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90° Hängematte in der Praxis

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  • 90° Hängematte in der Praxis

    Ich hatte diesen Sommer viele Gelegenheiten zum Hängematten-Camping mit meiner selbstgenähten 90°-Matte - ich nenne sie ihrer Form wegen mal Modell Shark -, von denen ich etwas ausführlicher berichten möchte.

    Zunächst ist allerdings von einer herben Enttäuschung zu erzählen. Nachdem ich das von Hammocktent angekündigte, aber bislang anscheinend nur von mir realisierte Konzept der Shark Anfang des Sommers mit dem Hexon 1.6er Stoff erfolgreich umgesetzt hatte, nahm ich mir wie berichtet ja vor, die gleiche Matte noch einmal aus dem dünneren Hexon 1.0 Material herzustellen. Ich bestellte also Stoff bei Dutch, verbesserte die Zackenform, indem ich die äußeren Zähne etwas anschrägte, erstellte Schablonen für die kommende Serienproduktion,
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    schnitt den Stoff zu, nähte mit viel Akribie den Außensaum, spleißte die 1mm Kanirope-Dyneema-Schnüre an die Zacken und nahm stolz wie nur je ein Hängemattenbesitzer es sein kann in einer Matte von sage und schreibe 120 Gramm Gewicht Platz. Ihr könnt euch denken, was dann passierte. Nachdem ich die Liegeprobe mit inliegender Isomatte absolviert hatte, legte ich mich ohne Isomatte rein und vernahm bald nach dem ersten Räkeln ein wirklich ekelhaftes Geräusch, bevor ich unsanft zu Boden glitt...

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    Seitdem weiß ich, dass dem Traum vom leichten Equipment, den alle haben, die nicht mit dem Auto zum Hängplatz vorfahren, sondern manchmal tagelang mit dem Rucksack unterwegs sind, vom Material Grenzen gesetzt sind, die man nicht unterschreiten sollte.
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  • #2
    Aber nun zu den erfreulicheren Erlebnissen. Ich war dieses Jahr vor allem in den Bergen unterwegs, knapp unterhalb, aber auch oberhalb der Baumgrenze und hab jede Menge Erfahrungen sammeln können, wie man eine Hängematte an schrägen Hängen abspannt.
    Das erste Szenario war das einfachste, ist aber auch relativ selten anzutreffen. Beide Bäume stehen am Hang auf einer Höhe und die Geographie erlaubt es, dass man annähernd normal ein- und aussteigen kann. Hier zeigt sich aber bereits deutlich der Vorteil der 90°-Konstruktion, denn man kann bereits ab einem Baumabstand von 1,80 m hängen.
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    Im anderen Fall ist man unten im Tal drin und findet dort relativ ebenes Gelände. Manchmal muss man bei dem ohrenbetäubenden Geräusch schlafen, das Bergbäche in regenreichen Sommern entwickeln. Seit dieser Nacht weiß ich auch, dass ich meinem selbstgenähten Tarp auch bei Sturzregen vertrauen kann.

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    Wunderschöne Stellen findet man mittendrin im Hangwald. Aber nach denen muss man suchen und braucht dann einige Phantasie, um sich abzuspannen.

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    An dieser Stelle hat mich sehr beruhigt, dass unter der Matte weicher ebener Waldboden war, der einen im Fall "alle Stricke reißen" sanft aufgefangen hätte.

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    Wenn man in Höhen über 2000 m vordringt, hilft aber manchmal alles nichts und man muss runter...

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    • #3
      Das spektakulärste Szenario hatte ich an einem 60°-Hang im Kiental. Davon erzählt u. a. dieses Video:
      Zuletzt geändert von Seitenschläfer; 11.09.2017, 16:54.

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      • Hammock Goofy
        Hammock Goofy kommentierte
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        Richtig schöne Hängplätze dabei! Ich habe bis jetzt bei meinen Bergtouren immer nur auf Hütten übernachtet.
        Muss es auch irgendwann mal mit Hängematte schaffen. So ein Sonnenuntergang oder Aufgang in der Hängematte mit Bergpanorama ist bestimmt ein Traum!

      • Seitenschläfer
        Seitenschläfer kommentierte
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        Dieser Morgen begann in der Tat im Traum - weil ich den Sonnenaufgang leider verschlafen habe. Das lag auch daran, dass ich zweimal nachts pinkeln musst - bei Temperaturen von 3 - 4°. Das Ein- und Aussteigen war eine ziemlich riskante Prozedur, weil ich vom Kopfende her einsteigen musste (macht sich bei einer 90° Matte ziemlich blöd) und immer an das Geräusch denken musste, als die 1.0er Matte gerissen ist...

      • Hammock Goofy
        Hammock Goofy kommentierte
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        In der Lage und mit dem Albtraum im Nacken hätte ich wahrscheinlich auf meinen Klettergurt zurück gegriffen. Wobei ich auch noch nie Ausprobiert hab wie bequem oder wie unbequem sich das beim schlafen in der Hängematte anfühlt. :-) Jedenfalls will ich so einen "ultimate Hang" in exponierter Lage auch mal erleben. Am besten im wirklich alpinen Gelände wo nur ganz vereinzelt ein paar Bäume stehen.

    • #4
      Eine Menge Erfahrungen habe ich auch mit den neuen Aufhängematerialien von Dutch sammeln können: dem Spider Web 2.0, den Beetle Buckles und den Dutch Clips zum einnähen.
      Die Frage, die ich mir anfangs schon gestellt habe lautet: braucht man das wirklich? Immerhin kostet diese Aufhängelösung sage und schreibe 78,50 $ - ohne Steuern und Versandkosten. Ich habe mich letztlich dafür entschieden, weil ich für den Stoff der Matte selber nur 18 $ bezahlt habe (die in den Wind geschossenen 20 $ für den 1.0er Stoff verbuche ich als Lehrgeld). Dafür bekommt man dann ein Set mit 2,40 m langen Baumgurten, das sich blitzschnell aufbauen und kinderleicht regulieren lässt und sage und schreibe 70 g wiegt.
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      Über einige Nachteile dieses Setups wird man auf der Homepage von Dutch aber erst seit kurzem informiert: "Please note Dyneema has not tested well with Cinch Buckles or other buckle style hardware."
      Was bedeutet das konkret? Die glatten dünnen Dyneema-Bänder halten nicht immer auf den Beetle Buckles und rutschen durch.
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      Ich war zunächst stocksauer als ich das bemerkt habe. Dann fand ich heraus, dass man relativ leicht Abhilfe schaffen kann, wenn man nach dem Aufspannen und regulieren noch einen Knoten in das Dyneema Webbing macht. Der verhindert dann sicher, dass etwas durchrutscht. Dyneema knoten geht in diesem Fall übrigens ganz bestimmt. Ein weiterer Nachteil der neuen blauen Bänder ist ihre Knitteranfälligkeit. Es ist dringend zu raten, dass man das Band nach jeder Benutzung sorgfältig aufwickelt, sonst kommt es ganz schnell zu einem Gehedder, mit dem weder die Dutch Clips noch der Beetle Buckle zurande kommen.

      Ähnliches gilt übrigens für die Zing-it Schnur von Dutch. Ich hatte in den Kommentaren auf Dutchs Seite zu dieser astreinen Schnur gelesen, dass sie mit den Line Locs benutzt werden kann. Stimmt aber nicht, rutscht auch durch. Aber auch hier kann man sich behelfen, indem man direkt hinter die abgespannte Schnur einen Knoten setzt, der auch ganz leicht wieder aufzuziehen geht.
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      Zuletzt geändert von Seitenschläfer; 12.09.2017, 10:58.

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      • #5
        Ganz tolle Fotos und Beschreibungen. Das Kiental kenne ich noch von früher: Winter- und Sommerferien!

        Ich verstehe deinen Ärger wegen dem Dyneema-Band. Allerdings muss ich Dutch insofern in Schutz nehmen, als er bereits beim Video, in dem er das neue Produkt vorgestellt hat, in einem Kommentar auf die Schwierigkeit hingewiesen hatte. Auf der Website, so meine ich mich zu erinnern, war damals vermerkt, dass sie das Band noch auf seine Tauglichkeit mit Schnallensystemen am Testen seien. Jetzt steht, dass die Tests negativ ausgefallen seien. (Ich hoffe, ich täusche mich da nicht.) Ärgerlich ist es auf jeden Fall, v.a. wenn man erwartet hatte, dass es hält!

        Hier im Forum wurde übrigens darüber auch zur ersten Stunde diskutiert.

        Mit dem Lash-It / Zing-It (1.75mm, es gibt ja auch die 2.2mm-Version) habe ich dieselbe Erfahrung gemacht. Sobald man eine gewisse Spannung überschreitet, rutscht die Schnur durch. Ich bin deshalb nun auf dynaGlide umgestiegen. Das hält bombenfest.
        Zuletzt geändert von Waldläufer70; 11.09.2017, 18:26.
        Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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        • Seitenschläfer
          Seitenschläfer kommentierte
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          Ich habe mich wahrscheinlich etwas zu negativ ausgedrückt. Ich finde das neue Dyneema-Band absolut super und möchte es jedem empfehlen, der auf der Suche nach dem leichtesten Baumgurt auf dem Markt ist. Die genannten Nachteile liegen auf der Hand, aber wenn man mal genauer drüber nachdenkt kann es gar nicht anders sein, als dass ein so dünnes Material durch die Buckles durchrutscht, wenn man es am losen Ende nicht sichert. Und das ist durch den Knoten völlig unkompliziert möglich. Die immensen Vorteile liegen darin, dass man damit ein enorm dehnungsarmes Material hat, das kein Wasser aufnimmt und sich äußerst präzise einstellen lässt. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte am Steilhang im Kiental lediglich einen normalen Nylon-Baumgurt zur Verfügung gehabt, dann hätte das Feintuning - dass ich nämlich mit dem Kopf ganz knapp überm Boden hänge, damit die Füße im Fall eines Sturzes nicht aus unnötig großer Höhe runterknallen - Ewigkeiten gedauert. Danke für den Hinweis auf den anderen Thread und das DynaGlide.
          Zuletzt geändert von Seitenschläfer; 11.09.2017, 21:26.

      • #6
        Zitat von Seitenschläfer Beitrag anzeigen
        Ähnliches gilt übrigens für die Zing-it Schnur von Dutch. Ich hatte in den Kommentaren auf Dutchs Seite zu dieser astreinen Schnur gelesen, dass sie mit den Line Locs benutzt werden kann. Stimmt aber nicht, rutscht auch durch. Aber auch hier kann man sich behelfen, indem man direkt hinter die abgespannte Schnur einen Knoten setzt, der auch ganz leicht wieder aufzuziehen geht.
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        Würde dieser auf Slip gelegte Knoten nicht auch beim Dyneema-Webbing ausreichen? Ich vermute zwar, dass du das ausprobiert hast und es eben nicht gereicht hat.

        Danke für deine Hinweise zu diesem Produkt. Insbesondere die Knitteranfälligkeit hat mich davon überzeugt, dass ich das nicht brauche.
        Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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        • Seitenschläfer
          Seitenschläfer kommentierte
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          Den - sehr lockeren - Knoten habe ich beim Webbing ganz bewusst gesetzt. Einen Slip müsste man festziehen. Bei dem dünnen Band wäre das kontraproduktiv, weil alles verknittert. Den Knoten mache ich auch nur ganz locker. Oftmals hält alles auch ohne durchzurutschen. Das Durchrutschen lag in dem Fall wohl auch am Regen.

        • Waldläufer70
          Waldläufer70 kommentierte
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          Danke, das klingt einleuchtend.

      • #7
        Zitat von Seitenschläfer Beitrag anzeigen
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ID: 37449
        Was ich mich noch gefragt habe: Aus welchem Grund hast du zwischen den "Zähnen" eine Lücke gelassen? Dadurch verlierst du ja nicht nur wertvolle Stabilität durch mehr Stoff, sondern schwächst den Stoff durch die horizontale Naht noch zusätzlich. Würde sich die Last ohne diese Lücken nicht gleichmässiger auf den gesamten Stoff verteilen? So verschenkst du ja um die 25% der möglichen maximalen Stoffbreite.

        Nichts desto trotz: Das Hexon 1.0 ist schon ein feines Stöffchen. Das Risiko des Einreissens lässt sich wohl nicht ausschliessen. Schade, dass es nicht gehalten hat. Vor allem schade um die ganze liebevolle Arbeit!
        Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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        • Waldläufer70
          Waldläufer70 kommentierte
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          Und wenn du diese Säume mehr rund statt eckig umnähen würdest? Dann hättest du weniger horizontal verlaufende Nähte. Es ist klar, dass der Bereich zwischen den Zähnen weniger belastet ist. Die Hauptzugkräfte verlaufen in der Verlängerung der Spitzen nach unten. Wenn der Stoff aber mal zu reissen beginnt, dann - so vermute ich - bilden die Polyesterfäden der horizontalen Nähte quasi eine Weiterreisshilfe. Der Polyesterfaden ist ja stärker als die einzelnen Ripstop-Fäden des Stoffes. Aber letztlich ist das nur eine Vermutung ohne jeden praktischen Hintergrund.

        • Seitenschläfer
          Seitenschläfer kommentierte
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          Die Überlegung zur Naht als Weiterreißhilfe klingt zwar einleuchtend aber tatsächlich ist der Stoff knapp daneben gerissen. Das hat mich letztlich zu der Überlegung gebracht, dass das 1.0er Material mit den Kräften, die an einer 90° Matte auftreten, überfordert ist. Was die Form der Nähte betrifft: An der 1.6er Matte, die seit zwei Monaten regelmäßiger Benutzung standhält, sehe ich, dass an der Form der Zacken vorerst nichts verändert werden muss.
          Zuletzt geändert von Seitenschläfer; 11.09.2017, 22:27.

        • Waldläufer70
          Waldläufer70 kommentierte
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          Ich habe mich nur gefragt: Weshalb reisst der Stoff in unmittelbarer Nähe der Nähte und nicht zum Beispiel ein paar Zentimeter weiter unten? Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die "Zähne" nicht immer genau senkrecht nach oben ziehen, sondern - je nach aktueller Belastung - auch mal leicht schräg. Sobald das passiert, wirken links oder rechts der "Zähne" natürlich enorme Kräfte. Wenn es dann mal - falls es daran liegt - in unmittelbarer Nähe der Nähte zu reissen beginnt, dann setzt sich so ein Riss schnell über eine längere Strecke fort. Je breiter die Basis der Zähne wäre, desto geringer wären die geschilderten Kräfte. Deshalb auch mein Gedanke, die Basis breiter zu machen. Aber ich habe inzwischen verstanden, weshalb das nicht geht. Allenfalls wäre es eine minime Verbesserung, wenn man die Einbuchtungen runder nähen könnte. Aber wie du sagst: Das Hexon 1.0 ist wahrscheinlich ohnehin am Limit; viel mehr lässt sich da wohl nicht mehr herausholen. (Ich selber finde ja das Hexon 1.6 - das kenne ich persönlich - schon recht fein.) - Ist der Gewichtsunterschied der gesamten Matte denn so gross? So eine 90°-Matte hat ja keine allzu grosse Stofffläche. Ich denke, da könnte man sogar mit Hexon 2.4 arbeiten und die Matte wäre immer noch relativ leicht.

      • #8
        Den Gedanken mit 2.4er hatte ich auch sofort. Aber die 1.6er hält und hält und hält. Ich habe jetzt erst mal 14 yard 1.6er bei Dutch bestellt, um für kommende Hängematten-Projekte Vorrat zu haben. Dazu gehört auch eine 3,5 m lange Gathered End, weil ich mit dieser Normalform der Hängematte bislang keinerlei Erfahrungen habe.

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        • #9
          Zitat von Waldläufer70
          Ich habe mich nur gefragt: Weshalb reisst der Stoff in unmittelbarer Nähe der Nähte und nicht zum Beispiel ein paar Zentimeter weiter unten? Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die "Zähne" nicht immer genau senkrecht nach oben ziehen, sondern - je nach aktueller Belastung - auch mal leicht schräg. Sobald das passiert, wirken links oder rechts der "Zähne" natürlich enorme Kräfte. Wenn es dann mal - falls es daran liegt - in unmittelbarer Nähe der Nähte zu reissen beginnt, dann setzt sich so ein Riss schnell über eine längere Strecke fort. Je breiter die Basis der Zähne wäre, desto geringer wären die geschilderten Kräfte.
          Stoff und Seile reissen immer unterhalb der belasteten Stelle. Jedenfalls war das auf allen Bildern die ich gesehen habe so. Ich denke dass Seitenschläfer Recht hat: der 1.0oz Stoff ist einfach nicht robust genug für diese Art der Belastung. Vermutlich müsste man mehr Zähne einbauen um die punktuelle Belastung zu verringern. Dann ging es vielleicht auch mit einem so leichten Stoff. Aber die Frage ist, ob der Gewichtsvorteil dann nicht vom Gewicht der zusätzlichen Schnüre aufgefressen wird.

          Worüber man auch nachdenken könnte wäre eine Konstruktion die in die Richtung von der Draumr geht, bei der der mittlere Teil der Hängematte vom Stoff selbst getragen wird. Die Zähne kann man in den äußeren Bereichen beibehalten, um die Instabilität der Draumr zu vermeiden.

          Eine andere Frage ist, ob rechteckige Zähne die Kräfte vielleicht besser verteilen.

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          • #10
            Seitenschläfer - wenn du nochmal bereit bist Geld zu investieren um möglicherweise etwas Gewicht einzusparen, könntest du es mit dem neuen 1.1oz MTN Ripstop Nylon 6.6 XL von Ripstopbytheroll versuchen. Zum einen ist das ein 30D Stoff, der genau in der Mitte vom 1.0oz Hexon (20D) und vom 1.6oz Hexon (40D) liegt; zum anderen ist der aus 6.6 Nylon gewebt, was robuster als das normale Nylon ist. Ich glaube das neue Hexon wird auch aus 6.6 Nylon gemacht, aber noch nicht durchgängig.

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            • #11
              Danke für den Hinweis mit dem Stoff. Ich habe jetzt erst mal bei Dutch bestellt und sehe wie weit ich damit komme. Was das 6.6er Nylon bin ich immer noch ein gebranntes Kind. Denn daraus ist auch der der Hängemattenstoff von Extex (im neuen Shop sieht man, dass er aus Polen kommt), der sich bei meiner ersten Matte so aufgezogen hat. Aber qualitätsmäßig spielt der 1.1er von Ripstopbytheroll sicherlich in einer anderen Liga.

              Die Draumr ist soweit ich sehe ein riesiges und deshalb schweres Stoffmonster, die mit einer Unzahl von Gimmicks ausgestattet wurde, die ich zum großen Teil nicht brauche - und bei der die Füße auch in der neuen Version ziemlich eingequetscht werden. Ich bin genauso groß wie der Sacki, und was ich da in seinen Videos gesehen habe, spricht mich nicht so sehr an.
              Zuletzt geändert von Seitenschläfer; 12.09.2017, 12:27.

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              • #12
                Zitat von Seitenschläfer Beitrag anzeigen
                Die Draumr ist soweit ich sehe ein riesiges und deshalb schweres Stoffmonster, die mit einer Unzahl von Gimmicks ausgestattet wurde, die ich zum großen Teil nicht brauche - und bei der die Füße auch in der neuen Version ziemlich eingequetscht werden. Ich bin genauso groß wie der Sacki, und was ich da in seinen Videos gesehen habe, spricht mich nicht so sehr an.
                Ich denke auch, dass da von Herbst bis Frühling kalte Füsse vorprogrammiert sind. Ich habe einen Biwacksack, in dem wird mein Quilt ebenso zusammengedrückt, wenn ich die dicke Matte darin nutze. Das gibt schon nach kurzer Zeit sehr kalte Füsse!
                Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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                • #13
                  Zitat von Seitenschläfer Beitrag anzeigen
                  Danke für den Hinweis mit dem Stoff. Ich habe jetzt erst mal bei Dutch bestellt und sehe wie weit ich damit komme. Was das 6.6er Nylon bin ich immer noch ein gebranntes Kind. Denn daraus ist auch der der Hängemattenstoff von Extex (im neuen Shop sieht man, dass er aus Polen kommt), der sich bei meiner ersten Matte so aufgezogen hat.
                  Ich dachte der hat sich auf Grund der Verarbeitung aufgezogen? Und gerissen ist er nicht, oder doch?

                  Abgesehen davon spielen eine Menge Faktoren eine Rolle. Die Stärke der Fäden ist das eine, die Art und Dichte der Webung das andere. Dummerweise gibt es halt nicht viele Erfahrungswerte für das 90°-Design.

                  Die Herkunft halte ich im Übrigen nicht für wichtig. Das Hexon kommt mit Sicherheit aus China. Ist es deshalb ein minderwertiger Stoff?

                  Zitat von Seitenschläfer Beitrag anzeigen
                  Die Draumr ist soweit ich sehe ein riesiges und deshalb schweres Stoffmonster, die mit einer Unzahl von Gimmicks ausgestattet wurde, die ich zum großen Teil nicht brauche - und bei der die Füße auch in der neuen Version ziemlich eingequetscht werden. Ich bin genauso groß wie der Sacki, und was ich da in seinen Videos gesehen habe, spricht mich nicht so sehr an.
                  Ich hab ja nicht gesagt, dass du die Draumr so wie sie ist kopieren sollst. Aber die Tatsache, dass sie in der Mitte keine Schnüre hat, macht sie vermutlich robuster. Vielleicht kannst du jeweils das Beste der beiden Ansätze nehmen und zusammen führen.

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                  • #14
                    Ich glaube nicht, dass es an meiner Verarbeitung lag, denn ich habe die Nähte ziemlich ähnlich gesetzt wie bei der Hammocktent. Ein Fingernageltest, den ich auch fotografiert hatte, hat mir außerdem gezeigt, dass der Stoff nichts taugt - auch im direkten Vergleich zum leichteren Hexon 1.6. Diese Runde geht meiner Ansicht nach eindeutig an China.

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                    • #15
                      Jetzt hab ich den alten Thread nochmal ausgegraben. In den Fotos dort sehe ich keine Sägezähne sondern Stoffschlingen. Die Belastung dürfte also nicht 1:1 vergleichbar sein. Und der Fingernageltest sagt nur etwas über die Webung aus, nicht über die Stärke der einzelnen Fäden. Der ExTex-Stoff ist aus dickeren und damit stärkeren Fäden gewebt, aber weniger dicht. Natürlich verhält er sich deshalb anders an ein Stoff aus dünneren Fäden der dichter gewebt ist. Für Gathered End Hängematten hat sich der ExTex-Stoff bewährt. Ich finde die Liegeeigenschaften z.B. deutlich besser als die vom 1.6oz Hexon. Ich würde auch nicht behaupten, dass der Stoff von einer schlechteren Qualität ist. Er ist anders. Dass der Stoff den speziellen Anforderungen einer 90°-Hängematte gewachsen ist, ist kein Qualitätsmerkmal. Ein dünner Blusenstoff ist ja auch nicht schlecht nur weil er als Hosenstoff nichts taugt.

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