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Baumschutz für die Firstleine am Tarp

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  • Baumschutz für die Firstleine am Tarp

    Ich habe hier irgendwo gelesen, daß manche Schlauchband an den Enden der Firstleine des Tarps anbringen, damit diese nicht die Rinde der Bäume schädigt, besonders bei der verschieblichen Variante der V-Aufhängung.

    Schlauchband habe ich nicht hier, und ich wollte auch nicht so gern etwas Breites an der dünnen Dyneemaschnur herumhängen haben. Ich hatte mir so gedacht, eine Kraftverteilung findet doch auch bei Schlauchband sowieso nur unmittelbar seitlich der Schnur statt, etwas dünneres tut es dann wohl auch.

    Ich habe also für jede Seite einen guten Meter Paracord "entseelt", die Enden mit einem dicken Nagel drin und Feuerzeug auf einem Zentimeter Länge offengehalten und etwas hartgeschmolzen und dann die Paracord-Stücke in einem sehr langwierigen, aber nicht sehr schwierigen Prozeß auf die Firstleine gefädelt. Das war die durchgehende Firstleine von Dendronaut, die am offenen Ende einen kleinen Rückspleiß hat. Geht, millimeterweise.

    Das Paracord ist gerade so dick, daß die Firstleine da gut durchgleitet, aber andererseits nichts herumschlabbert.

    Das Ergebnis gefällt mir, deshalb dachte ich mir, ich poste das hier mal. Vielleicht nützt es jemandem, oder bringt jemanden auf eine noch bessere Idee.
    Ich weiß daß ich hing
    im windigen Baum,
    neun lange Nächte.
    --
    Waldgänger, Süntelhänger

  • #2
    Mit der Schlauchtechnik verhinderst du Schäden durch Sägebewegungen aber der Druck wird nur unwesentlich verteilt. Dafür müsstest du Baumgurte verwenden, obwohl die sicherlich etwas dünner sein dürfen als für die Hängemattenaufhängung, oder z.B. Stöckchen zwischen Baum und Leine klemmen.

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    • #3
      Die Baumgurte nützen aber auch nicht wahnsinnig viel, wenn das Tarpseil einfach dahinter durchläuft. Die Auflagefläche wird dann nur unwesentlich breiter. Sicher etwas breiter als bei MeisterGrimbarts Idee, aber das ist meiner Meinung nach mehr Gewicht als Nutzen. Viel besser verteilt wird der Druck, wenn man tatsächlich einen (dünnen) Baumgurt verwenden würde, in den man dann - ähnlich wie bei der Hängematte selbst - die Tarpleine einhängt. Dann verteilt sich der Druck tatsächlich auf die gesamte Breite des Baumgurtes.

      So betrachtet finde ich MeisterGrimbarts Idee gut, denn sie bringt bei geringem Gewichtszuwachs tatsächlich eine Verbesserung.

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      • #4
        Ohne zusätzliches Gewicht, aber etwas fummelig: Tarp nicht ganz straff aufspannen, zwischen Schnur und Baum kleine Ästchen (senkrecht zur Schnur) klemmen und dann die Schnur straff spannen. Die als Abstandshalter fungierenden Ästchen verteilen den Druck und fangen die Sägebewegung auf.
        Anleitung: Wie binde ich Bilder in einen Beitrag ein? || Erweiterte Suche

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        • #5
          Ich biete solche Schoner aus Schlauchband gewerblich an.
          Nach langer Testphase und rumprobieren.

          Das Schlauchband bleibt auf der Borke liegen auch wenn man noch nachjustieren muss an der Tarp Leine.
          So gibts keine Sägebewegung und keine Schädigung.
          Was nicht funktioniert mit einem Mantel vom Paracord.
          Warum eigentlich nicht Schlauchband? Das gibts auch in gedeckten Farben wie braun, oliv oder schwarz.
          Da Du ja sicher auch Baumgurte für die HM Aufhängung verwendest, wird es optisch nichts ausmachen.
          Reiseberichte Trekkingplätze Pfalz

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          • #6
            Ich bin sicher, die Schoner aus Schlauchband, die Du gewerblich vertreibst, sind ausgezeichnet. Ich möchte aber eben etwas dünneres, besser zu der dünnen Firstleine passendes haben, und das hat mit Farben, oder damit, woran ich die Hängematte aufhänge, nichts zu tun.

            Ich habe auch nichts getestet, so wie Du, sondern mir nur vorgestellt, was funktionieren könnte, und das dann ausprobiert. Darauf gekommen bin ich, weil ich mit der Dyneemaleine das Gefühl (wirklich nur das Gefühl) hatte, einen Draht um den Baum zu legen und zu spannen. Früher habe ich meist ein schweres Tarp mit Paracord abgespannt, und da hatte ich das Gefühl nicht. Da lag der Gedanke nahe, das zu kombinieren. Mehr steckt eigentlich nicht dahinter.

            Kann also gut sein, daß ich mein Gewissen mehr schütze als die Bäume ...

            Ob und wie gut die Paracordhülle den Baum vor dem statischen Druck durch die Leine schützt, werde ich mit meinen Mitteln nie herausfinden, so wie Du es bei Deinen Schlauchbändern getan hast. Die sind bestimmt sehr steif, sodaß sie vernünftig den Druck der Leine auf der Rinde verteilen können, nehme ich an?

            Wie auch immer - was ich bei meiner Bastelei beobachten konnte, war, daß der Sägeeffekt durch die Paracordteile sicher verhindert wird. Dazu brauchte ich auch keine Messungen oder Ähnliches. Wie ich schon sagte, die Firstleine gleitet selbst bei extrem harter Abspannung (ich habe beim Probieren kein dünnes Tarp, sondern eine robuste Hundeleine abgespannt) sehr schön durch die Hülle. Das Paracord selbst haftet sicher auf der Rinde, und das war die eher glatte Rinder einer jungen Buche, auf der einen Seite. Das schont dann nicht nur die Rinde, sondern macht das Verschieben sehr viel angenehmer und leichter, und das ohne daß die Position sich deswegen von allein verändert.

            Dafür allein, so meine ich, hat sich die Spielerei für mich gelohnt. Andererseits ist das natürlich schon eine sehr unprofessionelle Bastelei, und natürlich erwarte ich nicht, daß das mit professioneller Ausstattung mithalten kann.

            Mir hat es eben nur gefallen, und da habe ich es eben hier beschrieben.

            Ich versuche mal, ein paar Bilder einzubinden:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: re_20170807_074437.jpg Ansichten: 2 Größe: 164,5 KB ID: 35627




            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: re_20170807_074316.jpg Ansichten: 1 Größe: 202,8 KB ID: 35628

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: re_20170807_074512.jpg Ansichten: 1 Größe: 137,9 KB ID: 35630

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: re_20170807_074559.jpg Ansichten: 1 Größe: 173,9 KB ID: 35631

            Angehängte Dateien
            Zuletzt geändert von MeisterGrimbart; 07.08.2017, 21:14.
            Ich weiß daß ich hing
            im windigen Baum,
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            Waldgänger, Süntelhänger

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            • #7
              Noch eine Überlegung zur Idee:

              Wenn man bei einem Kreis den Durchmesser um 1cm vergrössert, dann nimmt der Umfang um 3,14cm zu. Übertragen auf unseren Fall bedeutet das: Wenn man den Durchmesser der Tarpleine um 10% vergrössert, dann wird die Auflagefläche um 31,4% vergrössert.

              Ich denke, diese Paracord-Ummantelung bringt durchaus einiges!

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              • #8
                Diese Schlußfolgerung halte ich für falsch..
                1.) Durchmesser und Umfang stehen in linearem Zusammenhang. Verdoppelung des Durchmessers = Verdoppelung des Umfangs, Vergrößerung des Durchmessers um 10% = Vergrößerung des Umfangs um 10%.

                2.) Eine Vergrößerung der Oberfläche der Schnur muß keine Vergrößerung der Auflagefläche (Kontaktfläche) bedeuten. Eine idealisierte harte Schnur liegt linienförmig auf und hat Null Kontaktfläche, egal, wie dick sie ist.
                Eine ganz weiche Schnur könnte hingegen im Extremfall mit der Hälfte ihrer Oberfläche aufliegen.
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                • #9
                  Zitat von Mittagsfrost Beitrag anzeigen
                  Diese Schlußfolgerung halte ich für falsch..
                  1.) Durchmesser und Umfang stehen in linearem Zusammenhang. Verdoppelung des Durchmessers = Verdoppelung des Umfangs, Vergrößerung des Durchmessers um 10% = Vergrößerung des Umfangs um 10%.

                  2.) Eine Vergrößerung der Oberfläche der Schnur muß keine Vergrößerung der Auflagefläche (Kontaktfläche) bedeuten. Eine idealisierte harte Schnur liegt linienförmig auf und hat Null Kontaktfläche, egal, wie dick sie ist.
                  Eine ganz weiche Schnur könnte hingegen im Extremfall mit der Hälfte ihrer Oberfläche aufliegen.
                  Da hast du natürlich recht! Da habe ich einen Denkfehler gemacht und die absoluten Zahlen mit den Prozentangaben wild durcheinander gewirbelt.

                  Allerdings gibt es keine idealisierte Schnur. Wenn der Umfang um 10% zunimmt, dann nimmt auch die Oberfläche um 10% zu. Die Kontaktfläche nimmt dabei um mindestens 10% zu. Erstens ist die Rinde nicht völlig flach, zweitens ist das Paracord deutlich weicher als das Amsteel. Somit wird die Auflagefläche sogar eher um mehr als 10% zunehmen als weniger.

                  Quintessenz: Die Ummantelung bringt auf jeden Fall etwas.

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                  • #10
                    Noch ein kleiner Denkfehler: Wenn die Oberfläche um 10% zunimmt, dann nicht nur an der Kontaktfläche, sondern auch aussen. Der Zuwachs an Kontaktfläche kann maximal die Hälfte des Gesamtzuwachses betragen, also 5%. Wenn Du den Zuwachs aber auf die Kontaktfläche beziehst, sind es wieder 10% (gegenüber der vorherigen Kontaktfläche). Bei Prozenten muß man immer genau aufpassen, welche Bezugsgröße man nimmt.

                    Aber ja, die Ummantelung bringt etwas. Wobei der größte Nutzen meiner Meinung nach nicht in der Vergrößerung der Kontaktfläche liegt, sondern darin, daß das Scheuern nicht mehr zwischen dünner Schnur und Baum stattfindet, sondern zwischen dünner Schnur und Hüllschlauch.
                    Zuletzt geändert von Mittagsfrost; 22.08.2017, 06:40.
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                    • Waldläufer70
                      Waldläufer70 kommentierte
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                      Das mit "maximal die Hälfte" verstehe ich nicht. Aber klar, wenn du den Durchmesser um 10% erhöhst, so wird auch (grob) die Kontaktfläche um 10% erhöht. Wie viele Prozent es tatsächlich sind, hängt von den Materialeigenschaften und der Beschaffenheit der Borke des Baumes ab. (Beziehen sich deine 5% auf eine Schnur, die sich maximal flachdrückt?)

                    • Mittagsfrost
                      Mittagsfrost kommentierte
                      Kommentar bearbeiten
                      Genau. Die Kontaktfläche kann zwischen 0% der Schnuroberfläche (ideal harte Schnur) und 50% der Schnuroberfläche (ideal weiche Schnur, die wie ein Band plattgedrückt wird) liegen. Die anderen 50% liegen dann auf der baumabgewandten Seite und können folglich keine Kontaktfläche sein.

                    • Waldläufer70
                      Waldläufer70 kommentierte
                      Kommentar bearbeiten
                      Klar, aber wenn sich die Eigenschaften der Schnur durch die Ummantelung nicht grundsätzlich ändern, so hat das auf den Prozentanteil am Baum (Kontaktfläche) ja keinen Einfluss.

                      Die Schnur, die vollständig platt gedrückt würde, wäre zudem der perfekte Baumschutz. Da bräuchte man höchstens noch einen Schutz gegen die "Sägebewegungen".

                  • #11
                    Prinzip Blasenpflaster

                    Ist halt die Frage, wie schnell so ein Paracord Seilmantel im Vergleich zu Schlauchband durch ist.
                    Und wie groß ich mir den Aufwand mache, so etwas zu basteln.
                    Schlauchband ist fertig als Meterware. Dick und robust.
                    Paracord Seilmantel muss ich erst herstellen, das Innere raus pfriemeln und ist recht dünn.
                    Aber wenn man sich mal auf ein Ding eingeschossen hat, gibts nix Besseres.
                    Reiseberichte Trekkingplätze Pfalz

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                    • #12
                      Mein Baumschutz für die Firstleine des Tarps besteht jetzt in einem Baumgurt mit 1 Schlaufe an jedem Ende, in denen ich an beiden Seiten ein dünnes Schlitzseil befestigt habe. Dann lege ich einfach den Baumgurt um den Baum und verbinde das Ende des Tarps und die passenden Schlitze des Seiles mit einem kleinen Karabiner.

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                      • #13
                        Das klingt interessant. Machst Du mal ein paar Fotos?
                        Anleitung: Wie binde ich Bilder in einen Beitrag ein? || Erweiterte Suche

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                        • #14
                          Gerne. Klappt aber sicher frühestens am Wochenende, da ich gerade wieder voll in die Arbeit eingestiegen bin....

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                          • #15
                            War gestern im nahegelegenen Wald und habe mal die versprochenen Fotos gemacht. Hier sind sie:
                            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: P1070757 (Copy).JPG Ansichten: 1 Größe: 462,9 KB ID: 37522

                            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: P1070750 (Copy).JPG Ansichten: 1 Größe: 457,9 KB ID: 37523



                            Heute habe ich dann noch meine Nähmaschine rausgekruschtelt und statt der bisherigen Knoten am Baumgurt ordentliche Schlaufen genäht. Jetzt sieht es besser aus.
                            (Ich wollte halt erstmal sehen, ob das Ganze ordentlich funktioniert bevor ich anfange zu nähen....)
                            Die Schlitzseile haben einen Durchmesser von 2 x 4 mm (mit der Schublehre gemessen) - ich habe die Schlitze auf den Fotos extra weit auseinandergezogen, damit man sie überhaupt erkennt. Sie sind auch sehr leicht.
                            Zuletzt geändert von barfuß; 11.09.2017, 23:02.

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