Seite, so finden die angewinkelten Beine problemlos auf dem mindestens 100cm breiten Hängemattenkörper Platz:

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05088.jpg Ansichten: 1 Größe: 275,6 KB ID: 39432 Mit den Beinen in Richtung Fussende ...

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05093.jpg Ansichten: 1 Größe: 266,6 KB ID: 39431... und zur Abwechslung mal in Richtung Kopfende


            Beim Liegen respektive Schlafen auf der Seite fand ich das Hexon 2.4 an der Schulter etwas hart. Es wurde deshalb mit der Zeit etwas unbequem. Vielleicht wäre das etwas elastischere Hexon 1.6* doch die bessere Wahl gewesen? Insgesamt bin ich aber mit dem Hexon 2.4 sehr glücklich.

            * Bei Gathered-End-Hängematten muss ich beim Hexon 1.6 immer eine leichte Kurve in den Stoff am Kopf- und am Fussende schneiden, um keine Rückenschmerzen zu bekommen. Deshalb wollte ich bei meiner ersten Brücke unbedingt auf das Hexon 2.4 zurückgreifen.

            Auf dem Bauch liegen

            In meiner zweiten Testnacht habe ich versucht, auf dem Bauch zu liegen und auch so zu schlafen. Das geht, wenn ich die Hängematte ausreichend straff abspanne. Nach meinem Geschmack hänge ich aber etwas zu sehr im hohlen Kreuz. Vielleicht gelingt es besser, wenn ich das nächste Mal einen etwas dickeren Baum wähle, der weniger nachgibt. Jedenfalls bin ich auch auf dem Bauch eingeschlafen, aber nach einiger Zeit wieder aufgewacht. Ich war dann froh, wieder eine andere Position einnehmen zu können.

            Rückenlage / Vorläufiges Fazit

            Insgesamt finde ich meine Brücken-Hängematte in Rückenlage oder ganz leicht auf eine Seite geneigt (allenfalls als "Ballerina" mit einem angewinkeltem Bein) am bequemsten. Aber auch die Seitenlage ist gut möglich, einfach nicht zu lange am Stück wegen dem Druck auf die Schulter.
            Zuletzt geändert von Waldläufer70; 28.12.2017, 15:14.
            Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

            Kommentar


            • #13
              Spannung der Ridgeline

              Immer wieder habe ich die Beobachtung gemacht, dass die Ridgeline sich entspannt, wenn ich mich in die Hängematte lege. Das hat mich anfangs irritiert, denn bei all meinen Gathered-End-Hängematten verhält sich das eher umgekehrt: Dort nimmt die Spannung der Ridgeline eher zu, wenn ich mich in die Hängematte lege. Nachdem ich bei der Brücken-Hängematte aber immer wieder die Erfahrung gemacht hatte, dass die Spannung abnimmt, habe ich beschlossen, die Ridgeline mittels Mini-Karabiner am Kopfende der Hängematte zu befestigen.

              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05220.jpg Ansichten: 1 Größe: 321,0 KB ID: 39434Befestigung der Ridgeline am Kopfende

              Damit der Karabiner einfach ein- und ausgehängt werden kann, habe ich - gleich wie am Fussende - ebenfalls einen kleinen überlappend gespleissten Dog Bone eingebaut.

              HammockGear Incubator als Underquilt

              Vielleicht ist einigen aufgefallen, dass ich die Titan-Teile mit dem Dorn nach oben an der Hängematte befestigt habe. Das ist kein Fehler, sondern so beabsichtigt. Der Dorn dient dem Einhängen des Underquilts. Vermutlich ist die Idee, ihn umgekehrt an der Hängematte zu befestigen. Ich hatte mich dafür entschieden, ihn nach oben schauen zu lassen:
              • Der Dorn ist dann aus der Hängematte leichter zugänglich. Ein allfälliges Nachjustieren der Gummischnüre ist leichter möglich, wenn der Dorn nach oben zeigt.
              • Zudem hatte ich die Absicht, vorerst den Incubator von HammockGear als Underquilt zu verwenden. Dieser ist eigentlich für Gathered-End-Hängematten gedacht. Entsprechend verfügt er über ein vollständig umlaufendes Gummiseil. Meine Idee war, dieses Gummiseil über die Aufhänge-Dreiecke zu legen und dann in die Dornen der Titan-Teile einzuhängen.
              Dummerweise war dann die nachträglich angebrachte Ridgeline im Weg, weshalb Gummiseil und Gepäckablagen einander jeweils in die Quere kamen. Das Gummiseil drückte die Gepäckablage nach oben:

              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC04860.jpg Ansichten: 1 Größe: 371,2 KB ID: 39437 Gummiseil drückt Gepäckablage nach oben

              "Dumm gelaufen!", dachte ich zuerst. Der Mini-Karabiner gibt mir nun die Möglichkeit, den Underquilt wie ursprünglich geplant an der Hängematte anzubringen:

              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05273.jpg Ansichten: 1 Größe: 224,4 KB ID: 39435 Gummiseil wird um den "Pole Tip" gelegt und sitzt auf dem Dorn

              Der Quilt sitzt nun schön unter der Hängematte und die Gepäckablagen können frei durchhängen. So soll es sein:

              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05249.jpg Ansichten: 1 Größe: 474,0 KB ID: 39436
              Underquilt in Position mit frei hängenden Gepäckablagen: am Kopfende zwei Jacken, Telefon, Kamera und eine Wasserflasche, am Fussende der (fast) leere Rucksack

              Schlussendlich nutze ich nun aber die Dornen gar nicht (siehe Bild oben): Ein unter dem Dorn eingehängtes Gummiseil kann nicht mehr verrutschen, was die Bewegungsfreiheit des Quilts einschränkt. Es reicht, das Gummiseil einfach über den Metallstift des Spreizstabes zu hängen. So bleiben die Gummiseile beweglich und Spannungen können sich viel besser ausgleichen.

              Die Seiten des Underquilts, da für eine Gathered-End-Hängematte konzipiert, sind an der Brücken-Hängematte etwas lose. So habe ich beim zweiten Test die seitlichen Ösen genutzt, um den Quilt zusätzlich nach oben abzuspannen:

              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05217.jpg Ansichten: 1 Größe: 273,7 KB ID: 39438
              Gummiseil wird am Kopf- respektive Fussende der Hängematte (Aufhänge-Dreieck) eingehängt (vgl. auch erstes Foto in diesem Post)

              Die Lücke zwischen Hängematte und Quilt ist dadurch deutlich kleiner geworden. Ob er so allerdings besser isoliert, kann ich nicht sagen, denn die zweite Testnacht war - trotz mehr Wind - deutlich wärmer, was ich an der warmen Nasenspitze feststellen konnte. In der zweiten Testnacht brauchte ich jedenfalls - ganz anders als in der ersten - keine Jacke und mir war immer schön warm.
              Zuletzt geändert von Waldläufer70; 26.10.2017, 01:18.
              Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

              Kommentar


              • barfuß
                barfuß kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Zitat von Waldläufer70 Beitrag anzeigen
                Spannung der Ridgeline Immer wieder habe ich die Beobachtung gemacht, dass die Ridgeline sich entspannt, wenn ich mich in die Hängematte lege. Das hat mich anfangs irritiert, denn bei all meinen Gathered-End-Hängematten verhält sich das eher umgekehrt: Dort nimmt die Spannung der Ridgeline eher zu, wenn ich mich in die Hängematte lege.

                Komisch: wenn ich mich in meine GE lege, wird die Ridgeline immer deutlich lockerer, aber nie straffer.

              • Waldläufer70
                Waldläufer70 kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Das ist interessant. Bei mir wird sie in der Regel straffer. Bei den Hängematten mit Kurve verhält es sich etwas variabler, je nach dem, wie ich mich hineinlege. Gut zu wissen, dass es da Unterschiede gibt. Danke für den Hinweis.

              • Waldläufer70
                Waldläufer70 kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich im Verhältnis zu meinen Gathered-End-Hängematten länger bin als du im Verhältnis zu deinen. So "verlängere" ich die Ridgeline, wenn ich mich hineinlege, während du sie dabei eher "verkürzt". Das müsste man mal mit zwei deutlich verschieden langen Menschen ausprobieren.

            • #14
              Ich habe mich damals auch gerade weil ich meist Seitenschläfer bin für eine Bridgehammock entschieden und bin nach wie vor super zufrieden. Hab keine Probleme mit den Knien, aber die Koma ist auch relativ weit geschnitten
              Zuletzt geändert von Hammock Goofy; 22.10.2017, 16:09.
              Never without my Hammock!

              Kommentar


              • Waldläufer70
                Waldläufer70 kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Beim Bauplan von Dendronaut (Link im allerersten Eröffnungspost) steht, dass die "Koma" an der schmalsten Stelle 76cm breit ist. Das ist sicher auch eine ganz ansehnliche Breite. Ich wollte bei meiner unbedingt ein ganzes Stück mehr Breite haben, um allfälligen Problemen beim Liegen auf der Seite vorzubeugen. Rund 100cm (mit Rand) sind es schliesslich - jetzt, wo der Stoff etwas gedehnt ist - geworden. Da wäre durchaus noch Raum für eine etwas tiefer eingeschnittene Kettenlinie an den Seiten.
                Zuletzt geändert von Waldläufer70; 23.11.2017, 08:43.

              • Hammock Goofy
                Hammock Goofy kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Ah stimmt, hatte gerade noch überlegt Dir anzubieten mal mein Warbonnet Linx auszumessen. Aber wenn deine Bridge breiter ist kannst du die Maße ja eh nicht 1/1 übernehmen.

              • Waldläufer70
                Waldläufer70 kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Passt der Lynx denn für die Koma? - Dann wäre dennoch interessant, die genauen Masse der Koma und des "Luchses" zu haben. Aber mach' dir nicht extra die Arbeit. Ich kann ja bei Bedarf nachfragen. Danke.
                Zuletzt geändert von Waldläufer70; 22.10.2017, 22:36.

            • #15
              Warum hast du überhaupt eine Ridgeline angebracht? Wenn ich mich richtig erinnere, haben weder die kommerziellen Brückenhängematten eine Ridgeline, noch die von Professor Grizz (?).

              Kommentar


              • Waldläufer70
                Waldläufer70 kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Professor Hammock (GrizzlyAdams auf hammockforums.net) nutzt bei seiner aktuellen Ariel auch eine Ridgeline (ab 03:12):



                Seine Brücken-Hängematte scheint ähnlich aufgebaut zu sein wie meine. Das gilt aber nur auf den ersten Blick.

                Bei seiner sind die Spreizstäbe etwas gegen das Zentrum verschoben. Er verringert dadurch die Belastung der Spreizstäbe (in Bezug aufs Aufhänge-Dreieck) und platziert sie damit dort, wo der Körper am breitesten ist: bei den Schultern. So holt er maximale Breite bei relativ geringer Belastung der Spreizstäbe heraus. Auf diesem Weg kann er die Hängematte vergleichsweise kurz halten. Die "Verlängerung" ist bei ihm Teil der Liegefläche und ein tragendes Element.

                Bei mir dient die angenähte "Verlängerung" der Hängematte dem Zweck, die Bewegungsfreiheit des Stoffes unter dem Spreizstab nicht zu behindern. Zudem dient sie als Gepäckablage, was sich bisher bewährt hat. Natürlich wird die Hängematte dadurch etwas länger.

                Für die Ridgeline zählt er die gleichen Gründe auf, die auch ich bereits genannt habe: Man kann an ihr leichte Ausrüstung befestigen (Ridgeline Organizer), sie hilft aber auch dabei, die Hängematte immer mit der gleichen Spannung aufzuhängen und damit die Unterstützung von Becken und Gesäss bei jedem Aufbau möglichst gleich zu haben.
                Zuletzt geändert von Waldläufer70; 07.12.2017, 11:25.

            Adsense 2

            Einklappen
            Lädt...
            X