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Beginnerfrage - Whoopies ohne Hardware

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  • Beginnerfrage - Whoopies ohne Hardware

    Hallo ich bin ein Hängemattenfreund aus Leipzig und noch recht neu im draußen hängen.

    Neulich habe ich in der Bucht günstig eine Grand Trunk Double schießen können, war aber bestürzt welche Klopper-Karabiner dort dran hängen und wollte die Aufhängung gern austauschen.
    In der angehängten Abbildung habe ich versucht meine Idee bildlich darzustellen, bin allerdings auch kein Derek Hansen. Hoffe es ist verständlich.

    Die ganze Aufhängung soll mit so wenig Hardware wie möglich funktionieren, um es einfach zu halten und am besten leicht.

    Meine Gedanken:
    Continuous Loop an die Hängematte - verbunden mit einem Larks Head am festen Teil der Whoopie-Sling - Whoopie klassisch am Gurtband besfestigt, mittels Marlin Spike Hitch (entschuldigt bitte die englischen Begriffe, aber mein Wissen kommt bisher aus englischen Youtube Videos.)

    Ich wollte gerne erfahrene Hänger fragen, ob diese Konstruktion realistisch ist oder ob es schön längst besser geht. Dazu sei aber gesagt, dass mein Budget recht begrenzt ist (auch daher wenig Hardware). Whoopies und Loop hätte ich daher auch selbst hergestellt.

    Dazu noch die Frage: Wo bekomme ich am besten das benötigte Dyneema her? Hier vor Ort in Leipzig fällt mir leider kein einziger Händler ein, der solche Spezialware vertreibt.

    Viele Dank für eure Antworten.

  • #2
    Du kannst noch weniger Material einsetzen, indem Du das feste Auge der Whoopie Sling für den Whip an der HM verwendest.
    So oder so, hast Du KEINE Abtropfstelle für Regenwasser das entlang der Leinen läuft.
    Klar, kannst Du das mit Knoten versuchen. Meiner Erfahrung nach ist aber nur ein Karabiner, Dutch Biner z.B. eine zuverlässige Abtropfhilfe.

    Dyneema gibts bei Kanirope.de oder bei Treegirl (?).
    Reiseberichte Trekkingplätze Pfalz

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    • #3
      Hi, 7/64er Samson Amsteel aus Dyneema bekommst du bei TreeGirl, schreib ihr einfach eine PM und frage an, was sie lieferbar vorrätig hat. Eine andere - von den meisten im Material als etwas schlechter bewertete, aber trotzdem nutzbare - Dyneema-Art bekommst du in Dresden bei Extremtextil, kannst du dort auch abholen und das Porto sparen. Das Zeug ist ein wenig schwieriger zu splicen, da die Fäden feiner sind und schneller Gefahr laufen beim unsauberen Splicen zu reißen bzw. zu verheddern (war zumindest bei mir so).

      Ich habe mein Setup in den letzten zwei Jahren fast genauso gefahren, wie du es beschreibst. Die Whoopies wurden bei mir durch den Hängemattenkanal geschlauft (Larks Head) und dann mittels Holzstück/Karabiner und Marlspikerschlag/Marlinspike Hitch mit dem Gurtband verbunden, so wie Bernd Odenwald es auch beschreiben hat. Meine Gurtbänder habe ich an dem Baumende mittels eines Achterknoten geschlauft bzw. beim Segeltuch-/Markiesenmacher eine "Box" mit fetten 40er Garn nähen lassen, da meine Nähmaschine nicht kräftig genug dafür war. Wenn das Material der Gurtbänder weich genug ist, kann man aber auch knoten.

      Deine Entscheidung Continous Loops durch die Hängematte zu schlaufen und diese mit den Woopies zu verbinden gibt dir mehr Flexibilität - wobei ich dabei überlegen würde, einen Regenschutz ("Waterbreak") dazwischen zu setzen. Das kann ein Karabiner sein, aber TreeGirl hat auch sog. "Whoopie Hooks" im Programm. Die sitzen statt Perle in der verstellbaren Schlaufe der Whoopie, werden in der Continous Loop eingehakt und sorgen unterhalb des Tarps dafür, dass der Regen nicht an der Whoopie entlangläuft und deine Hängematte trifft und die sich vollsaugt. Die Continous Loop ist hier aber auch aus Dyneema und passt vom Durchmesser zum Whoopie Haken.

      P.S.: Anstatt eines Karabiners kannst du auch selber zwei Softshakles splicen und diese zur Verbindung zwischen Hängematte und Whoopie-Sling bzw. zwischen Whoopie-Sling und Baumgurt nutzen.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: P6210018.jpg
Ansichten: 1
Größe: 152,7 KB
ID: 42856
      Zuletzt geändert von Furbrain; 30.12.2017, 14:48. Grund: Foto "Achterknoten beim Gurtband" ergänzt
      Innere Betrachtungen anzustellen ist viel interessanter als Fernsehen, und es ist eine Schande, daß nicht mehr Menschen darauf umschalten. (Robert M. Pirsig: "Zen und die Kunst ein Motorrad zu Warten")

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      • #4
        Vorerst kannst du als Abtropfleine auch einfach einen kräftigen "Faden" aus saugfähigem Material verwenden und mittels Ankerstich (Lark's Head) unter dem Tarp satt um die Aufhängung binden. Da sollte bereits ein grosser Teil des Wassers abtropfen. Derek Hansen hält diese Methode für die effektivste. Einige verwenden dafür übrigens die Ersatzschnürsenkel.

        Als Softshackle kommen aus meiner Sicht der "Improved Soft Shackle" oder der "Button Knot Soft Shackle" in Frage. Die sind am stabilsten. Beim Erstgenannten solltest du darauf achten, dass du die beiden fixen Schlaufen keinesfalls zu gross machst.

        Um das Gurtband am Baum zu befestigen, brauchst du im Grunde auch keine Hardware: ein einfacher Ewenkenknoten genügt. Er funktioniert auch mit Gurtband, einfach immer kurz testen, bevor du dich in die Hängematte legst.

        Statt der Whoopie Slings könntest du auch ausschliesslich Gurtband verwenden. Bei Extremtextil gibt es für wenig Geld Dreistege. Damit kannst du die Hängematte ebenfalls aufhängen und ganz leicht einstellen. Das einfach als Alternative. Auch Gurtband (25mm) bekommst du am gleichen Ort günstig. Dieses eignet sich bis etwa 100kg Hängemattenlast. Sollte dein Gewicht deutlich darüber liegen, so würde ich eher das starke Band empfehlen. Dieses ist allerdings sehr steif und lässt sich nur schlecht knoten.

        Auch für die Continuous Loops gibt es eine Alternative: Dogbones (Hundeknochen). Die lassen sich auch ganz leicht selbst spleissen. Es geht aber auch deutlich kürzer als im verlinkten Video, wenn du sie überlappend spleisst. Das ist weniger kompliziert, als es klingt.

        Gerade heute habe ich eine sehr platzsparende Möglichkeit vorgestellt, Dogbones an der Hängematte zu nutzen. Da sind Continuous Loops schon fast lang daneben. Statt durch den Kanal kannst du die Dogbones natürlich auch einfach um den Stoff legen, wie auf deiner Skizze oder hier um einen Finger angedeutet.

        Ich würde dir ebenfalls das Amsteel von Samson Rope empfehlen, das TreeGirl (Forenname) in diversen Farben in ihrem Angebot hat. Hier kannst du schon mal einen Blick werfen, welche Farben es gibt (Shop in den USA). Wenn ich mich richtig erinnere, hat TreeGirl alle Farben im Angebot.

        Wenn du schon am Bestellen bist, dann besorge dir doch auch gleich Lash-It (grau) oder Zing-It (gelb) von Samson Rope und spleisse dir damit eine verstellbare Ridgeline für deine Hängematte. Die hilft dir dabei, deine Hängematte immer im gleichen Winkel aufzuhängen. TreeGirl führt in ihrem Shop meines Wissens auch dieses Produkt. Das dünnere (1,75mm) reicht für diesen Zweck völlig aus und lässt sich meiner Meinung nach auch etwas leichter spleissen.

        PS: Das 7/64"-Amsteel hat eine durchschnittliche Bruchlast von 730kg. Bei Whoopie Slings reduziert sich diese auf 70% davon, also rund 511kg. Auch da würde ich bei Hängemattenlasten über 100kg eher das 1/8"-Amsteel empfehlen: 1100kg durchschnittliche Bruchlast, also rund 770kg bei Whoopie Slings. Du solltest zwischen Bruchlast und Hängemattenbelastung immer einen Sicherheitsfaktor von etwa 5 einhalten.
        Zuletzt geändert von Waldläufer70; 29.12.2017, 10:59.
        Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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        • #5
          Vielen Dank für die Antworten. Ich werde mich jetzt mal an TreeGirl wenden. Das mit dem Regenabfluss hatte ich so noch nicht bedacht. Da werde ich nochmal nachdenken, wie ich das realisieren werden. Ersatzschürsenkelmethode klingt ja ganz sinnvoll.

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          • #6
            Zitat von LE_Hammock Beitrag anzeigen
            Ersatzschürsenkelmethode klingt ja ganz sinnvoll.
            Ich würde auch damit anfangen. Wenn es sich nicht bewähren sollte, kannst du immer noch zusätzliche Sicherheiten einbauen.

            Ich hatte mal im Juli 2014 eine Nacht heftigen Dauerregen. Der Fluss nebenan ist über Nacht ziemlich angestiegen. Da hatte ich keine Vorkehrungen getroffen: Von der Tarpabspannung ist das Wasser in Bindfäden heruntergeflossen, etwas Wasser dürfte am losen Ende der Whoopie Slings abgetropft sein und etwas Feuchtigkeit hat die Hängematte erreicht. Diese war deswegen aber nicht völlig überschwemmt worden, sondern am Fussende etwa 50cm lang etwas feucht. Die Feuchtigkeit hat meine Füsse nicht erreicht.

            Whoopie Slings haben den Vorteil, dass sie weniger Wasser zur Hängematte transportieren als Gurtband.
            Meine Vorstellung (für Neue und Interessierte)

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            • #7
              Furbrain rain mein derzeitiges Gurtband für meine erste Hängematte sieht genau so aus. Bisher hat der Knoten immer gehalten. Im Park und am See...werde ich erstmal weiter so lassen.

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              • #8
                Das meiste wurde bereits geschrieben. Man kann die Aufhängung wie auf der Skizze machen - allerdings würde ich Whoopie Sling und Continuous Loop mittels Hardware verbinden, denn der Ankerstich zieht sich bei Belastung stark zusammen. Da kann man die Whoopie Slings nicht mehr so einfach abnehmen, und das ist ja vermutlich der Grund warum du überhaupt Continuous Loops verwenden willst, oder? Es gibt viele Hardwarelösungen: Dutch Whoopie Hooks, Dutch Biner, normale Karabiner, ein Toggle das dem Zug gewachsen ist, oder Lawson Loop D Loops...

                Zum Thema Water Break und Drip Lines solltest du dir das Video von Derek zu Gemüte führen.

                Wenn du nicht gerade US-Format hast (sprich 180kg und mehr auf die Waage bringst), sollte 7/64" Amsteel vollkommen ausreichen. Ich habe echt noch nie gehört, dass irgendjemandem intakte 7/64" Whoopie Slings bei normaler Verwendung gerissen sind. Ich schätze, dass 95% der Hängemattenutzer auf Hammockforums 7/64" Amsteel verwenden. Wenn das ein Problem wäre, müsste man davon hören.

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                • #9
                  Derek Hansen zeigt in seinem neuen Buch auch noch die folgende Möglichkeit, zwei Schlaufen (Hängematte und Whoopie Sling) mittels Hardware miteinander zu verbinden:

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: resized_DSC05673.jpg Ansichten: 1 Größe: 285,2 KB ID: 42916

                  Man braucht dazu keinen "Gartenzwerg", aber einen ausreichend stabilen Toggle, den man am gezeigten Ort in die Schlaufe schiebt und nach Gebrauch wieder herauszieht.

                  Vielleicht erkennt man zweifarbig besser, wie es funktioniert:

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: resized_DSC05676.jpg
Ansichten: 1
Größe: 280,7 KB
ID: 42917
                  Zuletzt geändert von Waldläufer70; 31.12.2017, 17:02.
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                  • #10
                    Hey der Gartenzwerg ist echt ne gute Idee. Das mit dem zusammengezogenen Ankerstich ist wirklich eine Sache die zu bedenken ist. (Genau wegen solcher Erfahrungswerte mag ich dieses Forum)

                    Die Sachen von Dutch finde ich auch alle toll, aber ich versuche mein Budget schmal zu halten, deshalb die Idee mit Whoopies ohne Hardware.

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